ONMA Ratgeber

Die richtige Keyword-Recherche: ein reproduzierbarer Prozess von der Zielsetzung bis zur Erfolgskontrolle

Ein reproduzierbarer Workflow, um Keywords nach Suchintention und Relevanz zu bewerten, zu clustern, Zielseiten zuzuordnen und Erfolge zu messen.

Zwei Männer arbeiten in einem hellen Büro nebeneinander am Laptop, auf dem Bildschirm Programmcode

Eine Keyword-Recherche ist dann richtig, wenn sie am Ende eine Entscheidung trägt: Welches Thema wird als eigene Seite gebaut, welches nicht, und welche Seite beantwortet welche Suchanfrage? Alles andere, Listen mit tausenden Begriffen, Exporte mit Suchvolumen, farbige Schwierigkeits-Werte, ist Rohmaterial. Dieser Leitfaden beschreibt den Arbeitsablauf, der aus diesem Rohmaterial eine begründbare Auswahl macht, und vor allem die Entscheidungslogik dahinter. Werkzeuge werden den Prozessschritten nur kurz zugeordnet, weil sie austauschbar sind. Der Prozess ist es nicht.

Der rote Faden: Ziel festlegen, Seeds sammeln, Ideen erweitern, Suchintention bestimmen, SERP prüfen, mehrdimensional bewerten, clustern, auf Zielseiten mappen, priorisieren, messen. Wer diese Reihenfolge einhält, kommt bei gleicher Datenlage zweimal zum selben Ergebnis. Genau das ist mit “reproduzierbar” gemeint.

Was eine Keyword-Recherche valide macht

Drei Eigenschaften unterscheiden eine belastbare Recherche von einer Sammlung von Begriffen.

Sie ist auf ein Ziel bezogen. Ohne definiertes Ziel gibt es kein Kriterium, nach dem ein Keyword gut oder schlecht ist. Ein Begriff mit hoher Nachfrage kann für ein Angebot vollkommen wertlos sein, ein Begriff mit sehr geringer Nachfrage kann die profitabelste Seite der Website tragen.

Sie ist nachvollziehbar dokumentiert. Jede Auswahl und jede Ablehnung braucht einen Grund, der in einer Spalte steht: kein Bezug zum Angebot, Intention passt nicht zum Seitentyp, wird bereits von einer bestehenden Seite abgedeckt, Wettbewerb aktuell nicht erreichbar. Wer den Grund nicht notiert, diskutiert ihn in drei Monaten erneut.

Sie endet in einer Zuordnung, nicht in einer Liste. Das Ergebnis ist eine Tabelle, in der jedes Thema genau eine verantwortliche Zielseite hat. Solange mehrere Seiten dasselbe Thema beanspruchen, ist die Recherche nicht abgeschlossen.

Grundlage bleibt dabei die Empfehlung von Google selbst: Inhalte primär für Menschen erstellen und dabei die Begriffe berücksichtigen, nach denen Nutzer tatsächlich suchen könnten. Google weist ausdrücklich darauf hin, dass erfahrene und neue Nutzer für dieselbe Sache unterschiedliche Formulierungen verwenden. Eine Recherche, die nur die Fachsprache des eigenen Teams abbildet, verfehlt deshalb systematisch einen Teil der Nachfrage.

Schritt 1: Ziel, Rahmen und Ausschlüsse definieren

Bevor der erste Begriff notiert wird, werden vier Punkte schriftlich festgelegt.

  1. Der Zweck der Recherche. Neue Themen für den Aufbau eines Bereichs? Lücken in einem bestehenden Bereich? Vorbereitung eines Relaunches? Der Zweck bestimmt, wie breit gesucht wird.
  2. Das Angebot und die Zielgruppe in eigenen Worten. Was wird angeboten, für wen, in welcher Region, in welcher Sprache. Diese Beschreibung ist später der Maßstab für Relevanz.
  3. Der Erfolgsbegriff. Was soll die Seite bewirken: Anfrage, Newsletter-Anmeldung, Verkauf, Vorqualifizierung, reine Reichweite. Ohne diese Festlegung lässt sich Geschäftswert später nicht bewerten.
  4. Die Ausschlüsse. Themen, die bewusst nicht bedient werden, etwa Produkte außerhalb des Sortiments, Regionen außerhalb des Liefergebiets, Anfragen von Bewerbern statt Kunden. Ausschlüsse sparen im weiteren Verlauf mehr Zeit als jedes Werkzeug.

Ergebnis dieses Schritts ist ein kurzes Briefing von wenigen Sätzen. Es wird bei jeder späteren Bewertungsentscheidung erneut gelesen.

Schritt 2: Seed-Begriffe sammeln

Seeds sind die Ausgangsbegriffe, aus denen alle weiteren Ideen abgeleitet werden. Sie stammen aus fünf Quellen, die sich sinnvoll ergänzen:

  • Das eigene Angebot. Leistungs- und Produktbezeichnungen, Kategorien, Anwendungsfälle, Problemstellungen.
  • Die eigene Website. Bestehende Seiten, Navigation, häufig aufgerufene Inhalte.
  • Die eigenen Daten. Der Leistungsbericht der Google Search Console zeigt Suchanfragen, Klicks, Impressionen, durchschnittliche Klickrate und durchschnittliche Position für Ergebnisse in der Google Suche. Anfragen mit vielen Impressionen und wenigen Klicks sind besonders ergiebige Seeds, weil dort nachweislich Nachfrage besteht, die die Website noch nicht bedient.
  • Der Kundenkontakt. Vertrieb, Support, Angebotsanfragen, Rezensionen. Hier steht die Sprache der Laien, die Google als abweichende Formulierung neuer Nutzer beschreibt.
  • Der Wettbewerb im Suchergebnis. Welche Themen decken die Seiten ab, die für die eigenen Kernbegriffe ranken.

Zwanzig bis fünfzig gute Seeds reichen für die meisten Projekte vollständig aus. Wichtiger als die Menge ist die Breite: mindestens ein Seed pro Problemstellung, nicht nur pro Produktname.

Schritt 3: Ideen erweitern

Aus den Seeds entsteht die Rohmenge. Erweitert wird in drei Richtungen: Vorschlagsfunktionen der Suche und verwandte Fragen, Ideenlisten aus Keyword-Werkzeugen, und Varianten aus der Sprache der Zielgruppe.

Synonyme und Schreibvarianten gehören dazu, sind aber nur ein kurzer Erweiterungsschritt und kein eigenes Projekt. Sinnvoll ist eine knappe Liste je Seed: Fachbegriff und Alltagsbegriff, Singular und Plural, Abkürzung und ausgeschriebene Form, Anglizismus und deutsche Entsprechung. Diese Varianten werden später fast immer demselben Cluster zugeschlagen, weil sie dieselbe Suchintention tragen.

Werkzeuge in diesem Schritt: der Google Keyword Planner liefert Keyword-Ideen sowie historische Messwerte und Prognosen, setzt allerdings ein Google-Ads-Konto voraus. Google Trends liefert die zeitliche und regionale Einordnung. Beide werden hier nur als Ideenquelle verwendet, die Bewertung folgt später.

Am Ende dieses Schritts steht eine unsortierte Liste, typischerweise mehrere hundert bis wenige tausend Zeilen. Dedupliziert wird sofort, bewertet wird noch nicht.

Schritt 4: Suchintention bestimmen

Die Suchintention ist die wichtigste einzelne Eigenschaft eines Keywords, weil sie darüber entscheidet, welcher Seitentyp überhaupt eine Chance hat. Für Auswahlentscheidungen genügt eine grobe Einteilung:

  • Informational: Der Nutzer will verstehen. Passender Seitentyp: Ratgeber, Erklärung, Anleitung.
  • Kommerziell recherchierend: Der Nutzer vergleicht Optionen vor einer Entscheidung.
  • Transaktional: Der Nutzer will handeln, kaufen, buchen, anfragen. Passender Seitentyp: Leistungs-, Produkt- oder Kategorieseite.
  • Navigational: Der Nutzer sucht eine bestimmte Marke oder Seite.

Zwei Regeln reichen in der Praxis aus.

Erstens: Die Intention wird nicht am Wortlaut geraten, sondern am Suchergebnis abgelesen. Wenn für einen scheinbar transaktionalen Begriff ausschließlich Ratgeber ranken, ist die Intention informational, unabhängig davon, was der Begriff nahelegt.

Zweitens: Ein Keyword mit anderer Intention gehört auf eine andere Seite. Der Versuch, Kaufabsicht und Informationsbedarf auf einer Seite zu bedienen, erzeugt Inhalte, die für beide Gruppen zu unspezifisch sind.

Long-Tail-Anfragen, also längere und konkretere Formulierungen, sind in diesem Zusammenhang vor allem deshalb interessant, weil ihre Intention eindeutiger ablesbar ist. Das macht die Zuordnung zu einem Seitentyp sicherer und die spätere Erfolgsmessung sauberer.

Schritt 5: SERP-Prüfung

Für jedes Keyword, das nach der Vorauswahl noch im Rennen ist, wird das tatsächliche Suchergebnis angesehen. Dieser Schritt kostet Zeit und ersetzt trotzdem mehr Analyse, als jede Kennzahl liefern kann. Geprüft werden fünf Punkte:

Welche Seitentypen ranken? Ratgeber, Produktseiten, Kategorien, Foren, Verzeichnisse, Videos. Das ist die Antwort auf die Intentionsfrage.

Wer rankt? Sind es Seiten vergleichbarer Größe und Autorität oder ausschließlich Portale, Marktplätze und sehr große Marken? Im zweiten Fall ist der Begriff auch bei moderaten Schwierigkeitswerten kurzfristig nicht erreichbar.

Wie einheitlich ist das Ergebnis? Ein gemischtes Suchergebnis mit sehr unterschiedlichen Seitentypen deutet auf eine uneindeutige Intention hin. Solche Begriffe sind riskant, manchmal aber auch eine Chance, weil Google noch keine feste Antwort gefunden hat.

Welche Elemente belegen die Fläche? Anzeigen, Bilder, Videos, Karten, Fragenblöcke, direkte Antworten. Sie beeinflussen, wie viele Klicks eine organische Position realistisch erhält.

Was leisten die Ergebnisse inhaltlich? Nicht die Wortzahl zählt, sondern welche Fragen beantwortet werden, welche Daten gezeigt werden und was in allen Ergebnissen fehlt. Diese Lücke ist der Grund, überhaupt eine eigene Seite zu bauen.

Das Ergebnis der SERP-Prüfung wird in zwei Spalten notiert: bestätigte Intention und eine Einschätzung der Erreichbarkeit. Beides fließt direkt in die Bewertung ein.

Schritt 6: Mehrdimensionale Bewertung

Ein einzelner Wert reicht nicht aus, um ein Keyword zu beurteilen. Bewertet wird entlang von fünf Dimensionen, die getrennt notiert und erst am Ende zusammengeführt werden.

DimensionFrageTypische Quelle
RelevanzPasst der Begriff zum Angebot aus dem Briefing?eigene Einschätzung
NachfrageSuchen genügend Menschen danach, und wann?Keyword-Werkzeuge, Trends, Search Console
IntentionPasst die Absicht zum geplanten Seitentyp?SERP-Prüfung
WettbewerbIst die erste Seite realistisch erreichbar?SERP-Prüfung, Schwierigkeitswerte
GeschäftswertWas ist ein Besucher über dieses Keyword wert?Erfolgsbegriff aus Schritt 1

Relevanz ist ein Ausschlusskriterium, keine Punktzahl. Ein Begriff ohne Bezug zum Angebot wird aussortiert, egal wie attraktiv die übrigen Werte aussehen. Diese Regel verhindert die häufigste Fehlinvestition überhaupt: viel Reichweite ohne jede Wirkung.

Suchvolumen ist ein Schätzwert und ein Durchschnitt. Es ist nützlich für die Größenordnung und irreführend für alles andere. Die Kennzahl hat vier bekannte Grenzen: Sie ist gerundet und gruppiert ähnliche Anfragen, sie bildet Saisonalität nicht ab, wenn nur ein Jahresmittel betrachtet wird, sie sagt nichts über die Absicht hinter der Anfrage, und sie sagt nichts darüber, wie viele Klicks die organischen Ergebnisse tatsächlich abbekommen. Wichtig ist außerdem der Unterschied zwischen absoluten und relativen Daten: Google Trends normalisiert Suchdaten nach Zeitraum und Region und skaliert das relative Interesse auf Werte von 0 bis 100. Diese Werte sind ausdrücklich keine absoluten Suchvolumina, sie beantworten die Frage nach der Entwicklung, nicht nach der Menge.

Deshalb gilt: Suchvolumen steht gleichberechtigt neben Relevanz und Intention, nie darüber. Ein Begriff mit geringer Nachfrage und eindeutiger Kaufabsicht ist regelmäßig wertvoller als ein Begriff mit hoher Nachfrage und diffuser Absicht.

Wettbewerb wird relativ zur eigenen Website beurteilt. Ein Schwierigkeitswert aus einem Werkzeug ist eine Aussage über den Markt, nicht über die eigene Ausgangslage. Die brauchbarere Frage lautet: Gibt es im aktuellen Suchergebnis mindestens eine Seite, die unserer Website in Umfang, Alter und Bekanntheit ähnelt? Wenn ja, ist der Begriff erreichbar. Wenn nein, wandert er in die Rubrik “später”.

Geschäftswert wird geschätzt, nicht berechnet. Eine dreistufige Einordnung genügt: hoch, wenn das Keyword direkt zu einer Anfrage führen kann; mittel, wenn es zur Entscheidungsvorbereitung gehört; niedrig, wenn es reines Interesse abbildet. Wichtig ist nur, dass diese Einschätzung einmal getroffen und festgehalten wird, statt bei jeder Diskussion neu zu entstehen.

Schritt 7: Clustering

Clustering fasst Keywords zusammen, die dieselbe Absicht ausdrücken und deshalb von derselben Seite bedient werden. Die Entscheidungsregel ist einfach und beobachtbar: Wenn zwei Begriffe im Suchergebnis weitgehend dieselben Seiten zeigen, behandelt Google sie als dasselbe Bedürfnis. Dann gehören sie in ein Cluster. Wenn die Ergebnisse deutlich auseinanderlaufen, sind es zwei Themen und damit zwei Seiten.

Ein Cluster erhält:

  • Ein Hauptkeyword, das die Absicht am klarsten benennt. Es ist nicht automatisch das mit dem höchsten Volumen, sondern das mit der eindeutigsten Intention.
  • Nebenkeywords, also Varianten, Synonyme und Detailfragen desselben Bedürfnisses.
  • Einen Seitentyp, abgeleitet aus der bestätigten Intention.
  • Einen Themensatz, der in einem Satz beschreibt, was die Seite beantwortet.

Cluster verhindern zwei gegenläufige Fehler: eine dünne Seite je Variante, die niemandem hilft, und eine überladene Seite, die drei verschiedene Absichten gleichzeitig bedienen soll und deshalb keine davon gut bedient.

Schritt 8: Keyword-Mapping

Beim Mapping bekommt jedes Cluster genau eine Zielseite. Die Zuordnung besteht aus vier Angaben: Cluster, Hauptkeyword, verantwortliche Seite und Status. Der Status ist entweder “bestehende Seite passt”, “bestehende Seite wird überarbeitet” oder “neue Seite erforderlich”.

Zuerst wird gegen den Bestand geprüft. Für jedes Hauptkeyword wird ermittelt, ob die eigene Website heute bereits dafür sichtbar ist und mit welcher Seite. Der Leistungsbericht der Search Console ist dafür die verlässlichste Quelle, weil er die tatsächlich rankende Seite je Suchanfrage zeigt. Findet sich eine passende Seite, wird sie überarbeitet statt eine neue gebaut. Findet sich eine unpassende Seite, ist das ein Konflikt, der aufgelöst werden muss, bevor neuer Inhalt entsteht.

Die zentrale Regel des Mappings: eine Absicht, eine Seite. Zwei Seiten für dasselbe Bedürfnis konkurrieren gegeneinander, teilen die Signale und liefern ein instabiles Ranking. Wird ein solcher Konflikt gefunden, gibt es drei Auswege: die schwächere Seite wird zusammengeführt, sie wird auf eine klar andere Absicht umgeschrieben, oder sie entfällt.

Das Mapping endet bei dieser Zuordnung von Thema zu Zielseite. Wie das Thema anschließend im Text ausgearbeitet wird, ist eine eigene Aufgabe und gehört nicht in die Recherche.

Schritt 9: Priorisierung

Aus dem Mapping entsteht eine Reihenfolge. Bewährt hat sich eine Priorisierung nach drei Fragen, in dieser Reihenfolge:

  1. Wirkung: Wie hoch ist der Geschäftswert des Clusters?
  2. Erreichbarkeit: Wie realistisch ist ein Ranking in den nächsten Monaten, gemessen an der SERP-Prüfung?
  3. Aufwand: Wie viel Arbeit steckt in der Seite, und existiert bereits eine Grundlage?

Cluster mit hoher Wirkung und hoher Erreichbarkeit werden zuerst gebaut, unabhängig vom Suchvolumen. Cluster mit hoher Wirkung und geringer Erreichbarkeit werden nicht gestrichen, sondern terminiert: Sie werden angegangen, wenn die Website in diesem Themenfeld bereits Sichtbarkeit aufgebaut hat. Cluster mit geringer Wirkung und hohem Aufwand entfallen mit notiertem Grund.

Eine praktikable Portionsgröße sind zehn bis zwanzig Cluster je Umsetzungsrunde. Das ist klein genug, um Ergebnisse zuzuordnen, und groß genug, um nach einigen Monaten eine Aussage über die Wirkung treffen zu können.

Schritt 10: Erfolgskontrolle

Eine Keyword-Recherche ist erst dann abgeschlossen, wenn festgelegt ist, woran ihr Erfolg gemessen wird. Der Leistungsbericht der Search Console liefert dafür die vier zentralen Größen: Suchanfragen, Klicks, Impressionen, durchschnittliche Klickrate und durchschnittliche Position.

Sinnvoll ist eine Kontrolle je Cluster, nicht je Einzelkeyword, und in dieser Lesart:

  • Impressionen steigen, Position verbessert sich: Die Seite wird eingeordnet, das Thema ist erkannt. Geduld ist hier die richtige Maßnahme.
  • Impressionen hoch, Klickrate niedrig: Das Thema stimmt, die Darstellung im Suchergebnis überzeugt nicht. Titel und Beschreibung prüfen, nicht den Inhalt neu schreiben.
  • Impressionen bleiben aus: Die Seite konkurriert entweder mit einer eigenen Seite, oder die Intention wurde falsch bestimmt. Beide Fälle führen zurück in Schritt 4 und Schritt 8.
  • Anfragen zu Suchanfragen, die nicht geplant waren: Das sind neue Seeds. Sie fließen in die nächste Runde ein.

Wichtig ist die Zeitachse. Rankings entstehen nicht in Tagen. Ein Bewertungsfenster von acht bis zwölf Wochen nach Veröffentlichung, verglichen mit dem gleichen Zeitraum davor, verhindert sowohl vorschnelle Korrekturen als auch das Vergessen des Themas.

Typische Fehler und wie der Prozess sie verhindert

Volumen als einzige Entscheidungsgrundlage. Verhindert durch die getrennten Bewertungsdimensionen in Schritt 6 und die Relevanz als Ausschlusskriterium.

Recherche ohne Blick ins Suchergebnis. Verhindert durch die SERP-Prüfung, die Intention und Erreichbarkeit an Beobachtung statt an Annahme bindet.

Mehrere Seiten für dasselbe Bedürfnis. Verhindert durch Clustering und die Mapping-Regel “eine Absicht, eine Seite”.

Wiederholung von Begriffen als vermeintliche Optimierung. Google definiert Keyword-Stuffing als übermäßiges Wiederholen von Keywords mit dem Ziel, Rankings zu manipulieren, und führt diese Praxis in seinen Spamrichtlinien auf. Eine saubere Recherche liefert die Themen und die Sprache der Nutzer, damit ein Text natürlich formuliert werden kann. Sie liefert keine Wiederholungsquote, und sie sollte auch nicht so gelesen werden.

Recherche als einmaliges Projekt. Verhindert durch Schritt 10: Die Erfolgskontrolle erzeugt neue Seeds und startet die nächste Runde.

Der Ablauf in Kurzform

  1. Ziel, Angebot, Erfolgsbegriff und Ausschlüsse schriftlich festlegen.
  2. Zwanzig bis fünfzig Seeds aus Angebot, Website, eigenen Daten, Kundenkontakt und Wettbewerb sammeln.
  3. Seeds zu einer Rohmenge erweitern und dabei Synonyme und Varianten kurz mitnehmen.
  4. Suchintention grob je Begriff bestimmen und offene Fälle markieren.
  5. Für die verbliebenen Begriffe das Suchergebnis prüfen und Intention sowie Erreichbarkeit notieren.
  6. Entlang von Relevanz, Nachfrage, Intention, Wettbewerb und Geschäftswert getrennt bewerten.
  7. Begriffe mit gleicher Absicht zu Clustern mit Hauptkeyword und Seitentyp zusammenfassen.
  8. Jedes Cluster genau einer Zielseite zuordnen und Konflikte im Bestand auflösen.
  9. Nach Wirkung, Erreichbarkeit und Aufwand priorisieren, in Runden von zehn bis zwanzig Clustern.
  10. Nach acht bis zwölf Wochen je Cluster messen, Abweichungen dem passenden Schritt zuordnen und die nächste Runde starten.

Die Qualität einer Keyword-Recherche zeigt sich nicht an der Länge der Liste, sondern daran, wie schnell sich die Frage beantworten lässt, warum ein Thema gebaut wurde und ein anderes nicht. Wenn diese Antwort in einem Satz aus der eigenen Tabelle ablesbar ist, hat der Prozess funktioniert.