ONMA Ratgeber

Backlinks mit Google finden: Search Console und Suchoperatoren

Lernen Sie, wie Sie Backlinks in der Search Console exportieren, Erwähnungen per Suchoperator finden und Fundstellen samt rel-Attribut prüfen.

Frau vor einer Wand mit bunten Haftnotizen, davor sechs Personen mit Laptops an einem Besprechungstisch

Backlinks mit Google finden heißt: zwei kostenlose Bordmittel richtig kombinieren. Der Bericht „Links" in der Google Search Console zeigt die externen Links, die Google für Ihre Website erfasst hat. Die normale Google-Suche findet über Suchoperatoren Seiten, die Sie erwähnen, ohne dass dort zwingend ein Link steht. Beides zusammen deckt einen großen Teil des Linkprofils ab, ohne dass Sie ein zusätzliches Werkzeug brauchen.

Entscheidend ist, die beiden Quellen nicht zu verwechseln. Die Search Console liefert Linkdaten, die Google selbst erhoben hat. Eine Google-Suche liefert nur indexierte Seiten und Texttreffer. Ob auf einer solchen Seite wirklich ein anklickbarer Link steht und welches rel-Attribut er trägt, entscheidet sich erst bei der Prüfung der Quellseite im Browser. Was ein Backlink überhaupt ist und welche Quellen als hochwertig gelten, klärt unser Ratgeber zum Finden von Backlinks; hier geht es ausschließlich um den Weg über Google.

Zwei Bordmittel, zwei verschiedene Fragen

BordmittelBeantwortetBeantwortet nicht
Bericht „Links" in der Search ConsoleWelche fremden Websites, Zielseiten und Linktexte hat Google für meine Property erfasst?Ist die Liste vollständig? Wie stark ist die verlinkende Seite?
Google-Suche mit OperatorenWo wird meine Marke, Domain oder URL im Index erwähnt?Ist die Erwähnung ein Link? Trägt sie ein rel-Attribut?

Die Reihenfolge ergibt sich daraus fast von selbst: erst die Linkdaten in der Search Console lesen, dann die Lücken mit Suchoperatoren abtasten, dann jede interessante Fundstelle einzeln im Quelltext bestätigen.

Voraussetzung ist eine bestätigte Property. Danach sind es vier Schritte:

  1. In der Google Search Console anmelden.
  2. Oben links die passende Property auswählen.
  3. In der linken Navigation den Bericht „Links" öffnen.
  4. Im Bericht auf den Bereich „Externe Links" konzentrieren.

Der Bericht trennt externe und interne Links sauber voneinander. Externe Links kommen von fremden Websites und sind das, was üblicherweise als Backlink gemeint ist. Interne Links verbinden Seiten innerhalb Ihrer eigenen Domain und gehören in eine andere Analyse.

Zuerst die Property, dann die Zahlen

Welche Links Sie sehen, hängt an der gewählten Property. Eine Domain-Property umfasst die bestätigte Domain mit ihren Protokollen und Subdomains:

https://example.de/
http://example.de/
https://www.example.de/
https://shop.example.de/

Eine URL-Präfix-Property deckt dagegen nur genau den bestätigten Präfix ab. Wer ausschließlich https://www.example.de/ geöffnet hat, sieht Links auf andere Varianten der Website dort nicht. Fehlen erwartete Backlinks, ist das die erste Ursache, die Sie ausschließen sollten, noch vor jeder Vermutung über verlorene Links.

Die drei Tabellen des Berichts lesen

Der Bereich für externe Links enthält drei Tabellen: „Top-verweisende Seiten", „Top-verweisende Websites" und „Top-verweisende Texte". Jede beantwortet eine eigene Frage, und keine ersetzt die anderen.

Top-verweisende Seiten

Diese Tabelle zeigt, welche Seiten Ihrer Website externe Links bekommen. Gelistet werden also Ihre Zielseiten, nicht die fremden Quellseiten:

https://example.de/
https://example.de/ratgeber/
https://example.de/studie/
https://example.de/produkt/

Ein Klick auf eine Zielseite öffnet die dazugehörigen verweisenden Websites, ein weiterer Klick führt zu den konkreten Quellseiten. Das ist der direkte Weg, wenn Sie wissen wollen, wer eine bestimmte URL verlinkt: erst die Zielseite anklicken, dann die Domain, dann die einzelne Seite.

Top-verweisende Websites

Hier stehen die Domains, von denen Google Links auf Ihre Property erkannt hat. Die Tabelle beantwortet vier praktische Fragen:

  • Welche Websites verlinken überhaupt auf meine Domain?
  • Welche Domain verlinkt auf mehrere meiner Seiten?
  • Welche Zielseiten bekommt eine bestimmte Website?
  • Welche bekannte Quelle möchte ich mir im Detail ansehen?

Wichtig ist die Zahl neben der Domain: Sie zählt erfasste Links, nicht verlinkende Websites. Ein Blog mit 40 Links bleibt eine einzige verweisende Website, etwa weil ein Verweis in jedem Beitrag oder in einer Sidebar steht. Für die Breite eines Linkprofils zählt die Zeilenzahl der Tabelle, nicht die Summe der Links.

Top-verweisende Texte

Diese Tabelle zeigt die Linktexte, die Google für externe Links erkannt und zusammengefasst hat. Typisch sind Markenname, nackte Domain oder generische Formulierungen:

Beispiel GmbH
example.de
zur Studie
weitere Informationen
hier lesen

Der Nutzen ist konkret: Sie erkennen, ob Ihre Marke oder ein Thema den Linktext dominiert, und Sie finden einen bekannten Link über seinen sichtbaren Text wieder. Ein vollständiges Verzeichnis jedes einzelnen Linktextes ist es nicht. Gleichlautende Texte werden zusammengefasst, und aus dem Text allein geht weder hervor, auf welcher Seite er steht, noch welches rel-Attribut der Link trägt.

Berichtsdaten exportieren

Der Bericht bietet eine Exportfunktion für die Berichtsdaten, üblicherweise nach Google Tabellen oder als Datei. Sinnvoll ist ein Export, wenn Sie:

  • Domains und URLs nach einem Muster durchsuchen wollen,
  • mehrere Ansichten miteinander abgleichen wollen,
  • einen bestimmten Linktext schnell filtern wollen,
  • den aktuellen Stand für eine spätere Gegenprobe festhalten wollen.

Exportieren Sie die Tabellen einzeln, denn verweisende Seiten, verweisende Websites und Linktexte enthalten unterschiedliche Informationen und lassen sich nicht ineinander überführen. Und formulieren Sie das Ergebnis präzise: Sie exportieren die angezeigten Linkdaten der Search Console, nicht „alle Backlinks". Der Unterschied ist keine Wortklauberei, sondern die Grundlage jeder Aussage, die Sie später auf diese Datei stützen.

Die Suche ist kein Backlink-Checker. Sie ist aber das passende Werkzeug für Erwähnungen ohne Link: Stellen, an denen Ihre Marke, Domain oder eine Textpassage genannt wird, ohne dass ein Verweis gesetzt ist. Solche Fundstellen tauchen in der Search Console naturgemäß nie auf.

Nach dem Markennamen suchen

Setzen Sie den Namen in Anführungszeichen und schließen Sie die eigene Domain aus:

"Beispiel GmbH" -site:example.de

Die Anführungszeichen verlangen die genaue Wortfolge, -site: entfernt die eigenen Treffer. Bei mehrdeutigen Namen grenzt ein Zusatzbegriff das Ergebnis ein:

"Beispiel GmbH" Software -site:example.de

Nach der Domain suchen

Viele Redaktionen schreiben eine Domain als Text aus, ohne sie zu verlinken. Genau diese Fälle finden Sie so:

"example.de" -site:example.de
"www.example.de" -site:example.de

Beide Schreibweisen sind einen Versuch wert, weil Google Varianten unterschiedlich behandeln kann. Verlassen Sie sich nicht auf das Snippet, sondern öffnen Sie die Seite und suchen Sie die Stelle dort.

Nach einer vollständigen URL suchen

Wenn eine bestimmte Seite im Fokus steht, suchen Sie nach ihrer Adresse, mit und ohne Protokoll:

"https://example.de/ratgeber/thema/" -site:example.de
"example.de/ratgeber/thema" -site:example.de

Ein Treffer beweist keinen Backlink. Die URL kann als reiner Text, in einem Codebeispiel, in einer Quellenangabe oder in automatisch erzeugten Listen stehen.

Eine bestimmte fremde Website durchsuchen

Vermuten Sie eine Erwähnung in einem konkreten Magazin oder Verzeichnis, kombinieren Sie site: mit dem gesuchten Begriff:

site:beispielmagazin.de "Beispiel GmbH"
site:beispielmagazin.de "example.de/ratgeber/thema"

Das ist eine schnelle Eingrenzung, aber keine Garantie: Google zeigt für eine site:-Abfrage nicht zwingend jede indexierte URL einer Website an.

Nach charakteristischen Textstellen suchen

Eigene Studienergebnisse, Definitionen oder markante Formulierungen eignen sich als Fingerabdruck:

"eine besonders charakteristische Formulierung" -site:example.de

So finden Sie Seiten, die Ihre Inhalte zitieren oder übernommen haben. Danach prüfen Sie, ob neben dem Zitat auch eine Quellenverlinkung steht. Genau hier entstehen die meisten unverlinkten Erwähnungen.

Warum link:example.de keine Antwort mehr liefert

Der früher verbreitete Operator

link:example.de

ist heute keine verlässliche Methode mehr, um Backlinks zu finden. Er liefert keine brauchbare Übersicht und ersetzt den Bericht „Links" nicht. Für Links auf die eigene Website ist die Search Console die richtige Google-Quelle, die Suche ergänzt sie um indexierte Erwähnungen.

Jede Fundstelle bestätigen Sie im Quelltext der verweisenden Seite. Mit den Entwicklerwerkzeugen des Browsers dauert das wenige Sekunden:

  1. Verweisende Seite öffnen.
  2. Mit der Seitensuche den Markennamen, Linktext oder die Ziel-URL finden.
  3. Rechtsklick auf den Link.
  4. „Untersuchen" oder „Element untersuchen" wählen.
  5. Das zugehörige <a>-Element lesen.

Ein Link ohne Einschränkung sieht so aus:

<a href="https://example.de/ratgeber/thema/">Ratgeber lesen</a>

Fehlt ein rel-Attribut, ist am Link schlicht keine Kennzeichnung gesetzt. Ein Attribut namens dofollow gibt es im HTML nicht und muss dort auch nicht stehen. Gekennzeichnete Links tragen dagegen einen oder mehrere Werte: nofollow als allgemeine Kennzeichnung, sponsored für bezahlte oder werbliche Verweise, ugc für nutzergenerierte Inhalte wie Foren- und Kommentarlinks.

<a href="https://example.de/" rel="nofollow">Beispiel GmbH</a>
<a href="https://example.de/" rel="ugc nofollow">example.de</a>

Lesen Sie im gleichen Zug das href. Ein sichtbarer Markenname kann auf eine ganz andere Adresse, auf eine Weiterleitung, auf einen Tracking-Link oder nur auf einen Sprungpunkt innerhalb der Quellseite zeigen. Erst href plus rel machen aus einem Treffer einen belegten Backlink.

Was die Google-Daten nicht zeigen

Die Search Console zeigt die Links, die Google zu Ihrer Website sieht, nicht alle existierenden Links im Web. Ein vorhandener Link kann fehlen, ohne dass technisch etwas falsch ist. Dazu kommen weitere Grenzen:

  • Die Daten gelten nur für die ausgewählte Property.
  • Die Tabellen fassen Links und Linktexte zusammen.
  • Neu gesetzte oder gerade entfernte Links erscheinen nicht sofort.
  • Der Export enthält nur die im Bericht bereitgestellten Datensätze.
  • Suchoperatoren erreichen nur, was Google indexiert und für die jeweilige Abfrage ausgibt.
  • Ein Suchtreffer belegt weder einen HTML-Link noch ein bestimmtes rel-Attribut.

Eine Besonderheit erklärt viele vermeintlich fehlende Einträge: die kanonische URL. Google kann einen Link der von ihm gewählten kanonischen Fassung der Zielseite zuordnen. Verweist eine fremde Seite auf eine Variante mit Parametern, mit oder ohne www, taucht der Link im Bericht möglicherweise unter der kanonischen Adresse auf. Suchen Sie deshalb nicht nur nach der URL, die Sie eingegeben haben, sondern auch nach der Fassung, die Google als kanonisch behandelt.

Und schließlich beantwortet der Bericht bewusst nur die Frage „welche Links sieht Google". Bewertende Kennzahlen wie Domain- oder IP-Popularität, wie sie spezialisierte Backlink-Checker ausweisen, liefert er nicht. Eine zweite kostenlose Linkansicht mit Domains, Seiten und Ankertexten bieten die Bing Webmaster Tools, wenn Sie eine unabhängige Gegenprobe möchten. Fällt bei der Durchsicht ein eindeutig schädlicher Link auf, existiert dafür der separate Weg, Links bei Google für ungültig zu erklären.

Der Ablauf in acht Schritten

  1. In der Search Console die passende Domain- oder URL-Präfix-Property wählen.
  2. Den Bericht „Links" öffnen und auf externe Links konzentrieren.
  3. Top-verweisende Seiten, Websites und Texte nacheinander durchgehen.
  4. Bei relevanten Einträgen bis zur konkreten Quellseite durchklicken.
  5. Die benötigten Tabellen einzeln exportieren und den Stand datieren.
  6. In der Google-Suche nach Marke, Domain, vollständigen URLs und charakteristischen Zitaten suchen.
  7. Die eigene Domain jeweils mit -site: ausschließen.
  8. Jeden interessanten Treffer öffnen und href sowie rel im Browser prüfen.

So finden Sie Backlinks mit Google, ohne den Linkbericht mit einer vollständigen Webdatenbank zu verwechseln. Die Search Console zeigt eine Auswahl der von Google erkannten externen Links, die Suchoperatoren ergänzen indexierte Erwähnungen, und bestätigt ist ein Backlink erst nach dem Blick in den Quelltext der verweisenden Seite.