ONMA Ratgeber

Praxisanleitung zum „Google Keyword Word Tool“: Keywords finden, filtern und exportieren

Nutzen Sie den offiziellen Google Keyword Planner, um aus einem Startwort passende Ideen zu gewinnen, gezielt zu filtern, zu bewerten und zu exportieren.

Wer im Netz nach dem Begriff „Google Keyword Word Tool“ sucht, meint in der Regel den offiziellen Google Keyword Planner. Ein Google-Produkt mit genau diesem doppelten Namen existiert nicht. Der Keyword Planner ist ein fester Bestandteil von Google Ads und dient der gezielten Recherche von Suchbegriffen für Suchkampagnen. Google beschreibt dieses Tool ausdrücklich als kostenloses Hilfsmittel zur Erstellung von Keyword-Listen. In dieser praxisorientierten Anleitung erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie aus nur einem einzigen Ausgangswort verwertbare Keyword-Ideen generieren, diese sinnvoll filtern, bewerten und schlussendlich exportieren.

1. Den Keyword Planner öffnen und die richtige Funktion wählen

Melden Sie sich zunächst mit Ihren Zugangsdaten in Ihrem Google Ads Konto an. Falls Sie noch kein Konto besitzen, reicht ein regulärer Google Account aus, um Zugang zu den Planungswerkzeugen zu erhalten. Navigieren Sie im oberen Menü zum Bereich für Werkzeuge und Einstellungen. Dort finden Sie den Eintrag für den Keyword Planner. In der aktuellen Oberfläche des Tools stehen Ihnen zwei zentrale Funktionen zur Verfügung: „Neue Keywords entdecken“ und „Suchvolumen und Prognosen abrufen“. Da das Ziel darin besteht, aus einem einzelnen Begriff völlig neue Ideen abzuleiten, klicken Sie auf „Neue Keywords entdecken“. In diesem Bereich lassen sich Suchbegriffe entweder aus eingegebenen Wörtern oder alternativ direkt aus einer Website generieren. Für unseren praktischen Ansatz konzentrieren wir uns auf die Eingabe eines einzelnen Wortes.

2. Ein einzelnes Ausgangswort festlegen

Geben Sie in das obere Eingabefeld ein Wort ein, das Ihr Angebot möglichst präzise beschreibt. Wenn Sie beispielsweise einen Onlineshop für Laufschuhe betreiben, ist das Wort „Laufschuhe“ ein hervorragender Startpunkt. Vermeiden Sie zu generische Begriffe wie „Schuhe“, da diese unweigerlich zu vielen unpassenden Vorschlägen führen. Es ist strategisch ratsam, zunächst tatsächlich nur mit einem einzigen Wort zu beginnen. Sie können zwar mehrere Begriffe auf einmal eingeben, doch für einen strukturierten Einstieg ist der Fokus auf einen einzelnen Begriff effizienter. Dieser fokussierte Ansatz zeigt Ihnen sehr deutlich, welche verwandten Themen und Formulierungen der Algorithmus aus genau diesem einen Begriff ableitet. Sie behalten so den Überblick und können die semantische Streuung viel besser nachvollziehen.

3. Standort, Sprache und Zeitraum prüfen

Bevor Sie die generierten Vorschläge im Detail analysieren, müssen Sie die Rahmendaten prüfen. Oberhalb der Ergebnisliste passen Sie die Einstellungen für den Standort, die Sprache, das Suchnetzwerk und den Zeitraum an. Wenn Ihr Angebot ausschließlich Kunden in Deutschland betrifft, stellen Sie die Region entsprechend ein. Bei regionalen Dienstleistungen grenzen Sie die Suche auf die passende Stadt oder das Bundesland ein. Kontrollieren Sie zudem, ob nur das Google Suchnetzwerk oder auch weitere Such-Partnerseiten berücksichtigt werden sollen. Der Zeitraum ist besonders wichtig für saisonale Angebote. Achten Sie darauf, dass die historische Datenbasis zu Ihrer individuellen Fragestellung passt, beispielsweise indem Sie die Werte der letzten zwölf Monate mit einem einzelnen Monat vergleichen.

4. Unpassende Keyword-Ideen aussortieren

Nach dem Start präsentiert der Keyword Planner eine umfangreiche Liste verwandter Suchbegriffe. Übernehmen Sie diese Vorschläge niemals ungeprüft. Filtern Sie zunächst alle offensichtlich unpassenden Begriffe heraus. Beim Wort „Laufschuhe“ können Suchanfragen nach Reparaturdiensten, gebrauchten Modellen oder spezifischen, fremden Marken uninteressant sein. Nutzen Sie die integrierten Filterfunktionen, um die Liste weiter einzugrenzen. Sie können unerwünschte Begriffe ausschließen, bestimmte Wörter zwingend einschließen oder Mindestwerte für die monatlichen Suchanfragen festlegen. Nutzen Sie die Option, nach Marken zu filtern, falls Sie beispielsweise keine fremden Hersteller in Ihrem Sortiment führen. Ein Begriff ist nicht automatisch relevant, nur weil er Ihr Ausgangswort enthält. Prüfen Sie stets die Bedeutung des gesamten Suchbegriffs.

5. Suchabsicht erkennen und ordnen

Teilen Sie die gefilterten Ergebnisse nach ihrer erkennbaren Suchabsicht ein. Google liefert hierfür keine explizite Spalte, aber die Formulierung des Keywords deutet die Intention meist klar an. Für unser Beispiel „Laufschuhe“ ergeben sich typische Gruppen wie Informationsanfragen („welche Laufschuhe passen zu mir“), Vergleiche („Laufschuhe für Asphalt“), produktbezogene Suchen („Laufschuhe Herren“) und kaufnahe Begriffe („Laufschuhe online kaufen“). Diese Sortierung hilft enorm bei der Zuordnung zu passenden Zielseiten. Ein Ratgeber bedient informationsgetriebene Suchen, während Produktkategorien für kaufnahe Anfragen gedacht sind. Streichen Sie rigoros alle Begriffe, für die Sie keine passende Antwort oder Zielseite anbieten können.

6. Kennzahlen richtig bewerten

Das Tool stellt Ihnen historische Messwerte sowie kampagnenbezogene Daten bereit. Dazu zählen durchschnittliche monatliche Suchanfragen, der Wettbewerb und Gebotsspannen. Ein häufiger Fehler ist die Fehlinterpretation der Spalte „Wettbewerb“. Dieser Wert beschreibt ausschließlich die Konkurrenz unter den Werbetreibenden in Google Ads. Er sagt nichts darüber aus, wie schwer es ist, mit einer normalen Webseite in den organischen Suchergebnissen weit oben zu ranken. Zudem sind hohe Zahlen nicht automatisch besser. Ein Keyword mit geringerem Suchvolumen kann deutlich wertvoller sein, wenn es präzise zu Ihrem Angebot passt und eine klare Kaufabsicht erkennen lässt. Bedenken Sie zusätzlich: Die vom Tool generierten Prognosen sind lediglich Schätzungen und stellen keine Garantie für die tatsächliche Kampagnenleistung dar.

7. Auswahl erstellen und exportieren

Markieren Sie die verbleibenden, relevanten Keywords und fügen Sie diese Ihrem Kampagnenplan hinzu. Bevor Sie die Liste exportieren, stellen Sie einige Kontrollfragen: Passt der Begriff wirklich zum Angebot? Ist die Suchabsicht eindeutig? Existiert eine geeignete Zielseite? Sind die Einstellungen für Standort und Sprache korrekt? Haben Sie unnötige Dopplungen entfernt? Anschließend laden Sie die Ergebnisse als CSV-Datei herunter. In Ihrem Tabellenkalkulationsprogramm ergänzen Sie die Daten um eigene Spalten für Suchabsicht, Themengebiet, Zielseite und Priorität. So wandeln Sie eine anfänglich lange Vorschlagsliste in einen praktisch nutzbaren Arbeitsbestand um, der als solide Grundlage für Ihre weitere Kampagnenplanung dient.