ONMA Ratgeber

Webseite Ranking richtig messen und interpretieren

Lernen Sie, wie Sie das Ranking einer Webseite korrekt messen und Position, Impressionen, Klicks sowie CTR in der Search Console einordnen.

Zwei Männer arbeiten in einem hellen Büro nebeneinander am Laptop, auf dem Bildschirm Programmcode

Welches Ranking hat eine Webseite bei Google? Diese scheinbar einfache Frage hat keine einzelne, allgemeingültige Antwort. Eine URL kann für einen Suchbegriff auf Position 4 erscheinen, für einen ähnlichen Begriff auf Position 18 und für viele andere Suchanfragen überhaupt nicht sichtbar sein.

Google erstellt die Reihenfolge passend zur jeweiligen Suchanfrage. Dabei berücksichtigt das System unter anderem Bedeutung, Relevanz, Qualität, Nutzerfreundlichkeit und Kontext. Auch Standort, Sprache, Gerät, Einstellungen und bisherige Suchaktivitäten können die Ergebnisse beeinflussen. Ein Webseite Ranking ist deshalb immer an eine konkrete Messsituation gebunden. Google erläutert diese Einflussfaktoren in seiner Beschreibung der Rankingsysteme.

Was bei einem Ranking-Check festgelegt werden muss

Eine belastbare Messung benötigt mindestens fünf Angaben:

  1. die konkrete URL
  2. den konkreten Suchbegriff
  3. das Land oder den Standort
  4. das Gerät, also Desktop oder Mobilgerät
  5. den betrachteten Zeitpunkt oder Zeitraum

Die Aussage „Unsere Webseite steht auf Position 7“ ist ohne diese Angaben kaum verwertbar. Präziser wäre: „Die URL /leistungen/webdesign/ wurde für den Suchbegriff webdesign agentur bei einer mobilen Suche aus Deutschland auf Position 7 gefunden.“ Ein Ranking-Check sollte immer für eine konkrete Kombination aus URL, Suchbegriff, Land beziehungsweise Standort und Gerät erfolgen.

Diese Festlegung ist besonders wichtig, wenn mehrere Personen Ergebnisse vergleichen. Schon ein anderer Standort oder Gerätetyp kann zu einer abweichenden Position führen.

Live-Abfrage und Search Console messen nicht dasselbe

Eine Live-Abfrage zeigt eine Momentaufnahme der Suchergebnisse unter festgelegten Bedingungen. Sie beantwortet die Frage: Auf welcher Position erscheint die URL jetzt für dieses Keyword, diesen Standort und dieses Gerät?

Eine manuelle Google-Suche ist dafür nur eingeschränkt geeignet. Personalisierung, Suchverlauf und Standort können das Ergebnis verändern. Selbst im privaten Browserfenster entsteht nicht automatisch eine vollständig neutrale Messung.

Die Google Search Console verfolgt einen anderen Ansatz. Ihr Leistungsbericht zeigt, wie eine Seite bei tatsächlichen Suchvorgängen sichtbar war. Zu den wichtigsten Kennzahlen gehören Klicks, Impressionen, durchschnittliche CTR und durchschnittliche Position. Google beschreibt die Kennzahlen im Search Console Leistungsbericht.

Die dort angezeigte Position ist ein Durchschnitt über viele Impressionen. Wenn eine Property mehrfach in einem Suchergebnis erscheint, wird für die Positionsberechnung grundsätzlich ihr höchstes Ergebnis herangezogen. Der Wert ist deshalb nicht mit der Position einer einzelnen Live-Abfrage gleichzusetzen. Die genaue Berechnung erklärt Google in der Dokumentation zur durchschnittlichen Position.

Beide Messarten sind sinnvoll, beantworten aber unterschiedliche Fragen:

  • Die Live-Abfrage prüft eine konkrete aktuelle Suchergebnisseite.
  • Die Search Console beschreibt die tatsächlich gemessene Leistung über einen Zeitraum und verschiedene Nutzungskontexte.

So wird das Ranking einer konkreten URL geprüft

In der Search Console sollte zuerst die gewünschte URL über den Seitenfilter ausgewählt werden. Anschließend wird nach der konkreten Suchanfrage gefiltert. Danach lassen sich Land und Gerät eingrenzen.

Erst dann entsteht eine auswertbare Kombination aus URL, Keyword, Markt und Gerät. Für zeitliche Vergleiche sollten gleich lange Zeiträume verwendet werden, beispielsweise die letzten 28 Tage gegenüber den vorherigen 28 Tagen. Saisonale Themen benötigen zusätzlich einen Vergleich mit dem entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Ein einzelner Tageswert ist selten aussagekräftig. Niedriges Suchvolumen, kurzfristige Schwankungen und Änderungen in der Zusammensetzung der Suchanfragen können den Durchschnitt stark beeinflussen.

Position, Impressionen, Klicks und CTR gemeinsam lesen

Die durchschnittliche Position darf nie isoliert beurteilt werden. Erst das Zusammenspiel der vier Kennzahlen liefert einen sinnvollen Diagnosepfad.

Position verbessert sich, Impressionen steigen

Die URL gewinnt Sichtbarkeit und wird häufiger angezeigt. Steigen auch die Klicks, entwickelt sich die Suchleistung insgesamt positiv. Bleibt die CTR zurück, sollte geprüft werden, bei welchen Suchanfragen die zusätzlichen Impressionen entstehen.

Impressionen steigen, Position verschlechtert sich

Das muss kein Verlust sein. Möglicherweise erscheint die Seite jetzt für zusätzliche Suchanfragen, dort aber zunächst auf niedrigeren Positionen. Diese neuen Impressionen können den Durchschnitt verschlechtern, obwohl die Reichweite wächst.

Position bleibt stabil, Klicks sinken

Sinken gleichzeitig die Impressionen, spricht das eher für eine geringere Nachfrage oder saisonale Veränderungen. Bleiben die Impressionen stabil, liegt die Ursache wahrscheinlich in einer niedrigeren CTR.

Impressionen bleiben stabil, CTR sinkt

Dann wird die URL weiterhin ähnlich häufig angezeigt, aber seltener angeklickt. Mögliche Erklärungen sind ein veränderter Suchanfragenmix, auffälligere konkurrierende Ergebnisse oder zusätzliche Elemente auf der Suchergebnisseite. Die Daten sollten nach Suchanfrage, Gerät und Land aufgeteilt werden.

Klicks steigen, Position bleibt gleich

Auch ohne Positionsgewinn kann sich die Leistung verbessern. Eine höhere Nachfrage, eine passendere Darstellung des Suchergebnisses oder mehr Impressionen für besonders relevante Suchanfragen können zusätzliche Klicks erzeugen.

Abweichende Werte sind nicht automatisch Messfehler

Zeigt eine Live-Abfrage Position 5 und die Search Console Position 9,4, widersprechen sich die Werte nicht zwingend. Die Live-Abfrage beschreibt einen bestimmten Moment. Die Search Console verdichtet zahlreiche reale Impressionen aus unterschiedlichen Orten, Geräten und Zeitpunkten.

Ein Webseite Ranking wird deshalb korrekt interpretiert, wenn zuerst die Messbedingungen feststehen und anschließend Position, Impressionen, Klicks und CTR im Zusammenhang betrachtet werden. Entscheidend ist nicht eine vermeintlich universelle Platzierung, sondern die Entwicklung einer klar definierten Kombination aus URL, Suchanfrage, Markt, Gerät und Zeitraum.