Advertisement Banners: Formate, Pixelmaße und technische Spezifikationen
Die Referenz für IAB- und OVK-Bannergrößen auf Desktop und Mobile sowie Vorgaben zu Dateigröße, HTML5, clickTag und Retina-Assets.

Bannersets scheitern selten an der Kreatividee. Sie scheitern an der Spezifikation: Das Motiv steht, doch der Vermarkter weist das Werbemittel zurück, weil das Paket 40 KB zu schwer ist, der clickTag falsch geschrieben wurde oder genau das eine Format fehlt, das auf der Zielseite den meisten Traffic liefert. Dieser Ratgeber sammelt die konkreten Bannergrößen in Pixeln, die technischen Auslieferungsanforderungen und die Auswahllogik, die vor Produktionsstart festgelegt werden müssen.
Die Standardformate und ihre Pixelmaße
Die Maße digitaler Werbemittel folgen keiner Gestaltungslaune, sondern Katalogen. International legt das Interactive Advertising Bureau (IAB) mit seinem Standard Ad Unit Portfolio die Referenz fest. In Deutschland veröffentlicht der Online-Vermarkterkreis (OVK) im BVDW die marktüblichen Werbeformen und Formatspezifikationen, darunter etwa das Billboard Ad.
Drei Formate bilden den Kern fast jedes Desktop-Sets:
| Format | Maße in Pixeln | Typische Platzierung |
|---|---|---|
| Medium Rectangle | 300 x 250 | im oder neben dem Textfluss |
| Leaderboard | 728 x 90 | oberhalb des Inhalts |
| Wide Skyscraper | 160 x 600 | seitliche Spalte |
Das Medium Rectangle misst 300 x 250 Pixel und gehört zu den meistgebuchten Standardformaten des IAB-Portfolios. Der Grund ist praktisch: Es funktioniert in der Sidebar ebenso wie mitten im Artikel, und auf schmalen Viewports bricht es weniger ungünstig als ein breites Querformat. Wenn ein Budget nur ein einziges Format hergibt, ist es meist dieses.
Daneben führen die Kataloge weitere gängige Größen: hochformatige Half-Page-Platzierungen, breite Billboard-Flächen über dem Seitenkopf, kleinere Rechtecke für Inhaltsmodule. Wichtiger als die vollständige Liste ist das Vorgehen bei ihrer Nutzung. Die Portfolios werden regelmäßig überarbeitet, Formate kommen hinzu und fallen weg. Verbindlich ist daher immer das aktuelle Spec-Sheet des Vermarkters oder der Plattform, auf der ausgeliefert wird, nicht eine Formatliste aus einem früheren Projekt.
Mobile Formate sind kein verkleinerter Desktop
Ein teurer Fehler in der Produktion: Das Desktop-Set wird gebaut, Mobile wird anschließend durch Skalierung erledigt. Das scheitert, weil mobile Platzierungen eigene Maße haben. Das IAB definiert in seinen Mobile Phone Creative Guidelines unter anderem das Mobile Leaderboard mit 320 x 50 Pixeln, ein flaches Querformat am oberen oder unteren Rand des Viewports.
Der Unterschied ist nicht kosmetischer Natur. Auf 50 Pixeln Höhe finden weder ein mehrzeiliger Claim noch ein großes Produktfoto noch ein animierter Aufbau in mehreren Szenen Platz. Ein mobiles Banner braucht eine eigene Bildsprache: ein Element, eine Aussage, ein klarer Klickbereich. Wer das Motiv zuerst für 728 x 90 entwirft und danach herunterrechnet, liefert am Ende ein Werbemittel, dessen Text auf dem Gerät schlicht unlesbar ist.
Konsequenz für die Planung: Mobile Formate gehören von Beginn an in das Gestaltungsbriefing, nicht in eine nachträgliche Korrekturschleife.
Technische Auslieferungsanforderungen
Die Pixelmaße sind nur die eine Hälfte der Spezifikation. Die andere Hälfte entscheidet darüber, ob das fertige Werbemittel von der Qualitätsprüfung überhaupt angenommen wird.
Dateigröße
Google Ads akzeptiert Bild- und HTML5-Anzeigen bis zu einer Dateigröße von 150 KB. Diese Grenze gilt für das komplette Paket, bei HTML5 also inklusive Bildern, Schriften, Skripten und Markup. Bei animierten Werbemitteln ist das Budget die eigentliche Produktionsrestriktion, nicht die Auflösung.
In der Praxis bewähren sich drei Hebel: Fotos konsequent komprimieren und in modernen Bildformaten ausspielen, Schriftschnitte nur einbinden, wenn sie wirklich verwendet werden, und Animationen per CSS umsetzen statt als Bildsequenz. Andere Vermarkter setzen eigene Grenzen, teils großzügiger, teils enger, und unterscheiden häufig zwischen dem initialen Ladevolumen und nachgeladenen Inhalten. Die Zahl aus dem jeweiligen Spec-Sheet schlägt jede Faustregel.
HTML5 statt Flash
Diese Grundsatzfrage ist seit Jahren entschieden. Google Ads hat die Annahme neuer Flash-Anzeigen zum 30. Juni 2016 eingestellt und die Auslieferung bestehender Flash-Anzeigen zum 2. Januar 2017 beendet. Adobe hat den Support für den Flash Player zum 31. Dezember 2020 eingestellt. Seither ist HTML5 das Produktionsformat für animierte Banner.
Wenn in einem Angebot, einem Altbestand oder einem Agenturarchiv noch SWF-Dateien auftauchen, handelt es sich nicht mehr um auslieferungsfähige Werbemittel, sondern um Vorlagen für eine Neuproduktion.
clickTag
Der häufigste Grund für die Zurückweisung von HTML5-Auslieferungen. HTML5-Werbemittel benötigen eine clickTag-Variable, damit der Ad Server die Klick-URL zur Laufzeit einsetzen und Klicks zählen kann.
Die Logik dahinter: Die Zieladresse steht nicht fest im Werbemittel, sondern wird bei der Auslieferung eingesetzt. Nur so lassen sich Landingpages austauschen, Tracking-Parameter ergänzen und Klicks verlässlich messen. Ein Banner mit fest verdrahtetem Link im Markup funktioniert im Browser zwar, liefert aber keine verwertbaren Klickzahlen und fällt durch die Prüfung.
Zwei Details sorgen regelmäßig für Probleme: Die Schreibweise der Variable muss exakt zur Vorgabe des Ad Servers passen, und der klickbare Bereich muss die gesamte Werbefläche abdecken, nicht nur einen Button.
Retina-Assets
Displays mit hoher Pixeldichte rendern ein Bild der Größe 300 x 250 auf einer Fläche von 300 x 250 CSS-Pixeln, nutzen dafür aber deutlich mehr physische Bildpunkte. Ein Bitmap in exakt 300 x 250 Pixeln wirkt dort weich, besonders bei Text und Logos.
Der übliche Weg: Bitmap-Assets in doppelter Auflösung anlegen und im Werbemittel auf die Zielgröße herunterrechnen. Das kollidiert direkt mit dem Dateigrößenbudget. In der Produktion haben sich deshalb zwei Regeln etabliert. Erstens werden Text und Logos als Vektorgrafik oder als echtes HTML-Element umgesetzt, damit sie unabhängig von der Pixeldichte scharf bleiben. Zweitens werden nur Fotos als hochauflösendes Bitmap eingebettet, weil dort der Schärfegewinn am sichtbarsten ist.
Qualitätsregeln jenseits der reinen Technik
Neben Maß und Dateigröße bewerten Plattformen inzwischen auch das Verhalten des Werbemittels im Seitenkontext.
Die LEAN-Prinzipien des IAB stehen für Light, Encrypted, AdChoices supported und Non-invasive. Light meint eine schlanke Auslieferung, Encrypted die Bereitstellung aller Assets über HTTPS, AdChoices supported die Kennzeichnung interessenbasierter Werbung, Non-invasive den Verzicht auf Formate, welche die Nutzung der Seite behindern.
Die Better Ads Standards der Coalition for Better Ads werden konkreter und benennen Formate, die als besonders störend gelten. Dazu zählen unter anderem Prestitial-Anzeigen mit Countdown, welche den Inhalt vor dem Zugriff blockieren, sowie große Sticky-Anzeigen, die beim Scrollen dauerhaft einen erheblichen Teil des Bildschirms belegen. Wer solche Platzierungen einplant, riskiert nicht nur die Ablehnung durch den Vermarkter, sondern auch die Blockierung auf Browserebene.
Für die Produktion folgt daraus: Autoplay mit Ton, überlagernde Ebenen außerhalb der Werbefläche und erzwungene Wartezeiten gehören nicht in ein Standardbannerset.
Feste Pixelformate oder Responsive Display
Nicht jede Auslieferung erfordert überhaupt ein festes Raster. Responsive Display-Anzeigen in Google Ads werden aus Assets wie Bildern, Logos und Titeln automatisch an die verfügbare Anzeigenfläche angepasst, statt als festes Pixelformat ausgeliefert zu werden.
Das verlagert die Produktionsarbeit: Statt fünfzehn Einzelmotive in festen Maßen werden Assets in verschiedenen Seitenverhältnissen plus Textbausteine geliefert. Der Vorteil liegt in der Abdeckung vieler Platzierungen bei geringem Aufwand. Der Preis ist Kontrollverlust über die exakte Komposition, weil das System zuschneidet und kombiniert. Für Kampagnen mit strikten Vorgaben zu Bildaufbau, Logoposition oder Schutzzonen bleiben feste Formate die verlässlichere Wahl.
Beide Ansätze schließen sich nicht aus. Responsive Assets decken die Breite ab, ein kleines Set fester Formate sichert die wichtigen Premium-Platzierungen.
Welches Bannerset eine Kampagne wirklich braucht
Die häufigste Fehlentscheidung ist Vollständigkeit als Selbstzweck. Ein Set aus zwanzig Formaten, gebaut ohne Blick auf die tatsächlich gebuchten Platzierungen, bindet Produktionsbudget, das im Media-Einsatz fehlt.
Eine belastbare Reihenfolge für die Formatwahl:
- Erst die Platzierung, dann das Format. Beim Vermarkter oder in der Plattform abfragen, welche Formate tatsächlich verfügbar und nachgefragt sind, inklusive ihres Anteils am Inventar.
- Kernset definieren. In der Regel das Medium Rectangle mit 300 x 250 Pixeln, ein Querformat wie das Leaderboard mit 728 x 90 Pixeln, ein Hochformat wie der Wide Skyscraper mit 160 x 600 Pixeln sowie mindestens ein mobiles Format wie das Mobile Leaderboard mit 320 x 50 Pixeln.
- Mobile separat gestalten, nicht aus Desktop-Motiven skalieren.
- Nach Datenlage erweitern. Zusätzliche Formate werden erst produziert, wenn eine konkrete Platzierung sie verlangt oder die Auslieferung zeigt, dass Inventar ungenutzt bleibt.
- Varianten mitkalkulieren. Vier Formate mal drei Motive mal zwei Sprachen ergeben vierundzwanzig Werbemittel, die einzeln gebaut und geprüft werden müssen.
Checkliste vor der Abgabe
- Die Maße entsprechen exakt dem aktuellen Spec-Sheet des Vermarkters, nicht einer Formatliste aus einem früheren Projekt.
- Das Gesamtpaket bleibt unter der zulässigen Dateigröße, bei Google Ads 150 KB.
- Das Werbemittel ist HTML5, kein Flash-Altbestand.
- Der clickTag ist korrekt implementiert, und der Klickbereich deckt die gesamte Fläche ab.
- Text und Logos sind auf Displays mit hoher Pixeldichte scharf.
- Alle Assets werden über HTTPS geladen.
- Kein Autoplay mit Ton, keine erzwungenen Wartezeiten, keine Überlagerung außerhalb der Werbefläche.
- Das Set enthält mindestens ein eigenständig gestaltetes mobiles Format.
Wer diese Punkte vor der Produktion klärt statt nach der ersten Ablehnung, spart in der Regel eine komplette Korrekturschleife pro Kampagne.
