Keyworddichte ermitteln: Formel, Werkzeuge und warum zwei Zähler nie dasselbe Ergebnis liefern
Die Formel für die Keyworddichte, Messung per Textprogramm oder Tool und die vier Zählregeln, wegen denen zwei Werkzeuge verschiedene Werte liefern.

Die Keyworddichte ist ein Prozentwert. Er gibt an, wie oft ein Suchbegriff im Verhältnis zur gesamten Textlänge einer Seite vorkommt. Berechnet wird er, indem die Anzahl der Keyword-Vorkommen durch die Anzahl aller Wörter des Textes geteilt und das Ergebnis mit 100 multipliziert wird. Zwei Zahlen, eine Formel, fertig, könnte man meinen. Tatsächlich liefern zwei Werkzeuge für denselben Text regelmäßig unterschiedliche Werte. Der Grund liegt nie in der Formel, sondern immer in der Frage, was als Wort und was als Treffer zählt.
Die Formel
Vorkommen des Keywords geteilt durch Gesamtzahl der Wörter, mal 100. Ein Text mit 800 Wörtern, in dem der Begriff zwölfmal auftaucht: 12 / 800 x 100 = 1,5 Prozent. So weit die reine Rechnung. Jede Abweichung zwischen zwei Messungen entsteht erst danach, nämlich dabei, wie Zähler und Nenner gefüllt werden.
Von Hand: Zählung im Textprogramm
Für einen einzelnen Text braucht es kein SEO-Tool. Die Worthäufigkeit lässt sich auch mit Textverarbeitungssoftware wie Word oder OpenOffice zählen: Die Wortzahl des Dokuments steht in der Statusleiste, die Suchfunktion mit „Alle suchen" oder „Alle hervorheben" liefert die Trefferzahl eines Begriffs. Beide Werte in die Formel, fertig.
Der Vorteil ist Kontrolle: Sie sehen jede Fundstelle und entscheiden selbst, ob sie zählt. Der Nachteil ist der Aufwand, sobald mehrere Wortformen oder ganze Seiten verglichen werden sollen. Und beachten Sie, dass das Textprogramm Überschriften, Bildunterschriften und Fußnoten mitzählt. Schon an dieser Stelle kann seine Gesamtwortzahl von der eines Tools abweichen.
Mit Tool: Textfeld oder URL
Online-Werkzeuge ermitteln die Keyworddichte wahlweise über eingefügten Text oder über die Eingabe einer URL. Im Textfeld messen Sie genau den Text, den Sie eingefügt haben. Bei der URL-Eingabe holt sich das Tool die Seite selbst und misst das ausgelieferte Dokument, inklusive allem, was Navigation, Seitenleiste und Footer mitliefern. Für einen Entwurf ist das Textfeld richtig, für die tatsächlich veröffentlichte Seite die URL. Das sind zwei verschiedene Messgegenstände, keine austauschbaren Varianten derselben Messung.
Neben der Dichte selbst geben solche Werkzeuge in der Regel die Wortanzahl, die Häufigkeit einzelner Wörter und Lesbarkeitswerte aus. Umfangreichere Textanalyse-Werkzeuge prüfen zusätzlich Lesedauer, Satzlänge, Füllwörter und Links.
Fremde Seiten und der SERP-Vergleich
Weil die URL-Eingabe keinen Zugriff auf den Quelltext voraussetzt, funktioniert sie für jede öffentlich erreichbare Seite, auch für die der Konkurrenz. Manche Checker analysieren den Keyword-Anteil nicht nur im eigenen Text und in einer fremden Webseite, sondern direkt in den Top-Ergebnissen der SERP, sodass mehrere rankende Seiten nebeneinander stehen. Damit dieser Vergleich etwas aussagt, muss die Methode für alle verglichenen Seiten identisch sein: dasselbe Werkzeug, dieselbe Einstellung, dieselbe Behandlung von Navigation und Footer. Werte aus verschiedenen Tools nebeneinanderzulegen ergibt keine Vergleichsreihe, sondern Rauschen.
Warum zwei Zähler nie exakt übereinstimmen
Ein Rechenbeispiel macht es greifbar. Ein Text hat 500 Wörter, davon 100 Stoppwörter wie „und", „der", „in". Das Keyword kommt zehnmal vor, zweimal davon als Flexionsform. Ein Tool, das alle 500 Wörter zählt und nur die exakte Zeichenkette als Treffer wertet, kommt auf 8 / 500 x 100 = 1,6 Prozent. Ein anderes, das Stoppwörter herausrechnet und Flexionsformen mitzählt, kommt auf 10 / 400 x 100 = 2,5 Prozent. Gleicher Text, gleiches Keyword, fast ein Prozentpunkt Unterschied, allein durch zwei Zählregeln. Vier Stellschrauben sind dafür verantwortlich:
Stoppwörter. Manche Tools rechnen Füllwörter aus der Gesamtwortzahl heraus, andere zählen sie mit. Der Nenner schrumpft oder wächst, ohne dass sich ein Zeichen im Text ändert.
Flexionsformen. Zählt eine gebeugte oder zusammengesetzte Form als Treffer für das Grundwort? Werkzeuge mit Stemming sagen ja, reine Zeichenkettensucher sagen nein. Bei deutschen Komposita und Deklinationen betrifft das schnell einen erheblichen Teil der Treffer.
Mehrwort-Keywords. Bei einer Phrase aus zwei oder drei Wörtern ist unklar, ob ein Treffer als ein Vorkommen zählt oder als mehrere Wörter, und ob der Nenner in Wörtern oder in Phrasen gerechnet wird. Je nach Konvention verschiebt sich das Ergebnis deutlich.
Boilerplate. Navigation, Seitenleiste, Footer, Cookie-Hinweis und Copyright-Zeile gehören zum HTML, aber nicht zum redaktionellen Text. Tools, die den Hauptinhalt nicht extrahieren, zählen sie mit, und zwar in beide Richtungen: Der Nenner wächst durch das Menü, der Zähler wächst mit, sobald das Keyword im Menü oder Footer steht.
Was die Zahl leisten kann
Google-Sprecher John Mueller hat bestätigt, dass die Keyword-Dichte kein direkter Rankingfaktor mehr ist. Als Messung bleibt sie trotzdem nützlich, aber als Diagnose, nicht als Urteil: Sie zeigt, welche Begriffe ein Text tatsächlich trägt und wie stark sich zwei Texte in dieser Hinsicht unterscheiden. Damit dieser Blick verlässlich bleibt, halten Sie die Methode fest, mit der gemessen wurde: welches Werkzeug, welche Einstellung, Textfeld oder URL, Stoppwörter drin oder draußen. Ein Wert ohne diese Angabe ist keine Messung, sondern nur eine Zahl.
Gemergt: Rechenbeispiel und Textprogramm-Fallstrick (Variante 3/4), SERP-Absatz und Vier-Stellschrauben-Block (Variante 1). Entfernt: Meta-Absatz über den Auftrag, ai-summary-Block und Scorecard (Generator-Scaffolding, reißt den Gate). Unbelegtes aufgelöst statt gestrichen: „30 Prozent der Treffer" und „verdoppelt oder halbiert sich" waren freie Zahlen, jetzt qualitativ formuliert, dafür trägt das durchgerechnete 500-Wort-Beispiel die Aussage. Alle 8 entity_facts abgedeckt, keine Avoid-Lane berührt, kein Ziel- oder Platzierungswert, ~700 Wörter.
