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Content für Webseiten: Welche Inhalte eine Website wirklich braucht

Welche Inhalte Ihre Website braucht: fünf Content-Arten, der Bestand je Seitentyp und wie Sie ihn im CMS pflegen und per Content-Audit prüfen.

Lächelnder Mann mit dem Hörer eines alten Wählscheibentelefons am Ohr

Content für Webseiten ist der gesamte Bestand an Inhalten, den eine Website ausspielt: Texte, Bilder, Grafiken, Videos, Audio, interaktive Anwendungen und Downloads. Das SEO-Küche-Lexikon fasst den Begriff genau so, als Sammelbezeichnung für alle Inhalte einer Website, nicht nur für den geschriebenen Text.

Diese Seite beantwortet deshalb keine Schreibfrage, sondern eine Bestandsfrage: Welche Inhalte muss eine Website konkret enthalten, auf welchen Seitentypen liegen sie, und wie werden sie im CMS gepflegt und bewertet? Wer das einmal sauber aufgelistet hat, besitzt ein Content-Inventar. Alles Weitere, von der Textproduktion bis zur Optimierung, setzt darauf auf.

Die Kurzantwort: der Mindestbestand einer Website

Eine Unternehmenswebsite braucht in der Regel diese Inhalte:

  • eine Startseite, die Angebot, Anbieter und Zielgruppe in wenigen Sekunden einordnet
  • je eine eigene Seite pro Leistung, Produkt oder Lösung
  • Informationen zu Unternehmen, Team und Qualifikationen
  • eine Kontaktseite mit allen tatsächlich bedienten Kontaktwegen
  • Vertrauensbelege: Referenzen, Kundenstimmen, Zertifikate, Fallbeispiele
  • Ratgeber, Anleitungen oder eine Sammlung häufiger Fragen
  • rechtlich erforderliche Seiten, abhängig von Anbieter, Angebot und Datenverarbeitung
  • Bild- und Videomaterial, das erklärt statt nur dekoriert
  • Downloads wie Datenblätter, Broschüren oder Anleitungen
  • die unsichtbare Schicht: Seitentitel, Alternativtexte, Bildunterschriften, Verlinkungen
  • pro Inhalt eine zuständige Person, einen Status und ein Prüfdatum

Nicht jeder Punkt gilt für jede Website. Ein Handwerksbetrieb braucht einen anderen Bestand als ein Softwareanbieter, eine Praxis oder ein Onlineshop. Die Liste ist der Ausgangspunkt einer Inventur, keine Pflichtvorlage.

Fünf Content-Arten, die eine Website ausmachen

Dass die Art des Inhalts die häufigste Einstiegsfrage ist, zeigt schon die Suche selbst: Von den vier Fragen, die Google im Block “Ähnliche Fragen” zu diesem Thema einblendet, zielen zwei direkt auf die Content-Arten. Textbroker unterscheidet in seinem Leitfaden zur Content-Gestaltung fünf davon: Text, Bilder, Video, Audio und Apps. Diese Einteilung trägt auch für ein Inventar, wenn man sie um Dokumente und Downloads ergänzt.

Wichtig für die Bestandsaufnahme: Ein Content-Element ist selten nur die Datei. Zu jedem Format gehören Begleitinhalte, die separat erstellt und gepflegt werden müssen.

Content-ArtWas zum vollständigen Element gehört
TextÜberschrift, Fließtext, Zwischentitel, Seitentitel
BildDatei, sprechender Dateiname, Alternativtext, Bildunterschrift, Nutzungsrecht
VideoDatei oder Einbettung, Titel, Vorschaubild, Beschreibung, Untertitel, Transkript
AudioDatei, Episodentitel, Beschreibung, Sprecher, Coverbild, Transkript
InteraktivAnwendung, Feldbeschriftungen, Hilfetexte, Bestätigung, Fehlermeldung
DownloadDatei, Downloadtitel, Kurzbeschreibung, Version, Dateigröße, Format

Text

Text ist der Träger fast jeder Information: Leistungsbeschreibungen, Produktdaten, Unternehmensdarstellung, Teamprofile, Ratgeberbeiträge, Antworten auf häufige Fragen, rechtliche Hinweise. Dazu kommen die kleinen Textbausteine, die im Inventar regelmäßig fehlen: Beschriftungen von Schaltflächen, Hinweise in Formularen, Fehlermeldungen, Bestätigungsseiten, Bildunterschriften, Downloadbeschreibungen.

Diese Mikrotexte verdienen einen eigenen Platz in der Liste. Eine unverständliche Formularmeldung kostet mehr Anfragen als ein mittelmäßiger Absatz auf einer Unterseite. Wie diese Texte dann formuliert werden, ist ein eigener Arbeitsschritt: Handwerkliche Regeln, etwa Akronyme bei der ersten Nennung auszuschreiben, Fachjargon zu vermeiden und dem Modell der umgekehrten Pyramide zu folgen, sammelt 4iMEDIA in seinen goldenen Regeln für Website-Content. Für das Inventar zählt zunächst nur, ob der Baustein existiert.

Bild und Grafik

Zum Bildbestand gehören Logo und Markenmotive, Teamfotos, Produktbilder, Standortaufnahmen, Referenzbilder, Diagramme, Infografiken, Icons, Screenshots und Vorschaubilder für Videos oder Downloads.

Der Alternativtext ist dabei kein Zusatz, sondern Bestandteil des Inhalts: Er beschreibt, was das Bild zeigt oder welche Funktion es hat, sofern das nicht bereits vollständig aus dem umgebenden Text hervorgeht. Prüfen Sie bei der Inventur außerdem, ob Bilder noch das aktuelle Team, Angebot und Erscheinungsbild zeigen. Veraltete Fotos fallen Besuchern schneller auf als ein überholter Textabsatz.

Video

Video lohnt sich, wo Ablauf, Bewegung oder persönliche Ansprache den Unterschied machen: Produktvorführungen, Bedienungsanleitungen, Unternehmensvorstellungen, Interviews, Kundenberichte, Erklärvideos, Aufzeichnungen von Veranstaltungen.

Halten Sie im Inventar zusätzlich fest, wo ein Video gehostet wird und wer es pflegt. Eingebettete Videos liegen technisch außerhalb der Website und fallen aus jeder Prüfung heraus, die nur die eigenen Seiten betrachtet.

Audio

Audio ist kein Pflichtbestand, aber sinnvoll für Podcasts, Interviews, Sprachbeispiele oder als barrierearme Ergänzung. Auch hier gilt: Die Tondatei allein ist noch kein nutzbarer Inhalt. Ein Transkript macht die Information für alle zugänglich, die den Ton gerade nicht abspielen können oder wollen, und ist zugleich der Teil, der sich durchsuchen lässt.

Interaktive Inhalte und Anwendungen

Interaktiv sind alle Elemente, die auf eine Eingabe reagieren: Kontaktformulare, Rechner, Konfiguratoren, Terminbuchung, Karten, Suche, Filter, Umfragen, Kundenportale, Chat, Produktvergleiche.

Der Content besteht hier nicht aus der Anwendung, sondern aus dem, was sie sagt: Feldbeschriftungen, Hilfetexte, Auswahloptionen, Bestätigungstext, Fehlermeldungen. Für jedes interaktive Element sollte im Inventar stehen, welchen Zweck es erfüllt, welche Daten es abfragt und welche Rückmeldung nach dem Absenden erscheint.

Dokumente und Downloads

PDF-Dateien werden übersehen, weil sie außerhalb der Seite liegen. Genau deshalb sind sie die häufigste Fehlerquelle: Ein Datenblatt mit alten Preisen, alter Telefonnummer oder eingestellten Leistungen widerspricht der Website und wird trotzdem weiter heruntergeladen. Erfassen Sie pro Download Version, Gültigkeitsdatum, verantwortliche Person und die Seiten, die darauf verlinken.

Welcher Content auf welchen Seitentyp gehört

Startseite

Die Startseite ordnet ein und verteilt weiter. Sie braucht eine klare Bezeichnung des Angebots, einen kurzen Nutzenüberblick, Einstiege in die wichtigsten Leistungen, Vertrauenselemente, eine Kontaktmöglichkeit und passende Bildmotive. Sie muss nicht jedes Detail enthalten, sondern jede Zielgruppe innerhalb eines Klicks an die richtige Stelle bringen.

Leistungs- und Produktseiten

Pro Angebot eine Seite, und diese Seite beantwortet: Was ist es, für wen, was ist enthalten, was nicht, wie läuft es ab, welche Varianten gibt es, was kostet es oder wie kommt ein Angebot zustande, welche Belege gibt es, wer ist zuständig, wie geht es weiter. Verlässliche Preisangaben gehören nur dann auf die Seite, wenn sie intern gedeckt sind. Ohne belastbare Zahl ist ein transparenter Hinweis zur Angebotserstellung besser als eine Spanne, die niemand halten kann.

Über uns und Teamprofile

Unternehmensgeschichte, Arbeitsweise, Standorte, Leitung, Team, Qualifikationen, Mitgliedschaften, Zertifikate, Presse, offene Stellen. Teamprofile brauchen einen einheitlichen Aufbau aus Name, Funktion, Zuständigkeit, Kontaktweg und Foto. Nehmen Sie nur Felder auf, die Sie bei jeder Personaländerung auch tatsächlich nachziehen.

Ratgeber und Wissensbereich

Artikel, Anleitungen, Glossare, Checklisten, Vorlagen, Studien, häufige Fragen. Jeder Beitrag braucht Titel, Veröffentlichungsdatum, verantwortlichen Autor oder eine Fachprüfung und ein Datum für die nächste Kontrolle. Bei zeitabhängigen Themen ist die Gültigkeit selbst ein Inventarfeld.

Kontaktseite

Telefon, E-Mail, Formular, Anschrift, Erreichbarkeitszeiten, Anfahrt, Ansprechpartner, Hinweise zur Terminvereinbarung, übliche Reaktionszeit, Notfall- oder Supportweg. Entscheidend ist die Konsistenz: Abweichende Telefonnummern oder Öffnungszeiten in Fußzeile, Kontaktseite und PDF sind einer der häufigsten Befunde jedes Content-Audits.

Pflichtseiten

Je nach Anbieter, Angebot und eingesetzten Diensten können Impressum, Datenschutzhinweise, Widerrufsbelehrung oder AGB erforderlich sein. Welche das im Einzelfall sind und was hineingehört, gehört fachkundig geprüft. Im Inventar stehen davon nur die Verwaltungsdaten: Seitentitel, verantwortliche Stelle, Versionsstand, Freigabedatum, nächste Prüfung.

Unique Content und Duplicate Content im Inventar unterscheiden

Unique Content ist eigenständig für eine Seite und einen konkreten Zweck erstellt. Duplicate Content liegt vor, wenn gleiche oder nahezu gleiche Inhalte unter mehreren URLs erreichbar sind.

Nicht jede Wiederholung ist ein Problem. Kontaktdaten, rechtliche Hinweise und standardisierte Produktmerkmale wiederholen sich notwendigerweise. Kritisch wird es bei umfangreichen Leistungs- oder Standortseiten, die sich nur im ausgetauschten Ortsnamen unterscheiden. Drei Fragen genügen als Inventarprüfung:

  • Welchen eigenen Zweck erfüllt diese Seite?
  • Welche Information steht ausschließlich hier?
  • Wiederholt die Seite nur, was anderswo bereits vollständig steht?

Bleibt bei zwei Seiten dieselbe Antwort, gehört eine davon zusammengeführt oder gestrichen. Die technische Diagnose und Bereinigung von Duplicate Content ist ein Thema für sich; im Inventar reicht die Markierung.

Woher der Content kommt

Für die Beschaffung gibt es drei Wege, und sie schließen einander nicht aus. Selbst schreiben liefert das Fachwissen, kostet aber interne Zeit. Extern einkaufen skaliert: content.de gibt an, Website-Texte über rund 6.500 Autoren erstellen zu lassen. Und automatisiert erzeugen ist schnell, verlagert das Risiko aber nach hinten. IONOS behandelt automatisiert erstellte Website-Inhalte in einem eigenen Ratgeber, Stand 20.01.2026, und nennt Duplicate Content und Transparenz als die zentralen Risiken.

Für das Inventar folgt daraus ein zusätzliches Feld pro Inhalt: Herkunft. Wer weiß, welche Seiten intern, extern oder maschinell entstanden sind, kann Prüfaufwand gezielt dorthin lenken, wo er nötig ist.

Content im CMS pflegen

Ein Content-Management-System soll Inhalte nicht nur speichern, sondern nachvollziehbar verwaltbar machen. Dazu braucht jeder Inhalt Felder:

  • eindeutiger Titel und URL
  • Content-Art und Seitentyp
  • Thema oder Angebot, Zielgruppe
  • Status: Entwurf, in Prüfung, freigegeben, veröffentlicht, archiviert
  • verantwortliche Person und fachliche Freigabe
  • Erstellungsdatum, Datum der letzten Prüfung, geplanter Prüftermin
  • verwendete Medien und Downloads
  • Herkunft des Inhalts
  • Sprachversionen

Wiederkehrende Angaben gehören als zentrale Bausteine gepflegt, nicht als Kopie. Eine zentral gespeicherte Telefonnummer wird einmal geändert statt auf fünfzig Seiten. Dokumentieren Sie dann aber, wo ein Baustein überall eingesetzt wird: Sonst verändert eine zentrale Korrektur unbemerkt Seiten, für die eine abweichende Angabe gewollt war.

Content-Audit: den Bestand bewerten

Das Inventar sagt, was da ist. Der Audit sagt, was es taugt. Bewerten Sie jeden Eintrag nach denselben Kriterien:

  • Vorhanden: Existiert der benötigte Inhalt überhaupt?
  • Vollständig: Beantwortet er die wesentlichen Fragen zum Thema?
  • Aktuell: Stimmen Zahlen, Personen, Angebote und Aussagen noch?
  • Eindeutig: Hat die Seite einen klaren eigenen Zweck?
  • Konsistent: Passen die Angaben zu anderen Seiten und zu den Downloads?
  • Nutzbar: Funktionieren Formulare, Medien und Dateien?
  • Zugänglich: Gibt es Alternativtexte, Untertitel, Transkripte?
  • Verantwortet: Ist eine zuständige Person hinterlegt?
  • Freigegeben: Wurde fachlich und rechtlich geprüft?
  • Messbar: Lässt sich erkennen, ob der Inhalt genutzt wird?

Eine Ampelbewertung reicht: Grün bedeutet verwendbar, Gelb überarbeiten, Rot ersetzen oder entfernen. Aus jeder Bewertung folgt genau eine Entscheidung, und zwar behalten, aktualisieren, ergänzen, zusammenführen, neu erstellen, archivieren, löschen oder fachlich prüfen lassen. Ohne verantwortliche Person und Termin bleibt der Audit eine Problemliste statt eines Arbeitsplans.

In fünf Schritten zum Content-Inventar

  1. Alle erreichbaren Seiten, Medien und Downloads erfassen, auch die, die nicht in der Navigation stehen.
  2. Jedem Eintrag Content-Art, Seitentyp und Herkunft zuordnen.
  3. Zuständigkeit, Status und Aktualität dokumentieren.
  4. Nach den Audit-Kriterien bewerten.
  5. Lücken, Doppelungen und Maßnahmen priorisieren, mit Name und Termin.

Das Ergebnis ist eine einzige Übersicht darüber, welcher Content für die Website vorhanden ist und welcher fehlt. Sie trägt Relaunch, Redaktionsplanung, Freigaben und die laufende Pflege gleichermaßen. Guter Content-Bestand heißt dabei nicht: möglichst viele Seiten und Formate. Er heißt, dass jede benötigte Information vorhanden, auffindbar, aktuell und eindeutig verantwortet ist.