ONMA Ratgeber

Backlinks Preise: Spannen, Preisfaktoren und was im Preis wirklich enthalten ist

Die Preisreferenz zeigt Marktspannen, sieben Preisfaktoren, vergleichbare Kosten pro Platzierung und was bei Content, Vermittlung und MwSt. enthalten ist.

Wer Preise für Backlinks vergleicht, vergleicht selten dasselbe. Ein Anbieter nennt 129 Euro, der nächste 1.200 Euro, ein dritter sagt, eine pauschale Zahl sei gar nicht seriös zu nennen. Alle drei können recht haben, weil hinter den Zahlen unterschiedliche Leistungen, Laufzeiten und Bezugsgrößen stehen. Diese Seite ist deshalb keine Kaufberatung und keine Anbieterliste, sondern eine reine Preisreferenz: Sie ordnet die am deutschen Markt belegten Preisspannen, erklärt die Faktoren, die einen einzelnen Linkpreis bewegen, zeigt die Umrechnung von Einmalpreis, Linkmiete und Paketpreis auf einen vergleichbaren Preis pro Platzierung und benennt die Nebenkosten, die in einer Preisangabe stecken oder eben fehlen.

Die belegten Preisspannen am deutschen Markt

Öffentlich einsehbare Preisangaben deutscher Anbieter und Fachpublikationen ergeben kein einheitliches Preisniveau, aber ein erkennbares Muster. SeedingUp beschreibt die Bandbreite am weitesten und nennt eine Spanne von wenigen Euro bis hin zu mehreren hundert oder sogar mehreren tausend Euro (Stand 13.09.2024). Innerhalb dieser Bandbreite verdichten sich die Angaben je nach Art der Platzierung.

PreisangabeGenannter BereichQuelle
Gesamtbandbreite Marktwenige Euro bis mehrere tausend EuroSeedingUp (13.09.2024)
Einstiegspreis gekaufte Backlinksab 129 EuroNeuzeitwerber
Premium Links200 bis 500 EuroNeuzeitwerber
High End Editorial Linksbis zu 3.000 EuroNeuzeitwerber
Richtwert hochwertiger Link100 bis 1.000 EuroEvergreen Media (01.03.2024)
Bezahlte redaktionelle Platzierunghäufig 300 bis 1.500 Euroseoagentur.de
Auf das bestehende Profil abgestimmter Linkaufbauab 590,00 Euro exkl. 19 % MwSt.SEO Doktor

Zwei Beobachtungen lassen sich daraus ableiten, ohne die Zahlen zu glätten. Erstens überlappen die Spannen stark: Der Bereich zwischen etwa 300 und 500 Euro taucht bei Neuzeitwerber, Evergreen Media und seoagentur.de gleichermaßen auf und bildet damit so etwas wie den gemeinsamen Nenner für eine redaktionelle Einzelplatzierung. Zweitens ist die Spannweite nach oben offen: Zwischen dem Einstiegspreis von 129 Euro und dem High End Wert von 3.000 Euro liegt der Faktor 23, und beide Zahlen stammen vom selben Anbieter für dieselbe Leistungskategorie.

Genau deshalb hält Content‑Bär fest, dass eine pauschale Aussage zum Preis eines hochwertigen Backlinks nicht möglich ist, weil der Wert von zahlreichen Faktoren abhängt. Eine Preisreferenz kann also keine einzelne richtige Zahl liefern. Sie kann aber erklären, wo innerhalb der Spanne eine konkrete Angabe landet und warum.

Sieben Faktoren, die einen Linkpreis bewegen

Die folgenden sieben Faktoren erklären den größten Teil der Preisunterschiede zwischen zwei auf den ersten Blick vergleichbaren Angeboten. Sie wirken multiplikativ, nicht additiv: Zwei Platzierungen können sich in jedem einzelnen Punkt nur leicht unterscheiden und trotzdem um den Faktor fünf im Preis auseinanderliegen.

1. Reichweite und Bekanntheit der veröffentlichenden Seite. Das ist der stärkste Preistreiber. Linkbroker bewirbt den Zugriff auf über 100.000 Publisher von Nischen Blogs bis Forbes und macht damit die Spannweite explizit: Dieselbe Leistung, ausgeführt auf einem kleinen Fachblog oder auf einem bundesweit bekannten Medium, ist im Ergebnis nicht dasselbe Produkt. Die von Neuzeitwerber genannte Stufung von 129 Euro über 200 bis 500 Euro bis zu 3.000 Euro folgt im Kern dieser Achse.

2. Thematische Nähe. Eine Platzierung im engen Fachumfeld wird regelmäßig höher bewertet als eine themenfremde. Bei Publishern mit klarer Nische ist die Zahl der passenden Abnehmer kleiner, der Preis pro Platz entsprechend fester.

3. Form der Platzierung. Ein Link im redaktionellen Fließtext eines eigens erstellten Beitrags ist die teuerste übliche Form. seoagentur.de bezieht seine Spanne von 300 bis 1.500 Euro ausdrücklich auf die bezahlte redaktionelle Platzierung. Einträge in Verzeichnissen, Profilen oder Footer Bereichen liegen deutlich darunter und erklären das untere Ende der von SeedingUp genannten Bandbreite von wenigen Euro.

4. Umfang und Urheberschaft des Textes. Ob der Beitrag, in dem der Link steht, im Preis enthalten ist, verschiebt die Zahl erheblich. Blogtec bepreist seine Pakete konsequent in Gastartikeln, nicht in Links: Light kostet 350 Euro für 1 Gastartikel, Basic 600 Euro für 1 bis 2 Gastartikel und Advanced 1.200 Euro für 2 bis 4 Gastartikel. Die Bezugsgröße ist hier also der fertige Beitrag inklusive Platzierung.

5. Laufzeit und Dauerhaftigkeit. Eine einmalig bezahlte, dauerhaft stehende Platzierung und eine monatlich laufende Miete sind zwei verschiedene Preismodelle, die sich ohne Umrechnung nicht vergleichen lassen. Blogtec weist seine Pakete als monatlich kündbar aus, was sie in die Mietlogik einordnet.

6. Abstimmung auf das bestehende Profil. Wenn die Auswahl der Zielseite nicht aus einem Standardbestand erfolgt, sondern auf das vorhandene Linkprofil abgestimmt wird, steckt Analysearbeit im Preis. SEO Doktor weist genau diese Leistung mit ab 590,00 Euro exkl. 19 % MwSt. aus, also deutlich oberhalb reiner Platzierungspreise.

7. Beschaffungsweg. Zwischen dem direkten Kontakt zum Publisher und der Vermittlung über einen Marktplatz liegt eine Marge. Marktplätze wie Backlinked positionieren sich mit einer Bestpreisgarantie und stellen in Aussicht, ein vergleichbares Angebot preislich zu unterbieten; Linkbroker wirbt ebenfalls mit einer Bestpreis Garantie. Solche Zusagen sind selbst ein Preissignal: Sie setzen voraus, dass identische oder ähnliche Platzierungen an mehreren Stellen zu unterschiedlichen Preisen angeboten werden.

Einmalpreis, Linkmiete und Paketpreis vergleichbar machen

Der häufigste Vergleichsfehler entsteht nicht bei der Höhe der Zahl, sondern bei ihrer Bezugsgröße. Drei Preismodelle sind am Markt üblich, und alle drei lassen sich auf eine gemeinsame Einheit umrechnen: den Preis pro Platzierung.

Einmalpreis. Der Betrag wird einmal gezahlt, die Platzierung bleibt danach ohne weitere Zahlung bestehen. Die Umrechnung ist trivial, weil der genannte Preis bereits der Preis pro Platzierung ist. Ein Wert von 590,00 Euro netto entspricht 590,00 Euro pro Platzierung.

Linkmiete. Der Betrag fällt wiederkehrend an, meist monatlich, und die Platzierung endet mit der Zahlung. Vergleichbar wird eine Miete erst über eine unterstellte Haltedauer. Ein monatlich kündbares Paket zu 350 Euro kostet über zwölf Monate 4.200 Euro, über 24 Monate 8.400 Euro. Gegen einen Einmalpreis von 590 Euro gerechnet ist die Miete bereits nach knapp zwei Monaten teurer, sofern beide Platzierungen sonst vergleichbar sind. Wer Miete und Einmalpreis nebeneinanderstellt, muss die Haltedauer also immer mit angeben, sonst ist der Vergleich ohne Aussage.

Paketpreis. Der Betrag deckt mehrere Leistungen ab, deren Anzahl oft als Spanne genannt wird. Dann ergibt die Division zwei Werte, einen besten und einen schlechtesten Fall. Am Beispiel der Blogtec Pakete:

PaketPreisLeistungenPreis pro Platzierung
Light350 Euro1 Gastartikel350 Euro
Basic600 Euro1 bis 2 Gastartikel300 bis 600 Euro
Advanced1.200 Euro2 bis 4 Gastartikel300 bis 600 Euro

Die Rechnung zeigt, was der Paketpreis allein verdeckt: Advanced kostet mit 1.200 Euro fast das Vierfache von Light, liegt pro Platzierung aber in derselben Spanne von 300 bis 600 Euro wie Basic. Der Sprung im Gesamtpreis ist ein Mengensprung, kein Preissprung pro Einheit. Umgekehrt ist das günstigste Paket pro Platzierung nicht automatisch das günstigste: Light liegt mit 350 Euro über dem unteren Rand von Basic und Advanced.

Die Rechenregel lautet in allen drei Fällen gleich: Gesamtbetrag geteilt durch die Zahl der tatsächlich zugesagten Platzierungen, bei Mietmodellen zusätzlich multipliziert mit der Zahl der Monate, die die Platzierung stehen soll. Erst dieser Wert ist mit einer Angabe wie „300 bis 1.500 Euro“ für eine redaktionelle Platzierung auf einer Ebene.

Welche Nebenkosten im Preis stecken und welche fehlen

Ein genannter Preis ist in aller Regel nicht der Betrag, der am Ende auf der Rechnung steht. Vier Positionen sind dafür verantwortlich.

Umsatzsteuer. Angaben im B2B Umfeld sind häufig Nettopreise. SEO Doktor macht das explizit und nennt ab 590,00 Euro exkl. 19 % MwSt., was brutto 702,10 Euro entspricht. Wo der Zusatz fehlt, ist unklar, ob eine Zahl netto oder brutto gemeint ist. Bei einem Vergleich zweier Angebote entscheidet allein diese Frage über einen Unterschied von 19 Prozent, was innerhalb der üblichen Preisspannen mehr ausmacht als so mancher Qualitätsunterschied.

Content Erstellung. Ob der Text im Preis enthalten ist, unterscheidet zwei völlig verschiedene Leistungsumfänge. Preise, die in Gastartikeln ausgewiesen werden, enthalten den Beitrag; Preise, die sich auf die reine Platzierung eines vorhandenen Textes beziehen, tun das nicht. Wer eine Zahl ohne diese Angabe vergleicht, vergleicht möglicherweise einen fertigen Beitrag mit einer bloßen Veröffentlichungsgebühr.

Setup, Recherche und Abstimmung. Die Auswahl passender Zielseiten und die Abstimmung auf ein bestehendes Profil sind eigenständige Arbeitsschritte, die entweder im Platzierungspreis enthalten oder separat kalkuliert sind. Der Unterschied zwischen einem Katalogpreis ab 129 Euro und einem abgestimmten Aufbau ab 590,00 Euro netto besteht in wesentlichen Teilen aus dieser Vorarbeit.

Vermittlungsmarge. Bei Marktplätzen und Agenturen liegt zwischen dem Betrag, den der Publisher erhält, und dem Betrag, den der Auftraggeber zahlt, eine Spanne. Sie ist selten separat ausgewiesen, wird aber durch Bestpreisgarantien indirekt sichtbar: Ein Versprechen, ein vergleichbares Angebot zu unterbieten, ist nur einlösbar, wenn Verhandlungsspielraum im Preis vorhanden ist.

Preisangaben richtig lesen

Damit eine Preisangabe überhaupt vergleichbar wird, müssen fünf Angaben daneben stehen: die Bezugsgröße (ein Link, ein Beitrag, ein Paket), das Preismodell (einmalig oder wiederkehrend), die unterstellte Laufzeit, der Leistungsumfang inklusive oder exklusive Text, und die Steuerangabe netto oder brutto. Fehlt eine davon, ist die Zahl nicht falsch, aber sie lässt sich nicht in den Marktrahmen einordnen.

Als Orientierung innerhalb dieses Rahmens gilt: Angaben unterhalb von etwa 100 Euro pro Platzierung liegen am unteren Rand der von SeedingUp beschriebenen Bandbreite, der Bereich von 100 bis 1.000 Euro deckt sich mit dem Richtwert von Evergreen Media für einen hochwertigen Link, der Bereich von 300 bis 1.500 Euro entspricht dem, was seoagentur.de für bezahlte redaktionelle Platzierungen als häufig bezeichnet, und alles oberhalb davon bewegt sich in Richtung der von Neuzeitwerber genannten High End Editorial Preise bis 3.000 Euro. Eine Zahl außerhalb dieser Ordnung ist damit nicht automatisch unplausibel. Sie verlangt nur die Rückfrage, welche der fünf Angaben oben sie eigentlich meint.