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Keyword-Recherche: vom Seed-Keyword zum klaren Keyword-Mapping

So sammeln Sie Suchbegriffe, bestimmen die Suchintention, bewerten Keywords nach festen Kriterien und ordnen sie passenden Seiten zu. Toolunabhängig.

Nahaufnahme einer Laptop-Tastatur, darüber blau eingefärbter HTML-Quelltext

Eine gute Keyword-Recherche ist kein möglichst großer Export aus einem Tool. Sie ist eine nachvollziehbare Kette von Entscheidungen. Am Anfang stehen Themen und ungeordnete Suchbegriffe. Am Ende ist klar, welche Suchanfragen relevant sind, welche Absicht dahintersteckt, welche Begriffe zusammengehören und welche Seite welches Thema abdecken soll.

Der folgende Ablauf ist toolunabhängig. Werkzeuge liefern Ideen und Kennzahlen. Die eigentliche Auswahl entsteht durch fachliche Bewertung.

Was ist eine Keyword-Recherche?

Bei der Keyword-Recherche werden Suchbegriffe ermittelt, geprüft und strukturiert, die für ein Angebot oder Themengebiet relevant sind. Das Ergebnis dient als Grundlage für die Planung von Ratgebern, Kategorien, Produktseiten und anderen Seitentypen.

Eine belastbare Recherche beantwortet vier Fragen:

  1. Wonach sucht die Zielgruppe tatsächlich?
  2. Welches Ergebnis erwartet sie bei der jeweiligen Suche?
  3. Welche Keywords sind thematisch relevant und realistisch erreichbar?
  4. Welche Suchanfragen gehören auf dieselbe Seite?

Das Suchvolumen allein beantwortet diese Fragen nicht. Ein häufig gesuchter Begriff kann ungeeignet sein, wenn er nicht zum Thema passt oder eine andere Seitenart verlangt. Umgekehrt kann eine konkrete Suchanfrage mit geringer Nachfrage wertvoll sein, weil das Informationsbedürfnis eindeutig ist.

1. Seed-Keywords festlegen

Seed-Keywords sind kurze Ausgangsbegriffe, aus denen weitere Suchanfragen abgeleitet werden. Sie beschreiben zentrale Produkte, Leistungen, Probleme oder Fragen.

Für einen Anbieter von Büroeinrichtung könnten erste Seeds etwa „ergonomischer Bürostuhl“, „höhenverstellbarer Schreibtisch“ und „Büroplanung“ lauten.

Geeignete Quellen sind:

  • Produktnamen und Leistungsbeschreibungen
  • Fragen aus Beratung, Vertrieb und Support
  • Formulierungen aus Kundenmails und Angebotsanfragen
  • Kategorien und interne Suchanfragen der eigenen Website
  • Überschriften und Navigation vergleichbarer Anbieter

In diesem Schritt wird noch nicht streng bewertet. Ziel ist ein breiter, aber thematisch kontrollierter Ausgangspunkt.

2. Keyword-Ideen erweitern und bereinigen

Aus den Seed-Keywords entstehen durch Ergänzungen konkretere Anfragen. Zusätze wie „Kosten“, „Vergleich“, „Anleitung“, „Vorteile“, „kaufen“ oder „für Anfänger“ machen unterschiedliche Bedürfnisse sichtbar. Nutzerfragen aus Suchvorschlägen, Frageboxen und bestehenden Website-Daten liefern weitere Formulierungen.

Mehrere Werkzeuge können die Recherche unterstützen:

  • Der Google Keyword Planner dient der Suche und Bewertung von Keywords für Werbekampagnen. Er liefert Keyword-Ideen, Angaben zur Nachfrage und Gebotsschätzungen.
  • Das SISTRIX Keyword Tool zeigt Keyword-Vorschläge, echte Nutzerfragen und verwandte Suchbegriffe.
  • Seobility ermöglicht Recherchen anhand eines Fokus-Keywords, einer URL oder Domain sowie über den Vergleich mit Wettbewerbern.
  • SE Ranking stellt unter anderem Suchvolumen, Keyword-Schwierigkeit, CPC und Suchintention bereit.
  • AlsoAsked hilft dabei, zusammenhängende Nutzerfragen zu erkennen. Google Search Console zeigt Suchanfragen, Impressionen, Klicks und durchschnittliche Positionen bestehender Seiten. Google Trends macht zeitliche Entwicklungen und saisonale Schwankungen sichtbar. Diese Werkzeuge werden auch im Überblick von Computer Weekly aufgeführt.

Anschließend wird die Rohliste bereinigt. Entfernt werden Dubletten, bedeutungsgleiche Schreibvarianten, unpassende Markennamen, falsche Sprachräume und Begriffe, die zwar einzelne Wörter enthalten, aber ein anderes Thema meinen.

Kennzahlen verschiedener Anbieter sind nicht direkt gleichzusetzen. Datenbanken, Hochrechnungen und Klassifizierungen unterscheiden sich. Deshalb sind die Werte Orientierungshilfen, keine exakten Messungen.

3. Die Suchintention bestimmen

Die Suchintention beschreibt, welches Ergebnis eine Person erwartet. Für die praktische Einordnung genügen meist vier Grundtypen:

  • Informational: etwas verstehen, lernen oder lösen
  • Kommerziell: Produkte, Anbieter oder Lösungen vergleichen
  • Transaktional: kaufen, buchen, anfragen oder herunterladen
  • Navigational: eine bestimmte Marke, Website oder Unterseite finden

Die Formulierung eines Keywords liefert erste Hinweise. Aussagekräftiger sind die aktuellen Suchergebnisse. Dominieren Anleitungen, Kategorien, Produktseiten, Videos oder Vergleichsartikel? Der vorherrschende Seitentyp zeigt, welches Ergebnis für die Anfrage wahrscheinlich erwartet wird.

Ähnliche Formulierungen können verschiedene Intentionen haben. „Keyword-Recherche lernen“ verlangt nach einer Anleitung. Bei „Keyword-Recherche Tool“ wird eher eine Werkzeugauswahl erwartet. Beide Begriffe müssen deshalb nicht zwingend dasselbe Cluster bilden.

4. Keywords bewerten und priorisieren

Jeder ernsthafte Kandidat sollte anhand derselben Kriterien geprüft werden:

KriteriumLeitfrage
RelevanzPasst die Anfrage fachlich zum Thema?
IntentionspassungEntspricht die geplante Seite dem erwarteten Ergebnis?
NachfrageWie groß und wie stabil ist das Interesse?
MachbarkeitWie stark sind die bestehenden Ergebnisse und ist ein passender Beitrag realistisch?
GeschäftswertUnterstützt die Suchanfrage ein sinnvolles Ziel der Website?

Eine einfache Bewertung von 1 bis 5 je Kriterium macht Entscheidungen vergleichbar. Dabei bedeutet eine hohe Punktzahl stets eine positive Einschätzung. Bei der Machbarkeit erhält also ein realistisch erreichbares Keyword mehr Punkte als ein besonders stark umkämpftes.

Die Gesamtsumme sollte nicht automatisch entscheiden. Ein Keyword mit hoher Nachfrage, aber geringer Relevanz bleibt meist ungeeignet. Ausschlaggebend ist, ob Thema, Suchintention und geplante Seite zusammenpassen.

5. Keywords zu Clustern zusammenfassen

Beim Keyword-Clustering werden Suchanfragen gruppiert, die dasselbe oder ein sehr ähnliches Bedürfnis ausdrücken. Ein Cluster enthält ein Hauptkeyword, passende Varianten, ergänzende Begriffe und relevante Fragen.

„Keyword-Recherche“, „Keywords recherchieren“ und „Keyword-Analyse durchführen“ können beispielsweise zu einem Cluster gehören, wenn für alle Begriffe ähnliche Ergebnisse erscheinen und eine Seite sie ohne thematischen Sprung beantworten kann.

Für die Prüfung helfen zwei Fragen:

  1. Überschneiden sich die rankenden Seiten für die Keywords deutlich?
  2. Kann eine einzige Seite alle Anfragen vollständig und im passenden Format beantworten?

Eine feste Zahl gemeinsamer Suchergebnisse ist nicht für jedes Thema sinnvoll. Entscheidend ist die erkennbare Übereinstimmung des Suchbedürfnisses. Verlangen die Anfragen unterschiedliche Antworten oder Seitentypen, werden getrennte Cluster angelegt.

6. Das Keyword-Mapping erstellen

Beim Keyword-Mapping erhält jedes Cluster eine bestehende oder geplante Zielseite. Dadurch wird aus der Recherche ein konkreter Seitenplan.

FeldInhalt
Hauptkeywordzentraler Begriff des Clusters
NebenkeywordsVarianten, Fragen und Ergänzungen
Suchintentionerwartetes Ziel der Suche
Seitenformatetwa Ratgeber, Kategorie oder Produktseite
Ziel-URLbestehende oder geplante Adresse
Statusvorhanden, überarbeiten oder neu anlegen
Begründungkurze Dokumentation der Auswahl

Grundsätzlich sollte ein Cluster einer eindeutigen URL zugeordnet werden. Bedienen mehrere Seiten dieselbe Intention, können sie miteinander konkurrieren. Soll eine Seite dagegen mehrere unabhängige Intentionen abdecken, verliert sie häufig ihren inhaltlichen Fokus.

Der Auswahlprozess ist das eigentliche Ergebnis

Eine Keyword-Recherche endet nicht mit einer langen Tabelle. Ihr Wert liegt in der dokumentierten Begründung: Warum wurde ein Begriff ausgewählt, wie wurde seine Intention eingeordnet, zu welchem Cluster gehört er und welche Seite soll ihn abdecken?

Die Methode bleibt dabei überschaubar: Seed-Keywords sammeln, Ideen erweitern, die Liste bereinigen, Suchintentionen prüfen, Kandidaten bewerten, Cluster bilden und diese eindeutig den passenden URLs zuordnen.