Informationsarchitektur: welche Seiten ein gastronomischer Betrieb braucht
Gastronomie hat eine eigene Seitenlogik. Sie unterscheidet sich von der eines Handwerksbetriebs oder einer Kanzlei, weil das Angebot nicht erklärungsbedürftig, sondern entscheidungsrelevant ist. Niemand muss verstehen, was ein Mittagstisch ist. Man muss wissen, ob es ihn heute gibt und was er kostet.
Ein tragfähiges Grundgerüst besteht aus wenigen, klar getrennten Seiten:
- Startseite: Status heute, Kurzcharakter des Hauses, direkter Weg zu Karte und Reservierung.
- Speisekarte: als eigene Seite, als Text, nicht als Anhang. Bei Bedarf getrennt nach Abendkarte, Mittagskarte, Getränken, Frühstück.
- Reservierung: eine Seite mit genau einem Ziel.
- Anfahrt und Kontakt: Adresse, Parksituation, nächste Stadtbahnhaltestelle, Barrierefreiheit vor Ort, Telefonnummer als anklickbarer Link.
- Über uns oder Team: kurz, ehrlich, mit echten Bildern. Diese Seite verkauft nicht den ersten Besuch, sondern bestätigt eine bereits gefallene Entscheidung.
- Anlässe und Gruppen: Feiern, Familienfeste, Betriebsessen, Nebenraum. Häufig die Seite mit der höchsten wirtschaftlichen Wirkung pro Aufruf.
- Aktuelles: Ruhetage, Urlaub, Feiertagsöffnung, saisonale Karten, Veranstaltungen.
Was in dieser Struktur bewusst fehlt, ist eine Sammelseite namens Leistungen. Gastronomie hat kein Leistungsportfolio, sie hat einen Betrieb, eine Karte und Öffnungszeiten. Jede Seite, die keine der vier Kernfragen beantwortet oder eine Entscheidung bestätigt, kostet Aufmerksamkeit, ohne etwas zurückzugeben.






