Google Keyword Tool gratis nutzen: Zugang und Bedienung des Keyword-Planers
So legen Sie ein Google Ads Konto ohne Kampagne an, finden den Keyword-Planer und lesen Suchvolumen, Wettbewerb und CPC richtig. Inklusive Datengrenzen.
Das kostenlose Google Keyword Tool ist offiziell als Keyword-Planer bekannt. Es handelt sich dabei um eine Ressource innerhalb von Google Ads, die primär dazu dient, Keywords für Suchkampagnen zu finden. Der Zugriff ist gratis, was bedeutet, dass für die Nutzung des Werkzeugs selbst keine Gebühren anfallen und es nicht zwingend erforderlich ist, aktive Anzeigen zu schalten. Die einzige zwingende Voraussetzung ist ein Google Ads Konto.
Dieser Praxisleitfaden erklärt, wie Sie den Zugang einrichten, die Navigation meistern und die bereitgestellten Daten korrekt interpretieren.
Voraussetzung: Das Google Ads Konto
Um den Keyword-Planer nutzen zu können, benötigen Sie ein Google Ads Konto. Ein herkömmliches Google Konto (zum Beispiel für Gmail oder die Google Search Console) ist als Basis notwendig, reicht jedoch allein nicht aus.
Bei der Einrichtung gibt es zwei wichtige Punkte zu beachten, um direkt zum kostenlosen Tool zu gelangen:
- Einrichtung ohne Kampagne: Der Standardprozess von Google Ads führt neue Nutzer direkt durch die Erstellung einer ersten Werbekampagne. Um dies zu umgehen, sollten Sie nach der Option suchen, die Einrichtung ohne Kampagne abzuschließen. Ziel ist der Wechsel in die Kontoübersicht bzw. den sogenannten Expertenmodus.
- Zahlungsdaten: Im Verlauf der Anmeldung fragt Google nach Rechnungs- und Zahlungsinformationen. Solange Sie keine Kampagne aktivieren und keine Anzeigen schalten, entstehen dadurch keine Kosten.
Navigation zum Keyword-Planer
Nach dem Login finden Sie das Tool in der oberen Menüleiste von Google Ads. Der Navigationspfad führt über das Symbol für Tools zu dem Bereich Planung und dort schließlich zum Keyword-Planer.
Beim Öffnen des Planers stehen Ihnen zwei zentrale Funktionen zur Verfügung:
- Neue Keywords entdecken: Diese Funktion dient der Ideenfindung und der Erweiterung Ihres Keyword-Sets.
- Suchvolumen und Prognosen abrufen: Hier können Sie eine bereits bestehende Liste an Begriffen analysieren und bewerten.
Bevor Sie eine Analyse starten, sollten Sie die Einstellungen für Standort und Sprache prüfen. Diese befinden sich oberhalb der Ergebnistabelle und legen fest, für welchen Markt die Daten generiert werden.
Funktion: Neue Keywords entdecken
Mit der Option “Neue Keywords entdecken” lassen sich Vorschläge auf Basis von zwei verschiedenen Ansätzen generieren:
Über Begriffe: Sie geben bis zu zehn Startbegriffe ein, die Ihr Thema beschreiben. Es empfiehlt sich, verschiedene Formulierungen zu nutzen, da der Planer eng verwandte Varianten gruppiert.
Über eine Website: Sie geben eine URL an, und Google analysiert die Inhalte dieser Seite, um passende Keyword-Vorschläge abzuleiten. Dabei lässt sich wählen, ob die gesamte Domain oder nur eine spezifische Unterseite ausgewertet werden soll.
Die Ergebnisse werden in einer Tabelle dargestellt. Über Filter lassen sich Begriffe präzise ein- oder ausschließen. Die gesamte Liste kann zudem als CSV-Datei exportiert werden.
Die Kennzahlen richtig interpretieren
Der Keyword-Planer liefert historische Messwerte, die für die Planung essenziell sind. Es ist jedoch wichtig, diese Metriken korrekt zuzuordnen.
Durchschnittliche monatliche Suchanfragen: Dieser Wert stellt einen Mittelwert über einen zurückliegenden Zeitraum dar. Er ist kein exakter Wert des letzten Monats. Bei saisonalen Themen sollten Sie daher den Monatsverlauf aufklappen, um die tatsächlichen Schwankungen zu sehen.
Wettbewerb: Diese Spalte wird oft missverstanden. Die Wettbewerbskennzahl bezieht sich ausschließlich auf die Anzahl der Werbetreibenden, die in der Google Ads Auktion um dieses Keyword bieten. Sie ist keine Angabe zur organischen SEO-Schwierigkeit. Ein “niedriger” Wettbewerb bedeutet lediglich, dass wenig Anzeigen geschaltet werden, nicht dass es einfach ist, organisch auf Seite 1 zu ranken.
Gebotsschätzungen: Hier werden die ungefähren Klickpreise für Anzeigen am oberen Seitenanfang angezeigt (unterteilt in niedrige und hohe Bereiche). Für SEO-Zwecke ist dies ein Indikator für den kommerziellen Wert eines Begriffs: Hohe Klickpreise signalisieren oft eine hohe Conversion-Wahrscheinlichkeit.
Suchvolumen und Prognosen für eigene Listen
Wenn Sie bereits eine Keyword-Liste besitzen, nutzen Sie die Funktion “Suchvolumen und Prognosen abrufen”. Nach dem Import der Begriffe erhalten Sie zwei Ansichten:
- Historische Messwerte: Die konkreten Daten zu Ihren gewählten Begriffen.
- Prognosen: Schätzungen zu Klicks, Impressionen, Kosten und Klickraten für einen definierten Zeitraum.
Wichtig: Diese Prognosen basieren auf einer hypothetischen Anzeigenkampagne und sind keine Vorhersage für organischen Traffic.
Grenzen der Gratisdaten
Die kostenlose Nutzung des Keyword-Planers bringt bestimmte Einschränkungen mit sich:
- Datenbereiche: In Konten ohne aktive Werbeausgaben zeigt Google das Suchvolumen oft in groben Spannen an (z. B. 100 bis 1000) statt als exakte Zahl.
- Gruppierung: Ähnliche Varianten, wie Singular und Plural, werden oft zusammengefasst, wodurch feine Differenzen in der Suche verloren gehen.
- Werbefokus: Das Tool bildet nur die Perspektive der Bezahlwerbung ab. Es liefert keine Informationen über die tatsächliche Struktur der organischen Suchergebnisse (SERPs).
Nutzen für die Suchmaschinenoptimierung (SEO)
Für die organische Optimierung ist der Keyword-Planer eine wertvolle Quelle für die Themenfindung und die erste Abschätzung der Nachfrage. Er hilft dabei, eine fundierte Priorisierung von Inhalten vorzunehmen.
Die Analyse, wie schwer es ist, eine Top-Position in den organischen Ergebnissen zu erreichen, muss jedoch über andere Wege erfolgen. Die Wettbewerbsspalte des Planers darf nicht als Ersatz für eine organische Wettbewerbsanalyse genutzt werden.
