Ranking Value: der monetäre Gegenwert Ihrer organischen Top-10-Rankings

Der Ranking Value, im deutschen Sprachgebrauch meist Rankingvalue geschrieben, ist eine Bewertungs-Kennzahl: Er beziffert, was die bereits bestehenden organischen Top-10-Rankings einer Domain rechnerisch wert sind. Die Frage dahinter lautet nicht "wie sichtbar sind wir", sondern: Welche Summe müsste diese Domain Monat für Monat in Google Ads investieren, um denselben Traffic ausschließlich über bezahlte Anzeigen einzukaufen? Genau diese Simulation beschreibt XOVI in seinem Beitrag vom 29.07.2019, der den Begriff im deutschen SEO-Vokabular etabliert hat.

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Warum

Die Rechenlogik: drei Größen pro Keyword

Das Ergebnis ist ein Schätzwert in Euro pro Monat. Es ist kein Umsatz, kein Gewinn und kein Verkaufspreis, sondern ein Gegenwert: der Preis der Alternative.

Der Ranking Value entsteht nicht auf Domainebene, sondern Keyword für Keyword. Für jedes Keyword, für das die Domain zwischen Position 1 und 10 rankt, werden drei Werte verknüpft:

  1. Suchvolumen: wie oft der Begriff pro Monat gesucht wird.
  2. Positionsabhängige CTR: welcher Anteil dieser Suchen auf der erreichten Position erfahrungsgemäß zu einem Klick führt.
  3. CPC: was ein Klick auf dieselbe Suchanfrage über eine bezahlte Anzeige kosten würde.

Die Grundformel lautet:

Ranking Value je Keyword = Suchvolumen × positionsabhängige CTR × CPC

Der Ranking Value der Domain ist die Summe dieser Einzelwerte. XOVI bezieht die Kennzahl ausdrücklich auf die Top-10-Rankings einer Domain und beschreibt sie als deren messbaren Wert. Die Begrenzung auf die erste Ergebnisseite ist dabei Teil der Definition und keine Vereinfachung: Rankings dahinter erzeugen so wenig Traffic, dass ihr rechnerischer Gegenwert im Rauschen verschwindet.

Frau vor einer Wand mit bunten Haftnotizen, davor sechs Personen mit Laptops an einem Besprechungstisch
Abb. 1 - Frau vor einer Wand mit bunten Haftnotizen, davor sechs Personen mit Laptops an einem Besprechungstisch
Im Detail

Rechenbeispiel

XOVI demonstriert die Berechnung an einem konkreten Beispiel, dem Rankingvalue von blume2000.de. Das Prinzip lässt sich an drei fiktiven Keywords nachvollziehen. Alle Werte in der Tabelle sind Annahmen zur Illustration:

KeywordPositionSuchvolumenCTRKlicksCPCWert
gartenmöbel wetterfest32.00012 %2401,80 €432,00 €
gartenmöbel set kaufen75.0003 %1502,40 €360,00 €
teakholz pflegen180028 %2240,45 €100,80 €

Der Rechenweg pro Zeile ist zweistufig. Zuerst der erwartete organische Traffic:

2.000 × 0,12 = 240 Klicks pro Monat

Dann dessen Bewertung mit dem Klickpreis:

240 × 1,80 Euro = 432 Euro

Summiert ergibt das Beispiel 892,80 Euro pro Monat aus 614 organischen Klicks, also rund 1,45 Euro je Klick.

Die Verteilung ist die eigentliche Information. Das Ranking auf Position 1 bringt die zweitmeisten Klicks und trotzdem den kleinsten Beitrag, weil sein CPC niedrig ist. Das Ranking auf Position 7 liefert weniger Klicks als beide anderen und steht dank Suchvolumen und Klickpreis dennoch fast an der Spitze. Ein Ranking Value ohne Aufschlüsselung nach Keywords ist deshalb nur die halbe Auskunft.

Zwei Männer arbeiten in einem hellen Büro nebeneinander am Laptop, auf dem Bildschirm Programmcode

Was die Kennzahl leistet

Der Ranking Value übersetzt eine unübersichtliche Menge von Positionen in eine Größe, die sich vergleichen und über die Zeit fortschreiben lässt. Sinnvoll beantworten kann er:

  • welche Verzeichnisse oder Themenbereiche den größten Anteil am geschätzten Trafficwert tragen,
  • wie sich der Wert entwickelt, wenn Rankings steigen, fallen oder wegbrechen,
  • ob der Wert auf wenigen teuren Keywords ruht oder breit verteilt ist, also wie robust er gegen einzelne Rankingverluste ist,
  • wie zwei Domains stehen, deren Positionen sich auf den ersten Blick ähneln.

Nicht beantworten kann er, ob dieser Traffic tatsächlich Geld verdient. Ein hoher Ranking Value belegt keinen Umsatz und keinen Gewinn, sondern nur, welche Anzeigenkosten der erwartete organische Traffic unter den verwendeten Annahmen ersetzt. Leads, Warenkörbe, Margen und Kundenwerte kennt die Kennzahl nicht.

Lächelnder Mann mit dem Hörer eines alten Wählscheibentelefons am Ohr

Abgrenzung: Sichtbarkeitsindex und Domainwert

Ein Sichtbarkeitsindex misst die organische Präsenz einer Domain gegen ein festes Keywordset nach einer anbietereigenen Gewichtung. Das Ergebnis ist eine dimensionslose Indexzahl, die nur innerhalb desselben Werkzeugs vergleichbar ist. Der Ranking Value dagegen ist in Euro ausgedrückt und zieht mit dem CPC eine Preisdimension hinzu, die der Sichtbarkeitsindex gar nicht kennt. Zwei Domains mit nahezu identischer Sichtbarkeit können deshalb weit auseinanderliegende Ranking Values haben, wenn die eine im Versicherungs- oder Kreditumfeld rankt und die andere im Hobbybereich.

Ein Domainwert wiederum ist eine Unternehmens- oder Assetbewertung. Dort zählen tatsächliche Umsätze und Kosten, Markenstärke, Direkt- und Wiederkehrerverkehr, Backlinkprofil, technische und rechtliche Risiken sowie der Bestand an Inhalten. XOVI stellt in einem eigenen Abschnitt ausdrücklich klar: Der Rankingvalue ist keine Kennzahl zur Ermittlung des Wertes einer Domain. Wer ihn als Kaufpreisindikation liest, verwendet ihn falsch.

Nahaufnahme einer Laptop-Tastatur, darüber blau eingefärbter HTML-Quelltext

Grenzen des Ranking Values

Der Betrag bleibt eine Modellierung, und jede seiner drei Eingangsgrößen ist unscharf.

Suchvolumen sind gerundete Durchschnittswerte über zwölf Monate. Saisonale Spitzen und regionale Unterschiede verschwinden darin.

CTR-Modelle beschreiben typische Klickwahrscheinlichkeiten, kein konkretes Nutzerverhalten. Sobald Shoppinganzeigen, ein Local Pack, Featured Snippets, KI-Antworten oder eine starke Marke im Spiel sind, weicht die reale Klickrate teils erheblich vom Modell ab. Auch die Suchintention verschiebt sie: Ein informationaler Treffer auf Position 3 verhält sich anders als ein transaktionaler.

CPC-Werte schwanken nach Wettbewerb, Saison, Gerät, Region und Anzeigenqualität. Und selbst wenn alle drei Werte stimmen, gilt: Ein organischer Besuch ist nicht automatisch so viel wert wie ein bezahlter Klick, weder nach oben noch nach unten.

Belastbar wird der Ranking Value daher als Verlaufsgröße. Solange Berechnungsmethode, Datenquelle, Land, Zeitpunkt und Keywordset konstant bleiben, ist die Veränderung aussagekräftig, auch wenn der absolute Betrag eine Schätzung bleibt.

Smartphone auf dunklem Untergrund, auf dem Display eine Google-Trefferliste zur Suche „Online Marketing Experte“

"Rank Value" in anderen Kontexten

Der englische Ausdruck ist mehrdeutig, und die deutsche Suchnachfrage nach dem Begriff ist klein: DataForSEO weist für “ranking value” in Deutschland ein monatliches Suchvolumen von 10 bei einem Wettbewerbswert von 0 aus. Entsprechend häufig landet man bei einer der folgenden Bedeutungen.

Finanzwelt: Im Value Line Ranking System werden Aktien von 1 bis 5 eingestuft; der Value Line Technical Rank ist darauf ausgelegt, Kursbewegungen über einen Zeitraum von drei bis sechs Monaten zu prognostizieren. Der Stockopedia Value Rank ist ein Ranking-System auf Basis einer gleichgewichteten Mischung klassischer Value-Kennzahlen, darunter Kurs-Buchwert-Verhältnis, Kurs-Gewinn-Verhältnis, Kurs-Umsatz-Verhältnis, Kurs-Free-Cashflow-Verhältnis und Earnings Yield.

Tabellen- und BI-Software: Die Excel-Funktion RANK gibt den Rang einer Zahl innerhalb einer Liste von Zahlen zurück. Die Funktion Rank Value in Dundas BI gibt umgekehrt den Wert zurück, der an einer angegebenen Position steht, gezählt vom höchsten oder vom niedrigsten Wert aus.

Gemeinsam ist diesen Verwendungen nur das Wort. Mit dem monetären Gegenwert organischer Google-Rankings haben sie nichts zu tun.

Aufgeklappter Laptop auf dunklem Untergrund, auf dem Bildschirm eine Google-Trefferliste zur Suche „Online Marketing Experte“

Ranking Value der eigenen Domain ermitteln

Für eine belastbare Zahl werden vier Datensätze zusammengeführt: der aktuelle Top-10-Rankingbestand Ihrer Domain, die zugehörigen Suchvolumina für den relevanten Markt, ein dokumentiertes CTR-Modell je Position und aktuelle CPC-Daten.

Sie erhalten daraus den Gesamtwert und, wichtiger, die Aufschlüsselung dahinter: welches Keyword welchen Anteil trägt, wie stark der Wert auf einzelnen Rankings konzentriert ist und welche Annahmen in die Rechnung eingegangen sind. Lassen Sie den Ranking Value Ihrer Domain ermitteln.

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Nächster Schritt

Sichtbarkeit besprechen,
bevor die nächste Maßnahme startet.

Ein Erstgespräch klärt Ausgangslage, realistische Ziele und welcher Hebel für Ihre Website zuerst zählt.

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