Google AdWords Keyword Tool kostenlos nutzen: der Zero-Budget-Ablauf im Keyword-Planer
Was am Keyword-Planer kostenlos ist und was Google verlangt. Konto im Expertenmodus einrichten, Kampagne pausieren, Keywords ohne Ausgaben recherchieren.
Das Werkzeug, das früher Google AdWords Keyword Tool hieß, ist bis heute kostenlos nutzbar. Es heißt inzwischen Google Keyword-Planer (englisch Keyword Planner) und sitzt in Google Ads. Kostenlos heißt dabei aber nicht voraussetzungslos: Google nennt als Bedingung einen abgeschlossenen Konto-Einrichtungsprozess einschließlich Abrechnungsinformationen und einer erstellten Kampagne, und das Konto muss im Expertenmodus laufen.
Genau daraus entsteht die Sorge, die hinter der Suche nach dem kostenlosen AdWords Keyword Tool steckt: Wer eine Zahlungsmethode hinterlegen und eine Kampagne anlegen muss, fürchtet, versehentlich Werbekosten auszulösen. Google weist jedoch ausdrücklich darauf hin, dass Sie diese Kampagne pausieren können, wenn Sie noch nicht werben möchten.
Diese Anleitung trennt deshalb sauber zwischen dem, was Google zur Freischaltung verlangt, und dem, was tatsächlich Geld kostet. Danach führt sie durch eine vollständige Recherche mit einem Werbebudget von null Euro: Konto einrichten, Kampagne pausieren, Keywords ermitteln, Daten einordnen, exportieren.
Kurz beantwortet: Was kostet der Keyword-Planer wirklich?
Für den Keyword-Planer selbst berechnet Google nichts. Es gibt keine Grundgebühr, kein Abo und keinen Preis pro Abfrage. Kosten entstehen ausschließlich dann, wenn eine aktive Kampagne Anzeigen ausliefert und dadurch abrechenbare Interaktionen erzeugt.
| Punkt | Kosten oder Voraussetzung |
|---|---|
| Google-Konto | kostenlos |
| Google-Ads-Konto | kostenlos |
| Expertenmodus aktivieren | kostenlos |
| Keyword-Planer öffnen | kostenlos |
| Keyword-Ideen erzeugen | kostenlos |
| Suchvolumen und Prognosen abrufen | kostenlos |
| Ergebnisse exportieren | kostenlos |
| Abrechnungsinformationen hinterlegen | erforderlich, aber keine Werbeausgabe |
| Kampagne erstellen | laut Google Teil der vollständigen Kontoeinrichtung |
| Kampagne pausieren | kostenlos |
| Kampagne aktiv laufen lassen | kostenpflichtig |
Die entscheidende Unterscheidung lautet also: Eine hinterlegte Zahlungsmethode ist eine Freischaltbedingung, keine Buchung. Abgerechnet wird erst, wenn Anzeigen ausgeliefert werden.
Eine Erwartung erfüllt Google allerdings nicht. Einen anonymen Zugang ohne Anmeldung und ohne Kontoeinrichtung gibt es beim offiziellen Werkzeug nicht. Wer „kostenlos" als „ohne Konto" versteht, bleibt beim Keyword-Planer immer an dieser Hürde hängen.
Warum das Tool nicht mehr AdWords Keyword Tool heißt
Google hat seine Werbeplattform 2018 von Google AdWords in Google Ads umbenannt. Das zugehörige Recherchewerkzeug trägt seitdem den Namen Google Keyword-Planer.
Ein separates, älteres AdWords Keyword Tool existiert daneben nicht. Wer danach sucht, sucht in aller Regel den heutigen Keyword-Planer, und alle folgenden Schritte beziehen sich auf dieses eine Werkzeug.
Voraussetzungen für den kostenlosen Zugang
Vor der ersten Recherche brauchen Sie:
- ein Google-Konto
- ein Google-Ads-Konto im Expertenmodus
- eine abgeschlossene Kontoeinrichtung inklusive Abrechnungsinformationen
- eine erstellte Kampagne, die Sie anschließend pausieren
Der Expertenmodus ist der Punkt, an dem die meisten Zugangsversuche scheitern. Im vereinfachten Smart-Modus ist der Keyword-Planer laut Google nicht verfügbar. Dieser Modus ist auf eine stark automatisierte Kampagnenerstellung ausgelegt und blendet die erweiterten Planungswerkzeuge aus.
Bezeichnungen und Platzierung der Schaltflächen ändern sich immer wieder. Achten Sie während der Anmeldung deshalb gezielt auf eine Formulierung wie „Zum Expertenmodus wechseln" oder „Konto im Expertenmodus erstellen". Sie ist meist unauffälliger dargestellt als der geführte Kampagnenassistent, den Google zuerst anbietet.
Schritt 1: Konto im Expertenmodus einrichten
Melden Sie sich bei Google Ads mit Ihrem Google-Konto an. Besteht bereits ein Konto, prüfen Sie zuerst, ob es im Expertenmodus läuft, bevor Sie irgendetwas anderes tun.
Bei einem neuen Konto führt Google Sie zunächst in den Kampagnenassistenten. Wechseln Sie an dieser Stelle in den Expertenmodus und ergänzen Sie danach die Kontodaten: Land, Währung, Zeitzone und Abrechnungsinformationen.
Arbeiten Sie hier bewusst langsam. Währung und Zeitzone lassen sich nach der Einrichtung nicht ohne Weiteres korrigieren, und beide beeinflussen später jede Kostenangabe und jede Datumsabgrenzung im Konto. Die Abrechnungsdaten dienen dabei nur der vollständigen Kontoeinrichtung, sie sind keine Mitgliedschaft für den Keyword-Planer.
Schritt 2: Die verlangte Kampagne anlegen und sofort pausieren
Google nennt eine erstellte Kampagne ausdrücklich als Teil des abgeschlossenen Einrichtungsprozesses und weist ebenso ausdrücklich darauf hin, dass Sie sie pausieren können, wenn Sie noch nicht werben möchten. Behandeln Sie diese Kampagne also als reine Zugangsbedingung, nicht als Werbeprojekt.
Ein kontrollierter Ablauf sieht so aus:
- Legen Sie die verlangte Kampagne an.
- Setzen Sie ein möglichst niedriges Tagesbudget, falls eine Budgetangabe verlangt wird.
- Schließen Sie die Einrichtung ab, ohne unterwegs weitere Kampagnen zu erzeugen.
- Öffnen Sie sofort die Kampagnenübersicht.
- Setzen Sie den Status auf „Pausiert".
- Prüfen Sie zusätzlich Anzeigengruppen und Anzeigen.
Ein niedriges Budget ist kein Ersatz für das Pausieren. Es deckelt nur die geplanten Ausgaben pro Tag, verhindert aber keine einzige Auslieferung. Zero Budget bedeutet in diesem Ablauf: pausiert, nicht sparsam.
Schritt 3: Nachprüfen, dass nichts ausgeliefert wird
Verlassen Sie sich nicht auf die Annahme, dass eine frisch angelegte Kampagne schon nichts tun wird. Kontrollieren Sie den Zustand direkt im Konto:
- Steht die Kampagne wirklich auf „Pausiert"?
- Existiert eine zweite Kampagne, die noch aktiv ist?
- Zeigt die Übersicht Impressionen, Klicks oder Kosten?
- Ist der Datumsbereich der Ansicht aktuell genug, um heutige Werte zu zeigen?
- Sind automatische Empfehlungen aktiviert, die Einstellungen selbsttätig übernehmen könnten?
Bei einer rechtzeitig pausierten Kampagne sollten keine laufenden Kosten erscheinen. Tauchen doch Werte auf, hilft ein Blick in den Abrechnungsbereich mit passend gesetztem Zeitraum, um zu klären, ob es sich um tatsächliche Ausgaben oder nur um eine ungünstig gewählte Ansicht handelt.
Diese Kontrolle ist keine einmalige Aufgabe. Machen Sie sie zur festen Gewohnheit vor jeder Recherchesitzung, dann bleibt eine versehentliche Statusänderung nie länger als eine Sitzung unbemerkt.
Schritt 4: Den Keyword-Planer öffnen
Nach abgeschlossener Einrichtung finden Sie den Keyword-Planer in Google Ads im Bereich für Tools und Planung. Die Navigation wird gelegentlich umgebaut, die Funktion selbst bleibt gleich.
Google positioniert den Keyword-Planer als Werkzeug, um relevante Suchbegriffe zu finden, deren Suchhäufigkeit einzuschätzen und Kosten für Anzeigen zu prognostizieren. Diese Aufgaben verteilen sich auf zwei Arbeitsbereiche:
- Neue Keywords entdecken, wenn Sie noch keine Liste haben.
- Suchvolumen und Prognosen abrufen, wenn Ihre Liste bereits steht.
Fehlt der Keyword-Planer in der Navigation, prüfen Sie in dieser Reihenfolge: erstens den Kontomodus, denn der Smart-Modus ist die häufigste Ursache, zweitens die Vollständigkeit von Konto- und Abrechnungseinrichtung.
Schritt 5: Keyword-Ideen erzeugen
Der Planer kann Keyword-Ideen anhand von Begriffen oder anhand einer Website erzeugen. Beide Wege lassen sich kombinieren, liefern aber unterschiedlich brauchbare Ergebnisse.
Start mit Suchbegriffen. Geben Sie einige eng verwandte Ausgangsbegriffe ein, die Thema, Angebot oder Problem konkret benennen. Für einen Onlinekurs zur Gartenplanung wären das etwa „Garten planen", „Gartengestaltung lernen", „Gartenplanung Kurs" und „kleinen Garten gestalten". Halten Sie eine Abfrage thematisch geschlossen. Mischen Sie mehrere Themen in einem Durchgang, wird die Vorschlagsliste breit und der Anteil unbrauchbarer Treffer steigt spürbar.
Start mit einer Website. Alternativ werten Sie eine Domain oder eine einzelne Unterseite aus. Eine thematisch präzise Einzelseite liefert dabei meist die schärferen Vorschläge, während eine breite Startseite die Ideen wieder auffächert. Nutzen Sie diesen Weg als Ideenquelle, nicht als Bewertung der Website, und übernehmen Sie nicht jeden Vorschlag ungeprüft.
Stellen Sie in beiden Fällen Standort und Sprache bewusst ein, bevor Sie das Ergebnis lesen. Dieselbe Abfrage sieht für Deutschland anders aus als für Österreich oder die Schweiz, und diese Einstellung gilt für alle Zahlen, die anschließend in der Tabelle stehen.
Schritt 6: Die Zahlen richtig einordnen
Die historischen Messwerte enthalten unter anderem durchschnittliche monatliche Suchanfragen, den Wettbewerb und Gebotsschätzungen für obere Anzeigenpositionen. Jede dieser Spalten beantwortet eine andere Frage.
Durchschnittliche monatliche Suchanfragen sind ein Rückblick, keine Vorhersage. In den Wert fließen saisonale Schwankungen, der gewählte Standort, die Sprache und die mögliche Zusammenfassung ähnlicher Schreibweisen ein. Konten ohne laufende Werbeausgaben sehen zudem teilweise weniger detaillierte Angaben, etwa gerundete Wertebereiche statt exakter Durchschnittswerte. Das entwertet die Angabe nicht, verschiebt sie aber von der Messung zur Größenordnung. Genau so sollten Sie sie verwenden: um Begriffe untereinander zu vergleichen, nicht um Besucherzahlen auszurechnen. Ein kleines Volumen mit klarer Absicht schlägt regelmäßig ein großes Volumen ohne Bezug zu Ihrem Angebot.
Wettbewerb beschreibt die Konkurrenz unter Werbetreibenden, nicht die Schwierigkeit, organisch zu ranken. Ein Wert von „hoch" sagt Ihnen, dass viele Anbieter für diesen Begriff zahlen. Das ist ein wirtschaftliches Signal dafür, wo im Markt Geld liegt. Eine Aussage über die unbezahlten Suchergebnisse ist es nicht, und es ersetzt keine Analyse der organischen Ergebnisseiten.
Gebotsschätzungen für obere Anzeigenpositionen sind eine Spanne, keine Preisliste. Der reale Klickpreis hängt von Wettbewerb, Anzeigenqualität, Zielgruppe, Zeitpunkt und Kampagneneinstellungen ab. Für eine reine Recherche taugen die Werte als grober Indikator dafür, wie viel ein Klick auf diesen Begriff im Markt wert ist. Ein hoher Schätzwert macht ein Keyword aber nicht automatisch passend, denn Relevanz und Suchabsicht bleiben das stärkere Kriterium.
Schritt 7: Eine vorhandene Liste prüfen und Prognosen einordnen
Haben Sie bereits Keywords gesammelt, gehören sie in den Bereich „Suchvolumen und Prognosen abrufen". Dort fügen Sie die Begriffe ein oder laden eine unterstützte Datei hoch und erhalten dieselben historischen Messwerte für die gesamte Liste auf einmal. Für das Sortieren und Aussortieren ist das der schnellere Weg.
Die Prognosen daneben haben eine klare Grenze. Sie beruhen auf den ausgewählten Keywords und zusätzlich auf Einstellungen wie Budget, Gebot, Standort, Sprache und Suchnetzwerk, und sie können sich bei geänderten Marktbedingungen verändern. Zwei Prognosen zu derselben Liste sind deshalb nur vergleichbar, wenn diese Einstellungen identisch sind.
Wenn Sie gar keine Anzeigen schalten wollen, sind Klick-, Kosten- und Conversion-Prognosen reine Modellrechnungen. Sie lösen keine Zahlung aus, solange Ihre Kampagne pausiert bleibt, und sie sagen nichts über organische Besuche voraus.
Schritt 8: Filtern, auswählen, exportieren
Kürzen Sie die Liste vor dem Export, nicht danach. Sinnvolle Filter sind Standort, Sprache, durchschnittliche monatliche Suchanfragen, Wettbewerb, enthaltene oder ausgeschlossene Wörter, Markenbegriffe und der Zeitraum.
Beginnen Sie mit der inhaltlichen Relevanz und entfernen Sie alles, was nur oberflächlich ähnlich klingt, aber ein anderes Problem oder eine andere Zielgruppe meint. Erst danach sortieren Sie den Rest nach Volumen und kommerziellen Signalen. In dieser Reihenfolge entscheidet die Absicht über die Liste und die Kennzahl nur über die Reihenfolge.
Für eine erste Arbeitsliste genügen sechs Spalten: Keyword, durchschnittliche monatliche Suchanfragen, Wettbewerb, niedrigste Gebotsschätzung, höchste Gebotsschätzung und eine eigene Notiz zur Suchabsicht. Das hält den Export übersichtlich und verhindert, dass Werbekennzahlen zum alleinigen Entscheidungskriterium werden.
Der Keyword-Planer bietet eine Downloadfunktion für die angezeigten Ideen oder hochgeladenen Begriffe, je nach Oberfläche als CSV oder als Google Tabelle. Prüfen Sie vor dem Klick noch einmal Standort und Sprache, den eingestellten Zeitraum, die Ausschlüsse, den Spaltenumfang und den Kampagnenstatus.
Benennen Sie die Datei mit Thema, Region und Datum, etwa gartenplanung-de-2026-09.csv. Ein Export ist eine Momentaufnahme unter bestimmten Einstellungen, und ohne diese Angaben im Dateinamen lässt sich später nicht mehr rekonstruieren, unter welchen Bedingungen die Daten entstanden sind. Für wichtige Entscheidungen rufen Sie die Daten in angemessenen Abständen neu ab.
Die drei realistischen Kostenfallen
Die Recherche selbst kostet nichts. Das gesamte Kostenrisiko liegt in einer Kampagne, die unbemerkt aktiv ist.
- Die Einrichtungskampagne bleibt aktiv. Sie wurde angelegt, aber nie pausiert, oder das Pausieren wurde nur auf Ebene der Anzeigengruppe vorgenommen. Dazu zählt auch der Fall, dass im geführten Prozess mehrere Kampagnen entstanden sind und nur eine davon pausiert wurde.
- Budget statt Status. Das Tagesbudget wurde gesenkt, die Kampagne läuft aber weiter und liefert aus. Ein niedriges Budget begrenzt die Ausgabe, es beendet sie nicht.
- Prognose wird für Abrechnung gehalten. Die Kostenwerte in der Prognoseansicht sind Modellwerte einer angenommenen Kampagne, keine Buchungen. Umgekehrt gilt aber auch: Eine Kostenangabe in der Kampagnenübersicht ist keine Prognose.
Wer nach jeder Sitzung einmal den Kampagnenstatus prüft, schließt alle drei Fälle in unter einer Minute aus.
Fazit
Das frühere Google AdWords Keyword Tool ist als Google Keyword-Planer weiterhin kostenlos nutzbar, aber nicht ohne Konto. Der Zugang hängt an vier Bedingungen: Google-Ads-Konto, Expertenmodus, abgeschlossene Einrichtung mit Abrechnungsinformationen und eine erstellte Kampagne.
Der Zero-Budget-Ablauf ist damit kurz: Konto im Expertenmodus einrichten, die verlangte Kampagne anlegen, sofort pausieren, Status kontrollieren und erst danach recherchieren. Anschließend stehen Ihnen Keyword-Ideen, historische Messwerte, Prognosen und der Export vollständig offen.
Die Regel dahinter ist einfach genug, um sie sich zu merken: Nicht das Werkzeug kostet Geld, sondern die Auslieferung von Anzeigen.
