Google Keyword Tool auf Deutsch: den Keyword-Planer sauber auf Deutschland ausrichten
So stellen Sie Sprache, Standort und Suchnetzwerk korrekt ein, verstehen die wichtigsten Messwerte und exportieren belastbare Daten für Deutschland.

Wer nach dem „Google Keyword Tool auf Deutsch" sucht, meint fast immer zwei verschiedene Dinge gleichzeitig: eine deutschsprachige Oberfläche und deutsche Daten. Das Werkzeug, das früher Keyword Tool hieß, heißt heute Keyword-Planer und gehört zu Google Ads. Und die Oberflächensprache entscheidet nicht darüber, welchen Markt Sie messen. Das tun drei Einstellungen innerhalb der Abfrage: Sprache, Standort und Suchnetzwerk.
Diese Anleitung geht den kompletten Weg durch: Zugang, deutsche Oberfläche, die beiden Einstiege des Planers, die richtige Ausrichtung auf Deutschland, das Lesen der Messwerte und schließlich der Export mit dokumentiertem Kontext.
Drei Einstellungen, die oft verwechselt werden
Bevor Sie irgendetwas eingeben, sollten Sie diese drei Ebenen sauber auseinanderhalten:
- Die Kontosprache. Sie bestimmt, ob Menüs, Schaltflächen und Hilfetexte auf Deutsch erscheinen. Sie hat keinen Einfluss auf die Daten.
- Der Sprachfilter der Abfrage. Er bestimmt, für welche Suchsprache Ideen und Messwerte geliefert werden.
- Der Standort. Er bestimmt, auf welches geografische Gebiet sich die Auswertung bezieht.
Google nennt Sprache, Standort und Suchnetzwerk ausdrücklich als die Kriterien, mit denen Keyword-Ideen auf den gewünschten Markt ausgerichtet werden. Eine deutsche Menüleiste gehört nicht dazu. Wer nur die Anzeigesprache umstellt und danach exportiert, kann problemlos einen Datensatz erzeugen, der englische Suchanfragen aus mehreren Ländern enthält, und ihn trotzdem für „deutsche Zahlen" halten.
Falls Google Ads bei Ihnen in einer anderen Sprache erscheint, stellen Sie die Anzeigesprache in den Einstellungen von Google Ads beziehungsweise Ihres Google-Kontos auf Deutsch um. Einzelne Bezeichnungen können sich nach Oberflächen-Updates leicht verschieben. Die Logik dahinter bleibt gleich, deshalb arbeitet diese Anleitung mit Funktionen statt mit exakten Klickpfaden.
Zugang und die zwei Einstiege
Der Keyword-Planer liegt in Google Ads im Bereich der Tools, je nach Navigationsstand unterhalb einer Kategorie wie Planung. Sie brauchen ein eingerichtetes Google-Ads-Konto, um ihn zu öffnen. Die jeweils aktuellen Voraussetzungen beschreibt die Google-Ads-Hilfe zum Keyword-Planer.
Ist der Planer offen, stehen zwei zentrale Einstiege zur Wahl:
- Neue Keywords entdecken, wenn Sie aus Begriffen oder einer Website weitere Formulierungen ableiten wollen.
- Suchvolumen und Prognosen abrufen, wenn Sie bereits eine Liste haben und diese bewerten wollen.
Die Faustregel: Der erste Einstieg erweitert, der zweite bewertet. Wer eine fertige Liste in den Entdecken-Modus kippt, bekommt sie um Vorschläge angereichert zurück und verliert damit die Kontrolle über den Umfang der eigenen Liste.
Die Ausrichtung auf Deutschland festlegen
Kontrollieren Sie die Ausrichtung vor jeder Abfrage, nicht erst beim Export. Der Planer merkt sich Einstellungen aus vorherigen Sitzungen, und ein übrig gebliebener Standort aus einem alten Projekt fällt in der Ergebnistabelle nicht auf.
Für eine auf Deutschland begrenzte Untersuchung setzen Sie:
- Standort: Deutschland, und ausschließlich Deutschland
- Sprache: Deutsch
- Suchnetzwerk: Google
- Zeitraum: passend zur Fragestellung, häufig die letzten zwölf Monate
Entfernen Sie voreingestellte Standorte, statt Deutschland nur zusätzlich anzuhaken. Stehen Deutschland, Österreich und die Schweiz gemeinsam im Feld, beziehen sich alle Zahlen auf den kombinierten Markt, ohne dass die Tabelle das kenntlich macht.
Warum Standort und Sprache getrennt gehören
Die beiden Filter beantworten verschiedene Fragen. Der Standort fragt: Wo wird gesucht? Die Sprache fragt: In welcher Sprache wird gesucht? Beide Antworten sind nötig, weil in Deutschland nicht nur auf Deutsch gesucht wird und deutschsprachige Suchanfragen nicht nur aus Deutschland kommen.
Für eine deutschsprachige Website, deren Angebot nur in Deutschland verfügbar ist, ist die Kombination Deutschland plus Deutsch der richtige Ausgangspunkt. Bedienen Sie zusätzlich Österreich oder die Schweiz, werten Sie die Länder zuerst einzeln aus. Wortwahl und Nachfrage unterscheiden sich dort spürbar, und ein zusammengefasster DACH-Wert glättet genau die Unterschiede weg, wegen derer Sie die Abfrage überhaupt gemacht haben.
Das Suchnetzwerk bewusst wählen
Prüfen Sie, ob nur Google oder auch Suchnetzwerk-Partner einbezogen sind. Für eine klar abgegrenzte Auswertung ist zunächst die Einstellung Google die sauberere Wahl. Eine Erweiterung des Netzwerks verändert die Werte und macht den Vergleich mit älteren Exporten unmöglich, sobald die damalige Einstellung nicht mitdokumentiert wurde.
Neue deutsche Keywords entdecken
Der Entdecken-Modus bietet zwei Wege, und sie liefern unterschiedlich scharfe Ergebnisse.
Mit Keywords beginnen
Geben Sie Begriffe ein, die Ihr Angebot möglichst konkret beschreiben, mehrere durch Komma getrennt. Für einen Anbieter ergonomischer Büromöbel wären das etwa:
- ergonomischer bürostuhl
- höhenverstellbarer schreibtisch
- bürostuhl für homeoffice
Vermeiden Sie sehr allgemeine Einzelwörter wie „Stuhl" oder „Büro" als alleinige Eingabe. Sie erzeugen lange Listen mit vielen Themen, die nichts mit dem Angebot zu tun haben, und kosten anschließend mehr Aufräumzeit, als sie an Ideen bringen.
Optional lässt sich die eigene Domain angeben. Google versucht dann, Ideen auszuschließen, die nicht zum Angebot der Website passen. Das hilft besonders bei mehrdeutigen Ausgangsbegriffen, etwa wenn ein Produktname auch in einem ganz anderen Kontext gesucht wird.
Kontrollieren Sie danach noch einmal Standort, Sprache und Netzwerk und starten Sie erst dann die Abfrage.
Mit einer Website beginnen
Hier tragen Sie eine Domain oder eine konkrete URL ein, deren Inhalt Google als Ausgangspunkt nutzt. Wie eng die Vorschläge ausfallen, hängt direkt von der gewählten Adresse ab:
- Eine gesamte Domain liefert meist eine breite Themenmischung.
- Eine einzelne Kategorie- oder Leistungsseite liefert engere, besser passende Vorschläge.
- Eine thematisch unklare Seite liefert entsprechend unklare Ideen.
Diese Variante lohnt sich, wenn eine Seite bereits ein sauber umrissenes Thema behandelt. Prüfen Sie die Vorschläge trotzdem einzeln: Der Planer bewertet die Verwendbarkeit in Google Ads und bestätigt damit nicht, dass ein Begriff inhaltlich zu Ihrer Seite gehört.
Eine vorhandene Liste bewerten
Für den zweiten Einstieg fügen Sie Ihre Begriffe direkt ein oder laden eine Datei hoch. Bei einer einfachen CSV-Datei genügt eine Spalte mit der Überschrift Keyword. Für umfangreichere Pläne stellt die Oberfläche Vorlagen bereit, in denen zusätzliche Felder wie Kampagne oder Anzeigengruppe vorgesehen sind.
Typische Fragen, die sich so beantworten lassen:
- Welche Schreibvariante wird im deutschen Markt häufiger gesucht?
- Singular oder Plural?
- Wie verteilt sich die Nachfrage über eine bestehende Themenliste, einheitlich für Deutschland gemessen?
Kontrollieren Sie importierte Listen vorher auf Dubletten, versehentlich zusammengefügte Zeilen und fremdsprachige Reste. Der Planer weist solche Einträge nicht zurück, er misst sie einfach mit.
Die Ergebnistabelle richtig lesen
Welche Spalten sichtbar sind, hängt von Ansicht und Kontoeinstellungen ab. Diese vier begegnen Ihnen fast immer.
Durchschnittliche Suchanfragen pro Monat
Eine Schätzung der monatlichen Suchanfragen für das Keyword und ähnliche Varianten, abhängig von Zeitraum, Standort, Sprache und Netzwerk. Der Wert ist eine Planungsgröße, keine exakte Zählung eines einzelnen Suchbegriffs.
Meist sehen Sie einen Durchschnitt über zwölf Monate. Das glättet Saisonspitzen weg. Bei saisonalen Themen wechseln Sie deshalb zusätzlich in die Monatsansicht: Ein Jahresmittelwert bildet eine Nachfrage, die fast vollständig im November und Dezember stattfindet, nur sehr schlecht ab.
Wettbewerb
Diese Spalte steht üblicherweise auf niedrig, mittel oder hoch und beschreibt, wie stark Werbetreibende auf ein Keyword bieten. Sie ist ausdrücklich keine direkte Bewertung des organischen SEO-Wettbewerbs.
Praktisch heißt das: Ein Keyword mit hohem Anzeigenwettbewerb kann organisch leicht zu erobern sein, und ein Begriff mit niedrigem Anzeigenwettbewerb kann von sehr starken Seiten besetzt sein. Lesen Sie die Spalte als Aktivitätsanzeige des Anzeigenmarkts, nicht als Schwierigkeitsgrad für Ihre Inhalte. Die Details dazu stehen in der Google-Ads-Hilfe zu Messwerten und Prognosen.
Gebotsschätzungen
Die Spalten für Gebote im unteren und oberen Bereich zeigen Schätzwerte aus dem Anzeigenmarkt. Ein hoher Wert ist ein Hinweis darauf, dass Klicks zu diesem Thema wirtschaftlich interessant sind, weil jemand bereit ist, dafür zu zahlen. Feste Klickpreise sind es nicht: Die tatsächlichen Kosten hängen von Gebot, Budget, Anzeigenqualität, Zielseite und der konkreten Auktion ab.
Veränderung über drei Monate und im Jahresvergleich
Diese Spalten ordnen die Nachfrage zeitlich ein. Beurteilen Sie Prozentwerte immer zusammen mit dem absoluten Volumen. Ein Plus von 900 Prozent auf zehn Suchanfragen ist Rauschen, ein Plus von 8 Prozent auf 40.000 Suchanfragen ist eine Nachricht.
Ergebnisse filtern
Über die Filterfunktion lässt sich eine lange Liste nach Keyword-Text, Wettbewerb oder Gebotsschätzung eingrenzen. In der Seitenleiste zur Verfeinerung der Keywords lassen sich außerdem erkannte Themen und Marken ausblenden, die nicht zum Angebot gehören.
Danach folgt eine manuelle Kontrolle, die kein Filter ersetzt. Achten Sie bei deutschen Abfragen besonders auf:
- englische oder gemischtsprachige Formulierungen
- Begriffe mit anderer regionaler Bedeutung
- fremde Marken
- Produkte oder Leistungen, die Sie nicht anbieten
- nahezu identische Schreibvarianten
Der Sprachfilter richtet die Abfrage aus, er prüft aber nicht den Inhalt. Ein englisches Fachwort kann im deutschen Markt hochrelevant sein, während ein grammatisch einwandfrei deutscher Vorschlag völlig am Angebot vorbeigeht.
Historische Werte und Prognosen auseinanderhalten
Der Planer zeigt zwei grundverschiedene Arten von Zahlen, und ihre Verwechslung ist der teuerste Lesefehler.
Historische Messwerte beschreiben Vergangenes: durchschnittliche Suchanfragen, Wettbewerb, Gebotsspannen.
Prognosen schätzen mögliche künftige Anzeigenergebnisse wie Klicks, Impressionen, Kosten oder Klickrate. Sie beruhen auf historischen Daten und weiteren Faktoren und können sich durch Gebote, Budgets, Saisonabhängigkeit und Marktveränderungen verschieben.
Daraus folgen zwei Regeln. Erstens: Eine Prognose ist keine Besucherzusage, schon gar keine für organischen Traffic, denn sie modelliert Anzeigenauslieferung. Zweitens: Vergleichen Sie zwei Prognosen nur dann miteinander, wenn Standort, Sprache, Netzwerk, Zeitraum und Gebotsannahmen identisch waren.
Exportieren und den Kontext mitspeichern
Erst filtern, dann exportieren. Ein sauber formatierter Download nützt nichts, wenn er unbemerkt drei Länder enthält. Über die Downloadfunktion oberhalb der Tabelle stehen je nach Ansicht Formate wie CSV oder Google Tabellen bereit.
Halten Sie zu jedem Export mindestens fest:
- Datum der Abfrage
- gewählter Zeitraum
- Standort Deutschland
- Sprache Deutsch
- ausgewähltes Suchnetzwerk
- verwendete Ausgangsbegriffe oder URL
- aktive Filter
Ein sprechender Dateiname erledigt einen Teil davon von allein, etwa keyword-planer_deutschland_deutsch_2026-08.csv. Prüfen Sie nach dem Download stichprobenartig Umlaute, Spaltentrennung und Dezimaltrennzeichen: Beim Öffnen einer CSV-Datei interpretieren Tabellenprogramme Trennzeichen und Zeichencodierung unterschiedlich.
Die sechs häufigsten Fehler
- Nur die Oberfläche auf Deutsch stellen. Die Menüsprache verändert den Zielmarkt nicht.
- Deutschland mit dem deutschsprachigen Raum gleichsetzen. Standort und Sprache sind zwei Filter, nicht einer.
- Anzeigenwettbewerb als SEO-Schwierigkeit lesen. Die Spalte misst Werbetreibende, nicht organische Konkurrenz.
- Den Jahresdurchschnitt ohne Saisonverlauf bewerten. Bei saisonalen Themen immer zusätzlich die Monatswerte ansehen.
- Prognosen als sichere Zahlen behandeln. Gebot, Budget, Saison und Marktveränderungen verschieben sie.
- Ohne dokumentierte Einstellungen exportieren. Zwei Dateien ohne Kontext lassen sich später nicht vergleichen.
Prüfliste vor jedem Export
- Ist als Standort ausschließlich Deutschland ausgewählt?
- Steht die Sprache auf Deutsch?
- Ist das gewünschte Suchnetzwerk aktiv?
- Passt der Zeitraum zur Fragestellung?
- Sind irrelevante Themen, Marken und Fremdsprachen entfernt?
- Werden historische Werte und Prognosen getrennt gelesen?
- Ist klar, dass die Wettbewerbsspalte Anzeigen und nicht Rankings beschreibt?
- Ist der Abfragekontext zusammen mit der Datei gespeichert?
Mit dieser Konfiguration wird der Keyword-Planer zu einer nachvollziehbaren Datenquelle für den deutschen Markt. Entscheidend ist nicht, in welcher Sprache die Oberfläche mit Ihnen spricht, sondern ob Sprache, Standort, Netzwerk und Zeitraum bei jeder Abfrage dieselben sind und ob Sie wissen, welche Spalte was misst.
