Guter Backlink Checker: der reproduzierbare Praxistest
Vergleichen Sie Backlink Checker reproduzierbar anhand derselben Domain und prüfen Sie Abdeckung, Aktualität, Dubletten, Attribute, Filter und Export.
Ein guter Backlink Checker ist nicht das Tool mit der größten Zahl im Dashboard, sondern das Tool, dessen Angaben Sie stichprobenartig nachprüfen können, ohne dass sie auseinanderfallen. Jeder Anbieter arbeitet mit einem eigenen Crawler und einem eigenen Index, deshalb liefern zwei Checker für dieselbe Domain fast nie dasselbe Ergebnis. Objektivieren lässt sich die Auswahl trotzdem: Sie prüfen alle Kandidaten mit derselben Domain, am selben Tag und mit denselben Fragen. Dieser Ablauf ist der Kern des folgenden Tests, und Sie können ihn mit jedem Tool wiederholen.
Die acht Kriterien, die der Test misst
| Kriterium | Prüffrage | Warum sie zählt |
|---|---|---|
| Datenabdeckung | Wie viele wirklich unterschiedliche Quellseiten und Domains findet das Tool? | Trefferzahlen sind ohne Entdoppelung nicht vergleichbar |
| Aktualität | Sind neue, geänderte und entfernte Links zeitnah erfasst? | Ein alter Index bewertet einen Zustand, den es nicht mehr gibt |
| Dublettenbehandlung | Werden HTTP, HTTPS, Parameter und Sitewide-Links zusammengefasst? | Sonst entsteht Abdeckung rein rechnerisch |
| Linkattribute | Werden nofollow, sponsored und ugc getrennt ausgewiesen? | Nur so lassen sich Linkarten sauber filtern |
| Historie | Wann wurde ein Link zuerst gefunden, wann zuletzt bestätigt? | Ohne Datum ist ein Eintrag keine Aussage über heute |
| Filter | Lässt sich nach Zielseite, Domain, Attribut und Status eingrenzen? | Bestimmt, wie schnell Sie zu einer Teilmenge kommen |
| Export | Enthält der Download die Rohdaten für eine eigene Prüfung? | Was nicht exportierbar ist, ist nicht überprüfbar |
| Nachvollziehbarkeit | Lässt sich jeder Treffer auf der Quellseite kontrollieren? | Das ist die einzige Kontrolle, die unabhängig vom Anbieter funktioniert |
Schritt 1: gleicher Umfang für alle Kandidaten
Klären Sie zuerst, ob der Checker eine Domain, eine Subdomain oder nur eine einzelne URL auswertet, und stellen Sie überall denselben Umfang ein. Aktivieren Sie keine Filter, die nicht bei allen Kandidaten existieren. Notieren Sie Tarif, Abfragedatum und Exportlimit, sonst ist der Vergleich in vier Wochen nicht mehr reproduzierbar.
Wählen Sie möglichst eine Domain, zu der Sie Zugriff haben und deren wichtigste Erwähnungen Sie kennen. Nur dann können Sie fehlende Treffer überhaupt bemerken.
Schritt 2: Abdeckung in vier Zahlen erfassen
Halten Sie pro Tool die gefundenen Backlinks, die eindeutigen Quell-URLs, die eindeutigen verlinkenden Domains und die Zahl der erfassten Zielseiten getrennt fest. Erst das Verhältnis dieser Werte ist aussagekräftig: 80.000 Links von 300 Domains bedeuten etwas anderes als 8.000 Links von 2.400 Domains.
Als zusätzliche Referenz dient der Links-Bericht der Google Search Console. Er zeigt unter anderem häufig verlinkte Seiten, verlinkende Websites und Linktexte. Google weist ausdrücklich darauf hin, dass es sich dabei nicht um eine vollständige Auflistung aller Links handelt. Der Bericht taugt also als Gegenprobe, nicht als Maßstab für Vollständigkeit.
Schritt 3: dieselbe Stichprobe, dieselben Fragen
Ziehen Sie aus jedem Tool 20 Treffer, gemischt über verschiedene Domains, Zielseiten und Linktypen. Öffnen Sie jede Quellseite und beantworten Sie immer dieselben sechs Fragen:
- Ist die Seite erreichbar?
- Steht der Link im ausgelieferten HTML?
- Zeigt er auf die angegebene Ziel-URL?
- Stimmen Linktext und Linkattribut?
- Leitet die Ziel-URL weiter?
- Ist es ein redaktioneller Link, eine Navigation oder eine wiederholte Vorlage?
Aus den Antworten ergibt sich die Fehlerquote, und die ist die eigentliche Vergleichsgröße. Ein Tool mit 12.000 Links und 30 Prozent Fehlern liefert weniger belastbare Quellen als eines mit 6.000 Links und 5 Prozent Fehlern.
Schritt 4: Attribute und Status gegenprüfen
Google behandelt die Linkattribute rel="nofollow", rel="sponsored" und rel="ugc" als Hinweise für die Verarbeitung und Bewertung von Links. Ein Checker muss sie deshalb einzeln ausweisen und auch Kombinationen mehrerer Werte verarbeiten. Prüfen Sie das an Ihrer Stichprobe.
Ebenso wichtig ist der Status: Ein Link, der nur noch historisch im Index steht, darf nicht ohne Kennzeichnung neben einem aktuell erreichbaren Link erscheinen.
Schritt 5: Zählweise und Datumsangaben verstehen
Prüfen Sie, wie das Tool HTTP- und HTTPS-Versionen, Parameter-URLs, kanonische Seiten und wiederholte Links zählt. Entscheidend ist nicht, dass zwei Tools identisch zählen. Entscheidend ist, dass die Zählweise erklärt und im Export nachrechenbar ist. Historische Angaben sollten benennen, wann ein Link zuerst gefunden, zuletzt geprüft und gegebenenfalls nicht mehr bestätigt wurde.
Schritt 6: Filter und Export praktisch durchspielen
Versuchen Sie in wenigen Klicks drei Ansichten: alle Links auf eine bestimmte Zielseite, nur Links mit einem ausgewählten Attribut, nur eindeutige verlinkende Domains. Exportieren Sie danach. Ein brauchbarer Export enthält mindestens Quell-URL, Ziel-URL, Linktext, Attribut, Status und Funddatum. Kontrollieren Sie, ob aktive Filter im Export gelten und ob ein Zeilenlimit das Ergebnis still beschneidet.
Proprietäre Kennzahlen nur im eigenen System vergleichen
Autoritätswerte sind Hausmarken. Ahrefs definiert das Domain Rating als proprietäre Kennzahl von 0 bis 100, die die relative Stärke eines Backlink-Profils beschreibt. Majestic nutzt mit Citation Flow und Trust Flow eigene Flow Metrics für die quantitative beziehungsweise qualitative Einordnung. Eine 40 im einen System ist deshalb keine 40 im anderen. Verwenden Sie solche Werte ausschließlich für Vergleiche innerhalb desselben Tools, mit gleichen Einstellungen und zu ähnlichen Zeitpunkten, und nie als Testergebnis.
Die Entscheidung fällt über den Einsatzzweck
Gewichten Sie die acht Kriterien, bevor Sie testen. Für eine technische Bestandsaufnahme zählen Export und Dublettenbehandlung mehr als eine lange Historie. Für die Untersuchung einzelner Linkarten zählen präzise Attribute und Filter. Am Ende gewinnt das Tool mit der niedrigsten Fehlerquote auf Ihren Prüffragen, nicht das mit der größten Datenbank.
Und ein auffälliger Link im Export ist noch kein Handlungsbedarf: Google empfiehlt, Links zu prüfen und ein Disavow nur dann in Betracht zu ziehen, wenn zahlreiche Spam-, künstliche oder minderwertige Links vorliegen und eine manuelle Maßnahme besteht oder wahrscheinlich ist.
