ONMA Ratgeber

Marketing mit Keywords: So funktioniert Keyword Advertising

Der Leitfaden erklärt, wie Suchanfragen, Keyword-Matching, Anzeigenauktion und Erfolgsmessung zusammenspielen und Kampagnen gesteuert werden.

Keyword Advertising verbindet zwei Dinge, die sonst getrennt bleiben: den Moment, in dem jemand etwas sucht, und die Anzeige, die genau darauf antwortet. In Google Ads dienen Keywords dazu, Anzeigen auf Suchanfragen auszurichten, die zu den angebotenen Produkten oder Dienstleistungen passen. Dieser Leitfaden zeigt den Ablauf: von der Suchanfrage über das Matching und die Auktion bis zur Messung.

Der Ablauf in vier Schritten

1. Die Suchanfrage. Eine Person tippt etwas in die Suche. Dieser Text ist der Suchbegriff, nicht das Keyword. Beide werden oft verwechselt, und genau aus dieser Differenz entsteht später die Steuerungsarbeit.

2. Das Matching. Das System prüft, welche gebuchten Keywords zu dieser Anfrage passen. Keyword-Optionen steuern, wie eng eine Suchanfrage mit einem gebuchten Keyword übereinstimmen muss, damit eine Anzeige grundsätzlich ausgeliefert werden kann.

3. Die Auktion. Bei Google Ads entscheidet eine Auktion bei jeder relevanten Suche, welche Anzeigen erscheinen und in welcher Reihenfolge sie ausgespielt werden. Sie läuft in Echtzeit, für jede einzelne Anfrage neu.

4. Die Messung. Nach der Auslieferung entstehen Daten: Impressionen, Klicks, Kosten und im besten Fall Konversionen. Sie fließen zurück in die Keyword-Auswahl.

Wichtig ist die Reihenfolge. Ein Keyword, das die Auktion nie erreicht, kann auch keine schlechte Klickrate haben. Wer Zahlen liest, sollte deshalb immer wissen, an welcher Stelle des Ablaufs sie entstanden sind.

Nach welchen Kriterien Keywords ausgewählt werden

Die Auswahl folgt selten dem größten Suchvolumen. Vier Kriterien tragen die Entscheidung:

  • Absicht: Sucht jemand Information, einen Vergleich oder ein konkretes Angebot? Nur die letzte Gruppe kauft kurzfristig.
  • Angebotsdeckung: Gibt es eine Seite, die genau das einlöst, was das Keyword verspricht? Ohne diese Deckung wird der Klick bezahlt und verpufft.
  • Nachfragegröße: Der Google Keyword Planner unterstützt bei der Suche nach Keyword-Ideen und liefert Schätzungen zu Suchvolumen, Wettbewerb und Kosten. Diese Werte sind Schätzungen, keine Prognosen.
  • Wirtschaftlichkeit: Was darf ein Klick kosten, damit die Kampagne trägt? Dazu braucht es den Wert einer Konversion, nicht nur ihren Preis.

Typisch ist die Mischung: wenige allgemeine Begriffe mit hoher Nachfrage und viele spezifische Begriffe mit klarer Absicht. Die spezifischen Begriffe bringen meist weniger Klicks, aber verlässlichere.

Wie die Ausspielung gesteuert wird

Zwei Hebel bestimmen, welche Suchanfragen eine Anzeige tatsächlich auslösen.

Der erste sind die Keyword-Optionen. Sie reichen von einer sehr engen Übereinstimmung bis zur Option “weitgehend passend”, die auch verwandte Anfragen einbezieht. Weite Optionen erhöhen die Reichweite und damit die Streuung, enge Optionen tun das Gegenteil. Welche Option sinnvoll ist, hängt davon ab, wie gut die Nachfrage bereits bekannt ist.

Der zweite Hebel sind ausschließende Keywords. Sie verhindern, dass Anzeigen bei unerwünschten Suchbegriffen ausgeliefert werden. In der Praxis sind das Begriffe wie “kostenlos”, “Job”, “Erfahrungen” oder Wettbewerbernamen, je nach Angebot. Ausschließende Keywords sind kein Notfallwerkzeug, sondern laufende Pflege.

Was in der Auktion zählt

Das Gebot allein entscheidet nicht. Beim CPC-Abrechnungsmodell entstehen Kosten grundsätzlich durch Klicks auf die Anzeige, und der maximale CPC kann als Gebotsobergrenze festgelegt werden. Diese Obergrenze sagt, was ein Klick höchstens kosten darf, nicht was er kostet.

Daneben steht die Relevanz. Der Qualitätsfaktor ist ein Diagnosewert auf einer Skala von 1 bis 10 und basiert unter anderem auf erwarteter Klickrate, Anzeigenrelevanz und Nutzererfahrung mit der Landingpage. Er ist ausdrücklich ein Diagnosewert: Er zeigt, wo eine Anzeigengruppe schwach ist, und ist keine Kennzahl, die man direkt optimiert.

Daraus folgt eine unbequeme Konsequenz. Ein höheres Gebot kann fehlende Relevanz nur teuer kompensieren, nie ersetzen. Die günstigere Lösung liegt fast immer auf der Zielseite.

Ein neutrales Kampagnenbeispiel

Ein Anbieter für Bürostühle startet mit drei Anzeigengruppen: “Bürostuhl ergonomisch”, “Schreibtischstuhl Rückenschmerzen” und dem Markennamen. Jede Gruppe zeigt auf eine eigene Seite, jede hat zwei bis drei Anzeigen.

Nach zwei Wochen zeigt der Suchbegriffsbericht, wofür wirklich ausgeliefert wurde: neben passenden Anfragen auch “Bürostuhl reparieren” und “Bürostuhl gebraucht”. Beide werden ausgeschlossen. “Schreibtischstuhl Rückenschmerzen” bringt wenige Klicks, aber die meisten Anfragen, also bekommt die Gruppe mehr Budget. Die Markengruppe läuft günstig weiter.

Das ist der eigentliche Betriebsmodus: nicht planen, sondern beobachten und nachziehen.

Erfolg messen

Der Suchbegriffsbericht zeigt tatsächliche Suchanfragen, durch die Anzeigen ausgeliefert wurden, und hilft bei der Ergänzung relevanter oder auszuschließender Keywords. Er ist der Punkt, an dem die Schleife sich schließt: Beobachtung wird zur nächsten Entscheidung.

Drei Fragen tragen die Auswertung. Löst die Kampagne die richtigen Anfragen aus? Führen die Klicks zu Konversionen? Und stehen die Kosten pro Konversion in einem Verhältnis, das das Geschäft trägt? Klickrate und Qualitätsfaktor helfen bei der Ursachensuche, beantworten diese drei Fragen aber nicht.

Wer diese Schleife wöchentlich statt quartalsweise dreht, braucht kein größeres Budget, sondern verliert schlicht weniger davon an Suchanfragen, die nie gemeint waren.