Google-Update „Fred“ wirbelt die SEO-Szene weltweit auf
Es wird vermutet, dass Google pro Jahr circa 400 Updates für seinen Suchalgorithmus vornimmt. Das schwankt stark, daher haben wir mal eine gesamte Google Timeline aller Updates für Sie erstellt. 2015 haben Webseitenbetreiber wohl die heftigsten Ausschläge wahrgenommen, doch die Veränderungen sind für den privaten Nutzer meist nicht zu bemerken. Für Suchmaschinenoptimierer jedoch haben sie große Auswirkungen, da die Parameter, mit denen der Algorithmus Seiten für die Google-Suche bewertet, verändert werden. Seit Anfang März 2017 konnten viele SEOs teils drastische Veränderungen im Traffic ihrer betreuten Seiten feststellen, sowohl positiv als auch negativ. Dies legt den Schluss nahe, dass Google ein neues, großes Update für seinen Suchalgorithmus veröffentlicht hat.Die Hintergründe zum Google Update Fred
Schon Mitte Februar konnten Beobachter ungewöhnliche Schwankungen im Ranking von Keywords in der Google-Suche feststellen. Diese Schwankungen waren jedoch nur von kurzer Dauer. Heute vermutet man, dass zu dieser Zeit Tests mit dem Algorithmus-Update durchgeführt wurden und es dann ab März dauerhaft implementiert wurde.Vermutungen über die neuen Suchkriterien
Erste empirische Untersuchungen und Berichte von betroffenen Webmastern kommen zu übereinstimmenden Ergebnissen: Das „Fred“ Google Update bestraft Webseiten mit viel Werbung und Affiliate-Links, die gleichzeitig schlechten Content haben. Betroffene Websites stimmen in folgenden Punkten überein:- Großer Anteil an Keyword-basiertem Content, meist in Artikel-Form
- Sehr hoher Anteil an vordergründiger Werbung und Affiliate-Links neben oder direkt im Content
- Content-Erstellung ist Einnahmen-orientiert und nicht, um Besucher zu informieren
Reaktionen aus dem Netz zum Google „Fred“-Update
Barry Schwartz von Search Engine Land
Barry Schwartz veröffentlichte eine Liste mit Webseiten, die das Update besonders schwer getroffen haben soll. Der Traffic zu diesen Seiten über die organische Google-Suche ist demnach um 50 bis 90 Prozent auf diesen Seiten eingebrochen.John Müller von Google Webmaster Trends Analyst
Auf zahlreiche Nachfragen aufgebrachter Webmaster, die von Google eine offizielle Bestätigung des Updates verlangten antwortete der Google Webmaster Trends Analyst John Müller auf Twitter (@JohnMu) nur, dass Google fast jeden Tag Veränderungen durchführe.Gary Illynes, ebenfalls Google Webmaster Trends Analyst
Gary Illyes bestätigte auf Twitter (@methode) nur, dass Updates im Algorithmus zum Alltagsgeschäft von Google gehören und ständig passieren würden. Gary Illyes ist auch derjenige, der dem vermeintlichen Update seinen – inoffiziellen- Namen gab: Solange Google keine andere Bezeichnung vorgebe, solle man jedes Update von nun an einfach „Fred“ nennen, tweetete er in einer nicht so ernst gemeinten Antwort in der Diskussion.Gewinner und Verlierer
Wer hat profitiert?
Fred bevorzugt Content. Webseiten, die schon vor dem Update viel qualitativ hochwertigen Content bei gleichzeitig wenig Werbung hatten, profitierten demnach direkt zum Start von „Fred“. Nachrichtenportale wie etwa „Focus.de“ konnten zum vermuteten Datum der Implementierung des Updates eine Steigerung des Online Value Index (OVI) um fast 3,4% verzeichnen. Bei „Spiegel.de“ waren es sogar 4,87%.
Wer verliert?
Seiten, deren Content nur dazu dient, möglichst viel Werbung zu schalten und nicht, um dem Besucher einen Mehrwert zu geben sind die klaren Verlierer des Updates. Hier sind die Auswirkungen sogar noch dramatischer: Seiten mit einem schon vorher geringen OVI wurden schwer getroffen: Die Seite „thefactsite.com“, auf der ausschließlich Ranglisten zu ziemlich jedem Thema zu finden sind und viel Bannerwerbung schaltet, verzeichnete eine Veränderung des OVI auf 0,04. Das ist ein Einbruch um 86,67%. Andere Seiten traf „Fred“ noch schlimmer: „electrical-engineering-portal.com“, die ähnlich wie „thefactsite.com“ unverhältnismäßig viel Werbung schaltet, verlor innerhalb einer Woche 95,95% seines ursprünglichen OVI: Ein Absinken von 1,48 auf 0,06.

