Aussagekräftige URL
Die URL zu Ihrer Webseite ist ein wichtiges Instrument für Mensch und Maschine. Lesen Sie in diesem Artikel alles über die URL.
Eine URL ist mehr als nur eine Adresse im World Wide Web. Eine URL steht für die Identifikation einer Ressource im Internet . Ihre URL ist das Tor zu Ihrem Content. In diesem Artikel lesen Sie, wie eine URL grundlegend aufgebaut ist und weshalb die Wahl des URL-Namens von besonderer Bedeutung ist.
Das verbirgt sich hinter der URL
Alle netzfähigen Geräte auf dieser Welt können theoretisch miteinander kommunizieren. Damit dies funktioniert, muss aus Sicht der IT Infrastruktur und Protokollwelt einiges getan werden. Doch zuletzt dreht es sich bei dem Vernetzen von Laptops, Computer, Tablets oder
Smartphones
um Sie: den Menschen. Jedes netzwerkfähige Gerät besitzt eine IP-Adresse, welches es zum Anmeldezeitpunkt im Netz mit anderen Netzteilnehmern kommunizieren lässt. Doch damit wir Menschen uns diesen Zahlensalat nicht merken müssen, wurden über dynamische Namenszuweisungen (DNS) die URLs ins Leben gerufen. So werden wir in die Lage versetzt, einen Klarnamen in die Eingabezeile unseres Browsers einzugeben, um im Anschluss auf der Webseite hinter der URL zu landen. URL ist ein Akronym und steht für Uniform Resource Locator. Eine URL ist wie folgt aufgebaut:
http://www.subdomain.example.de/directory/page.html
Das Übertragungsprotokoll stellt in unserem Beispiel „
http
“ dar und zeigt, auf welche Art und Weise die Ressource angesprochen wird. In aller Regel nutzen Webseiten dieses Protokoll, das dem Standard entspricht. Ferner werden die Protokolle https sowie ftp verwendet. Diese stellen ebenfalls einen weitverbreiteten Standard dar. Die Domain an sich setzt sich aus mehreren Teilen zusammen. Es handelt sich um Subdomains, First-Level- sowie Top-Level-Domains. Die Endung einer Domain, also z.B. .de, wird als Top-Level bezeichnet. Die First-Level-Domain stellt den eigentlichen Namen der URL dar, den Sie in die Browserzeile eingeben. In unserem Beispiel wäre das die Eingabe example.de. Die Domain an sich ist jederzeit um weitere Subdomains erweiterbar. In unserem Beispiel wurde die folgende Subdomain verwendet: subdomain.example.de. Wenn Sie eine Subdomain verwenden, so ist die Bezeichnung www zur Eingabe in die Browserzeile nicht notwendig. Diese Bezeichnung steht für World Wide Web und hat sich in den üblichen deutschen Sprachgebrauch eingegliedert. Diese steht für das Merkmal einer Webseite. Als Verzeichnispfad bezeichnet man die Angabe eines Verzeichnisses in Folge der Top-Level-Domain: example.de/directory/. Dieser Verzeichnispfad gibt Ihnen Aufschluss darüber, in welchem Verzeichnis das betreffende Dokument liegt – also die aufgerufene Webseite page.html als Beispiel. So können verschiedene Ebenen innerhalb einer Webseite abgebildet werden. Im Fall einer dynamischen URL-Architektur müssen diese Verzeichnispfade nicht real existieren. Diese dienen lediglich den Webseitenbesuchern sowie den Suchmaschinen-Crawlern und -Spidern als Orientierungshilfe, um Inhalte lokalisieren und einordnen zu können. Hierzu werden Parameter eingesetzt, die dazu dienen, die Inhaltsstruktur einer Webseite bestimmen zu können. In Online Shops werden hierzu die Produktseiten oft nach Name und Preis sortiert. Der Seiteninhalt ändert sich nicht, jedoch passt die Struktur sowie die Ansicht sich dynamisch an. Anhand der Wahl zur Sortierung werden entsprechende Parameter verwendet.
So finden Sie die richtige URL
Die Wahl der URL entscheidet oft über das Ranking Ihrer Webseite in den Ergebnissen der Suchmaschinen. Doch die richtige URL zu finden, ist nicht einfach. Lesen Sie in den folgenden Zeilen unsere Tipps, um diesen Weg erfolgreich beschreiten zu können.
URL und Sonderzeichen
Der ASCII Zeichensatz ist wohl die beste Orientierungshilfe, wenn es um die Zeichenwahl für Ihre URL geht. Vielmehr stehen das Verständnis und die Sprache des Menschen im Vordergrund. Dennoch: Wählen Sie grundsätzlich aus Zahlen zwischen 0-9 sowie Zeichen zwischen A-Z für Ihre URL. Verzichten Sie auf Sonderzeichen so gut es geht, da die verarbeitenden Server angewandte Sonderzeichen oft falsch interpretieren. Zeichen wie der Gedankenstrich „-“ sowie der Unterstrich „_“ sind zulässig.
URL und Groß- sowie Kleinschreibung
Groß- und Kleinschreibung können bei der Wahl Ihrer URL Anwendung finden. Notwendig ist dies in aller Regel nicht. Wir empfehlen Ihnen die Kleinschreibung bei der Wahl Ihrer URL. Erneut liegt der Grund bei den verarbeitenden Servern, die durch die Anwendung von Groß- und Kleinschreibung Fehler produzieren können. Tritt dieser Fall nicht ein, so produzieren Sie bei einer bestehenden Abweichung in der Schreibweise jedoch zumindest einen doppelten Inhalt im Index. Dies ist unnötig und stiftet Verwirrung. Diesen Umstand können Sie beherrschen, indem Sie die entsprechende Serverkonfiguration anpassen. So kann im Fall einer fehlerhaften Schreibweise auf die eigentliche URL zurückgeleitet werden. Weiterleitungen vom Typ 301 können zu diesem Zweck ebenfalls eingesetzt werden.
URL und Trennzeichen
Die Trennzeichen haben wir im Eingang im Kapitel zu den Sonderzeichen bereits erwähnt. Zu dem Gedankenstrich und dem Unterstrich kann als Trenner noch das Komma sowie andere Zeichen wie das Pluszeichen „+“ aufgeführt werden. Generell können diese Trennzeichen in der URL nach dem ASCII Standard Anwendung finden. Die Trennung verschiedener Wörter mit dem Gedankenstrich „-“ hat sich durchgesetzt. Wir empfehlen auch Ihnen, sich auf diesen Trenner zu fokussieren. Der Vorteil liegt auch in der Ausrichtung der Suchmaschinen auf dieses Trennzeichen. So wird Ihre Webseite durch die Suchmaschinen im Algorithmus optimal behandelt. Leerzeichen sind als Trenner nicht zu empfehlen, da dies zum Beispiel das Ende einer URL markiert. Eine Fehlinterpretation durch die Server wäre die Folge. Unnötige Fehler der Kategorie 404 sind die Folge.
URL und Füllwörter
Bei der Wahl Ihrer URL sollten Sie den Fokus auf Prägnanz sowie Eindeutigkeit legen. Die URL darf nicht unnötig viele Zeichen haben. Darüber hinaus sollten Sie es vermeiden, einen Namen zu wählen, den sich Ihre Kunden nur schlecht merken können. Füllwörter wie „der“, „die“ oder „das“ sind zu vermeiden, da diese keine wirklich tiefe Aussagekraft mit sich bringen. Schaffen Sie es, durch die Namenswahl zu Ihrer URL Ihrem Kunden zu vermitteln, was ihn erwarten wird, so haben Sie die richtige URL gefunden. Denken Sie auch an die Suchmaschinenvorschau: Wenn der Suchende Ihre kurze URL komplett sehen kann, ist der Effekt nachhaltiger, als wenn nur Teile Ihrer URL sichtbar sind.
Die Subdomains in URLs
Die
Domain
Ihrer Webseite können Sie durch den Einsatz von Subdomains erweitern. Vergleichen wir den Einsatz einer Subdomain doch einfach mit einer Postadresse. Während Ihre Domain die Postadresse „Feldbergstraße 1“ darstellt, so stellt Ihre erste Subdomain die Postadresse „Feldbergstraße 1A“ dar. Diese Erweiterungen können Sie beliebig oft durchführen. Sobald Sie vor die eigentliche First-Level-Domain das Trennzeichen „.“ verwenden, so grenzen Sie zur Subdomain ab. Subdomains werden verwendet, um zur eigentlichen Webseite thematisch nicht passende Inhalte auszulagern. Sehr beliebte Beispiele hierfür sind Blogs oder Foren, die anschließend unter blog.example.de oder forum.example.de erreichbar wären.
Was es mit dem Trailing Slash auf sich hat
Bei dem Trailing Slash handelt es sich um ein abschließendes Zeichen, das das Ende eines Verzeichnisses innerhalb einer URL markiert.
- http://www.subdomain.example.de/directory/ (der Trailing Slash ist enthalten)
- http://www.subdomain.example.de/directory (der Trailing Slash ist nicht enthalten)
In diesem Beispiel handelt es sich um redundanten Content. Die Redundanz kann damit begründet werden, dass der eigentliche Zielinhalt identisch ist. Lediglich der Trailing Slash unterscheidet die beiden Beispiele voneinander. Sie sollten also bei dem Aufbau Ihrer URL-Struktur eine Entscheidung treffen: Arbeiten Sie zukünftig mit oder ohne dem Trailing Slash in Ihrer Verzeichnisstruktur? Sie machen nicht nur sich selbst das Leben leichter, sondern erleichtern auch Ihren Besuchern die Orientierung sowie den Crawlern der Suchmaschinen Ihre Arbeit. Diese unterscheiden anhand des Trailing Slash, ob eine Datei oder ein Verzeichnis vorliegt. Diese Einstellung nehmen Sie in der Datei .htaccess vor.
Mit Dateiendungen optimal umgehen
Im Fall der Dateiendungen innerhalb URLs können wir einen Vergleich zu den Trailing Slashes ziehen. Sie können einer Datei eine Endung geben oder auf diese verzichten. In unserem Beispiel würde dies wie folgt aussehen:
- http://www.subdomain.example.de/directory/page.html (Dateiangabe mit Dateiendung)
- http://www.subdomain.example.de/directory/page (Dateiangabe ohne Dateiendung)
Sofern beide Varianten erlaubt sind, sprechen wir wiederum von redundanten Inhalten aus Sicht der Verzeichnisstruktur und den darunter befindlichen Dateien. Die eindeutigen Anzeigeoptionen legen Sie auch in diesem Fall in der Datei .htaccess fest.
URL und Umlaute
Umlaute in URLs galten lange als Tabu. Neben Buchstaben von A-Z, Zahlen von 0-9 sowie dem Gedanken- und Unterstrich können Sie seit dem Jahr 2003 nun auch Umlaute innerhalb der URL verwenden. Darüber hinaus können neben den Umlauten auch andere Sonderzeichen innerhalb der Wunsch-URL verwendet werden. Mittels des Verfahrens idn-convert (Punycode) ist es möglich, die Sonderzeichen zu entschlüsseln.
Beispiel:
- IDN-Domain: das-ist-eine-domain-mit-Ä-Ö-Ü-als-Test-für-Umlaute.de
- ACE-Form: xn–das-ist-eine-domain-mit—-als-Test-fr-Umlaute-9vc97f5ip1d.de
Domains, die Umlaute beinhalten, beginnen in aller Regel mit den Zeichen xn–. Anhand dieser Zeichenfolge wird signalisiert, dass eine Umlaut-Domain folgt. Auf diese Zeichenfolge werden alle betroffenen Zeichen angereiht, exklusive der Umlaute. Abgeschlossen wird diese Folge mit einem Bindestrich. Der letzte Teil der URL ist im Prinzip als Code zu verstehen, der zur Serverinterpretation Aufschluss über die ursprüngliche Position der Umlaute gibt.
URL Unterscheidung: statisch vs. dynamisch
Das Internet ist mit statischen URLs gewachsen. Diese Art der URLs steht für den Beginn des Internetzeitalters. Eine weitere Art, die dynamischen URLs, folgten und stehen heute als Ergänzung neben statischen URLs zur Verfügung. Statische URLs verändern sich aus der Sicht ihres Aufbaus nicht.
http://www.subdomain.example.de/directory/statische-page.html
Bei dynamischen URLs sind Parameter in der URL enthalten und gestalten die URL somit veränderbar. Solche Parameter können einen Bezug zu einer Datenbank herstellen, in der Inhalte zum Abruf abgespeichert sind. Für den Inhalt verschiedener Unterseiten gibt es im Gegenzug unterschiedliche IDs, die diese Seiten kennzeichnen. Durch diese Form der URLs wird Ihnen ein Stück mehr Flexibilität ermöglicht und Sie können mit Templates arbeiten. Sie müssen also nicht hinsichtlich einer jeden Unterseite immer eine entsprechende Page erstellen.
http://www.subdomain.example.de/directory/page?id=1
Es gibt aus Betreibersicht von Webpages verschiedene Möglichkeiten, diese dynamischen URLs in aus Sicht des Nutzers statische URLs umzuwandeln. So entsteht auch für den Betrachter wieder ein klares Bild über die URL-Struktur. Darüber hinaus erhöht sich so auch die Freundlichkeit für Suchmaschinen. Neben dem Anwendungsfall der Parameter, um auf Datenbankinhalte zuzugreifen, können diese Parameter auch noch andere Zwecke erfüllen. Sie können auf diesem Weg auch Informationen bei der Auslösung einer Funktion weitergeben. Dies lässt sich auf einen Produktpreis, eine Produktfarbe oder auch Eigenschaften zu einem Produkt übertragen.
http://www.subdomain.example.de/directory/page?id=2?price=cheap?color=blue?dinky=y
Sie sind völlig frei in der Kombination dieser Parameter und auch hinsichtlich der Anzahl an verwendeten Parametern. Doch durch die Vielzahl an verwendeten Parametern erhöht sich auch die Gefahr von redundanten Inhalten. Potenziell können so mehrere gleichartige URLs aus Sicht der Crawler entstehen. Beschränken Sie sich je URL auf maximal 2-3 Parameter, um die Arbeit der Crawler zu unterstützen. Ferner wird von Google ein Webmaster Tool angeboten, mithilfe dessen Sie bestimmte Parameter vom Crawlvorgang ausschließen können.
Fazit
Um Ihre optimale URL zu finden, müssen Sie mit Bedacht vorgehen. Sie müssen Ihren Server so konfigurieren, dass all Ihre Pages unter der Hauptdomain erreichbar sind. Wenn Sie bei der URL-Struktur nicht durchdacht agieren, so können fälschlicherweise redundante Inhalte von Suchmaschinen erkannt werden (suboptimal für SEO). Dies kann bedingt werden durch eine falsche Serverkonfiguration zu Trailing Slashes, Subdomains oder Groß- und Kleinschreibung im URL-Text. Der eigentliche Name der URL ist nicht nur aus technischer Sicht mit Vorsicht zu wählen, sondern auch aus der Sicht des Menschen. Klar und deutlich sollte die Struktur sein, darüber hinaus empfiehlt es sich, sparsam mit Parametern umzugehen. Stand heute haben Sie zahlreiche Möglichkeiten, Ihre Wunsch-URL zu gestalten. Doch Vorsicht bei der Anwendung! Die Erfahrung hat gezeigt, dass längst nicht alle technischen Möglichkeiten ausgenutzt werden. Die Menschen haben sich auf den Verzicht von Sonderzeichen und Umlauten eingestellt. Passen Sie sich an, um keine Konsequenzen befürchten zu müssen. Aus der SEO-Sicht können Sie mit Keywords in der URL arbeiten, Füllwörter sind allerdings zu vermeiden. Wenn Sie sich an unseren Tipps orientieren, so werden Sie langfristig davon profitieren. Gerne unterstützen wir von der ONMA Online Marketing GmbH auch Sie bei Ihrer perfekten URL-Strategie. Sprechen Sie uns an!
