Webdesign Ausbildung Gehalt: Vergütung, Netto und Berufseinstieg
Vergütung je Ausbildungsjahr bei Mediengestalter Digital und Print, was davon netto bleibt und welches Einstiegsgehalt nach dem Abschluss realistisch ist.

Wie hoch ist das Gehalt während einer Webdesign-Ausbildung? Darauf gibt es keine einheitliche Antwort. Entscheidend ist, ob du eine schulische Webdesign-Ausbildung absolvierst oder über eine duale Ausbildung zum Mediengestalter Digital und Print in das Berufsfeld einsteigst.
Beim dualen Weg erhältst du normalerweise jeden Monat eine Ausbildungsvergütung. Eine schulische Ausbildung wird dagegen in der Regel nicht durch einen Ausbildungsbetrieb bezahlt. Je nach Schule können sogar Lehrgangsgebühren anfallen. Wer Gehaltsangaben vergleicht, muss diese beiden Ausbildungsformen deshalb klar voneinander trennen.
Gibt es eine vergütete Ausbildung zum Webdesigner?
Webdesigner ist in Deutschland üblicherweise keine einheitlich geregelte duale Berufsbezeichnung. Hinter Angeboten mit der Bezeichnung Webdesign-Ausbildung können sich daher sehr unterschiedliche Bildungsgänge verbergen.
Ein verbreiteter anerkannter Ausbildungsweg in das Tätigkeitsfeld ist die duale Ausbildung zum Mediengestalter Digital und Print. Sie verbindet die Arbeit in einem Ausbildungsbetrieb mit dem Unterricht an einer Berufsschule. Während dieser Ausbildung wird eine monatliche Bruttovergütung gezahlt.
Bei einer schulischen Webdesign-Ausbildung sieht die finanzielle Situation anders aus:
- Es gibt normalerweise keinen Ausbildungsbetrieb, der eine Vergütung zahlt.
- Private Bildungsträger können Schulgebühren oder Lehrgangskosten verlangen.
- Zusätzliche Ausgaben können für Software, Technik, Prüfungen oder Lernmaterial entstehen.
- Ob eine Förderung möglich ist, hängt vom Bildungsgang und der persönlichen Situation ab.
Die folgenden Vergütungswerte beziehen sich deshalb auf die duale Ausbildung zum Mediengestalter Digital und Print. Sie gelten nicht automatisch für schulische Angebote, die Webdesign im Namen tragen.
Ausbildungsvergütung nach Lehrjahr
Die monatliche Vergütung steigt üblicherweise mit jedem Ausbildungsjahr. Ausbildung.de nennt für Mediengestalter Digital und Print durchschnittliche Bruttobeträge innerhalb folgender Spannen:
| Ausbildungsjahr | Durchschnittliche Vergütung brutto pro Monat |
|---|---|
| 1. Ausbildungsjahr | 831 bis 1.025 Euro |
| 2. Ausbildungsjahr | 896 bis 1.076 Euro |
| 3. Ausbildungsjahr | 953 bis 1.130 Euro |
Azubiyo nennt beispielhaft etwas höhere Werte:
| Ausbildungsjahr | Beispielhafte Vergütung brutto pro Monat |
|---|---|
| 1. Ausbildungsjahr | 1.075 Euro |
| 2. Ausbildungsjahr | 1.154 Euro |
| 3. Ausbildungsjahr | 1.225 Euro |
Die Unterschiede zwischen den Tabellen sind kein Widerspruch. Ausbildungsvergütungen hängen vom Betrieb, von der Branche, vom Standort und von einer möglichen Tarifbindung ab. Auch das Bezugsjahr der jeweiligen Erhebung beeinflusst die Höhe.
Die Zahlen sind daher Richtwerte und kein garantierter Anspruch. Verbindlich ist der Betrag, der in deinem Ausbildungsvertrag steht. Vor der Bewerbung lohnt sich außerdem ein Blick in aktuelle Stellenanzeigen und in den einschlägigen Tarifvertrag, sofern der gewünschte Betrieb tarifgebunden ist.
Warum steigt das Gehalt während der Ausbildung?
Mit jedem Ausbildungsjahr wachsen deine Kenntnisse und die Aufgaben, die du im Betrieb übernehmen kannst. Diese Entwicklung bildet sich in der steigenden Ausbildungsvergütung ab.
Nach den genannten Werten erhöht sich das monatliche Bruttogehalt über die gesamte Ausbildungsdauer deutlich. Bei den Beispielbeträgen von Azubiyo beträgt der Unterschied zwischen dem ersten und dritten Jahr 150 Euro pro Monat. Innerhalb der von Ausbildung.de genannten Spannen fällt die Entwicklung je nach Betrieb unterschiedlich aus.
Für deine Finanzplanung solltest du nicht einfach einen Durchschnitt für alle drei Jahre bilden. Rechne jedes Ausbildungsjahr separat und berücksichtige mögliche Änderungen bei Fahrtkosten, Miete oder Versicherungen.
Wie viel bleibt netto übrig?
Die Ausbildungsvergütung wird als Bruttobetrag angegeben. Das tatsächliche Nettogehalt liegt darunter, weil eine duale Ausbildung ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis ist.
Vom Bruttogehalt können insbesondere Beiträge zu folgenden Versicherungen abgehen:
- Krankenversicherung
- Pflegeversicherung
- Rentenversicherung
- Arbeitslosenversicherung
Ob zusätzlich Lohnsteuer anfällt, hängt unter anderem von der Höhe der Vergütung, der Steuerklasse und den jeweils geltenden Freibeträgen ab. Auch Kirchensteuer kann relevant sein. Pauschale Aussagen wie „1.100 Euro brutto entsprechen immer einem bestimmten Nettobetrag“ sind deshalb nicht zuverlässig.
Für eine realistische Berechnung brauchst du den Bruttobetrag aus deinem Vertrag sowie deine persönlichen Steuerdaten. Verwende dafür einen aktuellen Brutto-Netto-Rechner. Achte darauf, dass der Rechner für Auszubildende geeignet ist und die geltenden Werte des jeweiligen Kalenderjahres berücksichtigt.
Das verfügbare Budget hängt außerdem nicht allein vom Nettogehalt ab. Fahrtkosten, Lernmittel und die Wohnsituation spielen ebenfalls eine Rolle. Unter bestimmten Voraussetzungen kann beispielsweise Berufsausbildungsbeihilfe infrage kommen. Eine solche Unterstützung ist jedoch kein Bestandteil der Ausbildungsvergütung und muss gesondert geprüft werden.
Einstiegsgehalt nach der Ausbildung
Nach dem Ausbildungsabschluss steigt das Einkommen normalerweise deutlich. AUBI-plus nennt für Mediengestalter Digital und Print ein mögliches Einstiegsgehalt von 2.596 Euro brutto pro Monat.
Für Berufseinsteiger im Webdesign wird von der Haufe Akademie ein Richtwert von ungefähr 30.000 Euro brutto pro Jahr angegeben. Das entspricht rechnerisch etwa 2.500 Euro brutto pro Monat.
Damit liegen beide Orientierungswerte in einer ähnlichen Größenordnung:
| Einstieg | Richtwert brutto |
|---|---|
| Mediengestalter Digital und Print | 2.596 Euro pro Monat |
| Berufseinstieg im Webdesign | etwa 30.000 Euro pro Jahr |
| Umrechnung des Jahreswertes | etwa 2.500 Euro pro Monat |
Gegenüber der Vergütung im dritten Ausbildungsjahr kann sich das monatliche Bruttoeinkommen beim Berufseinstieg somit ungefähr verdoppeln. Der konkrete Sprung hängt allerdings von der vorherigen Ausbildungsvergütung und vom ersten Arbeitsvertrag ab.
Die genannten Beträge sind keine feste Gehaltsuntergrenze. Entscheidend sind die Stelle, der Arbeitgeber und der Umfang der übernommenen Verantwortung. Auch die Bezeichnung Webdesigner allein sagt wenig darüber aus, welche Aufgaben tatsächlich zur Position gehören.
Welche Faktoren beeinflussen das spätere Gehalt?
Nach dem Einstieg entwickelt sich das Gehalt nicht automatisch nach einem einheitlichen Stufenplan. Besonders wichtig sind folgende Faktoren:
Tarifbindung
Tarifgebundene Unternehmen zahlen nach festgelegten Vergütungsgruppen. Dadurch können Gehaltsstufen und Erhöhungen besser planbar sein. Ohne Tarifvertrag wird das Gehalt individuell vereinbart.
Branche und Arbeitgeber
Eine kleine Kreativagentur kann andere Gehälter zahlen als ein Verlag, ein Softwareunternehmen oder ein Industriebetrieb mit eigener Digitalabteilung. Auch wirtschaftliche Lage und Geschäftsmodell des Arbeitgebers wirken sich aus.
Region
Das Gehaltsniveau unterscheidet sich zwischen Regionen und Städten. Ein höheres Bruttogehalt in einem Ballungsraum bedeutet wegen höherer Mieten und Lebenshaltungskosten jedoch nicht automatisch mehr frei verfügbares Einkommen.
Betriebsgröße und Berufserfahrung
Größere Unternehmen verfügen häufiger über feste Gehaltsbänder und klar definierte Entwicklungsstufen. Mit wachsender Berufserfahrung verbessern sich die Verhandlungsmöglichkeiten, sofern auch Verantwortung und fachlicher Beitrag zunehmen.
Fachliche Spezialisierung
Zusätzliche Kompetenzen können den Marktwert erhöhen. Dazu zählen beispielsweise UX und UI, barrierearme Gestaltung, Designsysteme, Content-Management-Systeme oder die Zusammenarbeit mit Entwicklungsteams. Entscheidend ist, ob diese Kenntnisse im jeweiligen Unternehmen gebraucht werden.
So vergleichst du Gehaltsangaben richtig
Prüfe bei jeder Zahl zuerst, ob sie sich auf eine schulische Ausbildung, eine duale Ausbildung oder eine reguläre Vollzeitstelle bezieht. Vergleiche anschließend nur Bruttowerte mit demselben Zeitraum, also Monatsgehalt mit Monatsgehalt oder Jahresgehalt mit Jahresgehalt.
Achte außerdem auf das Bezugsjahr. Ausbildungsvergütungen, Tarifwerte und steuerliche Rahmenbedingungen verändern sich. Für deine Entscheidung sind aktuelle Stellenangebote, der konkrete Ausbildungsvertrag und gegebenenfalls der Tarifvertrag aussagekräftiger als ein allgemeiner Durchschnitt.
Als Orientierung lässt sich festhalten: Im dualen Ausbildungsweg zum Mediengestalter Digital und Print steigt die monatliche Bruttovergütung über drei Lehrjahre an. Beim Berufseinstieg sind ungefähr 2.500 bis 2.600 Euro brutto pro Monat ein plausibler Richtwert. Eine schulische Webdesign-Ausbildung bietet dagegen normalerweise keine vergleichbare Ausbildungsvergütung und kann zusätzliche Kosten verursachen.
