ONMA Ratgeber

Backlinks aufbauen: der Arbeitsablauf, mit dem ein Link tatsächlich entsteht

Vom linkwürdigen Asset über Zielseiten-Recherche und Outreach bis zur Abnahme: der Arbeitsablauf in sechs Schritten, plus vier Wege im Vergleich.

Aufgeklappter Laptop auf dunklem Untergrund, auf dem Bildschirm eine Google-Trefferliste zur Suche „Online Marketing Experte“

Die Entscheidung ist gefallen: Links sollen nicht abgewartet, sondern aktiv beschafft werden. Damit beginnt Arbeit, die wenig mit SEO-Theorie und viel mit Redaktion, Recherche und Korrespondenz zu tun hat. Diese Seite beschreibt den Ablauf von der ersten Zeile des Assets bis zur Abnahme des gesetzten Links, und vergleicht anschließend die vier gängigen Wege als Prozess: Gastartikel, Broken-Linkbuilding, Skyscraper und digitale PR.

Eine Vorbemerkung, die den ganzen Rest erklärt. SISTRIX zieht aus der Analyse der gängigen Beschaffungswege ein einziges Fazit: Backlinkaufbau funktioniert nicht ohne Gegenleistung, und die Gegenleistung ist entweder Geld oder Aufwand in Form eines Inhalts, den die Zielseite haben will (SISTRIX, “Backlinks aufbauen: 6 Möglichkeiten und Ideen”, Abschnitt “Fazit: Es geht nicht ohne Gegenleistung”). Wer den Weg über Aufwand geht, arbeitet genau den Ablauf ab, der hier steht. Jeder Schritt, der übersprungen wird, taucht später als ausbleibende Antwort wieder auf.

Der Ablauf im Überblick

Sechs Schritte, in dieser Reihenfolge, ohne Abkürzung:

  1. Asset erstellen. Die Seite, auf die verlinkt werden soll, muss existieren und einen Grund liefern, sie zu verlinken.
  2. Zielseiten recherchieren. Eine Longlist von Domains und konkreten URLs, die thematisch anschlussfähig sind.
  3. Qualifizieren. Aus der Longlist wird eine Shortlist, nach festen Kriterien, mit dokumentierter Begründung.
  4. Kontakt finden. Für jede Shortlist-Position eine namentliche Person und eine funktionierende Adresse.
  5. Outreach und Follow-up. Eine erste Mail, maximal zwei Nachfassungen, danach Schluss.
  6. Abnahme. Der zugesagte Link wird geprüft, nicht geglaubt, und danach in Abständen erneut geprüft.

Die Reihenfolge ist nicht dekorativ. Wer Schritt 2 vor Schritt 1 erledigt, schreibt Mails über ein Asset, das noch nicht steht, und muss die Liste beim zweiten Anlauf ohnehin neu qualifizieren. Wer Schritt 3 überspringt, verschickt mehr Mails und bekommt weniger Links, weil die Empfänger schlicht nicht die richtigen waren.

Schritt 1: Das linkwürdige Asset

Das Asset ist die Seite, die den Link empfangen soll. Es ist der Teil des Prozesses, der vollständig in eigener Hand liegt, und der einzige, bei dem Aufwand direkt in Erfolgsquote umschlägt.

Was ein Asset linkwürdig macht

Linkwürdig ist ein Inhalt, wenn er einem fremden Redakteur die Arbeit erleichtert. Das ist ein enger Maßstab und er schließt das meiste aus. Ein Dienstleistungstext erleichtert niemandem etwas. Eine Zahl, die sonst nirgends steht, eine Übersicht, die jemand sonst selbst zusammentragen müsste, eine Grafik, die einen Sachverhalt schneller erklärt als drei Absätze: das sind Dinge, auf die verlinkt wird, weil Verlinken bequemer ist als Nachbauen.

SISTRIX führt als Beschaffungswege unter anderem Statistiken, Infografiken und Studien auf, ausdrücklich als Material, das andere zitieren sollen (SISTRIX, Stand 18.10.2024). Der gemeinsame Nenner dieser drei Formate ist, dass sie zitierfähig sind: sie enthalten etwas, das man in einem fremden Text in einem Halbsatz erwähnen und dann belegen muss.

Formate, die in der Praxis funktionieren

  • Eigene Erhebung. Auch klein: eine Auswertung von Preisen, Fristen, Angeboten oder Stellenanzeigen im eigenen Markt. Der Wert liegt darin, dass die Zahl vorher nicht existierte.
  • Vollständige Übersicht. Alle Anbieter, alle Regelungen, alle Fristen eines Themas an einer Stelle, gepflegt und datiert. Der Link kommt hier oft Monate später, wenn jemand die Übersicht sucht.
  • Erklärgrafik. Ein Ablauf, ein Aufbau, ein Vergleich als Bild. Verlinkt wird, weil das Bild eingebettet oder als Quelle genannt wird.
  • Rechner oder Vorlage. Etwas Benutzbares. Wird verlinkt, weil der Redakteur seinen Lesern damit etwas anbieten kann, das er selbst nicht bauen will.

Bevor die Recherche beginnt

Das Asset muss vor dem ersten Kontakt fertig, veröffentlicht und indexierbar sein. Eine Outreach-Mail, die auf eine Vorschau oder ein Google-Doc zeigt, ist eine Zumutung und wird entsprechend behandelt. Zum Zeitpunkt der ersten Mail muss ein Empfänger den Link in einem Klick prüfen und in zwei Minuten entscheiden können.

Schritt 2: Zielseiten recherchieren

Ziel dieses Schritts ist eine Longlist. Bewertet wird noch nicht, gesammelt schon.

Woher die Liste kommt

Drei Quellen tragen den größten Teil:

  • Wer über das Thema bereits schreibt. Die Suchergebnisse zu den Fragen, die das eigene Asset beantwortet. Jede Seite, die die Frage streift, ohne sie zu beantworten, ist ein Kandidat.
  • Wer bereits auf Vergleichbares verlinkt. Bei der Skyscraper-Variante ist genau das die Liste (dazu unten mehr).
  • Wer im eigenen Umfeld erreichbar ist. Verbände, Kooperationspartner, Lieferanten, Fachmedien der eigenen Branche, lokale Redaktionen. Diese Kontakte haben die höchste Antwortwahrscheinlichkeit des gesamten Prozesses, weil ein Anlass zur Antwort schon besteht.

Nützlich sind eingegrenzte Suchen statt einzelner Keywords: Themenbegriff kombiniert mit Formatwörtern wie “Gastbeitrag”, “Ressourcen”, “Linktipps”, oder auf eine Domain eingeschränkte Suchen, wenn geprüft werden soll, ob eine Zielseite das Thema schon behandelt hat.

Longlist heißt: URL, nicht Domain

Notiert wird immer die konkrete Seite, auf der der Link stehen soll, nicht nur die Domain. Das erzwingt schon beim Sammeln die Frage, in welchen Satz der Link eigentlich passt. Wer diese Frage erst beim Schreiben der Mail stellt, merkt zu spät, dass die Hälfte der Liste keinen Platz für den Link hat.

Zur Longlist gehören pro Zeile: Ziel-URL, Domain, Themenbezug in einem Halbsatz, vermuteter Aufhänger, Datum der Aufnahme. Mehr nicht. Bewertung kommt im nächsten Schritt.

Schritt 3: Zielseiten qualifizieren

Aus der Longlist wird eine Shortlist. Hier wird der größte Teil aussortiert, und das ist der Sinn des Schritts.

Die vier Kriterien

Evergreen Media nennt als Bewertungskriterien für eine potenzielle Linkquelle Relevanz, Autorität, die Anzahl der ausgehenden Links und den tatsächlichen Traffic der Seite (Evergreen Media, “Was ist ein Backlink? Einfach Backlinks aufbauen”). Operativ heißt das:

  • Relevanz. Berührt die Zielseite das Thema des Assets so eng, dass ein Link im Fließtext nicht erklärt werden muss? Wenn der Link eine Überleitung braucht, ist die Relevanz zu dünn.
  • Autorität. Wird die Seite in ihrem Feld zitiert, hat sie eine erkennbare Redaktion, eine Historie, ein Impressum mit Menschen?
  • Ausgehende Links. Eine Seite, deren Fließtext aus Links besteht, gibt jedem etwas und deshalb keinem viel. Zwei Dutzend externe Links in einem Text sind ein Ausschlussgrund, keine Chance.
  • Traffic. Bekommt die Seite tatsächlich Besucher? Ein Link auf einer Seite, die niemand liest, bringt auch keine Klicks.

Der Ausschluss, der am häufigsten übersehen wird

Der IONOS Digital Guide weist darauf hin, dass Backlinks von nicht indexierten Seiten für die Suchmaschine wirkungslos bleiben, weil Google die verlinkende Seite gar nicht erst im Index führt (IONOS Digital Guide, “Backlinks aufbauen: Die besten Tipps für starke Backlinks”, Stand 18.12.2025). Die Prüfung dauert Sekunden und gehört an den Anfang der Qualifizierung, nicht ans Ende: eine Seite, die nicht im Index steht, muss gar nicht erst bewertet werden.

Ebenfalls ausschließen: Zielseiten, deren Geschäftsmodell erkennbar der Verkauf von Links ist, und jede Konstruktion nach dem Muster “verlink mich, ich verlinke dich”. Google zählt beides ausdrücklich zu Linkspam: den Kauf und Verkauf von Links, die PageRank weitergeben, sowie exzessiven Linktausch (Google Search Central, Spam-Richtlinien für die Google-Websuche). Mit dem Penguin-Update, erstmals im April 2012 ausgerollt und seit Penguin 4.0 im Jahr 2016 Teil des Kernalgorithmus, wertet Google unnatürliche Linkmuster laufend ab, statt sie in periodischen Updates zu bestrafen (Google Search Central Blog, “Penguin 4.0”). Praktisch heißt das: eine Zielseite, die im Muster auffällig ist, wird nicht mit Verzögerung zum Problem, sondern liefert von vornherein nichts.

Die Shortlist ist kurz

Eine qualifizierte Shortlist ist deutlich kürzer als die Longlist, aus der sie stammt. Wer am Ende der Qualifizierung fast alles behalten hat, hat nicht qualifiziert, sondern abgeschrieben. Jede Position bekommt eine Zeile Begründung, warum gerade diese Seite gerade dieses Asset gebrauchen kann. Diese Zeile ist später der erste Satz der Outreach-Mail und deshalb keine Bürokratie, sondern Vorarbeit.

Schritt 4: Kontakt finden

Eine Mail an info@ ist eine Mail an niemanden. Gesucht wird die Person, die über den Text entscheidet.

  • Der Autor der Zielseite. Steht meist unter oder über dem Artikel, oft mit Autorenprofil und dort mit Adresse oder Social-Profil.
  • Das Impressum. Bei kleineren Sites die Person, die die Site betreibt, und damit die richtige.
  • Redaktions- oder Ansprechpartnerseiten. Bei Fachmedien in der Regel die verlässlichste Quelle, oft mit Ressortzuordnung.

Wenn nach kurzer Suche keine Person auffindbar ist, ist das ein Signal über die Zielseite und ein Grund, sie zu streichen, kein Grund, an den Verteiler zu schreiben. Die Kontaktdaten kommen in dieselbe Zeile der Shortlist: Name, Rolle, Adresse, Fundstelle.

Schritt 5: Die Outreach-Mail

Diese Mail ist der Punkt, an dem der ganze Vorlauf entweder aufgeht oder verpufft. Sie hat eine Aufgabe: dem Empfänger in unter dreißig Sekunden klarmachen, was er davon hat.

Aufbau

  • Betreff. Konkret und ohne Werbeanmutung. Er benennt die Zielseite oder das Thema, nicht das eigene Angebot.
  • Erster Satz: der Bezug. Die Zeile aus der Qualifizierung. Welcher Text, welche Stelle, welche Beobachtung. Ein Bezug, den nur jemand formulieren kann, der die Seite gelesen hat.
  • Zweiter Absatz: die Gegenleistung. Was genau geboten wird, in einem Satz, mit Link. Die Zahl, die Grafik, der fertige Beitrag, die korrigierte tote Verlinkung.
  • Dritter Absatz: die Bitte. Eine einzige, klar benannte Handlung. Nicht drei Optionen, nicht “lass uns mal telefonieren”.
  • Signatur. Vollständig, mit Klarnamen und erreichbarer Adresse.

Sechs bis zehn Zeilen. Alles darüber wird überflogen, und Überfliegen endet mit dem Löschen.

Personalisierung ist der Prozess, nicht die Anrede

Personalisiert ist eine Mail nicht, weil der Vorname im Feld steht, sondern weil ihr erster Satz an einer anderen Zielseite nicht funktionieren würde. Das ist der Grund, warum die Qualifizierung so streng sein muss: sie erzeugt genau den Satz, der die Mail personalisiert. Wer den ersten Satz aus Textbausteinen zusammensetzt, bekommt die Antwortquote, die Textbausteine verdienen.

Was die Mail nicht enthält

Keine Behauptung über Rankingeffekte für den Empfänger. Kein Angebot einer Gegenverlinkung, denn genau das ist das Tauschmuster aus den Spam-Richtlinien. Keine Anhänge. Keine Nennung von Kennzahlen der eigenen Domain, die den Empfänger nichts angehen. Und keine Formulierung, die nach einem Massenversand klingt, weil ein Empfänger, der Massenversand vermutet, nicht antwortet.

Schritt 6: Follow-up

Die meisten Nichtantworten sind keine Ablehnungen, sondern Postfächer.

  • Erste Nachfassung nach etwa einer Woche. Drei Zeilen, freundlich, mit dem Kern der ersten Mail wiederholt, damit niemand scrollen muss.
  • Zweite und letzte Nachfassung nach weiteren ein bis zwei Wochen. Ebenfalls kurz, mit einem klaren Abschluss: wenn es nicht passt, ist das in Ordnung.
  • Danach Schluss. Eine dritte Nachfassung bringt keinen Link, sondern eine Spam-Markierung. Der Kontakt wird auf “keine Reaktion” gesetzt und kann in einem halben Jahr mit einem anderen Asset erneut angesprochen werden.

Zur Erfolgsquote im deutschsprachigen Outreach kursieren viele Zahlen ohne belastbare Grundlage. Verlässlich ist nur die Richtung: die Quote ist niedrig, sie steigt mit der Qualität der Qualifizierung deutlich, und sie ist bei bestehenden Kontakten um ein Vielfaches höher als bei Kaltkontakten. Wer eine Kampagne planen muss, plant deshalb nicht mit einer Prozentzahl, sondern mit der eigenen, gemessenen Quote aus der letzten Kampagne.

Eine Zusage ist kein Link. Abgenommen wird erst, wenn geprüft wurde.

Die Prüfliste

  • Der Link steht auf der zugesagten URL und im Fließtext, nicht in einer Fußzeile oder Linkliste.
  • Das Ziel ist die richtige URL, ohne Tippfehler, ohne Weiterleitungskette, ohne Parameteranhang.
  • Der Ankertext entspricht der Absprache und liest sich natürlich im Satz.
  • Der Link ist tatsächlich klickbar und führt zu einer Seite mit Statuscode 200.
  • Die verlinkende Seite ist indexiert. Sonst gilt der Punkt aus Schritt 3, diesmal im Nachhinein.

Das rel-Attribut

Google stellt drei rel-Werte zur Kennzeichnung bereit: rel="sponsored" für bezahlte oder gesponserte Links, rel="ugc" für nutzergenerierte Inhalte wie Kommentare und Forenbeiträge und rel="nofollow" als allgemeine Kennzeichnung. Seit 2019 behandelt Google diese Angaben als Hinweise statt als strikte Anweisung (Google Search Central, “Qualifizierung ausgehender Links für Google”, 2019). Bei der Abnahme wird der Wert einfach zur Kenntnis genommen: Ein redaktionell gesetzter Link auf einen Gastbeitrag ist keiner, den der Betreiber kennzeichnen muss. Setzt eine Zielseite grundsätzlich alle externen Links auf nofollow, ist das ihr gutes Recht und beim nächsten Mal ein Punkt für die Qualifizierung, kein Anlass für eine Diskussion per Mail.

Eine Anmerkung zur Vollständigkeit, weil sie an dieser Stelle relevant wird: Wer für die Platzierung bezahlt hat, muss die Kennzeichnung einfordern, nicht vermeiden. Bezahlte Links ohne Kennzeichnung können eine manuelle Maßnahme wegen unnatürlicher ausgehender oder eingehender Links auslösen, die Google im Bericht “Manuelle Maßnahmen” der Search Console meldet (Google Search Console-Hilfe).

Nach der Abnahme

Links verschwinden: bei Relaunches, bei Redaktionswechseln, beim Archivieren alter Beiträge. Deshalb wandert jede abgenommene Position in eine Liste mit Datum und wird in größeren Abständen erneut geprüft. Fällt ein Link weg, ist eine kurze, sachliche Mail an den bekannten Kontakt der günstigste Weg, ihn zurückzubekommen, günstiger jedenfalls als ein neuer Kaltkontakt.

Die vier Wege im Vergleich

Alle vier Wege benutzen den Ablauf oben. Sie unterscheiden sich darin, wo im Ablauf die Arbeit anfällt.

Gastartikel

Der eigene Beitrag erscheint auf einer fremden Seite, der Link steht im Text oder in der Autorenzeile. SISTRIX führt “Gastautor werden” als ersten der sechs Beschaffungswege auf.

Der Aufwand liegt hinter dem Kontakt: Erst die Zusage, dann der Text, dann die Redaktionsschleife. Die Vorlaufzeit ist deshalb vor allem fremdbestimmt, sie hängt am Redaktionsplan der Zielseite. Die Erfolgsquote pro Anfrage ist mittel und stark abhängig davon, ob das vorgeschlagene Thema in eine Lücke der Zielseite passt. Der Weg skaliert schlecht, weil jeder zugesagte Platz einen eigenen Text kostet.

Broken-Linkbuilding

Auf der Zielseite steht ein Link, der ins Leere führt. Angeboten wird ein eigener Inhalt als Ersatz. SISTRIX nennt diesen Weg “tote Links ausnutzen”.

Der Aufwand liegt vor dem Kontakt, in der Recherche: Man muss defekte Verlinkungen finden und einen Ersatz haben, der inhaltlich wirklich passt. Die Vorlaufzeit ist die kürzeste der vier, weil der Empfänger nichts planen muss, sondern nur eine Zeile korrigiert. Die Erfolgsquote pro Anfrage ist vergleichsweise hoch, weil die Mail einen Fehler meldet, den der Empfänger ohnehin beheben will. Begrenzt wird der Weg allein durch die Zahl der defekten Links, die zum eigenen Asset passen.

Skyscraper

Die Methode geht auf Brian Dean (Backlinko) zurück und besteht aus drei Schritten: einen bereits stark verlinkten Inhalt finden, einen deutlich besseren erstellen und anschließend genau die Seiten kontaktieren, die auf das Original verlinken (Backlinko, “The Skyscraper Technique”).

Der Aufwand liegt fast vollständig in Schritt 1: Der eigene Inhalt muss erkennbar besser sein, sonst hat der Empfänger keinen Grund zu wechseln. Dafür ist Schritt 2 geschenkt, denn die Liste der Zielseiten ist bereits vorhanden, es sind die Verlinker des Originals. Die Vorlaufzeit ist lang, weil die Produktion vorausgeht. Die Erfolgsquote pro Anfrage ist mittel bis niedrig: Ein bestehender, funktionierender Link wird selten ersetzt, oft entsteht stattdessen ein zusätzlicher Link in einem neuen Text.

Digitale PR

Eine eigene Erhebung, eine Studie oder ein Anlass wird an Redaktionen und Multiplikatoren gegeben. SISTRIX nennt hierzu Statistiken, Infografiken und Studien sowie die Arbeit mit Multiplikatoren und Influencern.

Der Aufwand ist der höchste der vier, weil die Datengrundlage erst erzeugt werden muss. Die Vorlaufzeit ist entsprechend am längsten und zusätzlich an einen Zeitpunkt gebunden, denn ein Anlass verfällt. Die Erfolgsquote pro Kontakt ist niedrig, das Ergebnis pro Treffer aber ungleich größer als bei den anderen Wegen, weil ein aufgegriffener Anlass Folgeberichterstattung und damit Links auslöst, die nie einzeln angefragt wurden. Es ist der einzige der vier Wege, bei dem Links entstehen, ohne dass jemand darum gebeten hat.

Übersicht

WegWo der Aufwand liegtVorlaufzeitErfolgsquote je AnfrageSkaliert über
Gastartikelnach der Zusage (Text schreiben)mittel, fremdbestimmtmittelZahl der Redaktionen
Broken-Linkbuildingvor dem Kontakt (Recherche)kurzam höchstenZahl passender toter Links
Skyscraperim Assetlangmittel bis niedrigVerlinker des Originals
Digitale PRim Asset (Datenerhebung)am längstenam niedrigstenReichweite des Anlasses

Die Einordnungen sind Ränge aus der Prozesslogik, keine gemessenen Werte. Die eigenen Zahlen entstehen erst, wenn Anfragen, Antworten und gesetzte Links pro Weg mitgeschrieben werden. Genau das ist der Grund, die Shortlist als Tabelle zu führen und nicht im Postfach.

Die drei Fehler, die den Ablauf entwerten

Der IONOS Digital Guide nennt als die drei häufigsten Fehler beim Linkbuilding eine unsaubere Auswahl der verlinkenden Websites, wechselseitigen Linkaustausch und überoptimierte Ankertexte (IONOS Digital Guide, Stand 18.12.2025). Alle drei sind Abkürzungen an genau den Stellen, an denen der Ablauf Arbeit verlangt.

  • Unsaubere Auswahl ist Schritt 3, der übersprungen wurde. Sichtbar wird er an einer langen Shortlist und einer kurzen Antwortliste.
  • Wechselseitiger Austausch ist die Versuchung, aus einer Absage doch noch ein Geschäft zu machen. Google zählt exzessiven Linktausch nach dem Muster “Verlink mich, ich verlinke dich” ausdrücklich zu Linkspam.
  • Überoptimierte Ankertexte entstehen bei der Abnahme, wenn der Ankertext diktiert statt vorgeschlagen wird. Der brauchbarste Ankertext ist der, den der Redakteur selbst geschrieben hätte.

Was der Ablauf voraussetzt

Zwei Dinge, ohne die keiner der vier Wege trägt. Erstens ein Asset, das die Gegenleistung tatsächlich erbringt, denn ohne Gegenleistung geht es nicht. Zweitens Buchführung: Longlist, Shortlist mit Begründung, Kontakt, Versanddatum, Nachfassdaten, Ergebnis, Abnahmedatum. Diese Tabelle ist der eigentliche Unterschied zwischen einer Kampagne und einer Reihe von Mails. Sie beantwortet nach dem dritten Durchlauf die einzige Frage, die für den nächsten zählt: welcher der vier Wege im eigenen Markt, mit den eigenen Assets, tatsächlich Links liefert.