Website bei Suchmaschinen eintragen: zuerst messen, dann entscheiden
So messen Sie mit Site-Abfrage und Search Console, ob Ihre Website indexiert ist, welche technischen Sperren das verhindern und wann ein Eintrag nötig ist.

Die Frage hinter diesem Suchbegriff lautet fast immer: “Meine Seite ist online, aber bei Google finde ich sie nicht.” Der Eintrag ist darauf selten die Antwort. Eine Anmeldung ist keine Voraussetzung für die Indexierung. Websites müssen nicht bei Suchmaschinen eingetragen werden, es kann aber hilfreich sein, es zu tun. Suchmaschinen übernehmen die Indexierung heute selbstständig, und ein Betreiber kann seine Seite ohnehin nicht selbst indexieren. Er kann sie nur melden.
Deshalb steht hier keine Anleitung zum Anmelden, sondern eine Diagnose in drei Schritten: messen, ob die Website im Index ist, die Ursache benennen, falls sie es nicht ist, und erst danach entscheiden, ob ein Eintrag überhaupt etwas ändert.
Schritt 1: Messen, ob die Website im Index ist
Auch Google beginnt seine eigene Checkliste dafür, wie eine Website in den Suchergebnissen erscheint, mit genau dieser Frage: Erscheint die Website überhaupt schon in der Google Suche? Zwei Messungen beantworten sie.
Die Site-Abfrage. In das Suchfeld site:ihre-domain.de eingeben. Die Trefferliste zeigt, was Google von dieser Domain im Index hat. Die angezeigte Trefferzahl ist ein Schätzwert und schwankt von Abfrage zu Abfrage. Belastbar ist nur die Unterscheidung: gar nichts, nur die Startseite, oder ein größerer Teil der Website.
Der Seitenindexierungsbericht in der Search Console. Er ist genauer, weil er nicht nur zählt, sondern für jede nicht indexierte URL einen Grund nennt. Dieser Grund ist die eigentliche Information. “Durch robots.txt blockiert” und “Gecrawlt, zurzeit nicht indexiert” sind zwei völlig verschiedene Probleme mit zwei völlig verschiedenen Konsequenzen.
Was der Befund bedeutet
| Befund | Bedeutung | Konsequenz |
|---|---|---|
| Site-Abfrage liefert viele Unterseiten | Die Website ist im Index | Ein Eintrag ändert nichts. Das Problem liegt bei der Sichtbarkeit, nicht bei der Aufnahme |
| Nur die Startseite erscheint | Der Crawler erreicht die Unterseiten nicht | Interne Verlinkung und Sitemap prüfen, nicht neu anmelden |
| Kein Treffer, Website seit Wochen online | Technische Sperre wahrscheinlich | Ursachen prüfen, siehe unten |
| Kein Treffer, Website seit wenigen Tagen online | Unauffällig | Sitemap einreichen und abwarten |
Der häufigste Fall in der Praxis ist die erste Zeile. Wer hier landet, braucht keinen Eintrag, sondern eine andere Baustelle.
Die drei Wege, auf denen eine Seite tatsächlich gefunden wird
Es gibt genau drei, und nur zwei davon haben mit einem “Eintrag” zu tun.
1. Links von bereits indexierten Seiten. Externe Signale führen zur Indexierung, ohne dass irgendein Eintrag vorgenommen wird. Eine Seite, auf die von einer gecrawlten Seite verwiesen wird, wird gefunden. Das gilt auch intern: Eine Unterseite, auf die von keiner anderen Seite der Website ein Link zeigt, ist für den Crawler nicht vorhanden.
2. Die XML-Sitemap. Der Weg für die gesamte Website. Sie meldet alle URLs auf einmal und ist das Mittel der Wahl bei jedem Relaunch und bei jeder größeren Erweiterung.
3. Die URL-Prüfung, früher “Abruf wie durch Google”. Der Weg für einzelne Adressen, sinnvoll bei einer neuen wichtigen Seite oder nach einer Korrektur.
Weg 2 und Weg 3 stehen beide in der Google Search Console, und der Zugang dorthin ist an den Nachweis der Inhaberschaft gebunden: Google-Konto, Website als Property anlegen, Inhaberschaft bestätigen, dann sind Sitemap und URL-Prüfung verfügbar. Das ist der gesamte Vorgang, den der Begriff “Eintrag” beschreibt. Er ist eine Meldung, keine Aufnahmegarantie. Für Bing gilt dasselbe über die Bing Webmaster Tools, und der Eintrag bei Bing deckt Yahoo mit ab. Damit sind die relevanten Suchmaschinen im deutschsprachigen Markt abgedeckt.
Wenn nichts indexiert wird: die technischen Ursachen
Bleibt der Index leer, obwohl die Website seit Wochen erreichbar ist, hilft kein Eintrag. Eine gemeldete URL, die der Crawler nicht aufnehmen darf, wird auch nach der zehnten Meldung nicht aufgenommen. Vier Ursachen decken fast alle Fälle ab.
robots.txt. Ein Disallow verhindert, dass die betroffenen Adressen gecrawlt werden. Sehr häufig steht in der Datei noch die Sperre aus der Entwicklungsphase. Prüfbar unter ihre-domain.de/robots.txt.
noindex. Ein <meta name="robots" content="noindex"> im Quelltext oder ein X-Robots-Tag im HTTP-Header nimmt die Seite ausdrücklich aus dem Index. Viele Content-Management-Systeme haben dafür einen Schalter, der beim Start der Website gesetzt wird und dann vergessen wird.
Die Kombination aus beidem ist die tückischste Variante: Steht die Seite in der robots.txt auf Disallow, kann der Crawler das noindex gar nicht erst lesen. Wer aus dem Index heraus will, gibt das Crawling frei. Wer hinein will, entfernt beides.
Canonical. Ein Canonical-Tag, das auf eine andere Adresse zeigt, benennt diese andere Adresse als die maßgebliche. Die eigene Seite verschwindet dann korrekterweise aus dem Index. Bei Relaunches zeigen Canonicals oft noch auf die alte Domain oder auf die Staging-Adresse.
Statuscode. Die URL muss mit 200 antworten. 404, 410, ein 5xx aus einer überlasteten Umgebung, eine Weiterleitungskette über mehrere Stationen oder eine Fehlerseite, die trotz Fehler den Code 200 sendet: alles davon führt zu keiner oder zur falschen Indexierung. Dazu kommen Zugangssperren, die im Browser mit gespeichertem Login unsichtbar bleiben: Passwortschutz, IP-Beschränkung, Wartungsmodus.
Diese fünf Punkte kosten eine halbe Stunde. Sie sind der Unterschied zwischen einer Website, die aufgenommen wird, und einer, die man vergeblich anmeldet.
Kostenpflichtige Sammeleinträge: was die Zahlen wirklich sagen
Anbieter solcher Dienste werben mit einem kostenlosen Suchmaschineneintrag in 250 Suchmaschinen innerhalb von 24 Stunden, ausdrücklich inklusive Google, Yahoo, Bing und T-Online. Die Zahl 250 beschreibt die Menge der angeschriebenen Verzeichnisse, nicht einen Indexierungseffekt bei Google. Ein Wirkungsnachweis für solche Dienste liegt nicht vor, weder ein herstellerunabhängiger noch einer der Anbieter selbst.
Dem steht ein konkretes Risiko gegenüber: Automatisierte Masseneinträge und vergleichbare Verfahren können einen Verstoß gegen die Spamrichtlinien von Google darstellen.
Die Entscheidungsregel ist damit kurz. Wer Zugriff auf die Search Console und die Bing Webmaster Tools hat, hat bereits beide Wege, die bei Google und Bing wirken, und zwar kostenlos und mit Rückmeldung. Ein Sammeldienst fügt dem nichts hinzu, was messbar wäre.
Kontrollieren statt annehmen
Nach jeder Meldung gilt dieselbe Regel wie zu Beginn: nachsehen, nicht vermuten. Die Indexierung lässt sich in der Search Console für Google und in den Bing Webmaster Tools für Bing kontrollieren. Eine eingereichte Sitemap zeigt dort, wie viele der gemeldeten URLs tatsächlich aufgenommen wurden. Die Lücke zwischen gemeldet und aufgenommen ist die Arbeitsliste.
Danach beginnt eine andere Frage
“Meine Seite ist indexiert, aber ich werde nicht gefunden” ist ein eigener Folgeschritt, der mit dem Eintrag nichts mehr zu tun hat. Indexierung heißt nur, dass die Seite gefunden werden kann. Ob sie zu einer Suchanfrage auch angezeigt wird, entscheiden Relevanz und Wettbewerb.
Ein getrennter Prüfpunkt gilt für lokal tätige Unternehmen: Die Sichtbarkeit über das Google Unternehmensprofil steht in Googles eigener Checkliste unabhängig neben der Website-Indexierung. Ein Betrieb kann in der lokalen Suche und in der Karte sichtbar sein, während die Website noch gar nicht im Index steht, und umgekehrt.
Die Kurzfassung
Zuerst site:ihre-domain.de abfragen. Sind Treffer da, ist der Eintrag erledigt und die Frage eine andere. Sind keine da, sind robots.txt, noindex, Canonical und Statuscode zu prüfen, bevor irgendetwas gemeldet wird. Ist alles sauber, reichen Sitemap und URL-Prüfung in der Search Console sowie die Bing Webmaster Tools. Alles darüber hinaus ist bezahlte Bewegung ohne belegte Wirkung.
