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Agentur für AdWords: Aufgaben, Abläufe und Kontrolle im operativen Alltag

Der Leitfaden erklärt Audit, Setup, Tracking, Optimierung und Reporting sowie Zuständigkeiten und die Kontrolle über Konto, Daten und Zugänge.

Frau vor einer Wand mit bunten Haftnotizen, davor sechs Personen mit Laptops an einem Besprechungstisch

Eine Agentur für AdWords übernimmt die fachliche und operative Betreuung von Werbekampagnen in Google Ads. Dazu gehören weit mehr Aufgaben als das Anlegen von Anzeigen und das Anpassen einzelner Gebote. Eine strukturierte Betreuung beginnt üblicherweise mit der Prüfung des vorhandenen Kontos, führt über Kampagnenplanung, Tracking und Einrichtung bis zur laufenden Optimierung und einem nachvollziehbaren Reporting.

Der Begriff AdWords ist dabei historisch zu verstehen: Google benannte seine Werbeplattform im Jahr 2018 in Google Ads um. Wer heute nach einer Agentur für AdWords sucht, meint deshalb in der Regel eine Agentur, die Google Ads betreut.

Dieser Leitfaden zeigt, wie eine solche Betreuung im Alltag ablaufen kann, welche Aufgaben auf Agentur und Auftraggeber verteilt werden und warum Konto, Messdaten und wichtige Zugänge unter der Kontrolle des werbenden Unternehmens bleiben sollten.

Was übernimmt eine AdWords-Agentur?

Eine AdWords-Agentur verwaltet Kampagnen und Werbebudgets im Auftrag eines Unternehmens. Abhängig von Zielsetzung und Geschäftsmodell kann die Betreuung verschiedene Bereiche der Google-Werbeplattform umfassen:

  • Anzeigen in der Google-Suche
  • Shopping-Kampagnen
  • Werbung im Google Displaynetzwerk
  • Videokampagnen auf YouTube
  • App-Kampagnen
  • automatisierte Kampagnentypen wie Performance Max
  • Remarketing und die erneute Ansprache bestehender Besucher

Die operative Arbeit lässt sich typischerweise in sechs Phasen gliedern:

  1. Ausgangslage und Ziele klären
  2. Konto, Kampagnen und Messung prüfen
  3. Struktur und Vorgehen planen
  4. Kampagnen und Tracking einrichten
  5. Ergebnisse laufend optimieren
  6. Erkenntnisse berichten und weitere Maßnahmen abstimmen

Diese Phasen laufen nicht immer streng nacheinander ab. Bei einem bestehenden Konto kann die Agentur beispielsweise erste gravierende Fehler beheben, während sie parallel die langfristige Kampagnenstruktur entwickelt.

1. Ziele und Rahmenbedingungen festlegen

Bevor Änderungen im Konto vorgenommen werden, braucht die Agentur ein belastbares Verständnis des Geschäfts. Klicks, Impressionen oder eine hohe Anzeigenposition sind allein keine ausreichenden Ziele. Entscheidend ist, welche wirtschaftlich relevanten Handlungen durch die Werbung ausgelöst werden sollen.

In einem ersten Briefing werden deshalb unter anderem folgende Fragen geklärt:

  • Welche Produkte oder Dienstleistungen sollen beworben werden?
  • Welche Regionen, Sprachen und Zielgruppen sind relevant?
  • Was gilt als wertvolle Conversion?
  • Welche Angebote haben Priorität?
  • Gibt es saisonale Schwankungen oder feste Aktionszeiträume?
  • Welche Kapazitätsgrenzen müssen berücksichtigt werden?
  • Welche Daten liegen bereits im CRM, Shopsystem oder in der Webanalyse vor?
  • Wer darf Budgets, Kampagnenstarts und größere Änderungen freigeben?

Als Conversion kann beispielsweise ein Kauf, eine qualifizierte Anfrage, eine Terminbuchung oder ein Anruf gelten. In längeren Verkaufsprozessen reicht es häufig nicht, lediglich das Absenden eines Formulars zu messen. Wenn möglich, sollte später auch erkennbar werden, welche Anfragen tatsächlich qualifiziert waren oder zu einem Auftrag geführt haben.

Aus dem Briefing entsteht ein Arbeitsrahmen. Er dokumentiert Ziele, Zuständigkeiten, Budgets, Freigabewege und die Kennzahlen, anhand derer Ergebnisse beurteilt werden.

2. Das vorhandene Google-Ads-Konto auditieren

Bei einem bestehenden Werbekonto folgt normalerweise ein Audit. Dabei untersucht die Agentur nicht nur die aktuelle Leistung, sondern auch die technische und organisatorische Qualität des Kontos.

Kontostruktur und Einstellungen

Zunächst wird geprüft, ob Kampagnen, Anzeigengruppen und weitere Elemente nachvollziehbar gegliedert sind. Untersucht werden zum Beispiel:

  • Kampagnentypen und Zielsetzungen
  • geografische Ausrichtung
  • Spracheinstellungen
  • Werbezeiten
  • Geräteaussteuerung
  • Gebotsstrategien
  • Budgetverteilung
  • Namenskonventionen
  • Nutzerrollen und Zugriffsrechte
  • Verknüpfungen mit anderen Google-Diensten

Fehler in den Grundeinstellungen können die Ergebnisse erheblich verzerren. Eine zu weit gefasste geografische Ausrichtung kann etwa Klicks aus nicht relevanten Gebieten erzeugen. Unklare Bezeichnungen erschweren dagegen die Auswertung und Zusammenarbeit.

Keywords und Suchanfragen

Bei Suchkampagnen betrachtet die Agentur sowohl die eingebuchten Keywords als auch die tatsächlichen Suchanfragen. Sie prüft, ob relevante Suchintentionen abgedeckt werden und ob unpassende Anfragen durch ausschließende Keywords begrenzt sind.

Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Keywords einzubuchen. Eine klare Zuordnung zwischen Suchintention, Anzeige und Zielseite ist häufig wichtiger als die reine Menge.

Anzeigen und Werbemittel

Die vorhandenen Anzeigen werden auf inhaltliche Relevanz, Vollständigkeit und Konsistenz geprüft. Dazu zählen Anzeigentitel, Beschreibungen, Bilder, Videos und zusätzliche Elemente wie Sitelinks.

Die Agentur untersucht unter anderem, ob:

  • das beworbene Angebot eindeutig erkennbar ist
  • Anzeigen zur jeweiligen Suchintention passen
  • Aussagen auf der Zielseite wiederzufinden sind
  • wichtige Einschränkungen oder Voraussetzungen transparent genannt werden
  • unterschiedliche Botschaften sinnvoll getestet werden
  • Werberichtlinien und Markenanforderungen eingehalten werden

Zielseiten

Auch wenn die Agentur nicht für die Website verantwortlich ist, muss sie Zielseiten in die Analyse einbeziehen. Eine Kampagne kann qualifizierten Traffic liefern und trotzdem scheitern, wenn die Zielseite langsam, unverständlich oder technisch fehlerhaft ist.

Im Audit werden deshalb mögliche Hindernisse dokumentiert. Änderungen an der Website sollten jedoch mit den zuständigen Personen abgestimmt und nicht ohne Freigabe vorgenommen werden.

Tracking und Datenqualität

Ein zentraler Teil des Audits ist die Prüfung der Conversion-Messung. Dabei wird geklärt, welche Ereignisse erfasst werden, ob sie mehrfach zählen und ob sie tatsächlich einen geschäftlichen Wert darstellen.

Typische Fehler sind:

  • ein Seitenaufruf wird fälschlich als Anfrage gezählt
  • eine Conversion wird durch mehrere Tags doppelt erfasst
  • Testanfragen fließen in reguläre Berichte ein
  • wichtige Formularschritte fehlen
  • Anrufe werden nicht oder uneinheitlich gemessen
  • primäre und sekundäre Conversions sind nicht sinnvoll getrennt
  • Einwilligungsstatus und Datenschutzanforderungen werden nicht korrekt berücksichtigt

Das Ergebnis des Audits sollte kein bloßer Fehlerkatalog sein. Sinnvoller ist eine priorisierte Maßnahmenliste. Sie unterscheidet zwischen dringenden Messproblemen, kurzfristig umsetzbaren Verbesserungen und strukturellen Aufgaben, die mehr Vorbereitung benötigen.

3. Kampagnen und Messkonzept planen

Auf Grundlage des Audits entwickelt die Agentur einen Kampagnenplan. Er legt fest, welche Angebote mit welchen Kampagnentypen, Botschaften und Zielseiten beworben werden.

Die Struktur kann sich beispielsweise an Produktbereichen, Leistungen, Standorten oder unterschiedlichen Suchintentionen orientieren. Wichtig ist, dass Budgets steuerbar bleiben und Ergebnisse später eindeutig ausgewertet werden können.

Parallel dazu entsteht ein Messkonzept. Darin werden die gewünschten Nutzerhandlungen definiert und technisch den jeweiligen Datenquellen zugeordnet. Ein solches Konzept sollte festhalten:

  • welche Conversions gemessen werden
  • welche davon für die Gebotssteuerung verwendet werden
  • wie Conversion-Werte bestimmt werden
  • welche Systeme Daten liefern
  • wer für Implementierung und Prüfung zuständig ist
  • wie Tests dokumentiert werden
  • welche datenschutzrechtlichen Vorgaben zu beachten sind

Bei Onlineshops können Umsatzwerte häufig direkt übertragen werden. Bei Anfragen ist die Bewertung schwieriger. Hier kann zunächst mit abgestimmten Näherungswerten gearbeitet werden. Langfristig ist eine Rückmeldung aus dem CRM oft hilfreicher, weil sie zwischen einer einfachen Anfrage und einem tatsächlich qualifizierten Kontakt unterscheidet.

4. Konto, Kampagnen und Tracking einrichten

Nach der Freigabe beginnt das Setup. Bei einem neuen Konto schafft die Agentur zunächst eine saubere technische und organisatorische Grundlage. Bei einem bestehenden Konto setzt sie die priorisierten Umbauten kontrolliert um.

Zu den möglichen Aufgaben gehören:

  • Kampagnen und Anzeigengruppen anlegen
  • Keywords und Ausschlusslisten strukturieren
  • Zielgruppen und Signale hinterlegen
  • Anzeigen und Erweiterungen erstellen
  • Budgets und Gebotsstrategien konfigurieren
  • Produktdatenquellen verknüpfen
  • Conversion-Aktionen einrichten
  • Analyse- und Tag-Systeme anbinden
  • Regeln für Benennung und Dokumentation festlegen
  • automatische Benachrichtigungen für kritische Fehler einrichten

Vor dem Kampagnenstart sollte eine Qualitätsprüfung stattfinden. Dabei werden Anzeigenziele, Links, regionale Einstellungen, Budgetgrenzen und Messsignale getestet. Formulare sollten tatsächlich abgesendet, Bestellprozesse testweise durchlaufen und Messereignisse in den beteiligten Systemen kontrolliert werden.

Ein dokumentierter Starttermin ist ebenfalls sinnvoll. So lässt sich später unterscheiden, welche Ergebnisse vor und nach einer größeren Änderung entstanden sind.

5. Was passiert nach dem Kampagnenstart?

Nach dem Start beginnt die laufende Optimierung. Deren Umfang hängt von Datenmenge, Kampagnentyp und Veränderungsgeschwindigkeit ab. Nicht jede Kennzahl muss täglich manuell verändert werden. Kontinuierliche Betreuung bedeutet vielmehr, Entwicklungen regelmäßig zu prüfen, Abweichungen zu erkennen und begründete Maßnahmen umzusetzen.

Suchanfragen und Ausrichtung kontrollieren

Bei Suchkampagnen analysiert die Agentur, durch welche Anfragen Anzeigen ausgelöst wurden. Unpassende Suchanfragen können ausgeschlossen werden. Relevante neue Themen lassen sich gezielter abbilden.

Auch Standorte, Geräte, Uhrzeiten und Zielgruppen werden untersucht. Änderungen sollten jedoch nicht allein auf kleinen Datenmengen beruhen. Einzelne Tage oder wenige Conversions liefern selten eine belastbare Entscheidungsgrundlage.

Gebote und Budgets anpassen

Die Agentur überwacht, ob Budgets entsprechend den vereinbarten Prioritäten eingesetzt werden. Leistungsfähige Kampagnen können mehr Spielraum erhalten, während ineffiziente Bereiche begrenzt oder überarbeitet werden.

Bei automatischen Gebotsstrategien besteht die Arbeit nicht darin, jedes einzelne Gebot manuell festzulegen. Die Agentur steuert stattdessen Ziele, Budgets, Conversion-Daten und Kampagnenstruktur. Sie achtet außerdem darauf, dass größere Änderungen nicht unnötig häufig erfolgen und Lernphasen berücksichtigt werden.

Anzeigen testen

Anzeigen sollten regelmäßig weiterentwickelt werden. Getestet werden können beispielsweise Nutzenargumente, Handlungsaufforderungen, Angebotsdarstellungen oder unterschiedliche Bildmotive.

Ein Test braucht eine klare Fragestellung. Werden gleichzeitig Texte, Zielgruppen, Zielseiten und Budgets verändert, ist später kaum erkennbar, welcher Faktor das Ergebnis beeinflusst hat.

Zielseiten und Conversion-Prozess verbessern

Die Agentur kann anhand der Kampagnendaten Hinweise auf Probleme im Conversion-Prozess erkennen. Viele Klicks bei wenigen Abschlüssen können auf eine unpassende Erwartung, technische Fehler oder eine schwache Zielseite hindeuten.

Die konkrete Bearbeitung der Website liegt häufig bei internen Teams oder einer Webagentur. Deshalb sollte geregelt sein, wie Empfehlungen übergeben, priorisiert und nach der Umsetzung geprüft werden.

Tracking überwachen

Tracking ist keine einmalige Einrichtung. Website-Updates, neue Cookie-Einstellungen, geänderte Formulare oder Anpassungen im Shopsystem können die Messung beeinträchtigen. Eine Agentur sollte deshalb regelmäßig auf ungewöhnliche Abweichungen achten.

Plötzliche Einbrüche oder starke Anstiege bei Conversions müssen nicht automatisch auf eine bessere oder schlechtere Kampagnenleistung zurückgehen. Sie können auch durch fehlerhafte Tags oder veränderte Definitionen entstehen.

6. Reporting: Ergebnisse verständlich einordnen

Ein gutes Reporting zeigt nicht nur Zahlen, sondern erklärt deren Bedeutung. Es verbindet Werbedaten mit den zuvor vereinbarten Zielen.

Je nach Geschäftsmodell können unter anderem folgende Kennzahlen relevant sein:

  • Kosten und Budgetauslastung
  • Klicks und Klickrate
  • Conversions
  • Conversion-Rate
  • Kosten je Conversion
  • Conversion-Wert
  • Verhältnis von Conversion-Wert zu Werbekosten
  • Qualität und Status übermittelter Leads
  • Entwicklung nach Kampagne, Angebot oder Region

Ein Bericht sollte außerdem erläutern:

  • welche Änderungen vorgenommen wurden
  • warum diese Änderungen erfolgt sind
  • welche Auswirkungen erkennbar sind
  • welche Einschränkungen die Daten haben
  • welche Maßnahmen als Nächstes geplant sind
  • welche Entscheidungen oder Zuarbeiten vom Auftraggeber benötigt werden

Die Frequenz richtet sich nach Kampagnenvolumen und Abstimmungsbedarf. Ein Dashboard kann aktuelle Kennzahlen bereitstellen, ersetzt aber nicht die fachliche Einordnung. Ebenso wenig sollte ein Monatsbericht zum einzigen Kontaktpunkt werden, wenn akute Budget-, Tracking- oder Freigabefragen bestehen.

Wie wird die Zusammenarbeit organisiert?

Eine klare Aufgabenverteilung verhindert Verzögerungen und Missverständnisse. Zu Beginn sollte festgelegt werden, wer Informationen liefert, Änderungen freigibt und technische Aufgaben umsetzt.

Eine praktikable Rollenverteilung kann so aussehen:

BereichTypische Aufgabe der AgenturTypische Aufgabe des Auftraggebers
ZieleMessbare Kampagnenziele ableitenGeschäftliche Prioritäten festlegen
KampagnenStruktur, Anzeigen und Steuerung umsetzenAussagen, Angebote und Markenregeln freigeben
TrackingMesskonzept entwickeln und prüfenDatenschutz, Website-Zugriff und interne Technik koordinieren
BudgetVerteilung überwachen und Anpassungen empfehlenGesamtbudget und größere Änderungen genehmigen
LeadsKampagnendaten analysierenRückmeldung zur tatsächlichen Leadqualität geben
ReportingErgebnisse erklären und Maßnahmen dokumentierenEntscheidungen treffen und fehlenden Kontext ergänzen

Hilfreich sind feste Ansprechpartner auf beiden Seiten. Zusätzlich sollten Eskalationswege für dringende Fälle definiert werden, etwa bei Tracking-Ausfällen, abgelehnten Anzeigen oder unerwartetem Budgetverbrauch.

Größere Änderungen gehören in ein Änderungsprotokoll. Darin stehen Datum, Anlass, verantwortliche Person und betroffene Kampagnen. Dadurch lassen sich Entwicklungen später besser erklären.

Welche Kontrolle sollte beim Auftraggeber bleiben?

Auch bei vollständiger operativer Betreuung sollte das Unternehmen Eigentümer seiner zentralen Konten und Daten bleiben. Die Agentur erhält die Zugriffe, die sie für ihre Arbeit benötigt, übernimmt aber nicht dauerhaft die alleinige Kontrolle.

Das Werbekonto sollte dem Auftraggeber eindeutig zugeordnet sein. Das Unternehmen benötigt mindestens einen eigenen administrativen Zugang. Eine Agentur kann das Konto über ihr Verwaltungskonto betreuen, ohne Eigentümer sämtlicher Zugänge zu werden.

Nach Vertragsende muss der Auftraggeber weiterhin auf Kampagnenhistorie, Einstellungen, Abrechnungsinformationen und Leistungsdaten zugreifen können.

Analyse, Tag-Management und weitere Plattformen

Das gleiche Prinzip gilt für:

  • Webanalyse
  • Tag-Management
  • Merchant Center
  • YouTube-Kanal
  • Produktdatenquellen
  • Consent-Plattform
  • CRM und Systeme zur Leadverarbeitung
  • Dashboards und Berichtsdaten

Konten sollten möglichst mit geschäftlichen E-Mail-Adressen eingerichtet werden. Persönliche Adressen einzelner Mitarbeiter oder Agenturmitglieder erschweren spätere Übergaben.

Abrechnung und Zahlungsdaten

Die Abrechnung der Werbeausgaben sollte transparent sein. Der Auftraggeber muss nachvollziehen können, welche Beträge direkt an die Werbeplattform fließen und welche Leistungen separat erbracht werden. Detaillierte Honorarmodelle sind für die operative Zusammenarbeit weniger wichtig als eine klare Trennung und dokumentierte Zuständigkeit.

Dokumentation und Übergabe

Eine vollständige Dokumentation umfasst mindestens:

  • aktuelle Zugriffsrollen
  • Kampagnen- und Namenslogik
  • Definitionen der Conversions
  • angebundene Systeme
  • relevante Ausschlusslisten
  • laufende Tests
  • automatische Regeln und Skripte
  • offene technische Probleme
  • wichtige Änderungen und deren Zeitpunkt

Bei einem Betreuungswechsel darf das Konto nicht wie ein unbekanntes System behandelt werden müssen. Eine geordnete Übergabe schützt die Lernhistorie und reduziert das Risiko, dass funktionierende Strukturen versehentlich entfernt werden.

Woran zeigt sich transparente operative Betreuung?

Transparenz zeigt sich weniger an Zertifikaten oder werblichen Versprechen als am Arbeitsprozess. Der Auftraggeber sollte erkennen können, was im Konto geschieht und warum.

Dazu gehören vor allem:

  • eigener Zugriff auf alle geschäftskritischen Konten
  • verständliche Berichte statt isolierter Kennzahlen
  • dokumentierte Änderungen
  • nachvollziehbare Budgetentscheidungen
  • klar benannte Datenprobleme und Unsicherheiten
  • definierte Freigabegrenzen
  • regelmäßige Rückfragen zur Lead- und Umsatzqualität
  • ein geregelter Übergabeprozess

Die Bezeichnung Google Partner ist von der allgemeinen Tätigkeit einer Google-Ads-Agentur zu unterscheiden. Ein Partnerstatus sollte nur verwendet werden, wenn er überprüfbar ist. Für die tägliche Zusammenarbeit ersetzt ein solcher Status jedoch weder saubere Messung noch nachvollziehbare Entscheidungen.

Ein sinnvoller Regelkreis für die laufende Betreuung

Die operative Arbeit einer Agentur für AdWords lässt sich als wiederkehrender Regelkreis verstehen:

  1. Datenqualität prüfen
  2. Ergebnisse mit den Geschäftszielen vergleichen
  3. Ursachen und Chancen analysieren
  4. Maßnahmen priorisieren
  5. Änderungen umsetzen und dokumentieren
  6. ausreichend Daten sammeln
  7. Wirkung bewerten
  8. Erkenntnisse mit dem Auftraggeber abstimmen

Dieser Regelkreis verhindert, dass Optimierung zu einer Folge beliebiger Einzeländerungen wird. Gute Betreuung bedeutet nicht, möglichst viel im Konto zu verändern. Sie bedeutet, die richtigen Maßnahmen zum geeigneten Zeitpunkt umzusetzen und ihre Wirkung nachvollziehbar zu machen.

Fazit

Eine Agentur für AdWords begleitet den gesamten operativen Prozess: vom Briefing und Kontoaudit über Kampagnenstruktur und Tracking bis zur laufenden Optimierung und Berichterstattung. Ihre Arbeit verbindet technische Einrichtung, Datenanalyse und regelmäßige Abstimmung mit den wirtschaftlichen Zielen des Auftraggebers.

Die Verantwortung wird dabei nicht vollständig ausgelagert. Das Unternehmen muss Ziele, Prioritäten und Rückmeldungen zur tatsächlichen Geschäftsentwicklung liefern. Vor allem sollten das Google-Ads-Konto, die Messdaten und sämtliche wesentlichen Zugänge unter seiner Kontrolle bleiben.

So entsteht eine Zusammenarbeit, in der die Agentur handlungsfähig ist, ohne dass der Auftraggeber die Hoheit über seine Werbeinfrastruktur verliert.