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AdWords Spezialist: Was der Begriff heute aussagt und wie Sie die Qualifikation prüfen

Was die Umbenennung 2018 änderte, welche AdWords-Fähigkeiten heute wertlos sind und wie Sie Zertifikat, Kontozugriff und Suchbegriffsbericht prüfen.

Zwei Männer arbeiten in einem hellen Büro nebeneinander am Laptop, auf dem Bildschirm Programmcode

Wer heute nach einem “AdWords Spezialisten” sucht, verwendet einen Begriff für ein Produkt, das es in dieser Form nicht mehr gibt. Google hat die Marke AdWords am 24. Juli 2018 in Google Ads umbenannt, nachdem dies bereits am 27. Juni 2018 angekündigt worden war. Dennoch überlebt die Bezeichnung: Monatlich suchen in Deutschland rund 70 Personen gezielt nach diesem Altbegriff.

Diese Seite betrachtet die Bezeichnung daher nicht als Kriterium für die Auswahl eines Dienstleisters, sondern als eine Frage der Terminologie und der fachlichen Aktualität. Es geht darum, was die Umbenennung faktisch verändert hat, welche Kompetenzen aus der AdWords-Ära heute wertlos sind und wie Sie die aktuelle Qualifikation einer Person anhand von belegbaren Daten verifizieren können.

Was die Umbenennung 2018 wirklich verändert hat

Rein formal war die Umbenennung ein Markenvorgang. Die Kontostruktur, die Gebotsmechanik und die grundlegende Logik der Kampagnen blieben am Tag nach der Umstellung identisch. Wer den Wechsel von AdWords zu Ads als technischen Bruch beschreibt, liegt falsch.

In der Sache jedoch markierte das Jahr 2018 den Beginn einer Phase, in der Google die manuellen Stellschrauben systematisch entfernt hat. Genau diese Stellschrauben bildeten früher das “Handwerk” eines Spezialisten. Der Begriff “AdWords” fungiert daher heute oft als Datumsstempel. Er ist kein direktes Urteil über die Kompetenz, aber er gibt einen Hinweis darauf, wann jemand seine Sprache und sein Wissen zuletzt aktualisiert hat. Ob die Person mit der Entwicklung Schritt gehalten hat, lässt sich nur über die konkrete Prüfung der Fähigkeiten feststellen.

Drei Fähigkeiten aus der AdWords-Ära, die heute wertlos sind

Es gibt bestimmte technische Ansätze, die früher als Expertenwissen galten, heute aber schlicht nicht mehr funktionieren. Diese Punkte eignen sich ideal, um die Aktualität einer Qualifikation zu prüfen:

1. Der Modifizierer für weitgehend passende Keywords (BMM) Die Nutzung der Pluszeichen-Syntax (Broad Match Modifier) war jahrelang ein Kernbestandteil der Kontosteuerung. Google hat diesen Modifizierer ab Februar 2021 auslaufend gestellt. Seit Juli 2021 liefert er keine Impressionen mehr aus. Wer heute noch die BMM-Logik als primäre Strategie zur Steuerung von Suchvolumen und Qualität verkauft, arbeitet mit einem abgeschalteten Werkzeug.

2. Erweiterte Textanzeigen (ETA) Bis vor kurzem waren ETAs der Standard. Seit dem 30. Juni 2022 können diese Anzeigen jedoch weder neu erstellt noch bearbeitet werden. An ihre Stelle sind responsive Suchanzeigen getreten. Das Handwerk hat sich verschoben: Weg vom präzisen Feilen an zwei fixen Überschriften hin zum Erstellen eines Asset-Pools, aus dem Google die beste Kombination selbst wählt.

3. Smart Shopping und lokale Kampagnen Diese Kampagnentypen wurden im Jahr 2022 auf Performance Max hochgestuft. Die Umstellung war im September 2022 vollständig abgeschlossen. Wer heute noch von “Smart Shopping Kampagnen” spricht, bezieht sich auf ein Format, das technisch nicht mehr existiert.

Die Prüfcheckliste: So verifizieren Sie die Qualifikation

Um die Aktualität eines Spezialisten zu prüfen, benötigen Sie kein tiefes Fachwissen. Es reichen drei konkrete Nachweise, die Sie direkt anfordern können.

Nachweis 1: Das Skillshop-Zertifikat und sein Datum Google Ads Zertifizierungen werden ausschließlich über Google Skillshop abgelegt. Entscheidend ist: Diese Zertifikate sind nur 12 Monate gültig. Danach muss die Prüfung wiederholt werden. Verlangen Sie das Zertifikat als Dokument mit Ausstellungsdatum. Ein Logo auf einer Website ist kein Beleg. Ein Zertifikat von 2019 ist nicht “alt”, sondern abgelaufen.

Wichtig: Verwechseln Sie dies nicht mit dem Google Partner Status. Der Partner Status bezieht sich auf ein Verwaltungskonto (MCC) und hängt von Mindestausgaben, einem Optimierungsfaktor und dem Zertifizierungsanteil der Strategen ab. Er ist ein Merkmal einer Agenturstruktur, nicht die Bestätigung der individuellen Fähigkeit einer einzelnen Person.

Nachweis 2: Die Zugriffsrechte auf Ihr Konto Prüfen Sie, wo die Arbeit stattfindet. Erhält der Spezialist Zugriff auf ein Konto, das auf Ihren Namen registriert ist? Oder liegen die Kampagnen in einem fremden Konto, in das Sie keinen Einblick haben? Da Conversion-Daten und die Lernphasen automatisierter Gebotsstrategien fest an das Konto gebunden sind, ist der Zugriff auf das eigene Konto die einzige Möglichkeit, die Historie und die tatsächliche Performance unabhängig zu prüfen.

Nachweis 3: Der Suchbegriffsbericht Dies ist der präziseste Test für aktives Konto-Management. Lassen Sie sich den Suchbegriffsbericht zeigen, also die Liste der tatsächlich eingegebenen Suchanfragen der Nutzer (nicht die gebuchten Keywords). Fragen Sie konkret: “Welche Begriffe wurden in den letzten 30 Tagen ausgeschlossen und warum?” Da Google die Keyword-Optionen immer weiter fasst, ist die Pflege der Ausschlussliste eine der wenigen manuellen Tätigkeiten, die heute noch einen direkten, messbaren Effekt auf die Kosten haben.

Zusammenfassung der Prüfmerkmale

NachweisPositives SignalWarnsignal
Skillshop-ZertifikatDatum innerhalb der letzten 12 MonateNur Logo ohne Datum oder abgelaufenes Datum
ZugriffsrechteKonto gehört Ihnen, voller EinblickKampagnen in fremdem Konto ohne Zugriff
SuchbegriffsberichtAktive, begründete AusschlusslisteBericht wird nicht geöffnet oder ist unbekannt

Fazit: Warum der Begriff “AdWords” überlebt

Die Analyse der Suchergebnisse zeigt, dass acht von zehn Top-Treffern zu “adwords spezialist” Agenturen oder Verzeichnisse sind. Nur eine Seite tritt als Einzelperson auf. Der Begriff wird also primär von Anbietern genutzt, um ein bekanntes Suchvolumen abzuholen, obwohl er technisch überholt ist.

Für Sie bedeutet das: Der Begriff ist ein nützlicher Einstieg für die Suche, aber kein Qualitätsmerkmal. Ob jemand “AdWords” oder “Google Ads” sagt, ist zweitrangig. Entscheidend für den Erfolg in Ihrem Konto sind das Datum des Zertifikats, die Transparenz des Kontozugriffs und die aktive Arbeit im Suchbegriffsbericht.