ONMA Ratgeber

Keyword Broad: Bedeutung bei Google Ads und bei Amazon Ads

Erfahren Sie, wie sich Keyword Broad bei Google Ads und Amazon Ads unterscheidet und wie Broad, Phrase und Exact jeweils einzuordnen sind.

„Keyword Broad" bezeichnet die breiteste Übereinstimmungsoption für Keywords in Anzeigenkampagnen. Ein so eingebuchtes Keyword legt nicht den Wortlaut fest, bei dem eine Anzeige erscheinen darf, sondern einen Relevanzbereich. Welche Suchanfragen in diesen Bereich fallen, entscheidet die jeweilige Werbeplattform nach ihrer eigenen Logik.

Genau hier liegt das eigentliche Missverständnis: Google Ads und Amazon Ads benutzen beide das Wort „Broad", meinen damit aber nicht denselben Mechanismus. Wer eine Google-Definition auf eine Amazon-Kampagne überträgt, erklärt sich eine Auslieferung falsch. Dieser Text ordnet den Begriff deshalb plattformübergreifend ein, statt eine Google-Ads-Anleitung zu sein.

Broad ist ein Bedeutungsraum, keine Wortliste

Die drei geläufigen Match Types heißen Broad, Phrase und Exact. Broad ist der weiteste von ihnen: Er lässt sprachlichen und inhaltlichen Spielraum zwischen Keyword und Suchanfrage zu, statt eine bestimmte Formulierung zu verlangen.

Ein Broad-Keyword funktioniert dadurch als Ausgangssignal für das Anzeigensystem, nicht als abschließende Aufzählung erlaubter Suchbegriffe. Abgedeckt sein können unter anderem:

  • ein anderer Wortlaut mit ähnlicher Bedeutung
  • ergänzende oder präzisierende Wörter
  • abweichende Wortformen und Schreibvarianten
  • thematisch verwandte Suchanfragen
  • Zusammenhänge, die nur die jeweilige Plattform erkennt

Wie weit dieser Spielraum reicht, lässt sich am Keyword allein nicht ablesen. Plattform, Kampagnentyp und Kontextsignale bestimmen die tatsächliche Auslieferung mit. Dasselbe Keyword bedeutet bei Google Ads und bei Amazon Ads deshalb nicht dasselbe.

Keyword Broad bei Google Ads

In Google Ads heißt Broad Match auf Deutsch „weitgehend passend". Es ist die standardmäßige Keyword-Option: Wer keine andere Übereinstimmungsoption angibt, bucht automatisch Broad. Die Schreibweise entscheidet, also laufschuhe kaufen ohne Anführungszeichen und ohne eckige Klammern, denn diese Zeichen kennzeichnen Phrase Match beziehungsweise Exact Match.

Der zentrale Punkt: Google Ads kann Anzeigen bei weitgehend passenden Keywords auch für relevante Suchanfragen ausspielen, die den Wortlaut des eingebuchten Keywords gar nicht enthalten. Eine Suchanfrage nach „bequeme sportschuhe für joggen" kann für das Keyword laufschuhe kaufen infrage kommen, obwohl kein einziges der eingebuchten Wörter vorkommt.

Für diese Zuordnung zieht Google Ads laut Herstellerangaben neben dem Keyword weitere Signale heran, darunter:

  • frühere Suchaktivitäten des Nutzers
  • die Inhalte der Landingpage
  • andere Keywords derselben Anzeigengruppe

Broad Match bei Google ist damit keine mechanische Wortregel. Formulierungen wie „alle Wörter dürfen in beliebiger Reihenfolge vorkommen" beschreiben die heutige Logik nicht mehr korrekt, denn sie unterstellen eine Wortbindung, die es so nicht gibt. Broad zielt auf die Bedeutung der Anfrage und auf den Kontext des Kontos.

Weil das System bei jeder Auktion unterschiedlich viel über eine Anfrage weiß, empfiehlt Google, Broad Match mit Smart Bidding zu kombinieren. Gebote werden dann anhand von Signalen zum Zeitpunkt der Auktion optimiert. Das ist Teil der Funktionslogik, aus der Broad seine Wirkung zieht, und keine Aussage darüber, welche Kampagnenstrategie im Einzelfall richtig ist.

Keyword Broad bei Amazon Ads

Amazon Ads kennt Broad Match ebenfalls als Keyword-Option. Sie bietet dort eine breite Reichweite für relevante Shopping-Suchanfragen. Die konkrete Abgleichlogik ist jedoch plattformspezifisch und darf nicht mit der von Google Ads gleichgesetzt werden.

Ausschlaggebend ist der Kontext: Amazon ist eine Produktsuche innerhalb eines Marktplatzes. Gesucht wird nach Produkten, Marken, Eigenschaften, Größen oder Einsatzzwecken, fast immer mit Kaufabsicht. Ein Keyword wie laufschuhe damen beschreibt dort einen Zielbereich im Sortiment, nicht ein allgemeines Informationsthema.

Daraus folgen zwei Denkfehler, die man vermeiden sollte:

  1. „Was bei Google für ein Broad-Keyword ausgeliefert wird, gehört auch bei Amazon dazu." Falsch, weil Amazon Relevanz im eigenen Produktökosystem bestimmt.
  2. „Eine Amazon-Auslieferung beweist, dass Google dieselbe semantische Beziehung sieht." Ebenfalls falsch, in die andere Richtung.

Zusätzlich gilt bei Amazon: Match Types greifen beim keywordbasierten Targeting. Ausrichtungen auf Produkte oder Kategorien folgen einer anderen Logik und sind keine Varianten von Broad Match. Wer Beschreibungen liest, sollte deshalb immer prüfen, auf welches Anzeigenprodukt und welchen Kampagnentyp sie sich beziehen.

Google Broad und Amazon Broad im Vergleich

AspektGoogle AdsAmazon Ads
GrundfunktionBreite Zuordnung relevanter SuchanfragenBreite Reichweite für relevante Shopping-Suchanfragen
SuchumgebungAllgemeine Suche mit sehr unterschiedlichen AbsichtenProduktsuche in einem kommerziellen Marktplatz
Bezeichnung„Weitgehend passend", Standard ohne weitere AngabeBroad als eine der wählbaren Keyword-Optionen
WortlautSuchanfrage muss das Keyword nicht enthaltenSuchanfrage kann vom Keyword abweichen
Zusätzliche SignaleUnter anderem Suchhistorie, Landingpage, AnzeigengruppePlattformeigene, produktbezogene Zuordnungslogik
AuswahlÜber die Schreibweise des KeywordsÜber die Einstellung im Kampagnenworkflow
Häufigster FehlerAls reine Wortregel lesenMit der Google-Logik gleichsetzen

Die Gemeinsamkeit ist die größere Reichweite gegenüber engeren Match Types. Der Unterschied liegt darin, wie die Plattform Relevanz definiert und in welchem Nutzungskontext sie eine Suchanfrage verarbeitet.

Broad, Phrase und Exact kurz abgegrenzt

Match TypeGrundideeReichweiteKontrolle
BroadDeckt einen weiten relevanten Bedeutungsbereich abhochgering
PhraseOrientiert sich enger an Bedeutung und Wortgruppemittelmittel
ExactZielt auf dieselbe Bedeutung oder eine sehr enge Entsprechungniedrighoch

„Exact" heißt dabei nicht, dass jedes Zeichen identisch sein muss, und „Phrase" ist nicht überall eine starre Zeichenfolge. Die Namen beschreiben vor allem das Verhältnis zueinander: Broad ist weiter als Phrase, Phrase weiter als Exact.

In Google Ads unterscheidet die Notation die drei Optionen:

  • laufschuhe damen steht für Broad Match
  • "laufschuhe damen" steht für Phrase Match
  • [laufschuhe damen] steht für Exact Match

Diese Syntax ist eine Google-Konvention, keine allgemeine Schreibregel. Bei Amazon Ads wird der Match Type im Kampagnenworkflow ausgewählt.

Negative Keywords: das Gegenstück zur Breite

Negative Keywords schließen eine Anzeigenauslieferung bei unerwünschten Suchbegriffen aus. Sie sind damit das wichtigste Kontrollinstrument, sobald breit passende Keywords im Spiel sind.

Wichtig ist die Rollenverteilung: Ein negatives Keyword ändert nicht die Bedeutung des Broad-Keywords, sondern ergänzt eine Ausschlussregel. Broad spannt den möglichen Bereich auf, negative Keywords nehmen Teile davon wieder heraus. Sichtbar wird erst am Bericht über die tatsächlich ausgelösten Suchbegriffe, wie eine Plattform ein Keyword im konkreten Konto versteht.

Auch hier gelten plattformspezifische Regeln. Welche negativen Match Types es gibt und wie weit sie greifen, sollte nicht ungeprüft von einer Plattform auf die andere übertragen werden.

Der Broad Match Modifier ist keine aktuelle Option mehr

Im Zusammenhang mit Google Ads taucht gelegentlich der „Broad Match Modifier" auf, also Keywords mit vorangestelltem Pluszeichen wie +laufschuhe +damen. Diese Variante ist keine separat verfügbare Keyword-Option mehr; ihre Funktion wurde im Zuge der Änderungen an Phrase Match abgelöst.

Das Pluszeichen ist deshalb kein vierter Match Type neben Broad, Phrase und Exact. Anleitungen, die „Modified Broad" erklären oder empfehlen, geben den heutigen Stand nicht wieder und sind ein verlässliches Zeichen für veraltete Quellen.

Was Broad Match nicht bedeutet

  • nicht, dass Anzeigen ohne jede Relevanzprüfung bei beliebigen Suchanfragen erscheinen
  • nicht, dass jedes Wort des Keywords in der Suchanfrage vorkommen muss
  • nicht, dass Google Ads und Amazon Ads dieselben Varianten abdecken
  • nicht, dass jede passende Suchanfrage tatsächlich eine Auslieferung auslöst
  • nicht, dass Match Type und Gebotsstrategie dasselbe sind

Ob eine Anzeige erscheint, hängt zusätzlich von Auktion, Gebot, Wettbewerb, Anzeigenqualität, Budget und weiteren Plattformsignalen ab.

Ebenfalls zu trennen: Broad Match und Keyword Insertion. Der Match Type steuert, welche Suchanfragen für eine Auslieferung infrage kommen. Keyword Insertion betrifft die dynamische Anpassung des Anzeigentextes. Zwei verschiedene Funktionen, die nur beide das Wort „Keyword" im Namen tragen.

Drei Fragen für die richtige Einordnung

  1. Auf welche Plattform bezieht sich der Begriff, Google Ads oder Amazon Ads?
  2. In welchem Anzeigenprodukt und Kampagnentyp wird das Keyword eingesetzt?
  3. Nach welchen aktuellen Regeln definiert diese Plattform Relevanz?

Die tragfähige plattformübergreifende Definition lautet: Keyword Broad ist die Match-Type-Einstellung, bei der ein Keyword einen weit gefassten Relevanzbereich vorgibt, während die Plattform anhand ihrer eigenen Funktionslogik bestimmt, welche Suchanfragen in diesen Bereich fallen. Bei Google Ads ist das eine bedeutungs- und kontextorientierte Zuordnung ohne Wortlautbindung, bei Amazon Ads eine breite Abdeckung relevanter Shopping-Suchanfragen im Produktkontext. Alles darüber hinaus ist plattformspezifisch und muss dort nachgelesen werden, wo es gilt.