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Implementieren Sie SSL und HTTPS

Die Sicherheit im Internet ist erklärtes Ziel von Google. Da sie auch in Ihrem Interesse ist, sollen Sie auch dies berücksichtigen.

Kategorie: SEO

Spätestens seitdem die ersten Onlinekäufe getätigt wurden, rückte das Thema Sicherheit im Internet in den Vordergrund. Niemand will, dass seine persönlichen Daten, einschließlich Adresse und Geburtsdatum, für jeden sichtbar sind. Erst recht gilt dies für so sensible Daten wie persönliche Identifikationsnummern sowie Konto- und Kreditkartennummern. Durch den rasant steigenden Onlinehandel wurden der Schutz dieser Daten und vor allem ihre sichere Übertragung vom Endgerät des Verbrauchers bis zum Server des Onlinehändlers zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor.

Niemand ist mehr so blauäugig und gibt seine Kreditkartennummer auf einer ungesicherten Webseite ein. Ein weiterer Bereich, der höchste Sicherheit über das Internet erfordert, ist die Kommunikation zwischen Bürgern und Ämtern, Kranken- und Rentenkassen und anderen öffentlichen Stellen.

Google geht aber inzwischen darüber hinaus und möchte höhere

Sicherheitsstandards

generell im Internet etablieren. Dies muss als vertrauensbildende Maßnahme gewertet werden, die letztlich auch die Nutzererfahrung positiv beeinflusst. Vertrauen ist die unabdingbare Basis für Onlinegeschäfte.

Welche Verfahren stehen für die Sicherheit zur Verfügung?

Im Zusammenhang mit den Sicherheitsstandards im Internet tauchen regelmäßig die drei Kürzel SSL, TLS und HTTPS auf. Wofür stehen sie und was bedeuten sie?

  • SSL steht für “Secure Sockets Layer” und ist ein Übertragungsprotokoll, das die Daten verschlüsselt überträgt. Es wurde bereits 1994 von Netscape entwickelt und patentiert. Die letzte Version war 3.0, die aber inzwischen als unsicher überholt und von TSL abgelöst wurde. SSL gibt es nicht mehr, aber es lebt in TSL weiter.
  • TSL steht für “Transport Layer Security” und ist der neue Name für SSL. Gelegentlich wird es auch als TLS/SSL bezeichnet, ist aber das Gleiche. Die Verantwortung für dieses Protokoll und seine Weiterentwicklung liegt nun bei der Internet Engineering Task Force (IETF). Die neueste veröffentlichte Version ist 1.3.
  • HTTPS steht für “HyperText Transfer Protocol Secure” oder in anderen Worten HTTP, gesichert mit TSL/SSL.

Daneben gibt es noch andere Verfahren, aber TSL hat sich weitestgehend als Standard durchgesetzt und wir werden uns im Folgenden darauf beschränken.

Sicherung durch HTTPS

Ob eine Webseite durch HTTPS gesichert ist, lässt sich an dem Vorhängeschloss vor der URL im Suchfeld auf einen Blick erkennen. Die Sicherheit beim Surfen im Internet erfolgt durch das TSL Sicherheitsprotokoll auf drei Ebenen:

  • Verschlüsselung der übertragenen Daten – Daten können nicht ausgelesen werden und die Aktivitäten auf den Webseiten können nicht nachverfolgt werden.
  • Integrität der Daten – die Daten sind vor absichtlichen oder zufälligen Veränderungen geschützt.
  • Authentifizierung – sie stellt sicher, dass Sie sich nicht auf einer gefälschten Seite befinden.

Was sagt Google zu HTTPS?

Im August 2014 hat Google im Webmaster Central Blog verkündet, dass Sicherheit für Google selbst höchste Priorität hat und selbst mit gutem Beispiel vorangeht. Die Nutzer der Google-Suche, Gmail und Google Drive bekommen automatisch eine sichere Verbindung zu den Google Servern. Google will offensichtlich den HTTPS Standard im gesamten Internet durchsetzen und hat die Nutzung von HTTPS auf einer Webseite zum

Rankingfaktor

erklärt. Ziel ist, sowohl die Nutzer als auch die Webseiten selbst zu schützen. Der Druck wird seit diesem Jahr weiter erhöht, da Google in Kürze alle nicht gesicherten Webseiten im Chrome-Browser mit einem roten X markieren will, das wesentlich auffälliger ist, als das bisher verwendete leere Blattsymbol.

Google’s Empfehlungen

  • Sie sollten sich ein validiertes Zertifikat mit einem 2048-bit Schlüssel von einer der bekannten und vertrauenswürdigen Zertifizierungsstellen besorgen, die auch technische Unterstützung anbieten. Den größten Marktanteil weltweit hat Comodo, gefolgt von Symantec, GoDaddy, Global Sign, IdenTrust und einigen weiteren. Auch die Deutsche Telekom gehört zu den Anbietern.
  • Stellen Sie sicher, dass Ihre User und die Suchmaschinen auf die HTTPS-Seite mit einem 301 HTTP Redirect geleitet werden.
  • Benutzen Sie einen Webserver, der das HTTP Strikt Transport Security (HSTS) Protokoll unterstützt. Damit werden die Besucher automatisch auf die HTTPS-Seiten geleitet, selbst wenn sie nur HTTP eingegeben haben.
  • Wenn Sie dieses HSTS Protokoll verwenden, stellen Sie absolut sicher, dass die HTTPS Seiten von den Suchmaschinen gecrawlt und indexiert werden können. Vermeiden Sie insbesondere Einschränkungen durch die robot.txt Datei und ‘noindex’ Meta Tags.

Zertifikate – Arten, Kosten und Installation

Die gängigsten Arten von Zertifikaten sind:

  • Einzel-Zertifikat für eine Webseite
  • Multi-Domain-Zertifikat für mehrere Webseiten
  • Wildcard Zertifikat für mehrere dynamische Unter-Domains

Die Kosten werden in der Regel als jährliche Lizenzgebühr erhoben und variieren je nach Typ und Anbieter. Rechnen Sie mit Kosten von etwa ab EUR 150,00 pro Jahr für ein Einzel-Zertifikat. Angesichts der angebotenen Vielfalt sollten Sie sich etwas Zeit nehmen, um die zu Ihrer

Webaktivität

und Ihrem Budget am besten passenden Lösung zu finden. Die Installation kann je nach Anbieter und verwendetem Webserver unterschiedlich sein. Sie sollten aber bei den Anbietern entsprechende Anleitungen finden, die die Installation erleichtern.

Unfallfreie Migration von HTTP zu HTTPS

Die Änderung der URL Ihrer Webseite auf HTTPS im ersten Teil der Adresse erfordert eine Neuindexierung durch Google. Da Rankingverluste auftreten können, wenn die Migration nicht korrekt durchgeführt wird, empfiehlt sich hier sehr sorgfältiges Vorgehen, eventuell mit professioneller Hilfe. Die verschiedenen erforderlichen Schritte sind ausführlich in der Search Console-Hilfe beschrieben. Dies schließt unter anderem die HTTP 301-Weiterleitungen und die Neufassung des robot.txt ein.

Wie wird sich HTTPS auf das Ranking Ihrer Seite auswirken?

Nach erfolgter Migration können für eine Weile Schwankungen im Ranking auftreten bis Google die Seite vollständig neu indexiert hat. Für mittelgroße Webseiten kann das einige Wochen bedeuten. Wenn Sie eine Site Map abgelegt haben, kann das den Prozess etwas beschleunigen. Google weist klar darauf hin, dass die Nutzung von HTTPS ein Rankingfaktor ist, aber eben nur einer unter vielen, und dass die Gewichtung von hochwertigem Content derzeit noch stärker ist, was sich – langfristig gesehen – vielleicht ändern mag.

Fazit

Die Implementierung von SSL bzw. HTTPS wird seit 2014 von

Google

empfohlen und wurde auch als ein Rankingfaktor deklariert. Der Effekt auf das Ranking mag zurzeit noch nicht sehr groß sein, aber es dürfte langfristig gesehen dennoch eine gute Idee sein, den Empfehlungen zu folgen. Schließlich bringt erhöhte Sicherheit auf Ihrer Webseite Ihren Besuchern ein größeres Gefühl der Sicherheit. Dies trifft erst recht zu, wenn Sie von Ihren Besuchern irgendeine Art von Konversion erwarten. Das gilt nicht nur für die Eingabe von Kreditkartennummern, sondern selbst für die E-Mail-Adresse. Die Migration auf eine gesicherte Seite muss aber sehr sorgfältig durchgeführt werden, um möglichen Fehlern vorzubeugen, die sich negativ auf das Ranking auswirken könnten.

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