Google Keyword Analyse Tool: Analyse im Keyword-Planer durchführen und auswerten
So starten Sie eine Analyse im Google Keyword-Planer, grenzen die Ergebnisse richtig ein und machen aus den Kennzahlen eine priorisierte Keyword-Liste.
Der Google Keyword-Planer ist Bestandteil von Google Ads und liefert die Rohdaten, aus denen eine priorisierte Keyword-Liste entsteht. Entscheidend ist nicht der Zugriff auf das Tool, sondern die Frage, welche Einstellungen eine belastbare Analyse ergeben und wie die ausgegebenen Kennzahlen zu lesen sind. Diese Anleitung führt durch genau diesen Ablauf: Analyse starten, Ergebnisse eingrenzen, Spalten korrekt interpretieren, Liste priorisieren.
Die beiden Arbeitsbereiche auseinanderhalten
Der Keyword-Planer bietet zwei Arbeitsbereiche: “Neue Keywords entdecken” und “Suchvolumen und Prognosen abrufen”. Der erste erweitert eine kleine Startmenge zu einer Ideenliste, der zweite bewertet eine bereits vorhandene Liste. Wer eine fertige Liste in den Entdecken-Modus gibt, bekommt zusätzliche Vorschläge statt einer Bewertung und arbeitet anschließend mit einem aufgeblähten Datensatz. Klären Sie deshalb vor dem ersten Klick, ob Sie sammeln oder bewerten wollen.
Schritt 1: Die Analyse konkret starten
Neue Keyword-Ideen lassen sich auf zwei Wegen ableiten: aus eingegebenen Suchbegriffen oder aus den Inhalten einer Website. Beide Wege haben eine praktische Rolle:
- Suchbegriffe: Geben Sie zwischen 3 und 10 Begriffe ein, die Ihr Angebot in der Sprache der Nutzer beschreiben. Mischen Sie dabei nicht mehrere Themen in einem Durchlauf, sonst zerfällt die Ideenliste in unzusammenhängende Bereiche.
- Website-Inhalte: Der Einstieg über eine URL ist sinnvoll, wenn Sie prüfen wollen, welche Begriffe Google einer bestehenden Seite thematisch zuordnet. Nutzen Sie hier eine konkrete Unterseite, nicht die Startseite, weil die Startseite meist zu viele Themen enthält.
Führen Sie pro Thema einen eigenen Durchlauf aus und exportieren Sie jedes Ergebnis separat. Das macht später nachvollziehbar, aus welchem Ausgangsbegriff eine Idee stammt.
Schritt 2: Ergebnisse eingrenzen, bevor Sie sie lesen
Die Ergebnisse lassen sich unter anderem nach Standort, Sprache, Suchnetzwerk und Zeitraum eingrenzen. Diese vier Einstellungen entscheiden über die Aussagekraft der gesamten Analyse:
- Standort: Voreinstellungen decken oft ein zu großes Gebiet ab. Für ein regional tätiges Unternehmen setzen Sie das Zielgebiet auf die tatsächlich bearbeiteten Regionen.
- Sprache: Die Spracheinstellung filtert nicht automatisch mit dem Standort mit. Prüfen Sie sie separat.
- Suchnetzwerk: Wird das Netzwerk inklusive Suchpartner gewählt, liegen die ausgewiesenen Werte höher als bei reiner Google-Suche. Vergleichen Sie deshalb nie zwei Exporte mit unterschiedlicher Netzwerkeinstellung.
- Zeitraum: Ein Zwölfmonatszeitraum glättet saisonale Ausschläge, ein kürzerer Zeitraum zeigt aktuelle Bewegungen. Legen Sie einen Zeitraum fest und behalten Sie ihn für alle Durchläufe bei.
Schritt 3: Die Kennzahlen richtig interpretieren
Der Keyword-Planer stellt Schätzwerte zu Suchanfragen und zu den voraussichtlichen Kosten für die Ausrichtung auf Keywords bereit. Das Wort Schätzwert ist wörtlich zu nehmen: Die Zahlen sind Größenordnungen für die Priorisierung, keine Messwerte.
Die häufigste Fehlinterpretation betrifft die Wettbewerbsspalte. Sie beschreibt den Wettbewerb unter Werbetreibenden für ein Keyword und ist nicht mit dem organischen SEO-Wettbewerb gleichzusetzen. Ein Keyword mit niedrigem Wettbewerb kann organisch von starken Domains besetzt sein, ein Keyword mit hohem Wettbewerb kann organisch offen sein. Wer die Spalte als SEO-Schwierigkeit liest, priorisiert systematisch falsch.
Ähnliches gilt für Prognosen. Sie basieren auf Schätzungen und können sich durch Gebote, Budget, Saison, Standort und weitere Kampagneneinstellungen verändern. Eine Prognose ist damit an die eingestellten Rahmenbedingungen gebunden und nicht auf einen anderen Kontext übertragbar.
Die Gebotsspannen am oberen und unteren Seitenanfang sind der brauchbarste Hinweis auf kommerziellen Wert: Wo Werbetreibende bereit sind, viel zu zahlen, steht in der Regel eine Kaufabsicht dahinter.
Schritt 4: Aus den Daten eine priorisierte Liste machen
Bewerten Sie jede Zeile Ihres Exports nach drei Kriterien und vergeben Sie je 1 bis 3 Punkte:
- Relevanz für das Angebot. Beschreibt das Keyword etwas, das Sie tatsächlich anbieten? Ohne Relevanz ist jede weitere Zahl irrelevant.
- Geschätztes Nachfragevolumen. Die Größenordnung der durchschnittlichen monatlichen Suchanfragen im gewählten Standort und Zeitraum.
- Kommerzieller Wert. Abgeleitet aus der Gebotsspanne, nicht aus der Wettbewerbsspalte.
Die Summe ergibt eine Rangfolge. Sortieren Sie absteigend und gruppieren Sie anschließend Begriffe, die dieselbe Suchintention bedienen, zu einem Eintrag zusammen: Sie brauchen pro Intention eine Zielseite, nicht pro Schreibweise eine eigene. Was übrig bleibt, ist die Arbeitsliste.
Checkliste vor dem Export
- Arbeitsbereich passend zum Ziel gewählt
- Standort, Sprache, Suchnetzwerk und Zeitraum bewusst gesetzt und dokumentiert
- Wettbewerbsspalte nicht als SEO-Schwierigkeit interpretiert
- Prognosewerte nur im Kontext der eingestellten Rahmenbedingungen verwendet
- Varianten derselben Suchintention zusammengefasst
Wer diese fünf Punkte einhält, verlässt den Keyword-Planer nicht mit einer Zahlentabelle, sondern mit einer begründeten Reihenfolge, an der sich die weitere Arbeit ausrichten lässt.
