ONMA Ratgeber

Online-Marketing-Test: 15 Fragen für den ehrlichen Selbstcheck

15 Multiple-Choice-Fragen zu SEO, SEA, Content, Social Media und Datenschutz. Jede Antwort wird erklärt, am Ende ordnet eine Punkteskala Ihr Ergebnis ein.

Dieser Online-Marketing-Test prüft in 15 Multiple-Choice-Fragen, wie sicher Sie in den Bereichen SEO, SEA, Content, Social Media, E-Mail-Marketing, Kennzahlen und Datenschutz unterwegs sind. Jede Frage hat genau eine richtige Antwort, und zu jeder Antwort gehört eine kurze fachliche Erklärung. Am Ende ordnet eine offengelegte Punkteskala Ihr Ergebnis als Einsteiger, Fortgeschritten oder Profi ein.

So funktionieren Test und Auswertung

Es gibt pro Frage einen Punkt, halbe Punkte gibt es nicht. Notieren Sie sich Ihre Antworten zuerst vollständig und lesen Sie die Erklärungen erst danach, sonst messen Sie Ihre Lesefähigkeit statt Ihres Wissens. Der Test ist bewusst so aufgebaut, dass die Erklärung auch dann etwas bringt, wenn Sie richtig geraten haben: Sie sehen, warum die anderen Optionen falsch sind. Ein Durchgang dauert etwa zehn Minuten.

Teil 1: Suchmaschinenoptimierung

Frage 1. Ein Unternehmen bucht Google Ads und schaltet monatlich ein größeres Budget. Was passiert dadurch mit den organischen Platzierungen? A) Sie verbessern sich proportional zum Budget. B) Sie verbessern sich nach einer Verzögerung von einigen Wochen. C) Sie verändern sich dadurch nicht.

Richtig: C. Google unterscheidet in der Suche zwischen organischen Ergebnissen und bezahlten Anzeigen. Eine Zahlung verbessert das organische Ranking nicht. Wer Ads schaltet, kauft Sichtbarkeit im Anzeigenbereich, nicht im organischen Index.

Frage 2. Wofür ist die Google Search Console gedacht? A) Für das Verwalten von Anzeigenbudgets. B) Für das Beobachten und Optimieren der eigenen Website in der Google-Suche. C) Für die Analyse der Websites von Wettbewerbern.

Richtig: B. Die Search Console unterstützt Websitebetreiber dabei, die Darstellung ihrer Website in der Google-Suche zu beobachten und zu optimieren. Fremde Domains können Sie damit nicht auswerten, denn der Zugriff setzt einen Inhaberschaftsnachweis voraus.

Frage 3. Was gehört zur Off-Page-Optimierung? A) Die interne Verlinkung zwischen zwei Unterseiten. B) Verweise von fremden Websites auf die eigene Domain. C) Die Ladezeit der Startseite.

Richtig: B. On-Page umfasst alles, was auf der eigenen Website liegt, also Inhalte, Struktur, interne Links und Technik. Off-Page beschreibt Signale von außen, allen voran Verweise anderer Domains.

Frage 4. Eine Seite ist online, erscheint aber für keine Suchanfrage. Was ist die naheliegendste technische Erklärung? A) Die Seite ist nicht im Index. B) Die Seite hat zu wenige Wörter. C) Die Domain ist zu jung.

Richtig: A. Ohne Indexierung gibt es keine Ranking-Chance, weil eine Seite nur ausgespielt werden kann, wenn sie zuvor erfasst und in den Index aufgenommen wurde. Textlänge und Domainalter wirken erst danach, wenn überhaupt.

Teil 2: Suchmaschinenwerbung

Frage 5. Wie ist die Click-Through-Rate definiert? A) Klicks geteilt durch Kosten. B) Klicks geteilt durch Impressionen, als Prozentsatz. C) Conversions geteilt durch Klicks.

Richtig: B. Google Ads beschreibt die Click-Through-Rate als Verhältnis von Klicks zu Impressionen, ausgedrückt als Prozentsatz. Antwort C beschreibt die Conversion-Rate, Antwort A ergibt keine gängige Kennzahl.

Frage 6. Was bezahlt ein Werbetreibender bei einer Cost-per-Click-Abrechnung? A) Jede Einblendung der Anzeige. B) Jeden Klick auf die Anzeige. C) Jede abgeschlossene Bestellung.

Richtig: B. Bei CPC entstehen Kosten erst durch den Klick. Die reine Einblendung bleibt kostenlos, sie zählt aber als Impression und geht damit in die Click-Through-Rate ein.

Teil 3: Content

Frage 7. Jemand sucht nach “was kostet eine Website”. Welche Suchintention liegt vor? A) Transaktional, die Person will sofort kaufen. B) Informational, die Person sucht Orientierung. C) Navigational, die Person sucht eine bestimmte Marke.

Richtig: B. Die Frage zielt auf Wissen, nicht auf einen Abschluss. Wer solche Anfragen mit einer reinen Angebotsseite beantwortet, bedient die Intention nicht und verliert die Nutzer an einen erklärenden Beitrag.

Frage 8. Was bezeichnet man als Duplicate Content? A) Inhalte, die von einer KI erzeugt wurden. B) Inhalte, die unter mehreren URLs identisch oder nahezu identisch erreichbar sind. C) Inhalte, die ein Thema mehrfach erwähnen.

Richtig: B. Entscheidend ist die Erreichbarkeit desselben Textes unter verschiedenen Adressen, klassisch bei Varianten mit und ohne Parameter. Die Häufigkeit eines Begriffs im Text hat damit nichts zu tun.

Teil 4: Social Media

Frage 9. Worin unterscheidet sich organische von bezahlter Reichweite? A) Organische Reichweite entsteht ohne Mediabudget durch Ausspielung an Follower und deren Umfeld. B) Organische Reichweite ist immer größer. C) Bezahlte Reichweite zählt nur Klicks.

Richtig: A. Der Unterschied liegt in der Ursache der Ausspielung, nicht in der Größe. Bezahlte Reichweite ist planbar und sofort verfügbar, organische Reichweite hängt von Inhalt, Timing und Interaktion ab.

Frage 10. Was setzt die Engagement-Rate ins Verhältnis? A) Interaktionen zu Followerzahl, Reichweite oder Impressionen. B) Beiträge zu Kommentaren. C) Klicks zu Umsatz.

Richtig: A. Interaktionen wie Likes, Kommentare oder Shares werden auf eine Bezugsgröße normiert. Welche Bezugsgröße eine Plattform verwendet, ist unterschiedlich, deshalb sind Engagement-Raten über Plattformen hinweg nur mit Vorsicht vergleichbar.

Teil 5: E-Mail-Marketing

Frage 11. Wozu dient ein Double-Opt-In? A) Zur doppelten Zustellung wichtiger Newsletter. B) Zur Bestätigung der Anmeldung über einen Link in einer separaten E-Mail. C) Zur automatischen Abmeldung inaktiver Empfänger.

Richtig: B. Der Empfänger bestätigt seine Anmeldung aktiv, und der Versender kann die Einwilligung dadurch belegen. Genau diese Nachweisbarkeit ist der praktische Kern des Verfahrens.

Frage 12. Was bedeutet Bounce Rate im E-Mail-Marketing? A) Den Anteil der Empfänger, die die Seite sofort wieder verlassen. B) Den Anteil der nicht zustellbaren E-Mails. C) Den Anteil der Abmeldungen.

Richtig: B. Hier liegt eine der häufigsten Verwechslungen im Online-Marketing: In der Webanalyse beschreibt Bounce ein schnelles Verlassen der Seite, im E-Mail-Marketing eine Unzustellbarkeit, etwa wegen einer toten Adresse.

Teil 6: Kennzahlen und Datenschutz

Frage 13. Was ist eine Conversion? A) Jeder Seitenaufruf. B) Eine wertvolle Nutzeraktion, zum Beispiel ein Kauf, eine Anmeldung oder ein Anruf. C) Jede Sitzung, die länger als eine Minute dauert.

Richtig: B. Google Ads definiert eine Conversion als wertvolle Nutzeraktion, beispielsweise einen Kauf, eine Anmeldung oder einen Anruf. Welche Aktion als wertvoll gilt, legt das Unternehmen selbst fest, und genau diese Festlegung entscheidet über die Aussagekraft aller darauf aufbauenden Zahlen.

Frage 14. Auf welchem Grundprinzip erfasst Google Analytics Daten? A) Ereignisbasiert. B) Ausschließlich sitzungsbasiert. C) Ausschließlich serverseitig über Logfiles.

Richtig: A. Google Analytics erfasst ereignisbasierte Interaktionen auf Websites und in Apps und stellt sie für Analysen und Berichte bereit. Wer noch in reinen Sitzungslogiken denkt, interpretiert die Berichte systematisch falsch.

Frage 15. Seit wann gilt die Datenschutz-Grundverordnung? A) Seit dem 25. Mai 2018. B) Seit dem 1. Januar 2020. C) Seit dem 25. Mai 2016.

Richtig: A. Die Datenschutz-Grundverordnung regelt die Verarbeitung personenbezogener Daten und gilt seit dem 25. Mai 2018. Sie ist der Rahmen, in dem Tracking, Newsletter und Werbe-Targeting im europäischen Online-Marketing stattfinden.

Auswertung: Ihre Punktzahl im Klartext

Zählen Sie Ihre richtigen Antworten zusammen. Die Skala liegt offen, damit Sie das Ergebnis nachvollziehen und nicht einfach glauben müssen.

PunkteEinstufungWas das Ergebnis aussagt
0 bis 6EinsteigerDie Begriffe sind bekannt, ihre genaue Bedeutung noch nicht. Typisch sind Verwechslungen zwischen Kennzahlen, etwa CTR und Conversion-Rate.
7 bis 11FortgeschrittenSie beherrschen die Kanäle einzeln. Unsicher wird es dort, wo sich Disziplinen überschneiden, zum Beispiel bei Bounce, Reichweite und Einwilligung.
12 bis 15ProfiSie unterscheiden Definitionen sauber von Vermutungen und erkennen Fangfragen. Reststreuung liegt meist bei Datenschutz oder bei plattformabhängigen Kennzahlen.

Was Sie aus dem Ergebnis lernen können

Aussagekräftiger als die Gesamtpunktzahl ist die Verteilung der Fehler. Wenn Ihre falschen Antworten in einem einzigen Block liegen, etwa im Teil zu Kennzahlen, haben Sie eine klar umrissene Wissenslücke. Streuen die Fehler gleichmäßig über alle sechs Teile, fehlt eher die Systematik als ein einzelnes Thema.

Achten Sie außerdem auf die Fragen, die Sie zwar richtig beantwortet haben, bei denen Sie aber geschwankt haben. Diese Fälle sind im Ergebnis nicht sichtbar und trotzdem der ehrlichste Hinweis darauf, wo sich ein zweiter Blick lohnt. Wiederholen Sie den Test nach einigen Wochen, um die Punktzahlen zu vergleichen: Der Lerneffekt zeigt sich zuverlässiger in der Veränderung als in einem einzelnen Durchgang.