ONMA Ratgeber

Keywords einer Webseite anzeigen: vier Prüfebenen und die passende Methode

So finden Sie Keywords in Seiteninhalt und HTML, prüfen Treffer mit site: und sehen echte Suchanfragen einer URL in der Google Search Console.

Wer die Keywords einer Webseite anzeigen möchte, sucht häufig nach einer einzigen Liste. Eine solche verbindliche Keyword-Liste gibt es jedoch nicht. Sichtbare Begriffe, Angaben im HTML, über Google auffindbare Inhalte und Suchanfragen, für die eine URL erscheint, sind unterschiedliche Datensätze. Sie beantworten jeweils eine andere Frage und müssen mit unterschiedlichen Methoden geprüft werden.

Legen Sie deshalb zuerst fest, welches Ergebnis Sie benötigen:

  1. Begriffe im sichtbaren Inhalt: Kommt eine bestimmte Formulierung auf der Seite vor?
  2. Angaben im HTML: Steht der Begriff im Seitentitel, in einer Meta-Angabe oder in einem Attribut?
  3. Über Google auffindbare Inhalte: Welche Seiten einer Domain zeigt Google zu einem Begriff?
  4. Tatsächliche oder geschätzte Rankings: Für welche Suchanfragen erscheint eine eigene URL laut Search Console, beziehungsweise eine fremde URL laut Drittanbieter?

Die ersten drei Ebenen zeigen, was auf der Seite vorhanden oder über Google auffindbar ist. Nur die vierte Ebene liefert Suchanfragen, bei denen die URL tatsächlich eingeblendet wurde, oder bei fremden Seiten eine entsprechende Schätzung.

Ebene 1: Begriffe im sichtbaren Inhalt finden

Wenn Sie bereits wissen, welchen Begriff Sie prüfen möchten, genügt die Seitensuche des Browsers:

  1. Öffnen Sie die betreffende Webseite.
  2. Drücken Sie unter Windows oder Linux Strg + F, unter macOS Cmd + F.
  3. Geben Sie den gesuchten Begriff ein.
  4. Wechseln Sie durch die markierten Fundstellen.

So erkennen Sie beispielsweise, ob eine Leistung ausdrücklich benannt wird, ob ein Fachbegriff in einer Zwischenüberschrift vorkommt oder ob eine Formulierung überhaupt auf der Seite steht.

Beachten Sie dabei dynamische Inhalte. Texte in geschlossenen Akkordeons, Tabs oder erst später geladenen Bereichen sind möglicherweise erst auffindbar, nachdem Sie das betreffende Element geöffnet haben. Auch eingebettete Inhalte, etwa in einem separaten Frame, können eine eigene Suche erfordern.

Die angezeigte Trefferzahl ist keine SEO-Bewertung. Sie sagt lediglich, wie oft die eingegebene Zeichenfolge im durchsuchbaren Seiteninhalt vorkommt. Daraus lässt sich weder ableiten, wie relevant Google den Begriff findet, noch ob die URL dafür rankt. Die Methode dient nur dem Auffinden vorhandener Formulierungen, nicht der Berechnung oder Optimierung einer Keyworddichte.

Ebene 2: Begriffe und Angaben im HTML prüfen

Nicht alle Angaben erscheinen als normaler Fließtext. Der HTML-Code enthält unter anderem den Seitentitel, die Meta-Description, Überschriften, Alternativtexte von Bildern und weitere Attribute.

In vielen Desktop-Browsern öffnen Sie mit Strg + U den ausgelieferten Quelltext. Anschließend können Sie dort mit Strg + F nach einem Begriff oder einem bestimmten Element suchen, zum Beispiel nach:

  • <title für den Seitentitel
  • description für die Meta-Description
  • <h1 für die Hauptüberschrift
  • alt= für Alternativtexte
  • einer konkreten Formulierung

Der ursprüngliche Quelltext enthält nicht zwingend alle Inhalte, die nach dem Laden durch JavaScript eingefügt werden. Prüfen Sie in diesem Fall den geladenen DOM-Baum über die Entwicklertools. In Chrome öffnen Sie die DevTools, wechseln zu Elements und starten dort die Suche. Laut der Dokumentation der Chrome DevTools lassen sich auf diese Weise Zeichenfolgen in Elementen und Attributen des DOM finden.

Quelltext und DOM können sich deshalb unterscheiden: Der Quelltext zeigt die ausgelieferte Ausgangsversion, der DOM den vom Browser verarbeiteten aktuellen Zustand der Seite.

Meta-Keywords sind keine Ranking-Keywords

Im Quelltext kann dieses Element stehen:

<meta name="keywords" content="begriff eins, begriff zwei">

Diese Liste ist kein Nachweis für organische Rankings. Google verwendet das Meta-Keywords-Tag nicht für das Ranking in der Websuche. Ein solches Feld zeigt höchstens, welche Begriffe der Seitenbetreiber eingetragen hat. Es verrät nicht, für welche Suchanfragen die URL tatsächlich erscheint.

Ebene 3: Über Google auffindbare Inhalte prüfen

Mit dem Suchoperator site: begrenzen Sie eine Google-Suche auf eine Domain, eine URL oder ein URL-Präfix. Praktische Abfragen sind:

site:beispiel.de
site:beispiel.de/ratgeber/
site:beispiel.de/ratgeber/ "konkreter begriff"

Mit der ersten Abfrage erhalten Sie eine Auswahl von Ergebnissen der gesamten Domain. Die zweite konzentriert sich auf einen bestimmten Bereich. Die dritte zeigt, welche Seiten dieses Bereichs Google im Zusammenhang mit der eingegebenen Formulierung ausliefert.

Die Methode eignet sich für schnelle Stichproben. Sie können prüfen, ob eine bekannte URL in den Ergebnissen erscheint oder welche Seite einer Domain Google für einen Begriff auswählt. Zeigt Google mehrere eigene URLs, ist das ein Anlass für eine genauere Prüfung. Die Abfrage allein belegt jedoch weder ein dauerhaftes Ranking noch einen Konflikt zwischen den Seiten.

Der site:-Operator ist kein vollständiges Indexierungsverzeichnis. Google weist ausdrücklich darauf hin, dass Suchoperatoren nicht zwingend alle indexierten URLs anzeigen. Auch die Reihenfolge der Ergebnisse ist keine belastbare Ranking-Auswertung. Verwenden Sie die Methode daher zur Orientierung, nicht als vollständige Liste vorhandener Keywords oder indexierter Seiten.

Ebene 4: Suchanfragen einer URL in der Search Console anzeigen

Für eine eigene, verifizierte Property ist der Leistungsbericht der Google Search Console die passende Quelle. Er zeigt unter anderem Suchanfragen, Klicks, Impressionen, Klickrate und durchschnittliche Position.

So prüfen Sie die Suchanfragen einer konkreten URL:

  1. Öffnen Sie die richtige Property in der Google Search Console.
  2. Rufen Sie Leistung beziehungsweise Suchergebnisse auf.
  3. Fügen Sie einen Filter für Seite hinzu.
  4. Wählen Sie die Option für eine genaue URL und tragen Sie die vollständige Adresse ein.
  5. Öffnen Sie unter dem Diagramm die Registerkarte Suchanfragen.
  6. Sortieren Sie die Tabelle nach Klicks, Impressionen oder durchschnittlicher Position.

Der Seitenfilter ist entscheidend. Ohne ihn sehen Sie die Suchanfragen der gesamten Property und nicht ausschließlich die Daten der untersuchten URL. Kontrollieren Sie außerdem den Zeitraum. Ein kurzer Zeitraum kann bei selten eingeblendeten Seiten nur wenige Daten liefern. Ein sehr langer Zeitraum kann aktuelle Veränderungen verdecken.

Der Search-Console-Leistungsbericht lässt sich zusätzlich nach Suchanfrage, Land, Gerät und Darstellung in der Suche filtern. Dadurch können Sie etwa untersuchen, ob eine URL auf Mobilgeräten für andere Formulierungen erscheint als auf Desktop-Geräten.

Auch diese Tabelle ist keine garantiert vollständige Keyword-Liste. Bestimmte seltene oder anonymisierte Suchanfragen werden aus Datenschutzgründen nicht ausgewiesen. Dennoch sind die Daten wesentlich belastbarer als Begriffe aus dem Quelltext oder einzelne manuelle Google-Abfragen, weil sie auf tatsächlichen Einblendungen in der Suche beruhen.

Keywords fremder Webseiten anzeigen

Für eine fremde Webseite haben Sie normalerweise keinen Zugriff auf deren Search Console. Echte Suchanfragen und vollständige Leistungsdaten können Sie deshalb nicht einsehen. Drittanbieter-Tools bieten stattdessen geschätzte organische Rankings für Domains oder einzelne URLs an.

Geben Sie dort möglichst die konkrete URL ein und öffnen Sie die Ansicht für organische Keywords oder Rankings. Die Ergebnisse basieren auf dem Keywordbestand, den der jeweilige Anbieter beobachtet, sowie auf eigenen Messungen und Modellen. Verschiedene Dienste können deshalb für dieselbe URL unterschiedliche Begriffe und Positionen ausweisen.

Solche Daten eignen sich für eine grobe Einschätzung, welche Themen eine fremde Seite abdeckt und für welche Begriffe sie wahrscheinlich erscheint. Sie sind keine Kopie der Search-Console-Daten. Optionale Kennzahlen wie Suchvolumen sind für das reine Anzeigen vorhandener oder vermuteter Rankings nicht erforderlich.

Der Google Ads Keyword-Planer beantwortet diese Frage ebenfalls nicht. Er dient laut Google Ads Hilfe der Suche nach Keyword-Ideen und Prognosen für Werbekampagnen. Seine Vorschläge sind keine Liste der organischen Suchanfragen, für die eine bestimmte Webseite rankt.

Welche Methode passt zu Ihrem Ziel?

Nutzen Sie die Browser-Suche, wenn Sie einen bekannten Begriff im sichtbaren Inhalt finden möchten. Prüfen Sie Quelltext oder DOM, wenn es um Titel, Meta-Angaben, Attribute oder dynamisch eingefügte Inhalte geht. Verwenden Sie site: für eine orientierende Stichprobe dessen, was Google zu einer Domain und einem Begriff ausliefert.

Für tatsächliche Suchanfragen einer eigenen URL ist die Search Console mit einem exakten Seitenfilter die entscheidende Quelle. Bei fremden Webseiten bleiben geschätzte Rankings aus Drittanbieter-Tools. Wer diese vier Ebenen trennt, verwechselt Begriffe, die lediglich auf einer Seite stehen, nicht länger mit den Suchanfragen, über die Nutzer diese Seite tatsächlich finden.