Shopsystem: Shopware 6, WooCommerce oder Shopify
Die Systementscheidung ist eine Entscheidung über Kontrolle, laufenden Aufwand und Grenzen. Wir empfehlen sie anhand Ihres Sortiments und Ihrer Prozesse, nicht anhand einer Hauslösung.
Shopware 6 eignet sich für gewachsene Sortimente, eigene Preis- und Versandlogiken und ERP-Anbindungen. Der Kern der Community Edition steht unter der MIT-Lizenz und ist selbst hostbar, das heißt: Sie behalten Zugriff auf den Serverstack, können Caching, Suche und Datenbank selbst dimensionieren und sind bei Erweiterungen nicht auf eine Freigabe angewiesen. Der Preis dafür ist Betriebsverantwortung.
WooCommerce ist eine GPL-lizenzierte Erweiterung für WordPress und erbt dessen Theme- und Plugin-Ökosystem samt Update-Pflichten. Das ist stark, wenn Content und Shop verzahnt sein sollen, also etwa Ratgeberinhalte, die direkt auf Produkte führen. Es ist schwach, wenn zwanzig Plugins die Kaufstrecke gemeinsam bestimmen und jedes Update ein Risiko darstellt. Wir halten die Zahl der Erweiterungen im Checkout bewusst klein.
Shopify läuft als gehostete SaaS-Plattform ohne Zugriff auf den Serverstack. Betrieb, Skalierung und Sicherheitsupdates sind damit kein Thema mehr, dafür enden Anpassungen dort, wo die Plattform sie enden lässt, insbesondere im Checkout. Für standardisierte Sortimente mit klaren Prozessen ist das ein guter Tausch, für Sonderlogiken eine Sackgasse.
Die ehrliche Fassung: Alle drei Systeme können einen Shop betreiben. Der Unterschied zeigt sich im dritten Jahr, wenn Sortiment, Datenanbindung und Marketinganforderungen gewachsen sind.






