ONMA Ratgeber

Online Marketing als Zusammenspiel von Owned, Paid und Earned Media

Wie Owned, Paid und Earned Media entlang der Customer Journey ineinandergreifen: Aufgabe jedes Kanals, saubere Übergaben und passende Kennzahlen.

Aufgeklappter Laptop auf dunklem Untergrund, auf dem Bildschirm eine Google-Trefferliste zur Suche „Online Marketing Experte“

Wer das Prinzip von Online Marketing Online Marketing durchdenkt, erkennt schnell, dass nicht das bloße Nebeneinander von Kanälen den Erfolg ausmacht. Online Marketing entfaltet seine Wirkung selten in einem isolierten Kanal. Eine Anzeige kann zwar kurzfristig Aufmerksamkeit erzeugen, doch erst eine überzeugende Landingpage vertieft das geweckte Interesse. Ein hilfreicher Fachartikel kann über die Suchmaschine gefunden, in sozialen Netzwerken empfohlen und wenige Tage später durch eine personalisierte E-Mail wieder in Erinnerung gerufen werden. Der Kaufabschluss entsteht dann nicht durch eine singuläre Maßnahme, sondern durch mehrere aufeinander abgestimmte Kontaktpunkte, die sich in ihrer Wirkung gegenseitig bedingen und verstärken.

Für dieses komplexe Zusammenspiel lassen sich digitale Kanäle sinnvollerweise in drei Medienbereiche einordnen. Owned Media umfasst alle kontrollierbaren Kontaktpunkte wie die eigene Website, den Online Shop, den Blog, den Newsletter oder das Kundenportal. Paid Media verschafft Inhalten und Angeboten durch bezahlte Ausspielung zusätzliche Reichweite, die über die organische Reichweite hinausgeht. Earned Media entsteht, wenn andere Menschen oder Organisationen eine Marke erwähnen, empfehlen, bewerten oder ihre Inhalte eigenständig weiterverbreiten.

Entscheidend ist bei dieser Betrachtung nicht, welcher der drei Bereiche grundsätzlich der wichtigste ist. Relevant ist vielmehr, welche spezifische Aufgabe ein Kontaktpunkt innerhalb der Customer Journey übernimmt, wohin er die Nutzer weiterführt und wie der nachfolgende Kanal den bereits entstandenen Impuls aufgreift und fortführt.

Das Wirkungsmodell: Reichweite, Vertiefung und Vertrauen

Owned, Paid und Earned Media erfüllen unterschiedliche Funktionen im gesamten Marketinggefüge. Vereinfacht betrachtet kann Paid Media neue Nachfrage erschließen, Owned Media das bestehende Interesse in eine belastbare Beziehung überführen und Earned Media Vertrauen durch unabhängige Signale verstärken. In der Praxis ist diese Rollenverteilung jedoch flexibler und durchlässiger, als es auf den ersten Blick scheint.

Ein eigener Fachartikel kann beispielsweise durch eine hervorragende Suchmaschinenoptimierung organische Reichweite gewinnen und damit eine Aufgabe übernehmen, die häufig Paid Media zugeschrieben wird. Eine bezahlte Suchanzeige kann bei einer konkreten Markenanfrage weniger der Bekanntheitssteigerung als der gezielten Navigation dienen. Eine Kundenbewertung kann sowohl die allererste Aufmerksamkeit auslösen als auch unmittelbar vor dem finalen Kauf letzte Zweifel reduzieren.

Das Modell ist deshalb nicht als starre Kanalkette oder als lineare Abfolge zu verstehen. Es beschreibt vielmehr drei miteinander verbundene Wirkungsräume, die sich ständig durchdringen:

MedienbereichTypische Aufgabe im GesamtsystemBenötigte Übergabe
Owned MediaInformation vertiefen, Orientierung geben, konvertieren und Beziehungen langfristig pflegenKlare nächste Schritte und anschlussfähige Inhalte für verschiedene Wissensstände
Paid MediaReichweite beschleunigen, Zielgruppen gezielt erreichen und Botschaften im Markt testenHohe Übereinstimmung zwischen Anzeige, Nutzererwartung und Zielseite
Earned MediaGlaubwürdigkeit erhöhen, soziale Bestätigung liefern und neue Reichweite durch Dritte erschließenGute Erfahrungen, leicht teilbare Inhalte und leicht auffindbare Bezugspunkte

Die größte Wirkung entsteht an den Verbindungen zwischen diesen Räumen. Reichweite ohne passende vertiefende Inhalte verpufft, da sie keinen Anker findet. Gute Inhalte ohne gezielte Distribution bleiben möglicherweise unsichtbar, weil sie niemand erreicht. Empfehlungen ohne überzeugenden Zielpunkt führen zwar zu vorübergehender Aufmerksamkeit, lösen aber nicht zwingend eine konkrete Handlung aus.

Wie die Kanäle entlang der Customer Journey zusammenarbeiten

Eine Customer Journey verläuft in der Realität selten geradlinig. Menschen springen zwischen verschiedenen Geräten, vergleichen mehrere Anbieter, lesen Bewertungen und kehren nach Tagen oder Wochen zurück. Trotz dieser Unvorhersehbarkeit hilft eine Einteilung nach Aufgaben, um die Übergaben zwischen den Kanälen systematisch zu gestalten.

Aufmerksamkeit: Paid und Earned öffnen den Zugang

Zu Beginn einer Customer Journey besteht häufig noch keine aktive Beziehung zur Marke. Paid Media kann hier gezielt Sichtbarkeit herstellen, etwa für ein unbekanntes Problem, ein neues Thema oder einen konkreten Bedarf. Earned Media schafft parallel einen alternativen, oft glaubwürdigeren Zugang: Eine Empfehlung, ein redaktioneller Verweis in einem Fachmedium oder ein geteilter Beitrag erreicht Menschen über Absender, denen sie bereits Aufmerksamkeit und Vertrauen schenken.

Owned Media stellt in dieser Phase das Ziel bereit, an dem der erste Impuls aufgegriffen wird. Das kann ein Ratgeber, eine strukturierte Themenseite, ein interaktiver Rechner oder eine spezifische Produktkategorie sein. Dieser Zielpunkt sollte nicht nur die Formulierung des vorherigen Kontakts wiederholen. Er muss die geweckte Erwartung einlösen und eine sinnvolle Vertiefung ermöglichen, die über die reine Werbebotschaft hinausgeht.

Wichtige Kennzahlen in dieser Phase sind:

  • qualifizierte Reichweite und Sichtbarkeit im relevanten Umfeld
  • Impressionen in der Zielgruppe
  • Klickrate oder Besuchsrate
  • Anteil neuer Nutzer am Gesamttraffic
  • Interaktionen mit dem ersten vertiefenden Inhalt

Hohe Reichweite allein zeigt dabei noch keine echte Wirkung. Aussagekräftiger ist, ob die erreichten Personen tatsächlich in den nächsten Schritt wechseln und das Owned Media Angebot nutzen.

Orientierung: Owned Media strukturiert die Entscheidung

In der Orientierungsphase suchen Menschen nach Antworten, vergleichen verschiedene Möglichkeiten und prüfen kritisch, ob ein Anbieter zu ihrem spezifischen Bedarf passt. Owned Media übernimmt nun meist die führende Rolle. Inhalte sollten unterschiedliche Wissensstände berücksichtigen und nachvollziehbar zur nächsten relevanten Information führen.

Suchmaschinen können dabei einen wichtigen Zugang zu eigenen Inhalten schaffen. Google beschreibt SEO als Unterstützung für Suchmaschinen beim Verstehen von Inhalten und für Nutzer beim Entscheiden, ob sie eine Website besuchen möchten. Damit ist organische Sichtbarkeit nicht vom restlichen System getrennt zu betrachten. Sie verbindet einen vorhandenen Informationsbedarf des Nutzers mit einem passenden Owned Media Angebot und leitet den Nutzer tief in die Orientierungsphase.

Paid Media kann diese Phase unterstützen, indem sie vertiefende Inhalte erneut sichtbar macht oder Nutzer mit konkreteren Botschaften erneut anspricht, falls sie zuvor abgebrochen haben. Earned Media liefert zusätzliche Vertrauenssignale, beispielsweise durch Erfahrungsberichte, Zitate, detaillierte Bewertungen oder externe Erwähnungen.

Geeignete Kennzahlen beziehen sich stärker auf die Nutzung und die Weiterbewegung innerhalb des Owned Media Systems:

  • Einstiege auf relevanten Inhaltsseiten
  • interne Klicks zu vertiefenden Angeboten
  • Nutzung von Vergleichen, Rechnern oder Downloads
  • wiederkehrende Besuche über mehrere Tage
  • Mikro Conversions wie Newsletter Anmeldungen oder Merklisten

Die zentrale Frage lautet hier nicht nur, ob ein Inhalt konsumiert wurde. Entscheidend ist, ob er Unsicherheit reduziert und einen erkennbaren nächsten Schritt vorbereitet.

Entscheidung: Konsistenz reduziert Reibung

Je näher eine konkrete Handlung rückt, desto stärker wirken Brüche zwischen den Kanälen. Wenn eine Anzeige einen bestimmten Vorteil verspricht, die Landingpage aber allgemein und unspezifisch bleibt, entsteht Reibung. Wenn Bewertungen eine einfache Nutzung hervorheben, der Bestellprozess jedoch kompliziert wirkt, verliert das Earned Media Signal sofort an Kraft.

Auch bezahlte Reichweite ist in dieser Phase mehr als eine bloße Frage des höchsten Gebots. Google Ads bestimmt Anzeigenpositionen nicht allein anhand des Gebots, sondern berücksichtigt unter anderem Anzeigen- und Landingpagequalität, Wettbewerb und Kontext der Suchanfrage. Die Abstimmung von Paid und Owned Media kann daher sowohl die Nutzererfahrung als auch die wirtschaftliche Ausspielung der Anzeigen beeinflussen.

Für die Bewertung der Entscheidungsphase eignen sich Kennzahlen wie:

  • Abschlussrate auf der jeweiligen Zielseite
  • Kosten pro qualifizierter Anfrage oder Kauf
  • Abbruchrate an entscheidenden Prozessschritten
  • unterstützte Conversions durch frühere Kontakte
  • Verhältnis von Neukunden zu wiederkehrenden Kunden

Earned Media kann unmittelbar am Entscheidungspunkt eingebunden werden, etwa durch verifizierbare Bewertungen oder nachvollziehbare Referenzen. Solche Signale sollten konkrete Orientierung bieten und nicht lediglich dekorativ an den Rand eines Formulars gesetzt werden.

Bindung: Aus einer Transaktion entsteht neue Reichweite

Nach dem Abschluss beginnt die nächste Wirkungsstufe. E-Mails, exklusive Kundenbereiche, Hilfsinhalte und Servicekontakte gehören zum Owned Media und prägen die tatsächliche Erfahrung des Kunden maßgeblich. Eine hilfreiche Begleitung kann Wiederkäufe, Vertragsverlängerungen oder eine intensivere Produktnutzung fördern.

Positive Erfahrungen bilden zugleich die Grundlage für neues Earned Media. Zufriedene Kunden können Bewertungen abgeben, Inhalte in ihren Netzwerken empfehlen oder in ihrem beruflichen Umfeld über das Angebot sprechen. Diese Signale erreichen wiederum neue Interessenten und speisen den Anfang neuer Customer Journeys.

Paid Media kann bestehende Kunden ergänzend an passende Folgeangebote erinnern. Sie sollte dabei jedoch nicht Informationen bewerben, die aufgrund eines Kaufs bereits bekannt sind. Sonst entstehen unnötige Streukosten und ein inkonsistentes Nutzererlebnis.

Übergaben zwischen den Kanälen gezielt gestalten

Ein kanalübergreifendes Modell funktioniert nur, wenn jeder Kontaktpunkt einen nahtlosen Anschluss besitzt. Eine gute Übergabe beantwortet drei Fragen: Was weiß die Person wahrscheinlich bereits, was benötigt sie als Nächstes und welche Handlung ist im aktuellen Moment angemessen?

Von Paid zu Owned

Eine bezahlte Anzeige setzt eine konkrete Erwartung. Die Zielseite muss dieselbe Zielgruppe, dasselbe Problem und dasselbe Nutzenversprechen aufgreifen. Allgemeine Weiterleitungen auf die Startseite erschweren diesen Übergang häufig und führen zu hohen Absprungraten. Neben der Botschaft müssen auch technische Faktoren stimmen. Ladezeit, mobile Darstellung, Formularumfang und eine verständliche Navigation beeinflussen maßgeblich, ob die eingekaufte Aufmerksamkeit weiterwirkt.

Von Owned zu Earned

Empfehlungen lassen sich nicht erzwingen, aber durch gute Voraussetzungen begünstigen. Voraussetzung ist ein Inhalt oder Erlebnis, das einen eigenständigen Wert besitzt. Teilbare Studienergebnisse, nützliche interaktive Werkzeuge, klare methodische Standpunkte oder außergewöhnlich guter Service bieten eher einen Anlass zur Weitergabe als austauschbare Werbeaussagen. Auch der Zeitpunkt zählt. Die Bitte um eine Bewertung ist nach einer erkennbar positiven Nutzererfahrung sinnvoller als unmittelbar nach dem Kauf. Der Übergang sollte technisch einfach sein und keine Gegenleistung suggerieren, die die Glaubwürdigkeit der Empfehlung beeinträchtigt.

Von Earned zu Owned

Eine externe Erwähnung erzeugt nur dann nachhaltige Wirkung, wenn Interessierte einen passenden eigenen Bezugspunkt finden. Markensuchen, direkte Links oder Profilverweise sollten zu Seiten führen, die den Kontext der Empfehlung aufgreifen. Taucht eine Marke etwa in einem Fachbeitrag zu einem speziellen Anwendungsfall auf, ist eine dazu passende spezialisierte Fachseite häufig hilfreicher als eine allgemeine Unternehmensdarstellung. Owned Media fängt das fremde Vertrauenssignal auf und übersetzt es in überprüfbare, tiefe Informationen.

Von Owned zurück zu Paid

Daten aus eigenen Kontaktpunkten können zeigen, welche Themen, Botschaften und Angebote besonders relevant sind. Diese Erkenntnisse helfen bei der Ausgestaltung zukünftiger bezahlter Kampagnen. Häufig gelesene Inhalte können als Anzeigenmotiv dienen, häufige Einwände können in Anzeigentexten proaktiv aufgegriffen werden. Dabei sollte die Datennutzung nicht automatisch mit maximaler Personalisierung gleichgesetzt werden. Sie muss technisch, rechtlich und aus Sicht der Nutzererwartung angemessen bleiben.

Verstärkungseffekte statt isolierter Kanalziele

Kanäle beeinflussen einander kontinuierlich. Eine Paid Media Kampagne kann die allgemeine Markenbekanntheit erhöhen und dadurch später mehr direkte Zugriffe oder markenbezogene Suchanfragen auslösen. Ein starker Ratgeber kann organisch gefunden, über Anzeigen verbreitet und von Fachmedien zitiert werden. Positive Bewertungen können die Abschlussrate von Besuchern verbessern, völlig unabhängig davon, über welchen Kanal diese Besucher ursprünglich gekommen sind.

Solche Effekte bleiben unsichtbar, wenn jeder Kanal nur an seinem letzten direkt messbaren Ergebnis beurteilt wird. Ein Kontakt kann wertvoll sein, obwohl er den Abschluss nicht unmittelbar auslöst. Umgekehrt kann ein Kanal viele letzte Klicks erhalten, obwohl die eigentliche Überzeugungsarbeit an früheren Kontaktpunkten stattgefunden hat. Deshalb sollten Kennzahlen auf drei Ebenen betrachtet werden:

  1. Kanalebene: Hat der Kontaktpunkt seine unmittelbare Aufgabe erfüllt?
  2. Übergabeebene: Sind Nutzer sinnvoll zum nächsten Kontakt gewechselt?
  3. Systemebene: Verbessert das Zusammenspiel die Qualität und Zahl der gewünschten Ergebnisse?

Diese mehrdimensionale Betrachtung verhindert, dass Reichweitenkanäle ausschließlich nach direkten Abschlüssen oder Abschlusskanäle ausschließlich nach dem letzten Klick bewertet werden.

Messung ohne falsche Gewissheit

Für die Zuordnung von Besuchen zu konkreten Kampagnen verwendet Google Analytics Parameter wie utm_source, utm_medium und utm_campaign. Google Analytics ordnet Traffic anhand von Kampagnenparametern wie utm_source, utm_medium und utm_campaign den jeweiligen Marketingaktivitäten zu. Einheitlich eingesetzte Kampagnenparameter helfen dabei, Übergaben zwischen Anzeigen, externen Verweisen und eigenen Zielseiten sichtbar zu machen.

Für organische Suchkontakte stellt die Google Search Console Berichte zu Impressionen, Klicks, Suchanfragen und Positionen einer Website in der Google-Suche bereit. Zusammen mit der Analyse der Nutzung der Zielseiten lässt sich so untersuchen, ob Suchsichtbarkeit nicht nur Besuche erzeugt, sondern auch zu einer sinnvollen Vertiefung innerhalb des Owned Media beiträgt.

Trotz dieser Werkzeuge bildet kein Analysewerkzeug die gesamte Customer Journey vollständig und lückenlos ab. Gerätewechsel, spätere Direktzugriffe, persönliche Empfehlungen im Offline Bereich und nicht messbare Kontakte begrenzen die Zuordnung. Attribution ist daher ein Entscheidungsmodell und kein vollständiger Beweis für Ursache und Wirkung.

Hinzu kommen strikte rechtliche Grenzen. Artikel 5 der Datenschutz-Grundverordnung verlangt unter anderem Zweckbindung, Datenminimierung, Richtigkeit und eine begrenzte Speicherdauer personenbezogener Daten. Artikel 6 der Datenschutz-Grundverordnung nennt die möglichen Rechtsgrundlagen für die Verarbeitung personenbezogener Daten, darunter Einwilligung, Vertragserfüllung und berechtigte Interessen. Nach Paragraph 25 TDDDG ist das Speichern von Informationen in Endeinrichtungen oder der Zugriff auf bereits gespeicherte Informationen grundsätzlich nur mit Einwilligung zulässig; das Gesetz enthält Ausnahmen für technisch unbedingt erforderliche Vorgänge. Messkonzepte sollten deshalb nur Daten erfassen, die für einen klar definierten Zweck erforderlich und rechtlich zulässig sind.

Beispiel: So entsteht eine kanalübergreifende Wirkung

Ein Anbieter veröffentlicht auf seiner Website einen fundierten Leitfaden zu einem häufigen Kundenproblem. Zunächst sorgt eine bezahlte Kampagne dafür, dass die Zielgruppe den Inhalt überhaupt wahrnimmt. Die Anzeige verspricht keine sofortige Lösung, sondern verweist passend zum Informationsbedarf auf den Leitfaden.

Der Beitrag beantwortet die Einstiegsfrage und führt zu einem objektiven Vergleich verschiedener Lösungswege. Besucher können anschließend ein interaktives Werkzeug nutzen oder eine konkrete Beratung anfragen. Einzelne Fachmedien greifen Erkenntnisse aus dem Beitrag auf und verlinken ihn. Kunden teilen das Werkzeug, weil es ihnen bei einer Entscheidung geholfen hat.

Paid Media erzeugt in diesem Beispiel die erste Reichweite. Owned Media vertieft das Thema und ermöglicht die Handlung. Earned Media erweitert die Reichweite und stärkt die Glaubwürdigkeit. Die zusätzlichen Erwähnungen führen neue Interessenten zurück zum eigenen Inhalt. Erkenntnisse aus deren Nutzung verbessern wiederum die Ansprache in der nächsten bezahlten Kampagne.

Der Erfolg zeigt sich nicht in einer einzigen Kennzahl. Relevant sind die Qualität der erreichten Besuche, die Übergänge zu vertiefenden Inhalten, externe Erwähnungen, qualifizierte Anfragen und die Entwicklung der Ergebnisse über mehrere Kontaktpunkte hinweg.

Entscheidend ist die Verbindung, nicht die Anzahl der Kanäle

Ein wirksames System im Online Marketing benötigt nicht möglichst viele Kanäle. Es benötigt klar verteilte Aufgaben und belastbare Übergaben. Paid Media kann Aufmerksamkeit beschleunigen, Owned Media kann Orientierung und Handlung ermöglichen, Earned Media kann Vertrauen und zusätzliche Reichweite schaffen.

Erst im Zusammenspiel wird aus einzelnen Kontakten eine zusammenhängende Customer Journey. Wer dieses System bewertet, sollte deshalb nicht nur fragen, welcher Kanal einen Abschluss verbucht. Wichtiger ist, welcher Kontakt den nächsten vorbereitet, wo Nutzer verloren gehen und an welcher Stelle sich die Medienbereiche gegenseitig verstärken.