ONMA Ratgeber

Adwords Agenturen: Markttypologie, Betreuungsmodelle und operative Hoheit

Der Ratgeber erklärt Typen und Abrechnungsmodelle von Adwords Agenturen sowie Kontoinhaberschaft, Zugriffsrechte und die Übergabe beim Wechsel.

Aufgeklappter Laptop auf dunklem Untergrund, auf dem Bildschirm eine Google-Trefferliste zur Suche „Online Marketing Experte“

Wer den Suchbegriff adwords agenturen im Plural eingibt, sucht in der Regel nicht nach einer einzelnen Firma, die man heute beauftragen und morgen im Portfolio haben möchte. Der Plural beschreibt vielmehr einen Markt. Er steht für eine Landschaft von Dienstleistern, die alle dieselbe Werbeplattform bespielen, sich aber in ihrem Aufbau, ihrer Abrechnungslogik und der Art und Weise, wie sie die operative Kontrolle über das Werbekonto regeln, massiv unterscheiden. Genau diese Betriebsmechanik entscheidet darüber, wie eine Zusammenarbeit funktioniert und wie schwer oder leicht sie sich später wieder auflösen lässt.

Diese Seite erklärt die Mechanik dieses Marktes in drei Dimensionen. Zunächst beleuchtet sie, welche grundlegenden Typen von Adwords Agenturen es gibt. Darauf aufbauend analysiert sie, nach welchen Modellen diese Dienstleister ihre Arbeit abrechnen und welche Anreize dadurch entstehen. Schließlich klärt sie die Frage der operativen Hoheit: Wie sind Kontoinhaberschaft, Zugriffsrechte und Datenhistorie technisch geregelt? Es handelt sich bewusst um keine Bestenliste, keinen Preisvergleich und keine Auswahlanleitung. Die Seite beschreibt die Vertrags- und Betriebsmechanik, die in den Selbstdarstellungen der Branche meist untergeht, weil Onboarding ausführlich beschrieben wird, Offboarding jedoch fast nirgends vorkommt.

Eine Vorbemerkung zum Namen ist nötig: Google hat AdWords am 24. Juli 2018 in Google Ads umbenannt. Der alte Produktname hält sich im Agentur- und Suchsprachgebrauch bis heute. Dieselben Dienstleister nennen sich daher abwechselnd Adwords Agentur, Google Ads Agentur oder SEA-Agentur. Das ist eine rein sprachliche und keine sachliche Unterscheidung. Alle technischen und vertraglichen Mechanismen, die hier beschrieben werden, gelten für das Produkt unter seinem heutigen Namen.

Sechs Typen von Adwords Agenturen

Der Markt für Suchmaschinenwerbung ist nicht primär in Größenklassen sortiert, sondern in Betriebsmodelle. Sechs Grundformen lassen sich sauber voneinander abgrenzen. Die meisten realen Dienstleister entsprechen einer dieser Formen oder sind eine erkennbare Mischung aus zweien.

Die Spezialagentur

Die Spezialagentur macht Suchmaschinenwerbung und sonst wenig. Ihr Personal, ihre Prozesse und ihr Reporting sind vollkommen auf diesen einen Kanal zugeschnitten. Die zentrale Steuerungsgröße ist meist die Kontenzahl pro Betreuer, was zu einer hohen Taktfrequenz im Tagesgeschäft führt. Operativ bedeutet das eine tiefe Kanalkenntnis und eine hohe Geschwindigkeit bei der Kampagnenoptimierung. Diese Spezialisierung hat jedoch eine harte Grenze am Kanalrand. Landingpages, Shopdaten, die CRM-Anbindung und die Tracking-Infrastruktur liegen oft außerhalb des Zugriffs- und Verantwortungsbereichs der Spezialagentur. Wenn in diesen Bereichen etwas klemmt, wird daraus ein Ticket beim Kunden statt einer internen Aufgabe der Agentur. In der Regel arbeitet die Spezialagentur direkt im Kundenkonto über ein eigenes Verwaltungskonto und legt Änderungen transparent ab.

Die breit aufgestellte Agentur

Hier ist Suchmaschinenwerbung eine Disziplin unter mehreren, oft platziert neben SEO, Social Ads, Content Marketing oder Kreation. Der große Vorteil ist die Nachbarschaft der Disziplinen im selben Haus. Wenn Anzeigentexte, Zielseite und Tracking-Setup aus einer Hand kommen, entfällt die Abstimmung über Unternehmensgrenzen hinweg. Der strukturelle Preis für diese Breite ist die interne Konkurrenz um Kapazität. Suchmaschinenwerbung ist in solchen Häusern häufig ein relativ kleines Team, das gegen größere Etats im Haus um Zeit und Aufmerksamkeit konkurriert. Für die Betriebsmechanik heißt das: Die vertraglich zugesagte Betreuungszeit ist hier wichtiger als bei der Spezialagentur, weil sie die einzige harte Zusage gegen interne Priorisierung darstellt.

Das Netzwerk

Netzwerke sind Verbünde mehrerer rechtlich eigenständiger Einheiten unter einer gemeinsamen Marke oder einer Holding, oft mit Standorten in mehreren Städten oder Ländern. Die Kundenbeziehung liegt bei einer Einheit, die operative Ausführung kann jedoch bei einer völlig anderen liegen. Für den Werbetreibenden ist die entscheidende Frage, welche juristische Person Vertragspartner ist und welche Einheit das Verwaltungskonto führt, in das sein Werbekonto eingehängt wird. Beides fällt im Netzwerk regelmäßig auseinander. Das ist beim Wechsel innerhalb des Netzwerks ein Vorteil, weil das Konto technisch umgehängt werden kann. Beim Wechsel aus dem Netzwerk heraus ist es jedoch ein zusätzlicher Schritt, der vertraglich vorbereitet sein will.

Der Freelancer-Verbund

Mehrere Selbstständige treten gemeinsam am Markt auf, teilen sich Akquise, Tools und manchmal ein gemeinsames Verwaltungskonto, arbeiten aber jeweils auf eigene Rechnung. Das Modell ist schlank und extrem personengebunden. Die Person, die das Konto aufgesetzt hat, ist meist auch die Person, die es täglich bearbeitet. Der Verbund kann Urlaub und Krankheit abfedern, aber nicht den generellen Ausstieg eines Mitglieds. Die operative Frage ist hier nicht die Vertretung im Tagesgeschäft, sondern ob das Konto so dokumentiert und zugänglich ist, dass eine zweite Person es ohne umfassenden Wissenstransfer übernehmen könnte.

Der White-Label- oder Reseller-Dienstleister

In diesem Modell ist der Werbetreibende nicht der direkte Kunde der ausführenden Agentur. Eine Webagentur, ein IT-Dienstleister oder ein Branchenportal verkauft Suchmaschinenwerbung unter eigenem Namen und lässt sie von einem spezialisierten Dienstleister im Hintergrund ausführen. Der Werbetreibende sieht eine Rechnung und ein Reporting, die eigentliche operative Arbeit findet eine Ebene tiefer statt. Betriebsmechanisch ist dies der Typ mit dem größten Abstand zwischen Zahler und Ausführendem. Rückfragen laufen über eine Zwischenstation, und die entscheidende Frage lautet: Läuft das Werbekonto überhaupt auf den Werbetreibenden, oder existiert es nur als Unterkonto beim Reseller? Diese Frage sollte vor Vertragsschluss gestellt und schriftlich beantwortet werden, nicht erst beim Wechsel.

Die Inhouse-Alternative

Kein Agenturtyp im engeren Sinn, aber der ständige Referenzpunkt des Marktes: eigene Mitarbeitende, die das Konto selbst führen, gegebenenfalls mit externer Beratung im Rücken. Inhouse verlagert die Kosten von der Agenturrechnung in die Personalkosten und macht die Datenhistorie zum Selbstläufer, weil das Konto ohnehin im Haus verbleibt. Der Aufwand verschiebt sich in Weiterbildung, Tool-Lizenzen und Vertretungsregelungen. Gemischte Formen sind sehr verbreitet, etwa Strategie und Kontostruktur extern, Tagesbetrieb intern, oder umgekehrt.

Marktseitig sind diese Typen nicht getrennt erfasst. Verzeichnisse und Scoring-Plattformen listen sie gemeinsam. So führt werbeagentur.de beispielsweise 354 Agenturen im Scoring für Google Ads. Ein Eintrag dort sagt nichts über den konkreten Betriebstyp aus, und genau deshalb ist es entscheidend, den Typ im Erstkontakt aktiv zu klären.

Betreuungsmodelle: Wonach abgerechnet wird

Quer zu den Agenturtypen liegen die Abrechnungsmodelle. Jedes Modell erzeugt eine eigene Anreizlage, und diese Anreizlage ist vorhersagbar. Vier Modelle sind im deutschen Markt üblich, sie werden häufig auch kombiniert.

ModellBemessungsgrundlageWas es strukturell begünstigtWo es reibt
Stundenkontingentvereinbarte Stunden pro MonatTransparenz über den tatsächlichen AufwandKontingent ist gedeckelt, unruhige Monate sprengen es
Retainerfester Monatsbetrag für einen definierten LeistungsumfangPlanbarkeit auf beiden SeitenLeistungsumfang muss präzise beschrieben sein, sonst driftet er
Mediabudget-AnteilProzentsatz des ausgegebenen Werbebudgetseinfache Skalierung mit dem KontoHonorar steigt mit dem Budget, nicht mit der Effizienz
PerformanceabhängigAnteil an Umsatz, Leads oder erreichten ZielwertenAusrichtung auf ein gemeinsames Ergebnissetzt sauberes, unstrittiges Tracking voraus

Das Stundenkontingent ist das direkteste Modell. Öffentlich ausgewiesene Betreuungspreise beginnen im Markt bei rund 520 Euro netto pro Monat für ein Kontingent von vier Stunden bei lokalen Unternehmen. Diese Zahl ist hier nicht als Preisorientierung interessant, sondern als Mechanik. Wer nach Stunden abrechnet, verkauft Kapazität und nicht das Ergebnis. Entscheidend ist deshalb, was mit nicht verbrauchten Stunden geschieht und wer über den Einsatz der verbrauchten Stunden entscheidet.

Der Retainer ist wirtschaftlich dem Stundenkontingent ähnlich, verlagert das Auslastungsrisiko aber auf die Agentur. Er funktioniert nur, solange der Leistungsumfang benannt ist. Dazu gehören Fragen wie: Welche Kampagnentypen werden betreut? Wie hoch ist die Reportingfrequenz? Wie viele Anzeigentexte sind enthalten? Welche Reaktionszeiten gelten? Fehlt diese Beschreibung, wird der Retainer im ersten Jahr zum Vollservice und im zweiten Jahr zur reinen Konto-Wartung, ohne dass sich der monatliche Betrag ändert.

Der Mediabudget-Anteil ist historisch aus der klassischen Mediaprovision gewachsen. Er ist einfach zu rechnen und skaliert automatisch mit, was Agenturen mit vielen kleinen Konten entlastet. Der eingebaute Zielkonflikt ist offensichtlich und trotzdem oft unausgesprochen: Eine Budgetsenkung, die betriebswirtschaftlich richtig wäre, senkt gleichzeitig das Honorar der Agentur. Wer dieses Modell wählt, sollte Budgetentscheidungen ausdrücklich beim Werbetreibenden verankern und nicht der Agentur überlassen.

Das performanceabhängige Modell klingt nach der saubersten Lösung, ist in der Praxis aber das anspruchsvollste, weil es das Tracking zur Vertragsgrundlage macht. Sobald das Honorar an Conversions hängt, ist jede Änderung an Conversion-Definitionen, Attributionsfenstern oder Consent-Einstellungen automatisch eine Honorarfrage. Das lässt sich regeln, aber nur, wenn Messgrundlage und Änderungsverfahren im Vertrag stehen. Zudem verschiebt sich der Streitpunkt vom Ergebnis auf die Zurechnung: Welcher Anteil eines Umsatzes gehört der bezahlten Suche und welcher der Marke, ist eine Modellfrage und keine reine Messfrage.

Ein Hinweis zur Einordnung von Preisangaben im Markt: Die Nachfrage nach dem Plural adwords agenturen liegt bei rund 90 Suchanfragen pro Monat in Deutschland. Der Begriff google ads agentur preise kommt hingegen auf 110 Suchanfragen und einem Klickpreis von 32,90 Euro. Der Preis der Preisfrage zeigt, wo der Wettbewerb der Anbieter in den Suchergebnissen stattfindet. Die Modellfrage, also wonach überhaupt abgerechnet wird, ist der Preisfrage jedoch logisch vorgelagert.

Operative Hoheit: Verwaltungskonto, Zugriffsebenen, Inhaberschaft

Der technisch wichtigste Teil der Zusammenarbeit ist auch der am seltensten beschriebene. Google Ads trennt sauber zwischen dem Werbekonto und den Personen, die darin arbeiten dürfen. Diese Trennung ist der Hebel für alles Weitere.

Das Verwaltungskonto. Agenturen binden Kundenkonten über ein Verwaltungskonto an, das früher My Client Center oder MCC hieß. Technisch geschieht das über eine Verknüpfungsanfrage, die der Kunde bestätigen muss. Die Verknüpfung lässt sich von beiden Seiten wieder aufheben, und die Kampagnen- und Verlaufsdaten verbleiben dabei vollständig im Kundenkonto. Das ist der zentrale Punkt: Ein korrekt verknüpftes Konto ist kein Konto, das der Agentur gehört. Es ist ein eigenständiges Konto, für das die Agentur lediglich eine Berechtigung erhalten hat.

Aus derselben Struktur folgt eine Marktmechanik, die häufig missverstanden wird. Der Google Partner Status ist an drei Anforderungen gebunden: Zertifizierungen für mindestens 50 Prozent der berechtigten Nutzer im Verwaltungskonto, ein Werbeumsatz von mindestens 10.000 USD über 90 Tage und ein Optimierungsfaktor von mindestens 70 Prozent. Alle drei Größen werden am Verwaltungskonto gemessen, nicht an einzelnen Personen und nicht an einzelnen Kundenkonten. Der Status beschreibt also die Verwaltungseinheit, in die das eigene Konto eingehängt wird. Der darüberliegende Premier-Partner-Status wird jährlich an die obersten 3 Prozent der teilnehmenden Google Partner je Land vergeben. Die zugrundeliegenden Zertifizierungen werden über Google Skillshop abgelegt und sind jeweils 12 Monate gültig. Für die Betriebsmechanik ist hier relevant: Wechselt die Agentur das Verwaltungskonto oder wird ein Konto in ein anderes Netzwerkmitglied umgehängt, wechselt auch der Bezugsrahmen dieser Kennzahlen.

Die Zugriffsebenen. Google Ads unterscheidet abgestufte Zugriffsebenen für Nutzer eines Kontos, darunter E-Mail-Zugriff, Nur-Lese-Zugriff, Standardzugriff und Administratorzugriff. Eine Agentur kann damit vollständig operativ arbeiten, ohne Kontoinhaber zu sein. Die praktikable Aufteilung sieht so aus: Der Werbetreibende hält den Administratorzugriff. Er kann damit Nutzer hinzufügen und entfernen, also auch die Agentur. Die Agentur arbeitet mit Standardzugriff. Kampagnen, Anzeigen, Gebote und Budgets sind damit vollständig bearbeitbar. Controlling, Geschäftsführung oder externe Berater bekommen Nur-Lese-Zugriff. Die häufigste Fehlkonstruktion ist nicht Böswilligkeit, sondern Bequemlichkeit: Die Agentur legt beim Start ein neues Konto an, ist dort alleiniger Administrator und der Werbetreibende hat gar keinen eigenen Zugang. Das funktioniert reibungslos, bis es irgendwann aufhört zu funktionieren.

Die Kontoinhaberschaft. Wer das Konto angelegt hat und auf wen die Zahlungsdaten laufen, entscheidet faktisch über die Verfügungsgewalt. Drei Konstellationen kommen vor. Erstens: Das Konto gehört dem Werbetreibenden und die Agentur ist Nutzer. Das ist der Normalfall und der empfohlene Zustand. Zweitens: Das Konto gehört der Agentur und wird als Unterkonto ihres Verwaltungskontos geführt. Das ist bei Reseller-Modellen verbreitet. Drittens: Es gibt zwei Konten, ein historisches und ein von der Agentur neu angelegtes. Letzteres zerschneidet die Datenhistorie und wirkt im Reporting jahrelang nach.

Die Datenhistorie. Sie ist der stille Wert im Konto. Klick-, Kosten- und Conversion-Verläufe, gelernte Gebotsstrategien, ausgeschlossene Suchbegriffe, Zielgruppenlisten und die Erfahrung aus abgeschalteten Kampagnen stecken im Konto und nicht im Reporting-PDF der Agentur. Ein neu angelegtes Konto startet ohne diese Historie, auch wenn dieselbe Person es betreut. Deshalb ist die Frage, ob eine Agentur im bestehenden Konto arbeitet oder ein neues anlegt, keine Formalie, sondern eine Entscheidung über den Wert, der beim nächsten Wechsel übrig bleibt.

Kontoübergabe: Der Teil, den kaum jemand beschreibt

Onboarding ist in diesem Markt ausführlich dokumentiert. Offboarding kommt in den Selbstdarstellungen der Anbieter praktisch nicht vor, obwohl es der Moment ist, in dem sich die vorher getroffenen Strukturentscheidungen auszahlen oder rächen. Eine geordnete Übergabe besteht aus klar benennbaren Schritten.

  1. Verknüpfung aufheben. Die Verbindung zwischen Verwaltungskonto der Agentur und Kundenkonto wird gelöst. Das ist von beiden Seiten möglich, und die Daten bleiben im Kundenkonto. Dieser Schritt sollte jedoch erst gehen, wenn die nachfolgenden Punkte geklärt sind.
  2. Administratorzugriff sicherstellen. Vor dem Trennen muss mindestens ein Administrator auf Kundenseite existieren, sonst entsteht ein Konto ohne handlungsfähigen Inhaber, das im schlimmsten Fall nicht mehr gerettet werden kann.
  3. Zahlungsdaten prüfen. Läuft die Abrechnung über die Agentur, muss auf eine eigene Zahlungsmethode umgestellt werden, bevor die Verknüpfung fällt. Sonst pausieren die Kampagnen automatisch, sobald die Agenturrechnung nicht mehr greift.
  4. Angrenzende Systeme mitnehmen. Google Analytics, Google Tag Manager, Merchant Center, Search Console und Conversion-Tracking hängen an eigenen Berechtigungen. Ein sauber übergebenes Werbekonto neben einem Tag Manager, auf den niemand mehr Zugriff hat, ist nur eine halbe Übergabe.
  5. Assets und Verantwortungen klären. Anzeigentexte, Bildmaterial, Feeds, Skripte und automatisierte Regeln liegen teils im Konto, teils in Agentursystemen. Was im Konto liegt, wandert mit. Was außerhalb liegt, wandert nur, wenn es vertraglich vereinbart wurde.
  6. Übergabestand festhalten. Ein Kontostand zum Stichtag, also Struktur, laufende Kampagnen, aktive Gebotsstrategien und offene Baustellen, macht die Arbeit der Nachfolge bewertbar und schützt beide Seiten vor Zuschreibungsstreit.

Diese Schritte gehören in den Vertrag und nicht in die letzte Woche der Zusammenarbeit. Ein Anbieter, der sie von sich aus beschreibt, hat den Fall bereits durchdacht.

Wie Typ, Modell und Hoheit zusammenhängen

Die drei Ebenen sind nicht unabhängig voneinander. Der Betriebstyp legt nahe, welches Abrechnungsmodell angeboten wird, und beide zusammen bestimmen, wie wahrscheinlich eine saubere Kontostruktur ist. Ein Freelancer-Verbund rechnet typischerweise nach Stunden ab und arbeitet im Kundenkonto, weil er keine Infrastruktur hat, in der er es sonst führen könnte. Eine Spezialagentur arbeitet meist mit Retainer und eigenem Verwaltungskonto und hat die Trennung von Inhaberschaft und Zugriff prozessual gelöst, weil sie sie hundertfach durchläuft. Ein Reseller neigt zum Unterkonto und zum pauschalen Paketpreis, weil sein Geschäftsmodell auf Standardisierung beruht. Ein Netzwerk kann alles anbieten, hat dafür aber die Besonderheit, dass Vertragspartner und ausführende Einheit auseinanderfallen können.

Daraus folgt die einzige Prüfung, die vor jedem Anbietervergleich steht und unabhängig von Preis und Referenzen funktioniert: Welcher Typ ist dieser Dienstleister, nach welchem Modell rechnet er ab, wem gehört das Konto während der Zusammenarbeit, und welche Schritte laufen ab, wenn sie endet. Wer diese Fragen beantwortet bekommt, kennt die Betriebsmechanik der Zusammenarbeit. Alles Weitere, also Leistungsumfang, Qualitätsmerkmale und Honorarhöhe, setzt auf diesen Antworten auf.