SEO-Links auf der eigenen Website technisch prüfen und verbessern
So prüfen Sie Links auf Ihrer Website: crawlbares HTML, verständliche Ankertexte, passende rel-Attribute, erreichbare Ziele und ein wiederholbarer Audit.

Ein Link kann inhaltlich sinnvoll sein und trotzdem seinen Zweck verfehlen. Vielleicht ist er nur als klickbares JavaScript-Element umgesetzt, sein Ankertext lautet “hier”, das Ziel antwortet mit einem Fehler oder ein rel-Attribut wurde unpassend gesetzt. Solche Probleme betreffen nicht den Aufbau von Backlinks, sondern die technische und redaktionelle Qualität der SEO-Links auf der eigenen Website.
Google nutzt Links sowohl zur Entdeckung neuer URLs als auch als Signal für die Relevanz von Seiten. Das beschreibt Google in der Dokumentation zu crawlbaren Links. Damit Links diese Funktionen zuverlässig erfüllen können, müssen sie technisch erkennbar sein, ihr Ziel verständlich benennen und auf eine erreichbare Ressource führen.
Dieser Praxisleitfaden zeigt, wie Sie diese Eigenschaften kontrollieren und die Ergebnisse in einem reproduzierbaren Link-Audit festhalten.
Welche Linktypen werden geprüft?
Für einen technischen Audit reichen drei grundlegende Linktypen:
- Interne Links führen zu einer anderen URL derselben Website.
- Externe Links führen von der eigenen Website zu einer fremden Domain.
- Eingehende Links oder Backlinks führen von fremden Websites zur eigenen Website.
Interne und externe Links stehen direkt unter Ihrer Kontrolle. Sie können deren HTML, Ankertext, Attribute und Ziel-URL ändern. Auf diese beiden Gruppen konzentriert sich dieser Leitfaden.
Zusätzlich sollten Sie scheinbare Links erfassen. Dazu gehören Buttons, div-Elemente oder Textflächen, die erst durch einen JavaScript-Klickhandler eine andere Seite öffnen. Sie können für Besucher wie Links funktionieren, entsprechen aber nicht automatisch der robusten HTML-Form eines Hyperlinks.
Backlinkaufbau, Linkkauf, die Auswahl einer Agentur und das Monitoring eines Backlinkprofils sind davon getrennte Themen. Sie gehören nicht in diesen technischen Audit.
Crawlbare SEO-Links mit HTML umsetzen
Google kann Links in der Regel zuverlässig crawlen, wenn sie als HTML-a-Element mit einem auflösbaren href-Attribut umgesetzt sind:
<a href="/ratgeber/ankertexte/">Ankertexte richtig formulieren</a>
Das a-Element kennzeichnet den Link. Das href enthält das Ziel. Browser, Suchmaschinen und assistive Technologien können dadurch erkennen, wohin der Verweis führt.
Problematischer sind Konstruktionen, die Links nur nachahmen:
<span onclick="location.href='/ratgeber/ankertexte/'">
Ankertexte richtig formulieren
</span>
<a onclick="openArticle()">Ankertexte richtig formulieren</a>
<a href="javascript:void(0)">Ankertexte richtig formulieren</a>
Im ersten Beispiel fehlt das a-Element. Im zweiten besitzt es kein href. Im dritten enthält das Attribut keine normale Ziel-URL. Die Navigation hängt jeweils von JavaScript ab und ist weniger robust als ein regulärer HTML-Link.
JavaScript für Tracking oder zusätzliche Interaktionen schließt ein echtes Linkziel nicht aus:
<a href="/ratgeber/ankertexte/" data-tracking="article-link">
Ankertexte richtig formulieren
</a>
Damit bleibt die Zielseite erreichbar, wenn das ergänzende Skript nicht geladen oder ausgeführt wird.
Relative Pfade und Fragmente richtig bewerten
Interne Links können absolute URLs oder relative Pfade verwenden:
<a href="https://www.example.de/kontakt/">Kontakt</a>
<a href="/kontakt/">Kontakt</a>
Beide Formen sind gültig, sofern sie zur gewünschten URL auflösen. Wurzelrelative Pfade wie /kontakt/ sind häufig leichter zu kontrollieren als dokumentrelative Angaben wie ../kontakt/, deren Ergebnis von der aktuellen Verzeichnisebene abhängt.
Typische Fehler in href-Werten sind:
- übernommene Staging- oder Testdomains
- falsche Subdomains oder Protokolle
- fehlende oder doppelte Pfadbestandteile
- leere
href-Attribute - Tippfehler in URL-Slugs
- Platzhalter wie
javascript:void(0) - dokumentrelative Pfade mit unerwartetem Ziel
Ein Wert wie href="#preise" ist dagegen nicht pauschal falsch. Er kann korrekt auf einen Abschnitt derselben Seite verweisen, wenn dort ein Element mit id="preise" vorhanden ist. Ein bloßes href="#", das nur als JavaScript-Auslöser dient, erschließt hingegen kein eigenständiges Linkziel.
Prüfen Sie zentrale Navigationselemente sowohl im initial ausgelieferten HTML als auch im gerenderten DOM. Links, die ausschließlich nach einer JavaScript-Ausführung entstehen, können von Google verarbeitet werden, hängen aber von einer erfolgreichen Ausführung und Darstellung ab. Reguläres HTML ist für wichtige Navigation und Inhaltsverweise die robustere Grundlage.
Aussagekräftige Ankertexte verwenden
Der Ankertext ist der sichtbare, klickbare Text eines Links. Laut Google hilft ein aussagekräftiger Ankertext Nutzern und Google dabei, Inhalt und Zweck der Zielseite zu verstehen.
Ein einfacher Qualitätstest lautet: Ist das ungefähre Ziel erkennbar, wenn nur der Linktext gelesen wird?
Wenig aussagekräftig sind beispielsweise:
- hier
- mehr
- weiterlesen
- klicken
- weitere Informationen
Konkreter sind Formulierungen wie:
- Anleitung zur robots.txt
- Leistungen der Glasreinigung
- technische Anforderungen an XML-Sitemaps
- Kontakt zur Studienberatung
Statt:
Weitere Informationen finden Sie
<a href="/leistungen/glasreinigung/">hier</a>.
ist diese Variante verständlicher:
Lesen Sie, welche
<a href="/leistungen/glasreinigung/">Leistungen unsere Glasreinigung umfasst</a>.
Der Linktext muss nicht den vollständigen Seitentitel wiederholen. Er sollte das Ziel knapp und natürlich beschreiben. Eine Aneinanderreihung von Suchbegriffen hilft weder Besuchern noch Suchmaschinen. Außerdem muss der Text sichtbar sein. Per CSS ausgeblendete oder kaum erkennbare Linktexte bieten Nutzern keine Orientierung.
Derselbe Ankertext kann mehrfach sinnvoll sein. Bezeichnungen wie “Kontakt” oder “Impressum” wiederholen sich in der Navigation zwangsläufig. Kritischer sind generische Anker wie “mehr erfahren”, wenn sie in verschiedenen Beiträgen auf unterschiedliche Ziele führen.
Bewerten Sie Ankertexte deshalb nicht allein nach Häufigkeit, sondern auch nach Ziel-URL, Position, Seitentyp und Textumgebung.
Verlinkte Bilder verständlich beschreiben
Bei einem verlinkten Bild verwendet Google den Alt-Text des Bildes als Ankertext. Wenn das Bild allein den Link bildet, benötigt es deshalb eine verständliche Textalternative:
<a href="/leistungen/glasreinigung/">
<img
src="/bilder/glasreinigung.jpg"
alt="Glasreinigung an einer Bürofassade"
>
</a>
Der Alt-Text sollte das Bild beschreiben und, soweit es für das Verständnis nötig ist, den Zweck des Links erkennen lassen. Das hilft nicht nur Suchmaschinen, sondern auch Nutzern von Screenreadern.
Ein leeres alt-Attribut ist jedoch nicht bei jedem verlinkten Bild automatisch falsch. Wenn Bild und sichtbarer Text gemeinsam innerhalb desselben Links stehen, kann ein dekoratives Bild ein leeres alt besitzen:
<a href="/leistungen/glasreinigung/">
<img src="/icons/fassade.svg" alt="">
Leistungen der Glasreinigung
</a>
Der sichtbare Text gibt dem Link bereits einen verständlichen Namen. Ein zusätzlicher Alt-Text würde die Information möglicherweise nur wiederholen.
Die passende Audit-Regel lautet daher nicht “Jedes verlinkte Bild braucht einen gefüllten Alt-Text”, sondern: Jeder Link braucht einen verständlichen zugänglichen Namen. Fehlt sichtbarer Linktext, muss das verlinkte Bild diese Aufgabe in der Regel über seinen Alt-Text erfüllen.
rel-Attribute korrekt einsetzen
Mit dem rel-Attribut können Sie Google bestimmte Beziehungen zwischen Ihrer Seite und dem Linkziel mitteilen. Für SEO-Links sind vor allem sponsored, ugc und nofollow relevant.
| Situation | Passende Kennzeichnung |
|---|---|
| Bezahlter Link, Affiliate-Link oder vergütete Platzierung | rel="sponsored" |
| Link aus Kommentaren, Foren oder anderen nutzergenerierten Inhalten | rel="ugc" |
Link, bei dem sponsored und ugc nicht passen und keine Verbindung ausgedrückt werden soll | rel="nofollow" |
| Normaler redaktioneller Verweis | keine dieser Kennzeichnungen erforderlich |
Ein vergüteter Link kann beispielsweise so aussehen:
<a href="https://partner.example/produkt" rel="sponsored">
Produkt beim Anbieter ansehen
</a>
Attribute lassen sich bei Bedarf kombinieren:
<a href="https://example.org/nutzerprofil" rel="ugc nofollow">
Website eines Forennutzers
</a>
Google verlangt für bezahlte oder anderweitig vergütete Links die Kennzeichnung sponsored. Für Links aus nutzergenerierten Inhalten ist ugc vorgesehen. Einzelheiten erläutert Google in der Dokumentation zur Kennzeichnung ausgehender Links.
nofollow, sponsored und ugc werden von Google grundsätzlich als Hinweise behandelt, nicht als absolute Anweisungen für Crawling oder Ranking. Die Attribute beschreiben die Beziehung zum Ziel. Sie garantieren nicht, dass eine URL niemals gecrawlt oder anderweitig berücksichtigt wird.
Für gewöhnliche interne Links sind diese Attribute meist nicht das richtige Steuerungsmittel. Soll eine eigene Seite nicht in Suchergebnissen erscheinen, muss dies mit einer geeigneten Maßnahme an der Zielseite geregelt werden. Ein pauschales nofollow in der internen Navigation ersetzt keine Indexierungssteuerung.
Erreichbarkeit der Linkziele prüfen
Ein technisch korrektes a-Element hilft wenig, wenn das Ziel nicht erreichbar ist oder den falschen Inhalt liefert. Der HTTP-Statuscode bildet deshalb einen wichtigen Teil des Link-Audits.
Eine erfolgreiche 2xx-Antwort, häufig 200 OK, zeigt zunächst, dass die Anfrage verarbeitet wurde. Sie beweist aber nicht, dass der erwartete Inhalt ausgeliefert wird. Manche Server zeigen für gelöschte Inhalte eine Fehlerseite mit Status 200. Solche Soft-404-Fälle erfordern eine zusätzliche inhaltliche Kontrolle.
Der Statuscode 404 Not Found bedeutet laut MDN Web Docs, dass der Server die angeforderte Ressource nicht finden konnte. Prüfen Sie einen solchen Link in dieser Reihenfolge:
- Existiert der gewünschte Inhalt unter einer anderen URL? Dann korrigieren Sie den Link.
- Gibt es einen inhaltlich passenden Ersatz? Dann verlinken Sie diesen.
- Gibt es kein sinnvolles Ziel mehr? Dann entfernen Sie den Link und passen den umgebenden Text an.
Dokumentieren Sie auch andere technische Fehler, etwa 403 Forbidden, 5xx-Serverfehler, DNS-Probleme und Zeitüberschreitungen. Bei externen URLs ist eine manuelle Gegenprüfung sinnvoll, weil Schutzsysteme automatisierte Anfragen blockieren können, obwohl die Seite im Browser erreichbar ist.
Weiterleitungen getrennt erfassen
Wurde eine URL dauerhaft verschoben, empfiehlt Google serverseitige permanente Weiterleitungen wie 301 oder 308.
Eine funktionierende Weiterleitung verhindert zwar, dass Besucher auf einer Fehlerseite landen. Bei internen Links sollte trotzdem möglichst direkt auf die endgültige URL verwiesen werden. Erfassen Sie außerdem:
- Weiterleitungsketten mit mehreren Stationen
- Weiterleitungsschleifen
- Weiterleitungen auf unpassende Inhalte
- unnötige Wechsel zwischen HTTP und HTTPS
- Rücksprünge zur Ausgangs-URL
404-Fehler, Weiterleitungsketten und Schleifen sollten als getrennte Fehlerklassen erscheinen, da sie unterschiedliche Ursachen und Korrekturen haben.
Einen reproduzierbaren Link-Audit durchführen
Ein Audit ist reproduzierbar, wenn Umfang, Einstellungen, Prüfkriterien und Ergebnisformat feststehen. Zwei Durchläufe mit demselben Website-Stand sollten dadurch vergleichbare Befunde liefern.
1. Prüfbereich dokumentieren
Halten Sie vor dem Crawl mindestens folgende Angaben fest:
- Start-URL und erlaubte Hosts
- einbezogene Subdomains
- ausgeschlossene Verzeichnisse
- Umgang mit URL-Parametern
- maximale Crawl-Tiefe
- verwendeter User-Agent
- Datum und Uhrzeit
Ohne diese Angaben können Abweichungen zwischen zwei Durchläufen nicht zuverlässig eingeordnet werden.
2. Jedes Linkvorkommen erfassen
Legen Sie für jeden gefundenen Link einen Datensatz an. Die Ergebnistabelle sollte mindestens diese Felder enthalten:
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Quell-URL | Seite, auf der der Link vorkommt |
Ursprüngliches href | Wert aus dem HTML |
| Aufgelöste Ziel-URL | vollständige Zieladresse |
| Linktyp | intern oder extern |
| Ankertext | sichtbarer Linktext |
| Bild-Alt-Text | Alt-Text eines verlinkten Bildes |
rel | gesetzte Attribute |
| HTTP-Status | Antwort des Zielservers |
| Endziel | URL nach Weiterleitungen |
| Position | Navigation, Inhalt, Footer oder Vorlage |
| Befund | festgestellte Fehlerklasse |
Speichern Sie den ursprünglichen href-Wert zusätzlich zur aufgelösten URL. Nur so bleiben Fehler in relativen Pfaden nachvollziehbar.
3. HTML und Linknamen prüfen
Markieren Sie Verweise, die nicht als <a href="..."> umgesetzt sind, leere oder nicht auflösbare Ziele sowie Links, die ausschließlich durch JavaScript entstehen.
Filtern Sie anschließend nach leeren und generischen Ankertexten, nackten URLs und verlinkten Bildern ohne verständlichen Linknamen. Diese Treffer bilden eine Prüfliste. Nicht jeder häufige oder kurze Ankertext ist automatisch fehlerhaft.
4. Ziele kontrolliert abfragen
Fassen Sie identische Ziel-URLs zusammen und rufen Sie jede eindeutige Adresse kontrolliert ab. Speichern Sie Statuscode, Weiterleitungsstationen und endgültiges Ziel. Prüfen Sie auffällige externe Antworten stichprobenartig im Browser.
5. Attribute abgleichen
Suchen Sie in beide Richtungen:
- fehlendes
sponsoredbei vergüteten Links - fehlendes
ugcin nutzergenerierten Bereichen - unpassendes
nofollowan normalen internen Links - überflüssige Kennzeichnungen an redaktionellen Verweisen
6. Befunde priorisieren und wiederholen
Priorisieren Sie zuerst Fehler aus globalen Vorlagen. Ein falscher Link im Header oder Footer kann auf Hunderten Seiten erscheinen. Danach folgen nicht erreichbare interne Ziele, fehlerhafte Navigationselemente und wiederkehrende Probleme mit Linknamen oder Attributen.
Speichern Sie den Audit als datierte Tabelle und führen Sie spätere Prüfungen mit denselben Einstellungen durch. Wiederholt sich eine Fehlerklasse, sollte nicht nur der einzelne Link korrigiert werden. Beheben Sie die Ursache in der Vorlage, Komponente oder Redaktionslogik.
Damit bleibt das Ziel klar begrenzt: Technisch saubere SEO-Links sind als HTML erkennbar, besitzen verständliche Linknamen, verwenden passende Attribute und führen zuverlässig zum erwarteten Inhalt.
