ONMA Ratgeber

Homepage bei Suchmaschinen eintragen: Startseiten-URL in Google und Bing einreichen und den Status prüfen

So reichen Sie die Startseite in der Google Search Console und den Bing Webmaster Tools ein, prüfen den Status und gehen bei ausbleibender Indexierung vor.

Frau vor einer Wand mit bunten Haftnotizen, davor sechs Personen mit Laptops an einem Besprechungstisch

Wer seine Homepage bei Suchmaschinen eintragen will, meint meist zwei verschiedene Dinge: die eine Startseiten-URL bekannt machen oder die gesamte Website erfassen lassen. Technisch sind das zwei unterschiedliche Vorgänge, sie laufen über unterschiedliche Funktionen in den Webmaster-Portalen und sie haben unterschiedliche Erfolgskriterien. Diese Anleitung zeigt, wie Sie die Startseite in der Google Search Console und in den Bing Webmaster Tools einreichen, welche technischen Vorprüfungen vorher sinnvoll sind und wie Sie vorgehen, wenn die Indexierung ausbleibt.

Was “eintragen” technisch tatsächlich bedeutet

Ein Eintrag ist heute keine Anmeldung in einem Register. Google entdeckt viele neue Seiten automatisch über Links, eine manuelle Anmeldung ist deshalb nicht grundsätzlich erforderlich. Was Sie über die Webmaster-Portale tun, ist ein Hinweis: Sie melden eine Adresse an und bitten darum, sie anzusehen.

Dabei hilft es, drei Schritte auseinanderzuhalten, die Google selbst unterscheidet: Crawling, Indexierung und Auslieferung in den Suchergebnissen. Eine gecrawlte URL muss nicht zwingend indexiert werden, und eine indexierte URL erscheint nicht automatisch bei jeder Suchanfrage. Wenn Sie den Status Ihrer Startseite prüfen, prüfen Sie also nicht einen Zustand, sondern eine Kette. Jeder der drei Schritte kann für sich scheitern, und die Diagnose weiter unten folgt genau dieser Reihenfolge.

Startseite einzeln oder ganze Website: der Unterschied

Für einzelne URLs bietet die Google Search Console die URL-Prüfung an, über die sich eine Indexierung beantragen lässt. Das ist der passende Weg für genau eine Adresse, typischerweise die Startseite einer neuen Website oder eine Seite, die Sie gerade grundlegend überarbeitet haben.

Für die gesamte Website ist das der falsche Weg. Google empfiehlt bei vielen neuen oder aktualisierten URLs ausdrücklich, eine Sitemap einzureichen, statt für jede URL einzeln eine Indexierung zu beantragen. Die Sitemap ist die Bestandsliste Ihrer Website, die Einzelanfrage ist der Zuruf für einen Sonderfall.

In der Praxis kombinieren Sie beides, und zwar in dieser Reihenfolge:

  1. Property anlegen und Inhaberschaft bestätigen.
  2. Sitemap einreichen, damit alle URLs bekannt sind.
  3. Für die Startseite zusätzlich einmal die Indexierung beantragen.
  4. Nach einigen Tagen den Status prüfen, nicht sofort erneut anfragen.

Wichtig für die Erwartungshaltung: Das Einreichen einer Sitemap ist lediglich ein Hinweis an Google und garantiert weder Crawling noch Indexierung. Ein wiederholtes Einreichen derselben Datei beschleunigt nichts, es erzeugt nur denselben Hinweis noch einmal.

Technische Vorprüfungen vor dem Eintrag

Ein Eintrag repariert keine technische Sperre. Wenn Ihre Startseite für Suchmaschinen nicht zugänglich ist, wird die Einreichung genau diese Sperre bestätigen, statt sie zu umgehen. Prüfen Sie deshalb vorher fünf Punkte.

Erreichbarkeit und Statuscode. Die Startseite muss unter der Adresse, die Sie einreichen wollen, mit dem Status 200 antworten. Rufen Sie die URL in einem privaten Browserfenster auf, ohne Login und ohne Cookies aus früheren Besuchen.

Kein noindex. Eine URL muss für Google erreichbar sein und darf nicht durch eine noindex-Anweisung von der Indexierung ausgeschlossen werden. Suchen Sie im Quelltext der Startseite nach einem Meta-Robots-Tag mit dem Wert noindex und prüfen Sie zusätzlich, ob der Server einen X-Robots-Tag im HTTP-Header sendet. Bei Systemen mit einer Entwicklungs- und einer Produktivumgebung ist ein vergessenes noindex aus der Testphase eine der häufigsten Ursachen.

robots.txt. Die Datei unter /robots.txt darf das Verzeichnis der Startseite nicht sperren. Achten Sie dabei auf eine verbreitete Verwechslung: Eine robots.txt-Datei steuert das Crawling, ist aber nicht das empfohlene Mittel, um eine URL zuverlässig aus dem Google-Index auszuschließen. Umgekehrt gilt: Eine per robots.txt gesperrte Seite kann Google nicht lesen, und dann kann Google auch ein noindex auf dieser Seite nicht sehen. Beide Anweisungen gleichzeitig zu setzen ist ein Widerspruch, kein doppelter Schutz.

Eine kanonische Adresse. Entscheiden Sie sich für eine Schreibweise der Startseite und bleiben Sie dabei: mit oder ohne www, HTTPS statt HTTP, und die Startseite als Wurzeladresse statt als /index.php oder /home. Alle anderen Varianten sollten per Weiterleitung auf diese eine Adresse zeigen, und das Canonical-Tag der Startseite sollte auf sich selbst verweisen. Reichen Sie anschließend genau diese Adresse ein.

Sitemap vorhanden und korrekt. Die Sitemap sollte die kanonischen Adressen enthalten, keine weitergeleiteten und keine gesperrten URLs. Rufen Sie die Sitemap-Datei einmal im Browser auf und kontrollieren Sie, ob die Startseite darin steht.

Schritt für Schritt in der Google Search Console

Property anlegen. Wählen Sie zwischen einer Domain-Property, die alle Subdomains und beide Protokolle abdeckt und per DNS-Eintrag bestätigt wird, und einer URL-Präfix-Property, die genau eine Schreibweise abdeckt und mehrere Bestätigungswege anbietet. Für eine einzelne Homepage ist die Domain-Property die robustere Wahl, weil sie die Frage nach www und HTTPS gar nicht erst aufwirft.

Inhaberschaft bestätigen. Üblich sind ein DNS-TXT-Eintrag, eine HTML-Datei im Wurzelverzeichnis, ein Meta-Tag im Kopfbereich der Startseite oder die Verknüpfung über ein bereits bestätigtes Konto. Entfernen Sie den Nachweis später nicht, sonst verlieren Sie den Zugang zur Property.

Sitemap einreichen. Im Bereich Sitemaps tragen Sie den Pfad Ihrer Sitemap ein, meist /sitemap.xml. Nach der Verarbeitung sehen Sie dort, wie viele URLs gelesen wurden und ob beim Einlesen Fehler aufgetreten sind. Diese Zahl ist eine Aussage über die Datei, nicht über den Index.

Startseite über die URL-Prüfung einreichen. Geben Sie die vollständige Startseiten-URL in das Prüffeld oben ein. Sie erhalten den aktuellen Indexstatus dieser Adresse. Ist sie noch nicht enthalten, lösen Sie die Indexierung mit der entsprechenden Schaltfläche aus. Einmal genügt.

Schritt für Schritt in den Bing Webmaster Tools

Bing Webmaster Tools ermöglicht Website-Inhabern, Sitemaps einzureichen und die Verarbeitung ihrer URLs zu überwachen. Der Ablauf ähnelt dem bei Google.

Legen Sie die Website an und bestätigen Sie die Inhaberschaft, wahlweise per DNS-Eintrag, Datei, Meta-Tag oder über den Import einer bereits bestätigten Google-Search-Console-Property. Der Import ist der schnellste Weg, wenn Sie bei Google bereits fertig sind, weil er Bestätigung und Sitemap in einem Schritt übernimmt.

Reichen Sie anschließend die Sitemap ein und melden Sie die Startseite über die URL-Übermittlung an. Die Zahl der Einzelübermittlungen ist kontingentiert, was in der Praxis kein Problem ist, solange Sie den Bestand über die Sitemap abdecken und die Einzelmeldung für Einzelfälle reservieren.

Ergänzend steht IndexNow zur Verfügung. IndexNow informiert teilnehmende Suchmaschinen über neu erstellte, aktualisierte oder gelöschte URLs, garantiert aber keine Indexierung. Für eine Homepage, die sich selten ändert, ist das ein Komfortgewinn und kein Pflichtschritt. Für Websites mit häufigen Änderungen lohnt sich die Einrichtung, weil die Meldung dann automatisch beim Speichern erfolgt.

Den Status richtig lesen

Nach der Einreichung prüfen Sie den Status über dieselbe URL-Prüfung, mit der Sie eingereicht haben. Drei Ergebnisse sind zu unterscheiden.

URL ist nicht auf Google. Die Adresse ist nicht im Index. Der Bericht nennt einen Grund, und dieser Grund ist der eigentliche Arbeitsauftrag.

URL ist auf Google, mit Hinweisen. Die Seite ist indexiert, es gibt aber Anmerkungen, etwa zu strukturierten Daten oder zur mobilen Darstellung. Für die Frage der Indexierung ist das erledigt.

Gecrawlt, zurzeit nicht indexiert. Die Seite wurde gelesen, aber nicht aufgenommen. Das ist kein technischer Fehler, sondern eine inhaltliche Bewertung. Hier hilft weder eine erneute Einreichung noch eine weitere Sitemap.

Planen Sie für die Prüfung Geduld ein und arbeiten Sie in Tagen, nicht in Stunden. Ein täglich wiederholter Antrag verändert die Bewertung nicht.

Wenn die Indexierung ausbleibt: Diagnose in fester Reihenfolge

Gehen Sie die Ursachen von der technischen Sperre zur inhaltlichen Bewertung durch und hören Sie beim ersten Treffer auf.

  1. Antwortet die URL überhaupt? Prüfen Sie den Statuscode. Eine Weiterleitung, ein Serverfehler oder eine Zugangssperre erklärt alles Weitere.
  2. Blockiert die robots.txt? Der Abrufbericht in der URL-Prüfung zeigt an, ob der Crawler ausgesperrt wurde.
  3. Steht ein noindex im Weg? Kontrollieren Sie Meta-Tag und HTTP-Header, und zwar an der ausgelieferten Seite, nicht nur im Redaktionssystem.
  4. Zeigt das Canonical-Tag woanders hin? Verweist die Startseite kanonisch auf eine andere Adresse, wird Google diese andere Adresse indexieren und die eingereichte als Duplikat behandeln.
  5. Ist die Adresse in der Sitemap identisch mit der eingereichten? Unterschiede bei www, Protokoll oder abschließendem Schrägstrich führen zu zwei verschiedenen URLs.
  6. Braucht die Seite JavaScript, um Inhalt zu zeigen? Sehen Sie sich den gerenderten HTML-Code im Prüfbericht an. Was dort fehlt, existiert für die Bewertung nicht.
  7. Gibt es überhaupt Inhalt? Bleibt der Status bei gecrawlt und nicht indexiert, während alles Technische stimmt, ist die Seite aus Sicht der Suchmaschine zu dünn oder zu ähnlich zu bereits Vorhandenem.

Was der Eintrag nicht leistet

Das Beantragen einer Indexierung beeinflusst nicht automatisch die Rankingposition einer Homepage. Der Eintrag entscheidet darüber, ob Ihre Startseite überhaupt gefunden werden kann, nicht darüber, an welcher Stelle sie erscheint. Wer nach der Einreichung keine Sichtbarkeit feststellt, hat in der Regel kein Einreichungsproblem, sondern eine offene Frage weiter oben in der Kette: Antwortet die Seite, darf sie indexiert werden, und gibt es auf ihr etwas, das eine Aufnahme rechtfertigt.

Kurzcheck zum Abhaken

  • Startseite antwortet unter genau einer kanonischen Adresse mit Status 200.
  • Kein noindex im Meta-Tag und kein X-Robots-Tag im Header.
  • robots.txt sperrt die Startseite nicht.
  • Sitemap ist erreichbar, enthält die kanonische Startseite und keine gesperrten URLs.
  • Property in der Google Search Console angelegt und bestätigt.
  • Sitemap eingereicht, Startseite zusätzlich einmal über die URL-Prüfung gemeldet.
  • Website in den Bing Webmaster Tools angelegt, wahlweise per Import, Sitemap eingereicht.
  • Status nach einigen Tagen geprüft und der genannte Grund abgearbeitet, statt erneut einzureichen.