Internetagentur Hannover: Was gebaut wird, was es kostet, wie Sie auswählen

Eine Internetagentur ist der Betrieb, der Ihre Website baut und am Laufen hält. Sie verantwortet Konzeption, Gestaltung, Programmierung, das Redaktionssystem, die Anbindung an Ihre übrigen Systeme, die Barrierefreiheit, die Ladeperformance sowie Hosting und Wartung nach dem Livegang. Sie verantwortet nicht, wie viele Menschen die fertige Seite später besuchen. Reichweite ist ein eigenes Gewerk mit eigenen Leistungen, eigenen Budgets und eigenen Kennzahlen.

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Warum

Warum der Begriff in Hannover unscharf ist

Diese Unterscheidung klingt akademisch, kostet aber real Geld. Wer eine Internetagentur beauftragt und Reichweite erwartet, kauft ein Gewerk und bewertet es an den Zielen eines anderen. Diese Seite erklärt deshalb zuerst den Begriff, grenzt ihn gegen die benachbarten Agenturtypen ab, beschreibt die technischen und handwerklichen Leistungen im Einzelnen und macht danach Kosten, Ablauf und Auswahl entscheidbar.

Der Markt selbst sorgt für die Verwirrung. Die Anbieter, die in Hannover für den Begriff sichtbar sind, nennen sich Digitalagentur, Webagentur, Medienagentur, Markenagentur oder Kreativagentur, ohne ihren Leistungsumfang gegeneinander abzugrenzen. Das Verzeichnis werbeagentur.de führt allein für Hannover 49 Agenturen, Sortlist stellt für den Suchbegriff eine Top-10-Auswahl zusammen. Nicht alle sichtbaren Anbieter sitzen überhaupt in der Stadt. wendweb ist eine Digitalagentur aus Fürth, ayudo firmiert für Hannover und Berlin, HUisHU für Hannover und Hamburg.

Dazu kommt, dass die Suchergebnisse zu diesem Begriff fast nur aus Agentur-Startseiten bestehen. Der Median der ausgewerteten Top-Ergebnisse liegt bei 231 Wörtern, also bei reiner Selbstdarstellung ohne erklärenden Inhalt. Die inhaltlich am engsten passende Wettbewerberseite umfasst rund 2100 Wörter und bildet damit eine Ausnahme im Suchergebnis. Google zeigt zu dem Keyword weder ein Featured Snippet noch den Block mit ähnlichen Fragen. Es gibt schlicht keine etablierte Antwort auf die Frage, was eine Internetagentur ist. Wer ausschreibt, definiert den Begriff also selbst, oder er bekommt ihn vom Anbieter definiert.

Ein Blick auf die Nachfrage zeigt, worum es dabei geht. Das Keyword wird rund 140 Mal im Monat gesucht, bei einem Klickpreis von 8,09 Euro und einer Wettbewerbshärte von 70. Das eng verwandte Themengebiet der Webentwicklung hat mit 90 Suchanfragen weniger Volumen, aber mit 33,09 Euro den mit Abstand höchsten Klickpreis im Hannoveraner Umfeld. Übersetzt heißt das: Umsetzungsprojekte sind teuer, entsprechend hart umkämpft und entsprechend erklärungsbedürftig.

Nahaufnahme einer Laptop-Tastatur, darüber blau eingefärbter HTML-Quelltext
Abb. 1 - Nahaufnahme einer Laptop-Tastatur, darüber blau eingefärbter HTML-Quelltext
Im Detail

Abgrenzung: Drei Agenturtypen, drei Ergebnisse

AgenturtypLiefertErgebnis, an dem sie zu messen ist
InternetagenturKonzept, Design, Entwicklung, CMS, Schnittstellen, Hosting, Wartungeine funktionierende, schnelle, barrierefreie, pflegbare Website
WerbeagenturMarke, Corporate Design, Kreation, klassische Werbemittelein konsistenter Auftritt und wiedererkennbare Gestaltung
Online-Marketing-AgenturKanäle und Kampagnen nach dem LivegangSichtbarkeit, Besucher, Anfragen

Die Übergänge sind fließend, und viele Häuser bedienen mehrere Felder. Entscheidend ist nicht, wie sich ein Anbieter nennt, sondern welche der drei Spalten in Ihrem Angebot beschrieben und bepreist ist. Fehlt eine Spalte im Angebot, fehlt sie später im Projekt.

Smartphone auf dunklem Untergrund, auf dem Display eine Google-Trefferliste zur Suche „Online Marketing Experte“

Die Leistungen der Bau- und Betriebsseite

Konzeption. Vor der ersten Gestaltung steht die Struktur. Welche Seitentypen gibt es, welche Inhalte gehören auf welche Ebene, welche Wege nimmt ein Besucher, welche Daten müssen erfasst werden. Diese Phase entscheidet über den späteren Aufwand stärker als jede andere. Struktur, die hier fehlt, wird später zu Umbau.

Webdesign. Gestaltung heißt hier Gestaltungssystem, nicht Einzelbild. Raster, Typografie, Farbrollen, Komponenten wie Karten, Formulare, Tabellen und Navigationen, jeweils in allen Zuständen und auf allen Bildschirmbreiten. Responsive Umsetzung ist an dieser Stelle eine technische Eigenschaft des Systems und keine eigene Leistung.

Webentwicklung. Die Umsetzung des Systems in Vorlagen, Komponenten und Logik. Hier entscheidet sich, ob die Seite später ohne Entwicklerhilfe gepflegt werden kann oder ob jede Textänderung ein Ticket auslöst.

CMS-Wahl. Das Redaktionssystem ist eine Bindung auf Jahre und der teuerste stillschweigende Teil eines Angebots. In Hannover ist TYPO3 als eigene Leistungsposition am Markt etabliert. Die Agentur DRIVE führt den Begriff ausdrücklich als eigene Position und weist 23 Jahre Bestehen, über 1000 Projekte und 18 Awards aus. Andere Anbieter positionieren sich über Projektzahlen, so gibt kenmedia Erfahrung seit 2006 und über 500 Kundenprojekte an. Lassen Sie sich die Wahl begründen, und zwar an Ihren Anforderungen, nicht an der Hauskompetenz des Anbieters.

Schnittstellen. Warenwirtschaft, CRM, Buchungs- oder Terminsysteme, Produktdaten, Zahlungsdienstleister, Newsletter-System. Jede Schnittstelle ist ein eigenes kleines Projekt mit eigener Fehleranfälligkeit und eigener Wartung. Schnittstellen, die im Angebot nur als Wort auftauchen, sind nicht kalkuliert.

Barrierefreiheit. Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz gilt seit dem 28. Juni 2025 und verpflichtet unter anderem Betreiber von E-Commerce-Angeboten zu barrierefreien digitalen Produkten, wobei Kleinstunternehmen teilweise ausgenommen sind. Der Markt hat reagiert. Barrierefreiheit wird von Hannoveraner Anbietern bereits als eigenständige Leistungsposition geführt. DRIVE listet barrierefreie Applikationen und Barrierefreiheit getrennt. Nachträglich hergestellte Barrierefreiheit ist regelmäßig teurer als von Anfang an mitgedachte, weil sie Farbrollen, Struktur und Komponenten betrifft, also genau die Entscheidungen aus der Konzeptions- und Designphase.

Core Web Vitals. Google wertet LCP, INP und CLS als Teil der Page Experience. Diese drei Werte sind das messbare Ergebnis von Umsetzungsentscheidungen: Bildformate und Bildgrößen, Schriftladen, Skriptmenge, Layoutstabilität, Serverantwortzeit. Sie gehören damit in den Verantwortungsbereich der Internetagentur und nicht in den des Marketings. Lassen Sie sie im Abnahmeprozess messen, nicht behaupten.

Hosting und Wartung. Betrieb heißt Updates, Sicherheitspatches, Backups mit geprüfter Wiederherstellung, Verfügbarkeitsüberwachung und ein definierter Ansprechweg bei Störungen. Das ist der Teil, der nach dem Projekt dauerhaft Geld kostet und deshalb im Angebot als eigene, wiederkehrende Position stehen muss.

Aufgeklappter Laptop auf dunklem Untergrund, auf dem Bildschirm eine Google-Trefferliste zur Suche „Online Marketing Experte“

Projektablauf

  1. Anforderungen und Ziele. Was soll die Seite leisten, welche Prozesse hängen daran, wer pflegt sie später.
  2. Struktur und Konzept. Seitentypen, Navigation, Inhaltsmodell, Anforderungen an Schnittstellen.
  3. Gestaltung. Gestaltungssystem und Schlüsselseiten, abgenommen als System, nicht als Einzelbild.
  4. Umsetzung. Vorlagen, Komponenten, CMS-Einrichtung, Schnittstellen.
  5. Inhaltspflege und Test. Befüllung, Prüfung auf Barrierefreiheit, Messung der Core Web Vitals, Funktionstest der Formulare und Schnittstellen.
  6. Livegang. Umzug, Weiterleitungen der alten Adressen, Prüfung der Indexierbarkeit.
  7. Betrieb. Wartung, Updates, Backups, Weiterentwicklung.

Punkt 5 und 6 sind die Stellen, an denen Projekte in der Praxis kippen. Wer sie im Angebot nicht ausgewiesen findet, sollte danach fragen.

Frau vor einer Wand mit bunten Haftnotizen, davor sechs Personen mit Laptops an einem Besprechungstisch

Was ein Projekt kostet

Seriöse Preisangaben ohne Kenntnis des Umfangs gibt es nicht, wohl aber eine nachvollziehbare Kostenlogik. Der Preis einer Website ergibt sich im Wesentlichen aus vier Größen:

  • Anzahl und Verschiedenheit der Seitentypen. Zehn Seiten desselben Typs sind billig, drei Seiten unterschiedlichen Typs sind teuer. Bezahlt wird die Vorlage, nicht die Seite.
  • Anzahl der Schnittstellen. Jede Anbindung an ein Fremdsystem ist eigener Aufwand für Umsetzung, Test und späteren Betrieb.
  • Anteil individueller Gestaltung. Ein vorhandenes Theme, ein angepasstes System oder eine vollständige Neuentwicklung liegen um Größenordnungen auseinander.
  • Betriebsanforderungen. Verfügbarkeit, Reaktionszeiten, Backup-Konzept, Update-Rhythmus und Barrierefreiheitsprüfungen bestimmen die laufenden Kosten.

Trennen Sie im Angebot deshalb konsequent einmalige Projektkosten von wiederkehrenden Betriebskosten und lassen Sie sich beide getrennt beziffern. Ein Angebot, das den Betrieb nicht ausweist, verschiebt Kosten in die Zukunft, es senkt sie nicht.

Zwei Männer arbeiten in einem hellen Büro nebeneinander am Laptop, auf dem Bildschirm Programmcode

Auswahlkriterien: Sieben Fragen, die den Anbieter unterscheiden

  1. Welches CMS schlagen Sie vor, und woran genau in meinen Anforderungen liegt das?
  2. Kann ich nach dem Projekt Seiten, Texte und Bilder selbst pflegen, ohne Sie zu beauftragen?
  3. Wem gehören Quellcode, Gestaltungsdateien und Zugänge nach der Abnahme?
  4. Wie stellen Sie Barrierefreiheit her, und ab welcher Phase ist sie Teil der Arbeit?
  5. Welche Werte für LCP, INP und CLS sagen Sie zu, und wie werden sie bei der Abnahme gemessen?
  6. Was genau umfasst die Wartung, und was kostet sie pro Jahr?
  7. Wie werden die Adressen der alten Website beim Umzug behandelt?

Die Antworten auf diese Fragen sind vergleichbar, Referenzlisten und Auszeichnungen sind es nicht. Wenn Sie nur eine Frage stellen können, stellen Sie die dritte. Sie entscheidet darüber, ob Sie den Anbieter wechseln können, ohne von vorn anzufangen.

Lächelnder Mann mit dem Hörer eines alten Wählscheibentelefons am Ohr

Was hier bewusst nicht behandelt wird

Alles, was nach dem Livegang Besucher erzeugt, ist ein anderes Gewerk. Kanalarbeit, Kampagnen, Budgetsteuerung, lokale Sichtbarkeit, Anfragenqualifizierung. Diese Leistungen setzen eine funktionierende, schnelle und pflegbare Website voraus, sie ersetzen sie aber nicht. Umgekehrt gilt genauso: Eine technisch einwandfreie Website, die niemand aufruft, ist ein fertiges Gewerk und trotzdem eine offene Aufgabe. Die Internetagentur ist für den ersten Teil zuständig. Sie sollte ausdrücklich danach ausgewählt werden.

Nahaufnahme einer Laptop-Tastatur, darüber blau eingefärbter HTML-Quelltext
Nächster Schritt

Sichtbarkeit besprechen,
bevor die nächste Maßnahme startet.

Ein Erstgespräch klärt Ausgangslage, realistische Ziele und welcher Hebel für Ihre Website zuerst zählt.

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„Ein Text, für den niemand sucht, ist kein Content Marketing, egal wie gut er geschrieben ist.”— ONMA GmbH · Hannover