Retainer, Projekt oder Kampagne: drei Modelle mit drei Nebenwirkungen
Das Betreuungsmodell entscheidet, wie kontinuierlich gearbeitet wird und was im Honorar enthalten ist.
Der Retainer ist die laufende monatliche Zusammenarbeit. Er passt zu einem wiederkehrenden Redaktionsrhythmus, fortlaufender Produktion, Community Management, Anzeigenoptimierung und regelmäßigem Reporting. Vereinbart wird entweder ein festes Leistungspaket in Mengen oder ein Stundenkontingent. Bei einem Kontingent gehören drei Angaben in den Vertrag: wie viele Stunden, welche Rollen zu welchem Satz, und was mit nicht genutzten Stunden passiert. Ohne die dritte Angabe entsteht regelmäßig Streit im dritten Monat.
Das Projekt hat Anfang, definiertes Ergebnis und Abnahmepunkt: Aufbau eines Redaktionssystems, Einrichtung von Werbekonten und Tracking, eine abgegrenzte Produktionsstrecke, ein Reporting-Dashboard. Ein Projekt geht nicht automatisch in eine Betreuung über. Wer das nicht separat regelt, hat nach der Abnahme fertige Strukturen und niemanden, der sie bedient.
Die Kampagne ist an ein Ziel oder einen Anlass gebunden, etwa eine Produkteinführung, eine Veranstaltung oder eine Lead-Strecke. Konzeption, Produktion, technische Einrichtung, laufende Optimierung und Abschlussauswertung sollten getrennt ausgewiesen sein, weil sonst die Optimierungsphase als Erstes gekürzt wird und genau dort die Wirkung entsteht.
Mischmodelle sind der Normalfall: Retainer für die organische Betreuung, separate Budgets und Beauftragungen für Kampagnen. Entscheidend ist nur, dass Zusatzleistungen nicht stillschweigend in den laufenden Betrieb rutschen. Jede Erweiterung braucht Aufwandsschätzung, Freigabe und eine Zuordnung zu Modell und Budget.






