„Keyword Tool di Google": Keyword-Recherche ausschließlich mit Googles eigenen Datenquellen
Keyword Planner, Autocomplete, Trends und Search Console als ein Workflow: So recherchieren Sie Keywords ausschließlich mit Googles eigenen Daten.
Wer nach „keyword tool di google" sucht, meint fast immer dasselbe: das Werkzeug, mit dem Google selbst Keyword-Ideen und Planungswerte ausliefert. Dieses Werkzeug heißt heute Google Keyword Planner und ist Bestandteil von Google Ads. Die Suchphrase mischt dabei Sprachen, was typisch für eine über Jahre weitergereichte Formulierung ist. Wichtiger als der Name ist aber, dass der Keyword Planner allein keine belastbare Recherche ergibt. Erst im Zusammenspiel mit Autocomplete, Google Trends und der Google Search Console entsteht ein Workflow, der von der Idee bis zur gemessenen Realität der eigenen Website durchläuft. Genau diesen Vier-Quellen-Workflow beschreibt dieser Leitfaden.
Was das alte Google Keyword Tool heute ist
Das frühere Google Keyword Tool ging im Keyword Planner auf. Praktisch heißt das: Sie brauchen ein Google-Ads-Konto, um an die Daten zu kommen. Der Zugang selbst kostet nichts, eine laufende Kampagne ist für die Recherche nicht zwingend. Wie fein die Werte in Ihrem Konto ausgewiesen werden, unterscheidet sich allerdings je nach Konto, deshalb lohnt der kurze Blick in die eigene Ansicht, bevor Sie Zahlen aus fremden Screenshots übernehmen.
Der Keyword Planner bietet zwei Einstiege, die sich klar unterscheiden:
- Neue Keywords entdecken liefert Ideen. Hier geht es um Breite: Welche Formulierungen existieren überhaupt rund um mein Thema?
- Suchvolumen und Prognosen abrufen bewertet eine Liste, die Sie bereits haben. Hier geht es um Tiefe: Was ist an meiner vorhandenen Auswahl dran?
Diese Trennung ist der erste praktische Hebel. Viele Recherchen scheitern daran, dass beide Modi vermischt werden und am Ende eine Liste entsteht, die weder vollständig noch bewertet ist.
Die vier Quellen und ihre Rollen
Jede der vier Google-Quellen beantwortet eine andere Frage. Wer sie verwechselt, liest Zahlen falsch.
| Quelle | Beantwortet | Liefert nicht |
|---|---|---|
| Keyword Planner | Welche Begriffe gibt es, wie groß ist die Nachfrage ungefähr? | Wie Nutzer wirklich formulieren |
| Autocomplete | Wie formulieren Menschen die Anfrage tatsächlich aus? | Mengen oder Trends |
| Google Trends | Wann im Jahr ist die Nachfrage hoch? | Absolutes Suchvolumen |
| Search Console | Wofür wird meine Seite heute schon gefunden? | Nachfrage außerhalb meiner Sichtbarkeit |
Der Workflow läuft bewusst in dieser Reihenfolge: von der Breite über die Formulierung und die Zeitachse hin zur eigenen Realität.
Schritt 1: Ideen und Planungswerte im Keyword Planner
Beginnen Sie mit Neue Keywords entdecken. Der Keyword Planner erzeugt Ideen auf drei Wegen, und alle drei liefern unterschiedliche Ergebnisse:
- Anhand von Begriffen. Geben Sie zwei bis fünf Startbegriffe ein, die Ihr Thema aus verschiedenen Winkeln beschreiben. Nicht fünf Varianten desselben Wortes, sondern etwa Problem, Lösung und Zielgruppe.
- Anhand einer Website. Sie übergeben eine URL, und Google leitet Begriffe aus dem Inhalt ab. Das funktioniert für die eigene Domain ebenso wie für eine thematisch passende Seite, die Sie inhaltlich einordnen wollen.
- Anhand einer Produktkategorie. Der schnellste Weg in Themenfelder, die Sie selbst noch nicht sprachlich durchdrungen haben.
Führen Sie alle drei Wege einmal aus und legen Sie die Ergebnisse zusammen. Die Schnittmenge ist Ihr sicherer Kern, die Differenzmenge ist der interessante Teil: Begriffe, die nur ein Weg gefunden hat, sind häufig genau die Formulierungen, die Wettbewerber übersehen.
Anschließend wechseln Sie mit der bereinigten Liste in Suchvolumen und Prognosen abrufen. Wichtig ist hier die richtige Erwartung an die Prognosewerte. Sie berücksichtigen unter anderem Gebot, Budget, Saisonabhängigkeit und die bisherige Anzeigenqualität und sind ausdrücklich keine Garantie für die tatsächliche Kampagnenleistung. Für die inhaltliche Planung heißt das: Nutzen Sie die Werte als Größenordnung und als Rangfolge, nicht als Versprechen. Ob ein Begriff in der Größenordnung von 100 oder von 10.000 liegt, ist eine planungsrelevante Aussage. Ob er bei 880 oder bei 910 liegt, ist es nicht.
Achten Sie außerdem auf Land und Sprache in den Einstellungen. Eine Liste, die versehentlich für einen anderen Markt gezogen wurde, sieht vollkommen plausibel aus und ist trotzdem unbrauchbar.
Schritt 2: Formulierungen über Autocomplete schärfen
Der Keyword Planner denkt in Begriffen. Menschen suchen in Sätzen. Diese Lücke schließt Autocomplete, also die Vorschläge, die Google während der Eingabe im Suchfeld einblendet.
Der entscheidende Punkt: Diese Vervollständigungen basieren auf tatsächlichen Suchanfragen. Sie können unter anderem durch Sprache, Standort, Aktualität und frühere Suchaktivitäten beeinflusst werden. Für die Praxis folgen daraus zwei Regeln. Erstens: Arbeiten Sie in einem frischen Browserfenster ohne eigene Suchhistorie, sonst spiegeln die Vorschläge Ihre Gewohnheiten statt den Markt. Zweitens: Behandeln Sie Autocomplete als Quelle für Formulierungen, niemals als Quelle für Mengen. Ein Vorschlag sagt Ihnen, dass es diese Anfrage gibt, nicht wie oft.
Drei Abfragemuster holen in wenigen Minuten das meiste heraus:
- Startbegriff plus Fragewort: „wie", „was", „warum", „wann" vor den Begriff setzen. Das legt den informationsorientierten Teil der Nachfrage frei.
- Startbegriff plus Buchstabe: Hängen Sie systematisch a, b, c an. Jeder Buchstabe öffnet einen anderen Zweig des Long-Tail.
- Startbegriff plus Präposition: „für", „ohne", „mit", „statt". Diese kleinen Wörter markieren fast immer eine konkrete Nutzungssituation.
Die so gewonnenen Long-Tail-Formulierungen wandern zurück in den Keyword Planner, in den Modus Suchvolumen und Prognosen abrufen. So schließt sich die erste Schleife: Autocomplete liefert die Sprache, der Keyword Planner die Größenordnung dazu.
Schritt 3: Saisonalität mit Google Trends prüfen
Eine Jahresdurchschnittszahl verschweigt, wann die Nachfrage überhaupt stattfindet. Google Trends macht genau das sichtbar. Beachten Sie dabei die wichtigste Eigenschaft der Darstellung: Trends zeigt das relative Suchinteresse, normalisiert auf einer Skala von 0 bis 100, und damit ausdrücklich kein absolutes Suchvolumen. Ein Wert von 100 bedeutet den Höchststand im gewählten Zeitraum und in der gewählten Region, nicht eine bestimmte Anzahl Suchanfragen.
Daraus ergeben sich drei sinnvolle Fragen an das Werkzeug:
- Verlauf über zwölf Monate: Gibt es wiederkehrende Spitzen? Wenn ja, sollte Ihr Inhalt deutlich vor der Spitze fertig und indexiert sein, nicht während der Spitze.
- Verlauf über fünf Jahre: Wächst das Thema, hält es sich, oder verliert es? Ein Begriff mit ordentlicher Menge, aber fallender Kurve ist eine andere Investition als ein kleinerer, steigender Begriff.
- Vergleich zweier Schreibweisen: Wenn zwei Formulierungen inhaltlich dasselbe meinen, zeigt der direkte Vergleich, welche die Nutzer tatsächlich verwenden.
Trends ersetzt keine Mengenangabe. Es beantwortet die Frage nach dem Zeitpunkt, und diese Frage entscheidet oft mehr über den Erfolg einer Seite als die Frage nach der Menge.
Schritt 4: Die eigene Realität in der Search Console
Die ersten drei Quellen beschreiben den Markt. Die Google Search Console beschreibt Ihre Position darin, und sie ist die einzige Quelle im Workflow, die echte Daten Ihrer eigenen Website liefert.
Der Leistungsbericht zeigt für Suchanfragen unter anderem Klicks, Impressionen, durchschnittliche CTR und durchschnittliche Position. Diese vier Werte zusammen ergeben drei sehr konkrete Arbeitslisten:
- Viele Impressionen, kaum Klicks. Sie sind sichtbar, aber das Suchergebnis überzeugt nicht oder die Seite passt nicht zur Anfrage. Das ist Arbeit am Titel, am Einstieg und an der Passung, nicht neue Recherche.
- Position knapp außerhalb der ersten Seite. Hier liegt der kürzeste Weg zu zusätzlichen Klicks. Eine bestehende Seite zu vertiefen ist fast immer günstiger, als eine neue anzulegen.
- Anfragen, die Sie nie geplant hatten. Das ist der wertvollste Fund. Hier sagt Google Ihnen wörtlich, welche Nachfrage Ihre Seite bereits bedient, ohne dass Sie es beabsichtigt haben. Diese Anfragen gehören zurück an den Anfang des Workflows, als neue Startbegriffe für Schritt 1.
Damit ist der Kreis geschlossen. Der Workflow ist keine Kette mit Ende, sondern eine Schleife, die sich aus den eigenen Messwerten selbst nachlädt.
Kennzahlen richtig lesen
Drei Missverständnisse tauchen in Keyword-Recherchen immer wieder auf, und alle drei kosten Zeit.
Suchvolumen ist eine Kennzahl, nicht die Kennzahl. Es sagt, wie groß eine Nachfrage ungefähr ist. Es sagt nichts darüber, wie schwer die Anfrage zu gewinnen ist, was die Suchenden erwarten und ob sie am Ende etwas tun, das für Sie zählt. Eine Auswahl allein nach Volumen führt verlässlich zu Seiten, die viel Aufwand kosten und wenig bewegen.
Prognose ist nicht Messung. Die Planungswerte des Keyword Planners sind modelliert. Die Werte der Search Console sind gemessen. Wo beide etwas zum selben Begriff sagen, gewinnt die Messung.
Relativ ist nicht absolut. Ein Trends-Wert von 100 und ein Suchvolumen von 100 haben nichts miteinander zu tun. Die beiden Zahlen in einer Tabelle nebeneinanderzustellen erzeugt nur Scheingenauigkeit.
Der Workflow als Routine
Damit aus dem Ablauf mehr wird als eine einmalige Übung, hilft eine feste Kadenz:
- Einmal je Thema: Schritt 1 und Schritt 2 vollständig, bis die Ideenliste sich nicht mehr verändert.
- Einmal je Quartal: Schritt 3, um zu prüfen, ob sich Saison oder Richtung verschoben haben.
- Einmal im Monat: Schritt 4, um die drei Arbeitslisten neu zu ziehen und die unerwarteten Anfragen einzusammeln.
Halten Sie die Ergebnisse in einer einzigen Liste fest, mit einer Spalte für die Quelle jedes Wertes. Ein halbes Jahr später ist es sonst nicht mehr rekonstruierbar, ob eine Zahl eine Prognose, ein relativer Index oder eine Messung war, und genau daran scheitern Entscheidungen.
Häufige Fehler im Vier-Quellen-Workflow
- Nur eine Quelle nutzen. Der Keyword Planner allein liefert Begriffe ohne Sprache, ohne Zeitachse und ohne Bezug zur eigenen Seite.
- Autocomplete im eingeloggten Alltagsbrowser abfragen. Frühere Suchaktivitäten verfälschen das Bild.
- Trends-Werte als Suchvolumen interpretieren. Die Skala ist normalisiert und damit nur innerhalb ihres eigenen Vergleichsrahmens aussagekräftig.
- Die Search Console erst nach dem Veröffentlichen ansehen. Sie gehört in die Planung, weil sie die einzige Quelle ist, die Nachfrage und eigene Leistung gleichzeitig zeigt.
- Für jede Formulierungsvariante eine eigene Seite planen. Mehrere Schreibweisen derselben Absicht gehören auf eine Seite, sonst konkurrieren Ihre eigenen Seiten um dieselbe Anfrage.
Fazit
„Keyword tool di google" führt zum Google Keyword Planner, aber der Planner ist nur der Einstieg. Die belastbare Recherche entsteht aus vier Googlequellen in fester Reihenfolge: Der Keyword Planner liefert Ideen und Größenordnungen, Autocomplete die echte Sprache der Suchenden, Google Trends den richtigen Zeitpunkt und die Search Console die Rückmeldung aus der eigenen Website. Wer diese Schleife regelmäßig durchläuft und jede Zahl mit ihrer Quelle liest, braucht für die Keyword-Recherche nichts außerhalb von Google.
