Website erstellen in Hannover: die technische Umsetzung vom Briefing bis zur Abnahme

Wenn ein Unternehmen in Hannover eine Website erstellen lässt, vergibt es einen technischen Auftrag mit einem definierten Lieferumfang. Der Unterschied zwischen einem Projekt, das nach dem Go-live trägt, und einem, das Monate später nachgebessert werden muss, liegt selten am Erscheinungsbild. Er liegt an drei Dingen: daran, ob die Anforderungen vor der Umsetzung schriftlich feststanden, ob die Website an die Systeme angebunden wurde, mit denen im Betrieb tatsächlich gearbeitet wird, und ob es prüfbare Kriterien gab, gegen die abgenommen wurde.

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Warum

Der Auftragsgegenstand: was genau geliefert wird

Dieser Text beschreibt die Webentwicklung als beauftragte Leistung: den Projektablauf, die Schnittstellen zu vorhandener Unternehmenssoftware, messbare Abnahmekriterien, die Migration eines bestehenden Auftritts und die Frage, was nach dem Start passiert.

Ein belastbarer Auftrag benennt vier Dinge, bevor die erste Zeile Code entsteht: welche Seitentypen entstehen, welche Datenquellen sie speisen, wer nach der Übergabe welche Inhalte selbst pflegen kann und woran die Fertigstellung gemessen wird. Fehlt einer dieser Punkte, verschiebt sich die Klärung in die Umsetzungsphase, wo jede Änderung teurer ist als in der Konzeptphase.

Der Lieferumfang umfasst in der Regel die Umsetzung der Seitentypen, die Redaktionsoberfläche, die Anbindung externer Systeme, die Einrichtung der Hosting- und Domainkonfiguration, die Umsetzung der rechtlich verpflichtenden Bausteine sowie die Datenmigration aus dem Vorgängersystem. Was nicht ausdrücklich im Umfang steht, ist nicht beauftragt. Das gilt in beide Richtungen und schützt beide Seiten.

Zwei Männer arbeiten in einem hellen Büro nebeneinander am Laptop, auf dem Bildschirm Programmcode
Abb. 1 - Zwei Männer arbeiten in einem hellen Büro nebeneinander am Laptop, auf dem Bildschirm Programmcode
Im Detail

Vom Briefing zur Abnahme: der Projektablauf

Anforderungsaufnahme

Am Anfang steht keine Gestaltungsfrage, sondern eine Bestandsaufnahme: Welche Inhalte existieren bereits, in welchem System liegen sie, welche Formulare und Prozesse laufen heute über die Website, wer im Unternehmen arbeitet später damit. Aus dieser Aufnahme entsteht eine Anforderungsliste, die jede spätere Diskussion entscheidet.

Technisches Konzept

Das Konzept legt Seitentypen, Datenmodell, Rollen und Rechte, Schnittstellen und die URL-Struktur fest. Bei einem Relaunch gehört das Mapping der alten auf die neuen Adressen zwingend hierher und nicht in die Woche vor dem Start.

Umsetzung in prüfbaren Abschnitten

Sinnvoll geschnittene Abschnitte enden jeweils mit einem Stand, den der Auftraggeber ansehen und kommentieren kann. Das verhindert, dass Missverständnisse erst bei der Endabnahme sichtbar werden, wenn ihre Korrektur die gesamte Struktur berührt.

Testphase auf einer Vorschauumgebung

Getestet wird auf einer vom Livesystem getrennten Umgebung, die für Suchmaschinen nicht zugänglich ist und mit echten Daten arbeitet. Zum Test gehören Formularzustellung, Fehlerseiten, Rechteprüfung, Verhalten bei ausgefallener Schnittstelle und der Zugriff über verschiedene Geräteklassen.

Abnahme gegen Kriterien

Die Abnahme ist keine Geschmacksfrage, sondern ein Abgleich gegen die vorher vereinbarte Liste. Sie sollte protokolliert werden, mit offenen Punkten, Zuständigkeit und Frist.

Lächelnder Mann mit dem Hörer eines alten Wählscheibentelefons am Ohr

Anbindung vorhandener Unternehmenssysteme

Die meisten Website-Projekte scheitern nicht an der Website, sondern an der Stelle, an der sie auf bestehende Software trifft. Typische Anbindungen sind Warenwirtschaft und ERP für Artikel- und Bestandsdaten, CRM-Systeme für Anfragen aus Formularen, Terminbuchungssysteme, Newsletter-Werkzeuge, Bewerbermanagement und Buchhaltungsschnittstellen.

Für jede dieser Verbindungen sind vor der Umsetzung vier Fragen zu klären: In welche Richtung fließen die Daten? Wie oft? Welches System ist bei Widersprüchen führend? Und was passiert, wenn die Gegenstelle nicht antwortet? Die letzte Frage wird am häufigsten übersehen und verursacht die auffälligsten Störungen im Betrieb, weil eine unbeantwortete Anfrage sonst als leere Seite oder als verlorenes Formular endet.

Wichtig ist außerdem der Zugang: Zugangsdaten, Testkonten und Ansprechpartner beim Hersteller der Fachsoftware müssen früh verfügbar sein. Verzögerungen an dieser Stelle stehen selten im Verantwortungsbereich des Entwicklers und verschieben trotzdem den gesamten Zeitplan.

Nahaufnahme einer Laptop-Tastatur, darüber blau eingefärbter HTML-Quelltext

Prüfbare Abnahmekriterien

Ladeverhalten und Interaktivität

Google bewertet einen Largest Contentful Paint von höchstens 2,5 Sekunden und einen Interaction to Next Paint von höchstens 200 Millisekunden als gut, jeweils im 75. Perzentil der Seitenaufrufe. Interaction to Next Paint hat am 12. März 2024 First Input Delay als Core Web Vital abgelöst, was für Abnahmen relevant ist, die sich noch auf ältere Kennzahlen berufen. Diese Werte gehören als Zielgrößen in den Abnahmekatalog, gemessen auf den tatsächlich wichtigen Seitentypen und nicht nur auf der Startseite.

Indexierbarkeit

Seit dem 5. Juli 2024 crawlt Google alle Websites ausschließlich mit dem Smartphone-Googlebot. Was in der mobilen Auslieferung fehlt, existiert für die Indexierung nicht. Zur Abnahme gehören deshalb: eine erreichbare und korrekte robots.txt, eine gültige XML-Sitemap, saubere kanonische Angaben, keine versehentlichen noindex-Anweisungen aus der Testphase und die Prüfung, dass Inhalte auch ohne Nachladen im mobilen Abruf vorhanden sind. HTTPS setzt Google seit August 2014 als leichtgewichtiges Rankingsignal ein und ist heute ohnehin Grundvoraussetzung, einschließlich sauberer Weiterleitung aller unverschlüsselten Aufrufe.

Rechtliche Pflichten

Die Impressumspflicht für geschäftsmäßige Websites ergibt sich seit dem 14. Mai 2024 aus § 5 Digitale-Dienste-Gesetz, der § 5 Telemediengesetz abgelöst hat. Nach § 25 TDDDG sind das Speichern von Informationen auf dem Endgerät der Nutzer und der Zugriff darauf nur mit Einwilligung zulässig, soweit sie für den Dienst nicht unbedingt erforderlich sind. Für die Umsetzung heißt das: Skripte, die nicht technisch notwendig sind, dürfen erst nach aktiver Einwilligung laden, und zwar auch dann, wenn sie bequem im Seitenkopf eingebunden wären.

Das Landgericht München I entschied am 20. Januar 2022 (Az. 3 O 17493/20), dass die dynamische Einbindung von Google Fonts ohne Einwilligung das Recht auf informationelle Selbstbestimmung verletzt. Praktisch prüft man vor der Abnahme, welche externen Ressourcen eine Seite beim ersten Aufruf tatsächlich anfordert, statt sich auf die Konfiguration zu verlassen.

Barrierefreiheit

Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz gilt seit dem 28. Juni 2025 und verpflichtet unter anderem Anbieter von Online-Shops und bestimmten digitalen Dienstleistungen gegenüber Verbrauchern zu barrierefreien Angeboten. Kleinstunternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von höchstens 2 Millionen Euro sind von den Pflichten für Dienstleistungen ausgenommen. Ob ein konkretes Projekt betroffen ist, ist deshalb eine Frage, die vor dem technischen Konzept beantwortet gehört: Tastaturbedienbarkeit, Kontraste, Formularbeschriftungen und semantische Struktur nachträglich einzubauen ist deutlich aufwendiger, als sie von Beginn an mitzuführen.

Smartphone auf dunklem Untergrund, auf dem Display eine Google-Trefferliste zur Suche „Online Marketing Experte“

Relaunch: Migration ohne Rankingverlust

Der riskanteste Auftrag ist nicht die neue Website, sondern der Ersatz einer bestehenden. Sichtbarkeitsverluste nach einem Relaunch entstehen fast immer an derselben Stelle: Adressen ändern sich, ohne dass die alten weiterleiten.

Die Reihenfolge, die das verhindert: erst eine vollständige Liste aller bestehenden Adressen erheben, einschließlich derer, die aktuell noch Zugriffe erhalten. Dann jede alte Adresse einer neuen zuordnen, mit einer bewussten Entscheidung für die Fälle ohne Entsprechung. Anschließend die Weiterleitungen dauerhaft einrichten und vor dem Start stichprobenartig prüfen. Nach dem Go-live werden Abdeckung und Fehler im laufenden Betrieb kontrolliert, denn erst dort zeigt sich, welche Adressen tatsächlich noch angefragt werden.

Ein Vorher-Nachher-Vergleich braucht eine Ausgangsmessung. Wer die Zugriffs- und Sichtbarkeitsdaten des alten Auftritts nicht vor der Abschaltung sichert, kann später weder einen Verlust noch einen Gewinn belegen.

Aufgeklappter Laptop auf dunklem Untergrund, auf dem Bildschirm eine Google-Trefferliste zur Suche „Online Marketing Experte“

Nach dem Go-live: der Betrieb

Mit der Abnahme endet das Projekt, nicht die Verantwortung. Zu klären ist vor dem Start, wer Sicherheitsaktualisierungen einspielt, in welchem Rhythmus Sicherungen erstellt und wie deren Rückspielbarkeit geprüft wird, wer auf Störungen reagiert und in welcher Zeit, wer Zertifikate und Domainverlängerungen im Blick behält und wohin Fehlermeldungen laufen.

Ebenso gehört die Übergabe dazu: Zugänge auf den Namen des Auftraggebers, dokumentierte Systemumgebung, eine kurze Anleitung für die redaktionelle Pflege. Ein Auftraggeber, der ohne seinen Dienstleister nicht an die eigene Domain kommt, hat kein fertiges Projekt, sondern eine Abhängigkeit.

Frau vor einer Wand mit bunten Haftnotizen, davor sechs Personen mit Laptops an einem Besprechungstisch

Regionaler Rahmen

Die Landeshauptstadt Hannover hat rund 545.000 Einwohner, die Region Hannover rund 1,2 Millionen. Für die technische Umsetzung ist der Standort zunächst gleichgültig, für die Projektorganisation nicht: Anforderungsaufnahme, Abstimmungen mit dem Anbieter der Fachsoftware und die gemeinsame Abnahme laufen erfahrungsgemäß schneller, wenn Termine vor Ort ohne größeren Aufwand möglich sind. Das ist ein organisatorischer Vorteil, kein technischer.

Zwei Männer arbeiten in einem hellen Büro nebeneinander am Laptop, auf dem Bildschirm Programmcode

Was Auftraggeber beisteuern

Drei Beiträge entscheiden über den Verlauf: eine benannte entscheidungsbefugte Ansprechperson, vollständige Zugänge zu Domain, Hosting und den anzubindenden Systemen, sowie verbindliche Inhalte. Fehlende Texte und Bilder sind der häufigste Grund, warum ein technisch fertiges Projekt nicht live geht. Wer diese drei Punkte vor dem Start klärt, verlagert die Diskussion von Terminen zurück auf das, was tatsächlich abgenommen wird.

Lächelnder Mann mit dem Hörer eines alten Wählscheibentelefons am Ohr
Nächster Schritt

Sichtbarkeit besprechen,
bevor die nächste Maßnahme startet.

Ein Erstgespräch klärt Ausgangslage, realistische Ziele und welcher Hebel für Ihre Website zuerst zählt.

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„Ein Text, für den niemand sucht, ist kein Content Marketing, egal wie gut er geschrieben ist.”— ONMA GmbH · Hannover