ONMA Ratgeber

Suchmaschinenoptimierung in Achim: lokal sichtbar werden im Schatten Bremens

Der Ratgeber zeigt, wie Achimer Unternehmen mit Google-Unternehmensprofil, konsistenten Standortdaten und regionalen Bewertungen Bremer Konkurrenz begegnen.

Nahaufnahme einer Laptop-Tastatur, darüber blau eingefärbter HTML-Quelltext

Wer in Achim ein Unternehmen führt, sucht sich seine Konkurrenz nicht aus. Achim ist eine Stadt im Landkreis Verden in Niedersachsen mit rund 31.000 Einwohnern, sie liegt an der Weser unmittelbar östlich von Bremen und gehört zur Metropolregion Nordwest. Die A1 verbindet den Ort mit Bremen und Verden. Diese Lage ist wirtschaftlich ein Vorteil und in der Google-Suche zunächst ein Problem: Ein Achimer Betrieb konkurriert bei denselben Suchbegriffen mit Anbietern aus einer Großstadt, die deutlich mehr Bewertungen, mehr Verlinkungen und mehr Suchhistorie mitbringen. Lokale Suchmaschinenoptimierung in Achim heißt deshalb nicht, diesen Wettbewerb frontal zu gewinnen. Sie heißt, den Suchraum so genau zu bespielen, dass die Nähe zum Kunden zum entscheidenden Faktor wird.

Warum Achim ein eigener Suchraum ist und kein Bremer Stadtteil

Google behandelt Achim nicht als Vorort, sondern als eigenständigen Ort mit eigener Geometrie. Das ist die gute Nachricht. Sucht jemand in Achim nach einer Dienstleistung, ohne einen Ortsnamen zu tippen, bezieht Google den Standort des Suchenden in die Ergebnisse ein. Für lokale Ergebnisse nennt Google drei Faktoren: Relevanz, Entfernung und Bekanntheit. Entfernung ist dabei der einzige Faktor, den ein Bremer Wettbewerber nicht durch Budget ausgleichen kann. Ein Betrieb mit Adresse in Achim hat gegenüber einem Anbieter aus der Bremer Innenstadt einen strukturellen Vorsprung, sobald der Suchende sich physisch im Raum Achim befindet.

Dieser Vorsprung verpufft allerdings, wenn die anderen beiden Faktoren nicht bedient werden. Relevanz entsteht aus der inhaltlichen Passung zwischen Suchanfrage, Unternehmensprofil und Website. Bekanntheit entsteht aus allem, was über das Unternehmen im Netz auffindbar ist: Erwähnungen, Verzeichniseinträge, Presse, Bewertungen. Wer nur die Adresse hat, aber weder Relevanz noch Bekanntheit aufbaut, verliert auch in Achim gegen einen gut gepflegten Bremer Eintrag, weil Google Entfernung nicht als Ausschlusskriterium behandelt, sondern als einen Faktor unter dreien.

Die drei Plätze im Local Pack sind die eigentliche Startseite

Das lokale Suchergebnis-Modul, meist Local Pack genannt, zeigt in der Google-Suche standardmäßig drei Unternehmenseinträge, bevor die klassischen organischen Treffer folgen. Für einen lokal tätigen Betrieb ist das die entscheidende Zahl. Die Frage lautet nicht, ob die eigene Website auf Position sechs oder neun steht, sondern ob das Unternehmen einer dieser drei Einträge ist. Bei einem Ort in der Größenordnung Achims ist das erreichbar, weil die Zahl der ernsthaft gepflegten Profile pro Branche überschaubar bleibt.

Ein Google-Unternehmensprofil ist kostenlos. Das führt regelmäßig zu einem Missverständnis: Weil es nichts kostet, wird es einmal angelegt und danach nicht mehr angefasst. Ein Profil, das seit Jahren dieselben Öffnungszeiten, keine Fotos und keine Leistungsbeschreibung führt, liefert Google kaum Material für die Relevanzbewertung. Konkret gehören dazu die exakte Kategorie, eine Leistungsliste in der Sprache, in der Kunden suchen, Öffnungszeiten inklusive Feiertagsregelungen, Fotos vom tatsächlichen Standort und ein Einzugsgebiet, das der Realität entspricht.

Beim Einzugsgebiet machen Achimer Betriebe zwei gegenläufige Fehler. Der eine besteht darin, ganz Bremen mit einzutragen, in der Hoffnung, dort mitgefunden zu werden. Das funktioniert nicht als Rankinghebel, weil die Entfernung zum Suchenden aus der Adresse berechnet wird, nicht aus dem angegebenen Servicegebiet. Der andere Fehler ist die Beschränkung auf die Kernstadt, obwohl der Betrieb tatsächlich im gesamten Landkreis Verden arbeitet. Sinnvoll ist ein Gebiet, das die eigenen Fahrtwege abbildet: die Ortsteile Achims, die angrenzenden Gemeinden im Landkreis und, wenn tatsächlich dorthin geliefert wird, die östlichen Bremer Randbereiche.

NAP-Konsistenz: 28832 und VER als Prüfsteine

NAP steht für Name, Address, Phone. Der Grundgedanke ist einfach: Überall dort, wo das Unternehmen im Netz mit Kontaktdaten auftaucht, müssen diese Daten identisch sein. Google gleicht Erwähnungen aus Verzeichnissen, Branchenportalen, Kammereinträgen und der eigenen Website miteinander ab, um zu bestätigen, dass ein Unternehmen an einer Adresse real existiert. Widersprüche schwächen dieses Signal.

Für Achim gibt es dabei zwei wiederkehrende Stolperstellen. Die erste ist die Postleitzahl. Achim hat die Postleitzahl 28832, die mit 28 beginnt und damit im Bremer Postleitzahlenraum liegt. Das verleitet dazu, Achim in Formularen und Verzeichnissen sinngemäß als Bremen zu führen oder die Ortsangabe wegzulassen. Wer in irgendeinem Portal als Standort Bremen hinterlegt ist, macht sich für Achim unschärfer und für Bremen nicht stärker. Die zweite Stolperstelle sind Schreibvarianten der Straße und des Ortsteils. Eine Adresse, die einmal mit Ortsteilzusatz und einmal ohne geführt wird, erzeugt in Datenbanken zwei Einträge.

Das Kfz-Kennzeichen des Landkreises Verden ist VER. Es ist kein Rankingfaktor, aber ein brauchbarer Denkanstoß: Die Zugehörigkeit des Betriebs ist administrativ eindeutig Landkreis Verden, auch wenn die Postleitzahl und der Alltag nach Bremen zeigen. Verzeichnisse, die nach Landkreis oder Region sortieren, sollten den Betrieb dort führen, wo er hingehört, und nicht dort, wo er sich größer fühlt.

Bewertungen aus der Region wiegen schwerer als viele Bewertungen

Bewertungen zahlen auf die Bekanntheit ein, die Google als lokalen Rankingfaktor nennt. Bei kleinen Orten ist die absolute Zahl weniger entscheidend als bei einer Großstadt, weil der Vergleichsmaßstab lokal ist. Ein Achimer Handwerksbetrieb mit einer soliden zweistelligen Zahl regelmäßig eingehender Bewertungen steht im Local Pack für Achim besser da als mit einem einmaligen Schwung von Bewertungen, der drei Jahre zurückliegt.

Wichtiger als die Zahl ist die Regelmäßigkeit und die Textsubstanz. Bewertungen, in denen Kunden von sich aus den Ort, den Ortsteil oder die konkrete Leistung nennen, liefern zusätzliche inhaltliche Signale. Erzwingen lässt sich das nicht und sollte es auch nicht, aber die Frage nach einer Bewertung kann zum richtigen Zeitpunkt gestellt werden, nämlich direkt nach dem abgeschlossenen Auftrag. Auf Bewertungen zu antworten, auch auf kritische, ist der Teil, den die meisten Betriebe auslassen und der am wenigsten Aufwand kostet.

Abgrenzung zu den Nachbarorten statt Dopplung

Betriebe, die im gesamten Landkreis arbeiten, kommen früher oder später auf die Idee, für jeden Nachbarort eine eigene Seite anzulegen. Das ist der Punkt, an dem lokale Suchmaschinenoptimierung regelmäßig kippt. Wenn sich diese Seiten nur im ausgetauschten Ortsnamen unterscheiden, entsteht eine Sammlung nahezu identischer Dokumente, die miteinander um dieselbe Suchanfrage konkurrieren. Google muss dann selbst entscheiden, welche davon gemeint ist, und entscheidet häufig gegen alle.

Eine Ortsseite rechtfertigt sich nur durch Inhalt, den es für diesen Ort tatsächlich gibt: reale Referenzprojekte, ortsspezifische Gegebenheiten, Anfahrt und Erreichbarkeit, örtliche Ansprechpartner, Besonderheiten der Bebauung oder der Gewerbestruktur. Für Achim ist das leichter als für kleinere Nachbargemeinden, weil hier ein eigener Standort mit eigener Historie existiert. Die ehrlichere Struktur für den Rest des Einzugsgebiets ist oft eine einzige, gut gemachte Seite, die das Gebiet beschreibt, statt fünf dünner Ortsseiten. Weniger Seiten mit klarer Zuordnung schlagen viele Seiten, die sich gegenseitig die Zuordnung streitig machen.

Die technische Grundlage: LocalBusiness-Auszeichnung

Schema.org stellt mit dem Typ LocalBusiness ein Vokabular für Adresse, Öffnungszeiten und Geokoordinaten bereit, das Google für lokale Rich Results auswertet. Praktisch bedeutet das: Die Angaben, die auf der Seite ohnehin für Menschen stehen, werden zusätzlich maschinenlesbar hinterlegt. Adresse mit Postleitzahl 28832 und Ort Achim, Telefonnummer, Öffnungszeiten und Geokoordinaten des Standorts. Das ersetzt kein Unternehmensprofil und erzeugt keine Rankings, aber es beseitigt Interpretationsspielraum. Bei einem Ort, der postalisch nach Bremen und administrativ nach Verden zeigt, ist genau dieser Spielraum das Problem.

Dazu gehört eine Kontaktseite, auf der die vollständige Adresse als Text steht und nicht nur als Bild oder eingebettete Karte, sowie eine Nummer, die tatsächlich erreichbar ist und die auch im Unternehmensprofil steht.

Kleines Suchvolumen ehrlich messen

Bei einem Ort dieser Größe sind die Suchvolumina niedrig. Werkzeuge zur Volumenschätzung geben für viele Kombinationen aus Leistung und Ortsname keine oder kaum verwertbare Zahlen aus. Daraus wird gern der falsche Schluss gezogen, dass sich lokale Optimierung nicht lohnt. Der Punkt ist, dass diese Anfragen eine hohe Kaufabsicht tragen: Wer eine Leistung zusammen mit dem eigenen Ort sucht, will sie beauftragen.

Die belastbare Messgrundlage ist deshalb nicht die Volumenschätzung vorab, sondern die tatsächliche Nachfrage im Nachhinein. Die Google Search Console liefert Impressionen, Klicks und die durchschnittliche Position je Suchanfrage. Damit lässt sich prüfen, für welche Kombinationen aus Leistung und Ort die eigenen Seiten überhaupt erscheinen, wo sie am Rand der ersten Seite hängen und welche Anfragen es gibt, an die im Vorfeld niemand gedacht hat. Realistisch ist ein Beobachtungszeitraum von mehreren Monaten, weil die Fallzahlen pro Woche klein sind und einzelne Ausschläge nichts bedeuten.

Der sinnvolle Erfolgsmaßstab für einen Achimer Betrieb ist damit nicht eine Position bei einem allgemeinen Suchbegriff, den Bremer Anbieter besetzen, sondern die Präsenz unter den drei Local-Pack-Einträgen für die Leistungen, die im eigenen Einzugsgebiet tatsächlich nachgefragt werden. Diese Position hält, weil sie auf einem Faktor beruht, den ein Wettbewerber aus der Nachbarstadt nicht kaufen kann.