Blog Searchmetrics: Was aus der Publikation hinter der Marke geworden ist
Erfahren Sie, was der Searchmetrics Blog als Content-Hub bot, welche Inhalte bei Conductor und in Archiven fortbestehen und wie Sie sie heute nutzen.
Wer heute nach dem Searchmetrics Blog sucht, sucht nach einer Publikation, die es unter diesem Namen in dieser Form nicht mehr gibt. Searchmetrics tritt inzwischen als Teil von Conductor auf. Das offizielle Unternehmensprofil führt den Namen ausdrücklich als Searchmetrics (part of Conductor). Ein eigenständiger, aktiv gepflegter deutschsprachiger Blog unter der Marke Searchmetrics taucht in den aktuellen Suchergebnissen nicht mehr auf. Sichtbar sind stattdessen andere Quellen, die die Inhalte referieren oder ersetzen. Dazu gehören Conductor-Seiten, die Teile des alten Materials weiterführen, Bewertungsportale und Wissensdatenbanken Dritter. Hinzu kommt ein über Jahre gewachsenes Echo der Searchmetrics-Studien in fremden Branchenpublikationen. Diese Seite ordnet ein, was die Publikation früher war, was davon heute noch erreichbar ist und wie man den verstreuten Bestand praktisch nutzt.
Was der Searchmetrics Blog als Content-Hub war
Der Blog war nie nur ein einfacher Kanal für Produktmeldungen oder Unternehmensnews. Er war der zentrale Ort, an dem ein großer Toolanbieter seine eigene Datenbasis öffentlich ausgewertet hat. Genau daraus bezog er seine Reichweite und seine Bedeutung in der Branche. Die Grundlage dafür ist der enorme Umfang der zugrunde liegenden Erhebung. Nach Anbieterangaben wertet Searchmetrics Daten von mehr als 100 Millionen Domains in 30 Ländern aus. Ein Anbieter mit dieser globalen Datenreichweite kann Aussagen über Muster im Suchindex treffen, die eine einzelne Agentur aus ihren begrenzten Kundenprojekten niemals ableiten könnte. Der Blog war das Format, in dem diese datenbasierten Auswertungen regelmäßig veröffentlicht wurden.
Inhaltlich lassen sich bei der Durchsicht des historischen Materials drei Hauptränge unterscheiden, die den Bestand bis heute prägen.
Der Studienstrang. Searchmetrics hat seine große Untersuchung zu den SEO-Rankingfaktoren im Jahr 2013 veröffentlicht und die Kernergebnisse zusätzlich als aufbereitete Infografik verbreitet. Dieses Format, bestehend aus einer umfangreichen Korrelationsanalyse plus einer verdichteten grafischen Darstellung, prägte die Rezeption des Blogs stärker als alles andere. Fremde Blogs und Magazine haben die Infografik eingebettet, kommentiert und weiterverlinkt. Sie ist deshalb heute an vielen Stellen im Netz erhalten geblieben, an denen das Originalarchiv selbst nicht mehr liegt. Diese Studien boten einen tiefen Einblick in die Suchmaschinenoptimierung als Disziplin und dokumentierten den damaligen Stand von Search Analytics.
Der Produktstrang. Ein erheblicher Teil der Beiträge erklärte die eigene Software und ihre Anwendung in der Praxis. Wer alte Artikel liest, stößt deshalb auf Strukturbegriffe, die nur im jeweiligen Produktstand Sinn ergeben. Searchmetrics Essentials war im Jahr 2012 in die vier Bereiche Domains, Keywords, Links und Social gegliedert. Frühe Blogbeiträge beziehen sich auf genau diese Einteilung und erklären, wie man Analysen in diesen Sektionen durchführt. Die spätere, umfassendere Searchmetrics Suite gliedert sich dagegen in die Module Research Cloud, Content Experience, Search Experience und Site Experience. Beide Strukturen tauchen im Archivmaterial auf, ohne dass ein älterer Beitrag immer explizit sagt, auf welchen Produktstand er sich bezieht. Das Erscheinungsjahr ist beim Lesen alter Beiträge deshalb die wichtigste Einzelinformation, um den Kontext korrekt einzuordnen.
Der Anwendungsstrang. Dazu zählen Beiträge zu Sichtbarkeit, Wettbewerbsanalyse, Search Engine Optimization und Content-Optimierung. Das sind die Themen, die das Unternehmensprofil bis heute als Spezialgebiete führt: Search Engine Optimization, SEO Software, Search Analytics, SEO Visibility und Enterprise SEO Platform. Dieser Strang altert unterschiedlich schnell. Methodische Beiträge, die etwa erklären, wie man den Sichtbarkeitsindex als Kennzahl liest, halten länger. Alles, was sich auf einen konkreten Google-Algorithmusstand oder spezifische Rankingfaktoren eines bestimmten Jahres bezieht, hält nur sehr kurz und ist heute allenfalls noch von historischem Interesse.
Was nach dem Aufgehen in Conductor davon noch erreichbar ist
Der Bestand des Blogs ist nicht komplett verschwunden, er ist nur verteilt. Vier Quellen tragen heute den praktisch nutzbaren Teil des Wissens rund um die Marke.
Die Searchmetrics Akademie auf conductor.com
Die Searchmetrics Akademie wird inzwischen unter der Domain conductor.com ausgeliefert und führt per Video durch die wichtigsten Features der Searchmetrics Suite. Das ist die einzige Quelle in dieser Aufzählung, die vom Rechteinhaber selbst aktiv weitergeführt wird, und sie ist deshalb die belastbarste. Für den praktischen Gebrauch heißt das: Wer eine konkrete Funktionsfrage zur Suite hat, fängt hier an und nicht bei einem alten Blogbeitrag aus dem Archiv. Die Akademie zeigt den Stand, den der Anbieter heute ausliefert. Ein alter Blogbeitrag zeigt den Stand, den es zum Zeitpunkt des Schreibens gab, und sagt selten explizit dazu, dass dieser Stand abgelöst wurde.
Die Umstellung der Domain ist gleichzeitig das deutlichste öffentliche Signal dafür, wohin die Markeninhalte gewandert sind. Der Inhalt heißt weiterhin Searchmetrics Akademie, die technische Auslieferung erfolgt jedoch unter Conductor. Genau dieses Muster, bei dem der Markenname erhalten bleibt, die Infrastruktur aber übernommen wird, erklärt, warum eine Suche nach dem Blog ins Leere läuft, während die Inhalte teilweise noch da sind.
Wissensdatenbanken und Glossare Dritter
Mehrere Agenturen und Dienstleister führen eigene Wissensdatenbank-Einträge zu Searchmetrics. Dort wird das Produkt etwa als Plattform für Enterprise-SEO und Content-Marketing mit umfassenden Analysen beschrieben. Solche Einträge sind in der Regel knapp gehalten, aber sie leisten etwas, das das Originalmaterial aus der Innenperspektive des Herstellers nicht leistet: Sie beschreiben Searchmetrics von außen und versuchen, die Komplexität in einem Satz oder kurzen Absatz zusammenzufassen. Für eine schnelle Einordnung, was die Marke überhaupt abdeckt und wo ihre Schwerpunkte liegen, sind sie oft die effizienteste Quelle.
Der Preis für diese Effizienz ist die Aktualität. Ein Glossareintrag bei einer Agentur wird selten nachgepflegt, wenn sich beim beschriebenen Anbieter eine Oberfläche ändert oder ein Modul umbenannt wird. Man sollte solche Texte deshalb als Beschreibung eines früheren Zustands lesen, nicht als verbindliche Auskunft über den heutigen Stand der Software.
Nutzerbewertungen als Ersatz für das fehlende Anwenderfeedback
Auf dem Portal OMR Reviews liegen 81 Nutzerbewertungen zu Searchmetrics vor. Besonders hervorgehoben werden dort von den Anwendern die Module Content Experience und Topic Explorer. Das ist für die Archivfrage aus einem ganz bestimmten Grund relevant. Der Blog selbst hat nie dokumentiert, welche Module in der Praxis tatsächlich am intensivsten genutzt wurden. Ein Anbieterblog beschreibt in der Regel, was gebaut wurde und was neu ist, aber nicht zwingend, was bei den Kunden ankommt. Die Bewertungssammlung schließt diese Lücke teilweise und zeigt, an welchen Stellen des Produkts sich eine vertiefende Recherche im Altmaterial überhaupt lohnt.
Wer also aus dem verstreuten Bestand des alten Blogs etwas herausholen will, kann die Bewertungen als Wegweiser benutzen. Man sieht zuerst nach, welche Module Anwender in Bewertungen hervorheben, und sucht dann gezielt nach historischem Material zu genau diesen Modulen. Das spart Zeit und verhindert, dass man sich mit Beiträgen zu Funktionen beschäftigt, die in der Realität nie eine große Rolle gespielt haben.
Das Studienarchiv in der Fremdrezeption
Der am besten erhaltene Teil des alten Blogs ist der, den andere Autoren weitererzählt haben. Die Rankingfaktoren-Untersuchung aus dem Jahr 2013 und die zugehörige Infografik sind in zahlreichen fremden Blogs und Magazinen dokumentiert, teils mit ausführlichen Kommentaren und eigenen Auswertungen. Diese Sekundärquellen sind aus zwei Gründen nützlich. Erstens enthalten sie oft die wichtigsten Kernzahlen, weil die Infografik mitveröffentlicht wurde. Zweitens enthalten sie die zeitgenössische Debatte. Man findet dort die Einwände, die damals gegen die Methodik der Korrelationsstudie vorgebracht wurden, sowie alternative Erklärungsansätze. Beides zusammen ist für eine historische Einordnung des Themas deutlich mehr wert als das reine Originaldokument allein.
Die Einschränkung ist offensichtlich und sollte trotzdem klar ausgesprochen werden: Eine Korrelationsstudie zu einem Suchalgorithmus aus dem Jahr 2013 beschreibt ein System, das es in dieser Form nicht mehr gibt. Die Kriterien für Suchmaschinenoptimierung haben sich fundamental gewandelt. Wer diese Studien heute liest, liest Mediengeschichte und Methodengeschichte, keine aktuelle Handlungsanweisung für das SEO-Management.
Warum die Suche heute keinen eigenständigen Blog mehr zeigt
Drei Effekte überlagern sich und ergeben zusammen das Bild, das man heute in den Suchergebnissen sieht, wenn man nach dem Blog sucht.
An erster Stelle steht die Markenzusammenführung. Wenn ein Unternehmen unter dem Dach eines anderen Anbieters weitergeführt wird, wandern die Inhalte typischerweise auf die Domain des Mutterkonzerns. So wie es bei der Akademie unter conductor.com sichtbar ist, verliert die alte Publikation damit ihren eigenen Ort im Web und ihre eigenständige URL.
An zweiter Stelle steht die Substitution in den Suchergebnissen. Wo der alte Blog nicht mehr rankt oder nicht mehr existiert, rücken andere Seitentypen nach, die dieselbe Marke behandeln. Das sind Bewertungsportale, Software-Glossare und Agenturseiten. Diese Seiten sind nicht der Blog, sie besetzen aber seinen ehemaligen Platz in der Suchmaschinenumgebung und befriedigen ein ähnliches Informationsbedürfnis, wenn auch aus einer anderen Perspektive.
An dritter Stelle stehen die Kundenreferenzen und die allgemeine Marktposition. Searchmetrics wird von bekannten Unternehmen wie AXA, REWE und McKinsey and Company eingesetzt. Ein Anbieter mit dieser starken Ausrichtung auf große Unternehmenskunden und Enterprise SEO verlagert seine Kommunikation im Zweifel in vertriebsnahe Formate wie Whitepapers, Webinare oder Akademien. Er führt seltener einen offenen Blog, der für jeden frei zugänglich ist. Das verstärkt den Eindruck, dass die Publikation nicht nur umgezogen ist, sondern in ihrer ursprünglichen Funktion komplett ersetzt wurde.
So nutzt man die Inhalte heute praktisch
Für die Recherche im verstreuten Archivmaterial hat sich eine einfache Reihenfolge bewährt, die hilft, veraltete Informationen von nutzbaren Erkenntnissen zu trennen.
Schritt 1: Die Frage klären. Geht es um eine Funktion der heutigen Suite oder um eine historische Aussage zur Datenlage? Nur die zweite Frage führt ins alte Archivmaterial. Funktionsfragen zur Software gehören heute in die Akademie.
Schritt 2: Bei der Akademie anfangen. Die Videoführung durch die Features der Suite ist der einzige gepflegte Einstieg, der direkt vom Rechteinhaber kommt. Alles, was sie beantwortet, muss nicht mehr im Altmaterial gesucht werden.
Schritt 3: Modulnamen als Suchbegriffe benutzen. Research Cloud, Content Experience, Search Experience und Site Experience sind die produktiven Suchbegriffe für neueres Material. Die alten Begriffe Domains, Keywords, Links und Social führen hingegen zu Beiträgen, die rund um den Essentials-Stand aus dem Jahr 2012 entstanden sind. Die Wahl des Begriffs entscheidet also darüber, in welche Epoche des Bestands man bei der Suche gerät.
Schritt 4: Die Jahreszahl mitführen. Jeder gefundene Beitrag braucht ein Datum, bevor er zitiert oder für eine Entscheidung herangezogen wird. Ohne Datum ist ein Beitrag über Rankingfaktoren oder Produktoberflächen nicht interpretierbar. Man sucht am besten direkt nach Kombinationen aus Modulnamen und Jahreszahl.
Schritt 5: Gegenlesen. Was aus einer Drittquelle stammt, sollte gegen eine zweite Drittquelle oder gegen die offizielle Akademie gehalten werden. Wissensdatenbanken und Bewertungsportale widersprechen sich selten offen, aber sie beschreiben oft unterschiedliche Produktstände aus unterschiedlichen Jahren.
Schritt 6: Zitieren, was wirklich vorliegt. Wenn nur eine Sekundärquelle mit eingebetteter Infografik auffindbar ist, ist diese Sekundärquelle die Quelle. Ein Verweis auf einen Originalbeitrag, den man selbst nicht geöffnet und gelesen hat, ist eine Behauptung, keine Belegstelle. Redlichkeit in der Recherche erfordert die Angabe der tatsächlich konsultierten Quelle.
Was sich aus den verfügbaren Quellen nicht belegen lässt
Zur redlichen Dokumentation dieser Seite gehört es, die Lücken klar zu benennen. Zwei Angaben, die man bei diesem Thema erwarten würde, sind aus den vorliegenden Quellen nicht belegt. Das genaue Datum der Übernahme von Searchmetrics durch Conductor sowie der genaue Zeitpunkt, zu dem das Blog-Archiv abgeschaltet oder umgezogen wurde, lassen sich anhand der geprüften Quellen nicht nachweisen. Beides kursiert zwar in verschiedenen Abschriften und Branchenartikeln, ist aber nicht verifizierbar. Deshalb steht hier keine Jahreszahl zu diesen Übergängen.
Ebenfalls offen ist, welcher Anteil der alten Blogbeiträge auf conductor.com in irgendeiner Form weiterlebt und welcher Anteil nicht migriert wurde. Belegt ist nur der Einzelfall der Akademie. Von einem einzelnen erhaltenen Angebot auf einen vollständig erhaltenen Inhaltsbestand zu schließen, wäre ein unzulässiger Fehlschluss. Es muss davon ausgegangen werden, dass ein Großteil der Artikel nur noch über Drittquellen oder Web-Archive zugänglich ist.
Kurzantworten
Gibt es den Searchmetrics Blog noch? Er existiert nicht mehr als eigenständige, aktiv gepflegte deutschsprachige Publikation unter der Marke Searchmetrics. In den aktuellen Suchergebnissen erscheinen Conductor-Seiten, Bewertungsportale und Wissensdatenbanken Dritter.
Wo finde ich offizielle Searchmetrics-Inhalte? In der Searchmetrics Akademie, die unter conductor.com ausgeliefert wird und per Video durch die wichtigsten Features der Suite führt. Dort liegt der Fokus auf den aktuellen Modulen Research Cloud, Content Experience, Search Experience und Site Experience.
Was war der wichtigste Beitragstyp des Blogs? Die datengetriebenen Studien, allen voran die Rankingfaktoren-Untersuchung aus dem Jahr 2013. Deren Kernergebnisse wurden als Infografik verbreitet und sind deshalb heute in fremden Blogs erhalten geblieben.
Warum widersprechen sich alte Beiträge in der Produktbeschreibung? Weil sie unterschiedliche Produktstände beschreiben. Die Vierteilung in Domains, Keywords, Links und Social gehört zu Searchmetrics Essentials im Jahr 2012. Die Module Research Cloud, Content Experience, Search Experience und Site Experience gehören hingegen zur späteren Suite.
Kann ich die alten Studien heute noch für Entscheidungen nutzen? Als Methoden- und Mediengeschichte ja, als Handlungsanweisung nein. Eine Korrelationsstudie zu einem Suchalgorithmus aus dem Jahr 2013 beschreibt einen Zustand, der längst abgelöst ist und für die heutige Suchmaschinenoptimierung keine direkten Schlüsse mehr zulässt.
