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Website Unterseite: Wo sie in der Struktur sitzt und welche eine Website wirklich braucht

Wo Unterseiten in der Website-Hierarchie sitzen, welche jede Website braucht, wie viele sinnvoll sind und wann eine Unterseite allein trägt.

Lächelnder Mann mit dem Hörer eines alten Wählscheibentelefons am Ohr

Die meisten Erklärungen zur Unterseite hören genau da auf, wo die Arbeit anfängt. Sie sagen, was eine Unterseite ist, oder sie liefern eine Liste mit acht Seiten, die jede Website haben sollte. Was beides nicht beantwortet: wie tief eine Unterseite liegen darf, wie sie erreichbar sein muss, wie viele davon sinnvoll sind und wann eine einzelne Unterseite so eigenständig ist, dass sie allein trägt. Genau darum geht es hier.

Kurz eingeordnet

Eine Unterseite bezeichnet alle der Startseite beziehungsweise Homepage untergeordneten Seiten. Der Begriff sagt nichts über die Art oder den Inhalt der Seite aus, er beschreibt nur eine Position in der Hierarchie. Daraus folgt eine Regel, die viele überrascht: jede aufgerufene Seite außer der Startseite ist selbst eine Unterseite. Gelegentlich heißt sie auch Inhaltsseite, weil sie Informationen zu einem bestimmten Thema bündelt. Abzugrenzen sind Microsite und Landingpage, die eigene Zwecke verfolgen.

Ein Hinweis zur Wortbedeutung, weil er regelmäßig für Verwirrung sorgt: Das Wörterbuch übersetzt “Unterseite” mit bottom, underside oder lower side. Diese Bedeutungen meinen den unteren Rand eines Gegenstands, also die physische Rückseite eines Blattes oder eines Bauteils. Im Webkontext ist die richtige englische Entsprechung subpage, und gemeint ist die Position unterhalb der Startseite, nicht unten auf der Seite. Wer nach englischsprachigen Anleitungen sucht, sollte deshalb subpage verwenden.

Vier Koordinaten, die oft verwechselt werden

Wo eine Unterseite “sitzt”, lässt sich auf vier verschiedene Arten beschreiben, und diese vier fallen in der Praxis auseinander:

  1. Klickpfad oder Klicktiefe. Wie viele Klicks von der Startseite bis zur Seite nötig sind. Das ist die harte Größe, weil sie beschreibt, was Besucher und Crawler tatsächlich erleben.
  2. Verzeichnisebene. Wie viele Segmente der URL-Pfad hat. Eine Adresse wie /ratgeber/website-unterseite/ liegt auf der zweiten Verzeichnisebene.
  3. Navigation. Ob und wo die Seite in Menü, Footer oder Breadcrumb auftaucht.
  4. Sitemap. Ob die Seite in der XML-Sitemap gelistet ist.

Der entscheidende Punkt: Verzeichnisebene und Klicktiefe sind zwei unabhängige Dinge. Eine Seite auf der vierten Verzeichnisebene kann über einen Teaser auf der Startseite in einem Klick erreichbar sein. Und eine Seite direkt unter der Domain kann in der Praxis fünf Klicks entfernt liegen, weil sie nirgends verlinkt ist. Wer Struktur aufräumt, sollte deshalb an der Erreichbarkeit ansetzen und nicht an der URL-Schreibweise.

Für die Sitemap gilt eine ähnliche Klarstellung: Sie ist ein Vollständigkeitsnetz, kein Ersatz für Navigation. Eine Seite, die nur in der Sitemap steht und sonst von nirgendwo aus erreichbar ist, gilt als verwaist. Als praktikable Obergrenze hat sich bei kleineren Websites eine Klicktiefe von drei etabliert. Das ist eine Faustregel, kein Naturgesetz, aber sie zwingt zu der richtigen Frage: Warum ist diese Seite so schwer zu erreichen?

Welche Unterseiten eine Website konkret braucht

Als die vier wichtigsten Unterseiten gelten Startseite, About beziehungsweise Über mich, Angebotsseite und Blog, ergänzt um die rechtlichen Pflichtseiten. Ausführlichere Must-have-Listen nennen zusätzlich Portfolio oder Referenzen, eine Kontaktseite sowie eine eigene 404-Fehlerseite.

Diese Liste ist ein guter Startpunkt, aber sie ist nur die halbe Antwort. Wichtiger als das Vorhandensein einer Seite ist ihr Zweck: Jede Unterseite soll genau ein Ziel verfolgen. Eine Seite, die gleichzeitig Vertrauen aufbauen, ein Angebot verkaufen und einen Fachbegriff erklären will, erfüllt keinen dieser drei Zwecke gut.

Neben diesen Grundseiten gibt es weitere Unterseitentypen, die vor allem im Shop- und Ratgeberumfeld auftreten: Kategorieseiten, die ein Thema oder Sortiment bündeln, Produktseiten und Landingpages für einzelne Kampagnen.

Wie viele Unterseiten sinnvoll sind

Es gibt keine Zielzahl. Die brauchbare Regel lautet: eine Unterseite pro eigenständigem Bedarf. Zwei Tests entscheiden das schnell.

Der Satz-Test. Lässt sich in einem Satz sagen, wen die Seite abholt und was danach passieren soll? Wenn nicht, fehlt der Seite ein Ziel.

Der Überschneidungs-Test. Wenn zwei Seiten dieselbe Frage beantworten und sich nur in Formulierungen unterscheiden, ist das keine Struktur, sondern eine Seite zu viel.

Auf der Kostenseite steht: Jede Unterseite muss gepflegt, verlinkt und irgendwann aktualisiert werden. Deshalb ist die Diskussion, ob eine Website mit mehreren Unterseiten günstiger ist als viele einzelne Websites, meistens schon entschieden. Eine Website mit klarer Unterseitenstruktur ist in Betrieb und Pflege fast immer billiger als ein Schwarm getrennter Auftritte.

Wann eine einzelne Unterseite eigenständig trägt

Unterseiten können unabhängig von der Startseite in Suchmaschinen ranken und werden gezielt dafür optimiert. Praktisch bedeutet das: Die meisten Besucher betreten eine Website nicht über die Startseite, sondern über irgendeine Unterseite. Vier Bedingungen entscheiden, ob eine Seite das aushält.

  • Eigener Bedarf. Es gibt eine Frage, die genau diese Seite beantwortet, und nicht die Nachbarseite.
  • Erreichbarkeit. Die Seite ist verlinkt, nicht nur vorhanden.
  • Verständlichkeit ohne Kontext. Wer direkt einsteigt, versteht in den ersten Zeilen, worum es geht und wo er gelandet ist.
  • Ein klarer nächster Schritt. Kontakt, weiterführender Inhalt oder Angebot, aber eben einer.

Ein Beispiel für die Größenordnung, in der solche Entscheidungen fallen: Für den Begriff “website unterseite” weist die Keyword-Datenbank ein Suchvolumen von 20 Suchanfragen pro Monat aus, bei einem CPC von 4,16 Euro und einem Wettbewerbswert von 0,16. Das ist wenig Nachfrage bei niedrigem Wettbewerb und vergleichsweise teurem Klick, also genau der Fall, in dem eine eigene, gut gebaute Unterseite sinnvoller ist als ein Absatz auf einer Sammelseite.

Zusammengefasst

Eine Unterseite ist zunächst nur eine Position: alles unterhalb der Startseite. Nützlich wird der Begriff erst mit den Fragen dahinter. Wie tief liegt die Seite im Klickpfad, nicht nur in der URL? Ist sie verlinkt oder verwaist? Verfolgt sie ein einziges Ziel? Und trägt sie als Einstieg, wenn jemand die Startseite nie sieht? Wer diese vier Fragen für jede Seite beantworten kann, hat eine Struktur und keine Liste.